Tagebau Welzow-Süd

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Schaufelradbagger 1532 SRs 1301 mit Bandwagen 732 BRs 1400 im Tagebau Welzow-Süd

Der Tagebau Welzow-Süd ist ein Braunkohletagebau in der südlichen Niederlausitz im Landkreis Spree-Neiße, der von der Vattenfall Europe Mining AG betrieben wird. Im Tagebau Welzow-Süd werden bis zu 20 Millionen Tonnen Braunkohle im Jahr gefördert. Der Heizwert der Braunkohle liegt bei 9.000 kJ/kg; sie enthält etwa 56 % Wasser, 1 % Schwefel und 5 % Asche.[1]

Geologie[Bearbeiten]

Im Tagebau Welzow-Süd wird das 2. Lausitzer Flöz abgebaut. Die Mächtigkeit des Flözes beträgt zwischen 10 und 16 Metern, das darüber liegende Deckgebirge ist zwischen 90 und 130 Meter mächtig.[2]

Geografie[Bearbeiten]

Der Tagebau befindet sich im Südosten des Bundeslandes Brandenburg. Im Westen grenzt der Tagebau an die namensgebende Stadt Welzow, im Osten grenzen die bereits rekultivierten Flächen an die Stadt Spremberg.

Geschichte[Bearbeiten]

Reste einer aufgelassenen Grube im 1. Lausitzer Flöz im Tagebau Welzow-Süd

1957 begannen die ersten Rodungsarbeiten und Planierungen. Im Jahre 1959 begann die Entwässerung des Abbaufeldes durch Entwässerungsstrecken (Schachtholz-Legung). Die Aufschlussbaggerung erfolgte am 19. November 1962, die erste Kohle wurde am 14. November 1966 für das Gaskombinat Schwarze Pumpe gefördert. Aufgrund der stetig ansteigenden Mächtigkeit des Deckgebirges wurde im Jahre 1969 mit der Montage der ersten 60-Meter-Abraumförderbrücke der Welt begonnen. Diese begann Ende 1972 mit dem Probebetrieb und begann im Frühjahr 1973 in den regulären Förderbetrieb. Da auch weiterhin die Mächtigkeit des Deckgebirges zunahm, wurde die Förderbrücke im Jahre 1977 um eine Zubringerbrücke ergänzt. 1995 wurde die Förderbrücke saniert und zwei der drei alten Brückenbagger durch die beiden Bagger der Abraumförderbrücke aus dem ehemaligen Tagebau Klettwitz-Nord ersetzt.[3] Im Oktober des Jahres 2011 wurde damit begonnen, die Zubringerbrücke, um die die Abraumförderbrücke 1977 ergänzt wurde, zu demontieren, da diese im Zuge des Umschwenkens des Tagebaus in das Teilfeld Süd nicht mehr benötigt wird.

Das 1. Lausitzer Flöz im Raum Welzow wurde bereits im 19. Jahrhundert abgebaut i.d.R. im Tiefbau in kleinen Gruben, darunter auch in unangemeldeten Gruben. Grube Clara I Welzow nahm den Braunkohlenabbau auf der Welzower Hochfläche im Jahr 1866 auf.[4]

Ortsabbrüche[Bearbeiten]

Bis zum Jahr 2011 wurden durch den Braunkohleabbau 17 Dörfer abgebaggert.[5] Dem Tagebau weichen mussten überwiegend sorbische Dörfer: Dollan (Dolań),Geisendorf (Gižkojce), Gosda (bei Spremberg) (Gózdź), Groß Buckow (Bukow), Haidemühl (Gózdź), Jessen (Jaseń), Josephsbrunn, Kausche (Chusej), Klein Buckow (Bukowk), Klein Görik (Gorki), Pulsberg (Lutoboŕ), Radeweise (Radojz), Roitz (Rajc), Sagrode, Stradow (Tšadow), Straußdorf (Tšuckojce), Wolkenberg (Klěšnik)

Technik[Bearbeiten]

Im Tagebau Welzow-Süd werden verschiedene Abbaugeräte und -techniken zur Freilegung und Gewinnung der Rohbraunkohle eingesetzt. Hierbei sind im Einsatz[6]:

Geräte im Vorschnittbetrieb[Bearbeiten]

Geräte im Brückenbetrieb[Bearbeiten]

Förderbrücke F60 Nr. 32 vor Demontage des Zubringers 2011
Förderbrücke F60 Nr. 32 nach der Demontage des Zubringers

Geräte im Grubenbetrieb[Bearbeiten]

  • Eimerkettenbagger 348 ERs 710
  • Eimerkettenbagger 352 ERs 710
  • Eimerkettenbagger 358 ERs 710
  • Bandwagen 728 BRs 1400
  • Bandwagen 731 BRs 1400
  • Bandwagen 732 BRs 1400
  • Bandwagen 751 BRs 1600
  • Schaufelradbagger 1530 SRs 1301
  • Schaufelradbagger 1532 SRs 1301

Geräte am Grabenbunker[Bearbeiten]

Sonstige Großgeräte[Bearbeiten]

  • Eimerkettenbagger 1289 Es 3150 (ehemals Obere Arbeitsebene/Zubringer der F60, z. Zt. in Verschrottung)
  • Schaufelradbagger 1496 SRs 630 (Ton-Deponie)

Wirtschaft[Bearbeiten]

Der Tagebau Welzow-Süd ist der Hauptversorger für das Kraftwerk Schwarze Pumpe, sowie für die Brikettfabrik Schwarze Pumpe. Der Betreiber Vattenfall Europe Mining ist der größte Arbeitgeber und Steuerzahler der Lausitz. Beim Unternehmen sind 7.000 Menschen beschäftigt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Gerhard Fugmann, Haidemühl. Eine Festschrift, Cottbus 2007.
  • Tim S. Müller, Gosda/Niederlausitz. Landnutzungswandel einer ostelbischen Gutsherrschaft zwischen „Ökonomischer Aufklärung“ und anbrechendem Industriezeitalter (1790-1860), Waxmann-Verlag, Münster/New York/München/Berlin 2012 (= Die Niederlausitz am Anfang des 21. Jahrhunderts. Geschichte und Gegenwart, Band 2), ISBN 978-3-8309261-8-4
  • Wolfgang Schossig u. a.: Bergbau in der Niederlausitz. Cottbus 2007, ISBN 978-3-9811412-1-4.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tagebau Welzow-Süd – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Braunkohlentagebau Welzow-Süd (PDF 8,5 MB) Vattenfall Europe Mining AG, 2012
  2. https://www.vattenfall.de/de/welzow-sued.htm
  3. http://www.ostkohle.de/html/welzow_sud.html
  4. Wolfgang Schossig u. a.: Bergbau in der Niederlausitz. Cottbus 2007. S. 27.
  5. Dokumentation bergbaubedingter Umsiedlungen, Archiv verschwundener Orte, Forst 2010, S. 154
  6. http://www.ostkohle.de/html/die_gerate_welzow.html

51.59944444444414.278888888889Koordinaten: 51° 35′ 58″ N, 14° 16′ 44″ O