Tal Afar

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Tal Afar
Lage
Tal Afar (Irak)
Tal Afar
Tal Afar
Koordinaten 36° 23′ N, 42° 27′ O36.37805555555642.450555555556410Koordinaten: 36° 23′ N, 42° 27′ O
Staat Irak
Gouvernement Ninawa
Basisdaten
Höhe 410 m
Einwohner 220.000
Das osmanische Fort in Tal Afar
Das osmanische Fort in Tal Afar

Tal Afar (auch Tel Afar, arabisch ‏تلعفر‎ oder ‏تل عفر‎, DMG Tal ʿAfar, türkisch Telafer) ist eine Stadt im Nordwesten des Irak in der Grenzregion zu Syrien. Sie liegt westlich von Mosul in der Provinz Ninawa und ist Namensgeber des Distrikts Tal Afar. Die Mehrzahl der etwa 220.000 Bewohner sind überwiegend Turkmenen. Neben Sunniten leben auch viele Schiiten in der Stadt.

Tal Afar wurde als ein osmanischer Soldatenstützpunkt auf einem Hügel gegründet. Um diese Garnison bildete sich dann der Ort.

Geografie[Bearbeiten]

Tal Afar liegt in einer Wüstenebene südlich der Aedea-Berge. Die Stadt liegt etwa 40 km östlich des Dschabal Sindschar. Eine Hauptstraße führt von West nach Ost quer durch die Stadt und verbindet den Ort mit Mosul.

Geschichte seit 2003[Bearbeiten]

US-Panzer in Tal Afar im Februar 2005

Die Stadt wird von den US-Besatzungstruppen als ein Zentrum des Widerstands gegen die Okkupation des Irak angesehen. Dafür machen sie hauptsächlich die sunnitische Bevölkerungsminderheit sowie Infiltration von Unterstützern aus Syrien verantwortlich. Dementsprechend fanden bereits mehrere Offensiven von US-Truppen gegen in der Stadt vermutete Aufständische statt.

Im September 2004 wurden einige Stadtviertel intensiv bombardiert, was eine größere Fluchtwelle der Einwohner auslöste. Nach Protesten der türkischen Regierung wurden die Angriffe eingestellt. Zu neuen Kämpfen kam es im Juli und September 2005. Dabei wurden die Einwohner von der Bagdader Regierung zum Verlassen der Stadt aufgefordert, um den Einmarsch von US-Truppen zu ermöglichen. 2007 flammten erneut Kämpfe zwischen Schiiten und Sunniten auf, in deren Verlauf innerhalb von einigen Tagen mehrere hundert Menschen umkamen. An den Morden waren auch irakische Polizisten beteiligt. Ein Anschlag am 27. März 2007, bei dem zwei Tonnen Sprengstoff in zwei Lastwagen zur Explosion gebracht wurden, war einer der blutigsten Bombenanschläge seit Beginn des Irakkrieges 2003. [1] 152 Menschen wurden getötet. [2]

Im Juni 2014 wurde die Stadt von Kämpfern der Gruppierung Islamischer Staat im Irak und der Levante eingenommen.[3] Im Juli 2014 haben ISIS-Kämpfer schiitische und sufistische Moscheen und Heiligtümer zerstört, darunter auch das Mausoleum von Ahmed Rifai, eines Nachkommen Mohammeds.[4]

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellenangaben[Bearbeiten]

  1. vgl. [1]
  2. vgl. [2]
  3. http://www.faz.net/aktuell/politik/aufstand-im-irak-islamistische-rebellen-erobern-tal-afar-12991769.html
  4. Isis sprengt Schreine und Moscheen im Nordirak. Artikel vom 5. Juli 2014 im Portal zeit.de, abgerufen am 5. Juli 2014

Weblink[Bearbeiten]

 Commons: Tal Afar – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien