Taler

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Der Taler, Schreibweise bis 1901 auch Thaler, war ein Typus einer bedeutenden europäischen Silbermünze, der seinen Ursprung im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation hatte. Taler wurden erstmals – allerdings noch unter anderem Namen – 1486 in Hall in Tirol geprägt und breiteten sich ab 1500 allmählich in ganz Europa und darüber hinaus aus. In Deutschland blieb der Taler bis zur Ablösung durch die Mark im Jahr 1871 in verschiedenen Münzfüßen die wichtigste Münze.

Geschichte[Bearbeiten]

Grundsätzlich sind zwei Arten von Talern zu unterscheiden: die „harten“ oder „gerechten“ Taler, die später als „Speziestaler“ bezeichnet wurden, und die „gemeinen“ Kuranttaler.[1]

Die Speciestaler[Bearbeiten]

Dies sind die ursprünglichen Taler, die in der Regel ein Gesamt- oder Raugewicht zwischen 28 und 32 Gramm und ein Feingewicht, also reines Silbergewicht, zwischen 23 und 30 Gramm haben. Als Speciestaler waren sie zuvorderst keine Rechnungsmünzen, sondern ausgemünzte Geldstücke. Nachstehend werden die wichtigsten Speciestaler besprochen.

Der Tiroler Guldiner[Bearbeiten]

Guldiner des Erzherzogs Siegmund von Tirol

Der Tiroler Guldiner von 1486 wurde auch Großer Groschen oder Großer Pfennig genannt und war der erste seiner Art. Er entstand, als man im goldarmen Deutschland auf die Idee kam, eine Münze im Wert eines Guldens – ein Name, der sich von Gold ableitet – aus Silber zu schlagen. Bei einem Wertverhältnis zwischen Gold und Silber von 11,58:1 musste der Guldiner eine für die damalige Zeit riesige Münze[2] werden: Er wog theoretisch ca. 31,9 g, was bei einem Feingehalt von 15 Lot = 937,5 ‰ ein Feingewicht von 29,9 g ergab,[3] und er konnte erst geprägt werden, nachdem einige technische Probleme gelöst worden waren. Tatsächlich ergaben Messungen, dass das Raugewicht zwischen 27,17 g und 32,02 g schwankte. Diese großen Unterschiede scheinen darauf hinzudeuten, dass es sich hier weniger um eine Umlaufmünze als vielmehr um Repräsentationsprägungen handelte. Dies gilt auch für die vielen frühen Nachahmungen.

Da die Münze dem Wert eines Guldens entsprechen sollte, wurde sie als „Guldiner“ bezeichnet; in der Folge blieb der Name „Guldiner“ oder „Gulden“, an der Silbermünze haften, der Gulden aus Gold wurde nun als „Goldgulden“ bezeichnet – ein Pleonasmus. Der Guldiner wurde in 60 Kreuzer unterteilt, und im Laufe der Zeit setzte sich dieser Wert als Rechnungsmünze durch: 1 Gulden war die Maßeinheit für 60 Kreuzer, auch wenn die geprägte Münze höher bewertet wurde.

Der sächsische Guldengroschen von 1500[Bearbeiten]

Klappmützentaler ca. 1518

Die eigentliche Geschichte des Talers als Umlaufmünze beginnt im Jahr 1500, als das silberreiche Kurfürstentum Sachsen anfing, einen „groschen so einen gulden tut“ auszugeben. Der Kurfürst Friedrich der Weise erließ im Einvernehmen mit Herzog Albrecht, der durch seinen Sohn Georg vertreten war und seinem Bruder Johann die Münzordnung von 1500, die als Muster für andere Münzstände und auch als Grundlage für die Reichsmünzordnungen des 16. Jahrhunderts diente: Aus einer rauen Kölner Mark (= 233,856 g) sollten acht Münzen geschlagen werden. Dies bedeutete ein Gewicht von 29,232 g; bei einem Feingehalt von 15 Lot = 937,5 ‰ betrug das Feingewicht 27,405 g Silber, d. h. es gingen 8 8/15 Münzen auf die feine Kölner Mark. Seit ca. 1505 wurde der Feingehalt um 2 Grän auf 14 8/9 Lot = 930,55 ‰ vermindert,[4] so dass das neue Feingewicht 27,202 g betrug.[5] Da das Münzbild den Kurfürsten und die beiden Herzöge mit Klappmützen zeigte, wurde der bis 1525 geprägte sächsische Guldengroschen später, nachdem sich die Bezeichnung Taler durchgesetzt hatte, als „Klappmützentaler“ bezeichnet. Er wurde in den Münzstätten Annaberg, Buchholz, Leipzig und eventuell auch in Wittenberg ausgemünzt.

Der Schlicksche Guldengroschen 1519–1546[Bearbeiten]

Joachimsthaler

Auch am Südhang des Erzgebirges wurde ab 1516 Silber in großen Mengen abgebaut, und seit 1519 ließen die Grafen Schlick nach dem sächsischen Münzfuß – also 29,232 g rau und 27,202 g fein – riesige Mengen Guldengroschen schlagen. Nach ihrem Herkunftsort Joachimsthal in Nordböhmen wurden sie bald „Joachimsthaler“, später verkürzt „Thaler/Taler“, genannt. Dieser Name setzte sich ab Mitte des 16. Jahrhunderts für alle Silbermünzen dieser Größe durch. Der Joachimsthaler trug auf der einen Seite das Bild des Ortsheiligen, des hl. Joachim, und auf der Rückseite das Löwenwappen Böhmens, weswegen die Münze alternativ auch als „Löwengroschen“ bezeichnet wurde. Ab 1536 wurde der Feingehalt des Joachimsthalers auf 14 Lot 8 Grän = 902,77 ‰ und damit auf 26,39 g Silber reduziert.

