Tahoua (Niger)
14.8833333333335.2666666666667Koordinaten: 14° 53′ N, 5° 16′ O
| Gemeindeverbund Tahoua | ||
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| Basisdaten | ||
| Staat | Niger | |
| Region | Tahoua | |
| Departement | Tahoua | |
| Fläche | 314 km² | |
| Einwohner | 119.599 (2010) | |
| Dichte | 380,9 Ew./km² | |
| ISO 3166-2 | NE-5 | |
| Webauftritt | www.communetahoua.org (französisch) | |
Tahoua ist die Hauptstadt der gleichnamigen Region Tahoua in Niger.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geographie
Tahoua liegt in der Sahelzone. Die Stadt ist ein Gemeindeverbund (französisch: communauté urbaine) aus zwei Stadtgemeinden (französisch: communes urbaines), Tahoua I und Tahoua II, und besteht aus mehr als 15 alten Stadtvierteln. Dazu zählen unter anderem Bilbis, Dioulanke, Garkoua, Kourfayaoua, Mareda, Nassaraoua, Tougoulaoua, Tsamaoua, Tsimitaoua und Wadata. Im Norden von Tahoua liegt der jüngere Stadtteil Sabon Gari, der übersetzt „neues Dorf“ bedeutet. Das administrative Zentrum der Stadt befindet sich auf einem kleinen Hügel nördlich der Altstadt. In geologischer Hinsicht liegt Tahoua in einem dem Erdzeitalter Tertiär zugerechneten Gebiet.[1] Die Nachbargemeinden sind Affala und Barmou im Norden, Kalfou im Osten, Bambeye im Süden und Takanamat im Westen.
[Bearbeiten] Geschichte
Zu den ersten Gruppen, die sich im Gebiet des heutigen Tahoua ansiedelten, zählten im 16. Jahrhundert animistische Azna aus dem Aïrgebirge, von wo sie von Tuareg sowie von Askiya Muhammad, dem muslimischen König von Songhai, vertrieben wurden. Noch weiter in den Süden zu ziehen wurde den Azna von den Hausastaaten Gobir und Katsina verwehrt. Mehrere andere Gruppierungen zogen in das Gebiet, darunter auch Tuareg aus dem Aïrgebirge, sodass an der Wende zum 17. Jahrhundert die Dörfer Bilbis und Fakaoua entstanden: die Keimzelle der Stadt Tahoua. Durch weiteren Zuzug entstanden bis ins 19. Jahrhundert die anderen alten Stadtviertel, in die Tahoua noch heute geteilt ist.
Am 4. Dezember 1904 wurde die Stadt von den Franzosen durch eine aus Say kommende Einheit unter der Leitung des Leutnants Figeac besetzt.[2] 1905 wurde das französische Militärterritorium Niger in drei Verwaltungsgebiete aufgeteilt und Tahoua neben Niamey und Zinder zu einem der drei jeweiligen Verwaltungssitze bestimmt. Diesen Status verlor die Stadt allerdings bereits 1909 wieder. Tahoua wurde zunächst noch Hauptort eines Kreises (cercle de Tahoua), der dem Verwaltungsgebiet von Niamey untergeordnet war. 1909 wurde die Kreishauptstadt jedoch nach Madaoua verlegt.[3] 1967 wurde Tahoua als vierter Ort Nigers nach Niamey (1954), Zinder (1954) und Maradi (1955) zur eigenständigen Gemeinde erhoben. Während der Hungersnöte in den 1970er und 1980er Jahren war die Stadt das Ziel von Flüchtlingen. 2002 erfolgte die Umwandlung zum Gemeindeverbund aus zwei Stadtgemeinden.[4]
[Bearbeiten] Bevölkerung
Bei der Volkszählung 1977 hatte Tahoua 31.252 Einwohner, bei der Volkszählung 1988 49.948 Einwohner und bei der Volkszählung 2001 72.446 Einwohner.[5] Für das Jahr 2010 wurden 119.599 Einwohner berechnet.[6]
Die größte Volksgruppe in der multiethnischen Stadt bilden die Hausa, hinzu kommen Tuareg, Fulbe, Araber und Zarma. Im dünn besiedelten Gebiet nördlich der Stadt leben Wodaabe, eine vollnomadische Untergruppe der Fulbe.
