Taeping

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Taeping
Die Taeping unter vollen Segeln (Foto eines Gemäldes von Allan C. Green, 1925)

Die Taeping unter vollen Segeln (Foto eines Gemäldes von Allan C. Green, 1925)

p1
Schiffsdaten
Flagge Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich (Handelsflagge) Vereinigtes Königreich
Schiffstyp Klipper, Frachtsegler
Rufzeichen 14A1 (LR)[1]
Eigner Alexander Rodger, Glasgow
Bauwerft Robert Steele & Co, Greenock
Stapellauf 24. Dezember 1863
Verbleib 22. September 1871 nach Grundberührung aufgegeben
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
55,99 m (Lüa)
Breite 9,47 m
Tiefgang max. 6,06 m
Vermessung 767 NRT
 
Besatzung 26

Die Taeping war ein britisches Dreimastvollschiff, das 1863 in Kompositbauweise von Robert Steele & Co. im schottischen Greenock konstruiert wurde. Sie galt als einer der schnellsten und elegantesten Chinaklipper ihrer Zeit und war das erste Schiff dieses Typs, das die Werft kompositorisch baute – Verwendung fanden dabei Grünherzholz- und Teak-Planken, eingefasst mit eisernen Rahmen. Entworfen als so genannter Extrem-Klipper besaß sie zu Gunsten höherer Geschwindigkeit eine verringerte Ladekapazität und sollte explizit schneller sein als die Fiery Cross[2] – jener Klipper, der 1861 und 1862 jeweils die Tee-Rennen gewinnen und die wertvolle erste Lieferung Tee der neuen Ernte aus China kommend in London (genauer: in Gravesend) löschen konnte.

Die erste Reise der Taeping Richtung Großbritannien begann am 1. Juli 1864 in Shanghai. Bereits am 23. Juli wurde sie jedoch vom Kanonenboot Flamer in den Hafen von Xiamen geschleppt, nachdem sie in einem Taifun vor Taiwan Fockmastbruch erlitten und sowohl Galionsfigur und Bugspriet als auch Teile des Groß- und des Kreuzmastes eingebüßt hatte.[3] Nach der Reparatur setzte sie ihre Reise fort, der Tee wurde jedoch bereits vor Einfahrt in die Themse in Deal in der Grafschaft Kent verkauft. Auch in der Saison 1865 brachte die Taeping keinen großen Erfolg, da sie die Docks in Fuzhou zu spät erreichte und dort keinen Tee mehr an Bord nehmen konnte. Daher musste man auf Shanghai ausweichen und kam entsprechend später in London an, wo die Ladung nur noch zu geringem Preis verkauft werden konnte.

Der Nachwelt ist die Taeping insbesondere eingedenk einer Fahrt in Erinnerung geblieben: Des „Großen Tee-Rennens von 1866“ („The Great Tea Race of 1866“), an dem insgesamt neun Schiffe teilnahmen. Am 30. Mai legte sie in Fuzhou ab und erreichte Bug an Bug mit der Ariel die Mündung der Themse, verschaffte sich dann jedoch auf Grund ihrer geringeren Verdrängung unerwartet noch einen Vorsprung und legte schließlich nach 102 Tagen mit nur 20 Minuten Vorsprung an. Dies war somit das knappeste aller Tee-Rennen und stieß – auch auf Grund der auf den möglichen Sieger abgeschlossenen Wetten – auf großes mediales und öffentliches Interesse. Jedes Crewmitglied der Taeping erhielt zehn Schilling pro geladener Tonne und man teilte diesen Bonus mit der Besatzung der Ariel. Auch Kapitän McKinnon teilte seine Provision von 100 Pfund Sterling mit John Keay, dem Kapitän des ärgsten Konkurrenten. Donald McKinnon, unter dessen Kommando das Schiff zunächst stand, stammte von der Insel Tiree in den Inneren Hebriden. Auf der ersten Fahrt nach dem legendären Tea Race erkrankte er jedoch auf dem Weg nach Shanghai schwer und ging in der südafrikanischen Algoa Bay von Bord. Die Kapitätsaufgaben übernahm der Erste Maat Joseph Dowdy. Am 3. Dezember 1866 starb MacKinnon auf seiner Heimreise in der Tafelbucht im Alter von nur 41 Jahren. 1867 gelang es der Crew der Taeping unter Dowdy, erneut die erste Ladung Tee der Saison in London abzuliefern – diesmal sogar mit einer Woche Vorsprung vor der Konkurrenz.

Am 8. September 1871 brach die Taeping zu ihrer letzten Fahrt auf. Sie hatte in Xiamen Tee an Bord genommen und unter Kapitän Gissing Kurs Richtung New York City genommen. Im Südchinesischen Meer lief sie vierzehn Tage später auf das Ladd’s-Riff und musste aufgegeben werden. Alle Besatzungsmitglieder bestiegen Rettungsboote, doch lediglich das Boot des Maats mit sechs Männern an Bord konnte nach drei Tagen des Umhertreibens aufgegriffen werden.

Fahrten der Taeping in Richtung Großbritannien und USA
Nummer Beginn Ankunft Start Ziel Ladung Dauer in Tagen Bemerkung
1 01. 07. 1864 23. 07. 1864 Shanghai London 23 In Xiamen abgebrochen.
2 08. 10. 1864 04. 01. 1865 Xiamen Deal 88
3 29. 06. 1865 27. 10. 1865 Shanghai London 104 In Fuzhou hatte man wegen Verspätung keinen Tee mehr an Bord nehmen können.
4 30. 05. 1866 06. 09. 1866 Fuzhou London 779,30 t 102 Sieg im „Great Tea Race“
5 03. 06. 1867 15. 09. 1867 Fuzhou London 498,91 t 102 Sieg im Tee-Rennen
6 28. 05. 1868 03. 09. 1868 Fuzhou London 102 Viertplatziert im Tee-Rennen
7 13. 07. 1869 23. 10. 1869 Fuzhou Deal 102
8 05. 06. 1870 28. 09. 1870 Guangzhou London 115
9 08. 09. 1871 22. 09. 1871 Shanghai New York City 14 Letzte Fahrt; Schiffsverlust.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Abriss der nautischen Historie der Taeping, auf bruzelius.info, abgerufen am 3. April 2013.
  2. Kurzporträt der Taeping, auf spurlingandrouxwatercolours.com, abgerufen am 3. April 2013.
  3. Ausführliche Fahrtenbeschreibung der Taeping, auf shipstamps.co.uk, abgerufen am 3. April 2013.