Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus

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Einfahrtsgebäude des KZ Auschwitz-Birkenau, Ansicht von innen, 1945.

Der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar ist in Deutschland seit 1996 ein bundesweiter, gesetzlich verankerter Gedenktag.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Gedenktag in Deutschland

Der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert an alle Opfer eines beispiellosen totalitären Regimes während der Zeit des Nationalsozialismus: „Juden, Christen, Sinti und Roma, Menschen mit Behinderung, Homosexuelle, politisch Andersdenkende sowie Männer und Frauen des Widerstandes, Wissenschaftler, Künstler, Journalisten, Kriegsgefangene und Deserteure, Greise und Kinder an der Front, Zwangsarbeiter und an die Millionen Menschen, die unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft entrechtet, verfolgt, gequält und ermordet wurden.“[1]

Der Gedenktag wurde am 3. Januar 1996 durch Proklamation des Bundespräsidenten Roman Herzog eingeführt und auf den 27. Januar festgelegt.[2] Am 27. Januar 1945 befreiten Soldaten der Roten Armee die Überlebenden des KZ Auschwitz-Birkenau, des größten Vernichtungslagers des Nazi-Regimes.

In seiner Proklamation führte Herzog aus:

„Die Erinnerung darf nicht enden; sie muss auch künftige Generationen zur Wachsamkeit mahnen. Es ist deshalb wichtig, nun eine Form des Erinnerns zu finden, die in die Zukunft wirkt. Sie soll Trauer über Leid und Verlust ausdrücken, dem Gedenken an die Opfer gewidmet sein und jeder Gefahr der Wiederholung entgegenwirken.“

In der Bundesrepublik werden an diesem Tag öffentliche Gebäude beflaggt und die Fahnen auf Halbmast gesetzt. In vielen Veranstaltungen wie Lesungen, Theateraufführungen oder Gottesdiensten wird bundesweit die Erinnerung an die Verbrechen der Nationalsozialisten wachgehalten.

Zum 65. Jahrestag der Befreiung, im Jahr 2010, sprach erstmals der israelische Staatspräsident Schimon Peres zum Deutschen Bundestag.[3] Als erster Vertreter der Sinti und Roma hielt der Niederländer Zoni Weisz im Jahr 2011 im Bundestag bei der Gedenkveranstaltung eine Rede.[4] 2012 war Marcel Reich-Ranicki mit einem Zeitzeugenbericht der Hauptredner der Gedenkstunde.

[Bearbeiten] Internationaler Holocaustgedenktag

Der Tag wurde unter anderem in Israel (1959) und in Großbritannien offiziell bereits vor seiner Benennung durch den Bundespräsidenten in Deutschland als Gedenktag begangen.

Am 1. November 2005 erklärte die Generalversammlung der Vereinten Nationen den 27. Januar in einer Resolution zum internationalen Holocaustgedenktag.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Bulletin Nr. 10-1 der Bundesregierung vom 27. Januar 2008: „Gedenkstunde: 27. Januar – Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus – Gedenkstunde des Deutschen Bundestages am 25. Januar 2008 – Ansprache des Bundestagspräsidenten Dr. Norbert Lammert“.
  2. Bundesgesetzblatt 1996, Teil I, S. 17
  3. Pressemitteilung Deutscher Bundestag Januar 2010
  4. Ansprache von Zoni Weisz
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