Tahoua ist einerseits das Ziel von Zuwanderern aus anderen Landesteilen, die sich vor allem in den Vororten der Stadt niederlassen. Andererseits führen Ernährungsunsicherheit und wirtschaftliche Erwägungen zur Auswanderung aus der Stadt über die Staatsgrenzen hinweg. Die Hauptzielländer der Auswanderer sind die Elfenbeinküste, Nigeria, Kamerun, Togo, Benin, Algerien und Libyen.[7]
[Bearbeiten] Kultur
Der Prix Dan Gourmou ist ein biennal veranstalteter, mehrtägiger Musikwettbewerb in Tahoua. Er wurde 1987 gegründet.
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
Tahoua ist ein wichtiger Handelsplatz, insbesondere für den Handel mit Getreide und Augenbohnen.[8]. Der große Markt ist jeden Sonntag ein Treffpunkt für die verschiedenen Volksgruppen. Eine lokale Spezialität, die am Markt verkauft wird, ist tchoukou, eine flacher Käse aus Kuhmilch. Mehr als 90 % der Bevölkerung leben überwiegend von der Landwirtschaft. Das trockene Gebiet nördlich der Stadt dient als Weideland für Rinder, Schafe und Ziegen. Südlich der Stadt werden Erdnüsse angebaut. Nahe Tahouas wird Phosphat abgebaut. Die handwerklichen Aktivitäten in der Stadt konzentrieren sich vor allem auf Schmuck, Lederwaren und Schuhe. Das Hauptnahrungsmittel ist Hirse, gefolgt von Sorghum und Augenbohnen. Ernährungsprobleme treten einerseits auf Grund zu geringen Einkommens und andererseits auf Grund von Missernten auf.[7]
In Tahoua gibt es 71 Grundschulen, davon sind neun Privatschulen. Auf einen Grundschullehrer kommen durchschnittlich 28 Schüler (landesweit 39).[9] In der Stadt befindet sich eine Außenstelle der Abdou-Moumouni-Universität Niamey. Gelehrt werden Bank- und Finanzwesen sowie Rechnungswesen und Unternehmensführung.
Tahoua liegt an der Nationalstraße RN 25, die Niamey und Agadez verbindet, und wird von allen vier großen Busunternehmen des Landes angefahren. Östlich der Altstadt befindet sich ein ziviler Flughafen, der Tahoua Airport (IATA-Code: THZ, ICAO-Code: DRRT).[10]
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
- Mahamadou Danda (* 1951), Politiker
[Bearbeiten] Literatur
- Jolijn Geels: Niger. Bradt, Chalfont St Peter 2006, ISBN 1-84162-152-8.
[Bearbeiten] Weblinks
- Website der Stadt Tahoua (französisch)
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ Thomas Krings: Sahelländer. WBG, Darmstadt 2006, ISBN 3-534-11860-X, S. 16
- ↑ Niger 2009. Nouvelle édition de l'Université, Paris 2009, ISBN 2746916401, S. 127.
- ↑ Edmond Séré de Rivières: Histoire du Niger. Berger-Levrault, Paris 1965, S. 235–236.
- ↑ Historique de la décentralisation au Niger. Website des Programme nigéro-allemand de lutte contre la pauvreté dans les zones de Tillabéri et Tahoua-Nord, veröffentlicht im Mai 2008, abgerufen am 21. Januar 2012.
- ↑ World Gazetteer: Tahoua, abgerufen am 29. Januar 2010.
- ↑ Institut Nationale de la Statistique du Niger (Hrsg.): Annuaire statistique des cinquante ans d’indépendance du Niger. Niamey 2010 (Online-Version), S. 55.
- ↑ a b Présentation de la commune de Tahoua. Website der ANIYA Coopération Décentralisée Niger-France, abgerufen am 28. Januar 2012.
- ↑ Livelihoods Zoning “Plus” Activity In Niger. S. 27, Website des Famine Early Warning Systems Network, veröffentlicht im August 2011, abgerufen am 19. Januar 2012.
- ↑ Statistiques de l’éducation de base. Annuaire 2009–2010. Website des nigrischen Unterrichtsministeriums, veröffentlicht im September 2010, abgerufen am 14. Februar 2012.
- ↑ Airports in Niger. Website Aircraft Charter World, abgerufen am 23. Januar 2012.
Stadt: Tahoua | Departements: Abalak | Birni-N’Konni | Bouza | Illéla | Keita | Madaoua | Tahoua | Tchintarabaden