Tailing (Bergbau)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Als Tailing bezeichnet man im Bergbau feinkörnige Rückstände aus der Aufbereitung von Erzen, die in Form von Schlämmen vorliegen. Sie werden an den Entstehungsorten, d. h. an den Minen bzw. Weiterverarbeitungsstätten, in großen, meist mit Dämmen abgetrennten Becken oder Schlammteichen gelagert, was je nach Inhaltsstoffen bei unsachgemäßer Lagerung einen hohen Gefährdungsgrad für die Umwelt aufweisen kann.

Tailing im Uranbergbau[Bearbeiten]

Tailings im Uranbergbau sind die schlammartigen Rückstände, welche bei der Uranerzgewinnung übrig bleiben, nachdem das Uran aus dem Gestein abgetrennt wurde. Ihre Menge korrespondiert direkt mit der Masse des verarbeiteten Erzes, daher fallen weltweit jährlich viele Millionen Tonnen dieser schwachradioaktiven Tailings an. Sie werden an den Entstehungsorten, d. h. an den Minen bzw. Weiterverarbeitungsstätten, in großen, meist mit Dämmen abgetrennten Becken gelagert. Aufgrund mehrerer in der Vergangenheit aufgetretener Dammbrüche werden heute hohe Anforderungen an die Auslegung, den Bau und den Betrieb dieser Rückhalteeinrichtungen gestellt.

Trotz der Abtrennung des Urans enthalten die Tailings immer noch den größten Teil der ursprünglich im Gestein vorhandenen Aktivität. Es handelt sich vor allem um die Nuklide Radium-226, Radon-222 und Blei-210. Die auf eine Masseneinheit bezogene spezifische Aktivität ist jedoch gering im Vergleich zu vielen anderen schwachradioaktiven Abfallprodukten. Unmittelbare Gesundheitsschäden sind bei sachgemäßer Lagerung daher nicht zu erwarten. Eine größere Freisetzung von Tailings könnte jedoch weite Teile der Umwelt kontaminieren und zu einer messbaren Erhöhung der Hintergrundstrahlung beitragen.

Die Schwierigkeit bei der Lagerung der Tailings besteht darin, dass sich die Schadstoffe, zuvor unter der Erde im Gestein gebunden, nun zerkleinert an der Erdoberfläche befinden und wesentlich mobiler sind und damit leichter in die Umwelt gelangen. Tatsächlich kommt es vor, dass der Wind feine Sande der radioaktiven Nuklide und Schwermetalle von ausgetrockneten Deponien in der Umgebung verteilt. Auch können große Mengen radioaktiven Sickerwassers entstehen, das Flüsse und Seen verseucht.[1][2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Greenpeace, Uranabbau, zuletzt abgerufen am 27. Oktober 2011
  2. Greenpeace, "Risiko Atomkraft - Warum der Ausstieg aus der Atomenergie der einzig richtige Weg ist" ,PDF-Datei, zuletzt abgerufen am 27. Oktober 2011