Takahama Kyoshi

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Takahama Kyoshi

Takahama Kyoshi (jap. 高浜 虚子; * 22. Februar 1874 in Matsuyama; † 8. April 1959 Kamakura)[1], eigentlich Takahama Kiyoshi (高濱 清), war ein japanischer Dichter und Schriftsteller der Meiji-, Taishō- und Shōwa-Zeit.

Über Kawahigashi Hekigotō, mit dem er dieselbe Klasse der Mittelschule besuchte, lernte er Masaoka Shiki kennen und kam mit den Haiku-Dichtern und Literaten, die sich um diesen versammelten, in Berührung. Als Shiki mit der Erneuerung/Modernisierung des Haiku begann, wurde in ihm neben Hekigotō ein einflussreicher neuer Mitstreiter gesehen. Er nahm an dem von Shiki im Jahre 1900 gehaltenen Literaturtreffen Sankai (山会, dt. „Bergtreffen“) teil, und es geschah auf sein Betreiben hin, dass Natsume Sōseki seinen Roman Ich der Kater in der Zeitschrift Hototogisu, ursprünglich eine Haiku-Zeitschrift, veröffentlichte. Auch er selbst schrieb Romane. Danach konzentrierte er sich auf den Haiku, vertrat aber hier eine konservative Schule. Zu Beginn der Shōwa-Zeit verkündet er sein Prinzip Kachōfūei (花鳥諷詠, s. u.), dem er bis zum Schluss verbunden blieb. Er war bedeutend als Leiter der Zeitschrift Hototogisu.

Leben[Bearbeiten]

Takahama Kyoshi wurde am 22. Februar 1874 in Matsuyama, Provinz Iyo als Ikeuchi Kiyoshi (池内 清) geboren. 1882, im Alter von acht Jahren, erhielt er als Erbe den Namen seiner Großmutter, die aus dem Hause Takahama war. 1891, im Alter von 18 Jahren, gab ihm Masaoka Shiki den Namen Kyoshi, unter dem er heute bekannt ist.

1892 trat er in die damalige Dritte Oberschule (第三高等学校, Dai-san kōtō gakkō, kurz nur Sankō genannt) ein, die er jedoch später abbricht, um die Schule zu wechseln.

Im Oktober des Jahres 1898 wurde er im Alter von 24 Jahren Herausgeber der im Vorjahr von Masaoka Shiki gegründeten Haiku-Zeitschrift Hototogisu.

Zehn Jahre später, 1908, gab er die Kurzgeschichtensammlung Keitō (鶏頭, dt. „Hahnenkamm (Pflanze)“) heraus und im darauffolgenden Jahr, 1909, das umfangreiche Werk Haikaishi (俳諧師, dt. „Der Haiku-Meister“). Im Alter von 39 Jahren, 1913, kehrte er in den Kreis der Haiku-Dichter zurück und vertrat die feste, traditionelle Form des Haiku mit Kigo (Jahreszeitenwort), das jedem von einem Haiku beschriebenen Naturbild eine Jahreszeit zuordnet.

1996 (??) veröffentlichte er Kaki-futatsu (柿二つ, dt. „Zwei Kaki-Früchte“), eine umfangreiche Beschreibung der späten Jahre Masaoka Shikis.

1927 nahm Takahama Kyoshi allerorts an Haiku-Treffen teil und verkündete sein Prinzip Kachōfūei (花鳥諷詠, etwa: „Naturdichtung“), demnach die Grundlage des Haiku es sei, Dinge der Natur, die den Menschen oder die Natur selbst betreffen, sachlich und ohne Emotionen zu beschreiben.[2]

1928, im Alter von 54 Jahren, gab er eine Sammlung seiner Haiku, Kyoshi-kushū (虚子句集), heraus, der 1937, als er 63 war, eine zweite Sammlung, Gohyaku-ku (五百句, dt. „Fünfhundert Haiku“), folgte.

Am 8. April 1959, im Alter von 85 Jahren, verstarb Takahama Kyoshi.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Jürgen Berndt: Takahama Kyoshi. In: Gerhard Steiner, Herbert Greiner-Mai, Wolfgang Lehmann (Hrsg.): Lexikon fremdsprachiger Schriftsteller. Bd. 3, Bibliographisches Institut Leipzig, Leipzig 1977, S. 382.
  2. Shinmura Izuru (Hrsg.): Kōjien. 4. Aufl. Iwanami shoten, Tōkyō 1991.
  3. Kanaoka, Shōji (Hrsg.): Shinteikokugosōran. 3. Aufl. Kyōtoshobō, Kyōto 2004.
Japanische Namensreihenfolge Japanischer Name: Wie in Japan üblich steht in diesem Artikel der Familienname vor dem Vornamen. Somit ist Takahama der Familienname, Kyoshi der Vorname.