Takelot II.

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Takelot II. war ein altägyptischer Pharao (König) der 22. Dynastie (Dritte Zwischenzeit), der von 856 bis 831 v. Chr. regierte. [A 1] Er ist der Vater von Osorkon III. und kam als Sohn von Osorkon II. in dessen 23. Regierungsjahr kurz nach dem Sedfest als Mitregent an die Macht. Sein Regierungsbereich konzentrierte sich später auf Oberägypten.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Titulatur

  • Horus-Name: Der in Theben erscheint
  • Thronname: Mit strahlender Gestalt, ein Re, Erwählter des Re (Gott, Herrscher von Theben).

[Bearbeiten] Familie

Verheiratet ist Takelot II. mit Karoama-Merimut II., der Tochter des Hohepriesters des Amun und Fürsten Namilt (2) von Herakleopolis; seine Eltern sind unbekannt.

[Bearbeiten] Regentschaft

Die bislang durch Kenneth A. Kitchen festgelegte Chronologie hatte unter anderem seine Datierung der Feierlichkeiten des Amun-Festes als Grundlage, die auf einem festen Termin im ägyptischen Verwaltungskalender fußte. Da das Amun-Fest jedoch am Neumond des neunten Monats im bürgerlichen Mondkalender eröffnet wurde, sind Kitchens Terminierungen zwischenzeitlich überholt.[1] Nach Jürgen von Beckerath, D.A. Aston, A. Leahy und K. Jansen-Winkeln ist Takelot II. der erste König einer eigenen oberägyptischen Linie innerhalb der 22. Dynastie. Takelot II. übernahm nach dem Tod seines Vaters im fünften Jahr seiner Mitregentschaft die alleinige Regierung. Scheschonq III., der gemäß Nilstandsmarke 24 etwa sieben Jahre vor Petubastis I. zum König ernannt wurde, tolerierte seine Herrschaft, nachdem Takelot II. sich den Weisungen Unterägyptens unterstellte. Er musste sich wie Scheschonq III. den Angriffen von Petubastis I. in Theben erwehren, konnte aber seine Herrschaft in Oberägypten behaupten.

Petubastis I. muss etwa zeitgleich mit Takelot II. um 856 v. Chr. auf den Thron gekommen sein, da die Auseinandersetzungen zwischen beiden Herrschern auf den Nilstandsmarken vom fünften bis zum 23. Regierungsjahr des Takelot II. erwähnt werden. Anfang seines elften Regierungsjahres ist die Feier des Amun-Festes am 11. Schemu I (18. November 846 v. Chr.) in Theben belegt: Tag des Ankommens...seitens...des Osorkon...am Schönen Fest des ersten (Mond)monats Schemu (hrww pn n spr r w3st...jn...Wsrkn..h3b.f nfr n tpj šmw).[2] Vorausgegangen war die erfolgreiche militärische Eroberung Thebens durch seinen Sohn Osorkon (Jahreszeit Peret), den Takelot II. kurze Zeit später während der Feierlichkeiten des Amun-Festes zum Hohepriester des Amun ausrief: Nachdem Osorkon Theben besetzte, folgte Takelot II. am 11. Schemu I nach Theben.

Ende des 15. Regierungsjahres fand eine vorausberechnete Sonnenfinsternis für den 25. Schemu IV (2. März 841 v. Chr.)[A 2] nicht in Ägypten statt, da der Kernschatten der tatsächlich an diesem Tag stattfinden Sonnenfinsternis Europa sowie Afrika nicht erreichte. Das Ausbleiben der Sonnenfinsternis nahm Takelot II. zum Anlass, ein schlechtes Omen zu deuten: Nicht verschluckte der Himmel den Mond; ein Wüten des Himmels entstand in diesem Land (en am pet Jah, nescheni pet cheperu em ta pen).[3] Die Einsetzung des Kronprinzen Osorkon als Hohepriester im elften Regierungsjahr verursachte zunächst schwelende Konflikte mit dem Hohepriester Harsiese II., die schließlich im Jahr des Omens in einen Bürgerkrieg mündeten, der Oberägypten überzog.

Als sein höchstes Jahr wird das "25. Jahr", eventuell auch ein "26. Jahr" auf einer Mumienbinde genannt. Aus dieser Zeit, einer kurzen Friedenszeit, datiert auch eine Landschenkung zugunsten der Schwester Osorkons, Karomama. Dieser Pharao wird nur auf einigen anderen Denkmälern erwähnt, von eigener Baupolitik ist nichts bekannt und politisch tritt er wenig in Erscheinung. Nach Kenneth A. Kitchen ist er ein "träger und ehrgeizloser König".

[Bearbeiten] Sein Tod

Der im Grab von Osorkon II. in Tanis gefundene Leichnam wurde lange Zeit für die Mumie des Takelot II. gehalten. Zwischenzeitliche Untersuchungen führten jedoch zur Identifikation des Takelot I., der den identischen Namen wie Takelot II. trug.

[Bearbeiten] Literatur

  • Norbert Dautzenberg: Bemerkungen zu Schoschenq II., Takeloth II. und Pedubastis II. (Göttinger Miszellen 144) Göttingen 1995, S. 21-30
  • Thomas Schneider: Lexikon der Pharaonen, Zürich 1994 ISBN 3-7608-1102-7
  • Jürgen von Beckerath: Das Verhältnis der 22. Dynastie gegenüber der 23. Dynastie In: Nicole Cloth: Es werde niedergelegt als Schriftstück - Festschrift für Hartwig Altenmüller zum 65. Geburtstag -, Buske, Hamburg 2003, ISBN 3-87548-341-3, S. 31-35

[Bearbeiten] Anmerkungen

  1. nach Jürgen von Beckerath und Rolf Krauss.
  2. Der 2. März 841 v. Chr. des gregorianischen Kalenders entspricht dem proleptisch-astronomischen Datum 11. März - 840; vgl. NASA-Dokumentation

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Vgl. Rolf Krauss: Sothis- und Monddaten: Studien zur astronomischen und technischen Chronologie Altägyptens, Gerstenberg, Hildesheim 1985, S. 166.
  2. Vgl. Rolf Krauss: Sothis- und Monddaten: Studien zur astronomischen und technischen Chronologie Altägyptens, Gerstenberg, Hildesheim 1985, S. 167.
  3. Vgl. Rolf Krauss: Sothis- und Monddaten: Studien zur astronomischen und technischen Chronologie Altägyptens, Gerstenberg, Hildesheim 1985, S. 174.


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