Der Reichstaler von 1566[Bearbeiten]

Hauptartikel: Reichstaler

Die Versuche, eine reichseinheitliche, von allen Reichsständen akzeptierte Münzordnung zu schaffen, scheiterten auf den Reichstagen von 1524, 1551 und 1559. Stets weigerten sich einige Münzstände, die Bestimmungen einzuhalten. Allerdings hatten zwei der getroffenen Verfügungen Bestand: 1) Auf dem Reichstag in Esslingen 1524 war die Kölner Mark (= 233,856 g[6]) als Münzgrundgewicht für das ganze Reich festgelegt worden. Sie wurde erst 1857 durch das Zollpfund zu 500 g ersetzt. 2) Auf dem Reichstag von Augsburg 1559 hatte sich endgültig die Erkenntnis durchgesetzt, dass sich die ursprüngliche Einheit von Goldgulden = Silbergulden = 60 Kreuzer nicht mehr aufrechterhalten ließ. Der Goldgulden sollte 72–75 Kreuzer gelten. Der Reichsguldiner, der schon 1524 mit 63 Kreuzern und 1551 mit 72 Kreuzern bewertet worden war, wurde nun auf 60 Kreuzer, den traditionellen Wert des Guldens, heruntergesetzt. So sollten Rechnungsmünze und ausgeprägte Münze wieder zusammenfallen. Dies bedeutete aber auch, dass ab sofort Taler und Reichsguldiner zwei verschiedene Münzen waren: die großen, jetzt allgemein „Taler“ genannten Münzen mit einem Feingehalt von ca. 27 g und die um einiges geringerhaltigen Reichsguldiner mit einem Feingehalt von 22,907 g. Letztere sind als die ersten (Silber-)Gulden im eigentlichen Sinne anzusehen. Sie wurden mit nennenswerten Prägezahlen unter dem Namen „Reichsguldiner“ oder „Guldentaler“ nur in Österreich und Nürnberg geprägt.

Da die Taler bereits in großen Mengen im Reich umliefen und vor allem in Norddeutschland immer noch in großen Mengen geprägt wurden, weigerten sich viele Reichsstände, die Prägung des Reichsguldiners von 1559 auch nur in Erwägung zu ziehen. Auf dem Reichstag in Augsburg 1566 trug man dann der Realität Rechnung und erließ zur Reichsmünzordnung von 1559 eine Ergänzung, die auch den Taler in den Rang einer Reichsmünze erhob: Von diesem Reichstaler gingen – wie schon traditionell – 8 auf die raue Kölner Mark, d. h. er wog 29,232 g, sein Feingehalt war allerdings etwas reduziert: 14 Lot 4 Grän fein = 888,89 ‰ bedeutete eine Aufzahl von 9 auf die feine Kölner Mark, also ein Feingewicht von 25,984 g. Er wurde mit 68 Kreuzern bewertet, und er setzte sich nach den üblichen Einwänden relativ schnell überall im Reich und auch darüber hinaus durch.

Ein großes Problem, das sich durch die ganze deutsche Münzgeschichte bis weit ins 19. Jahrhundert hinzog, war die ständige Münzverschlechterung. Betrügerische Münzherren reduzierten den Edelmetallgehalt ihrer Prägungen immer wieder, vor allem bei den kleineren Nominalen, was zu einer Zeit, da der Materialwert, der innere Wert, einer Münze allein entscheidend war, bedeutete, dass die Kreuzer, Groschen und Schillinge kontinuierlich an Wert verloren. Wurde der Reichstaler anfänglich mit 68 Kreuzern bewertet, so stieg er schnell auf 72 Kreuzer, und um 1750 galt er fast das Doppelte, nämlich 133 ⅓ Kreuzer. Die Zeitgenossen beschwerten sich ständig über das „Steigen des Talers“, während es doch in Wirklichkeit ein Absinken der Kleinmünzen war.

Nach der Hyperinflation der Kipper- und Wipperzeit wurden die Kleinmünzen ab 1623 ca. 40 Jahre lang stabil ausgebracht: Man hatte – zumindest für einige Zeit – etwas aus dem völligen Zusammenbruch des Münzwesens gelernt. Der Reichstaler galt damals 90 Kreuzer und man gewöhnte sich an, ihn als Zusammenfassung ebendieses Wertes aufzufassen: Der Reichstaler wurde zur Rechnungsmünze, dem im Norden ein Wert von 24 Guten Groschen, 36 Mariengroschen oder 48 lübischen Schillingen, im Süden ein Wert von 90 Kreuzern oder 1½ Gulden zukam. Als der Taler dann ab etwa 1660 wieder zu steigen anfing, musste man zwischen der Rechnungsmünze, die als Kuranttaler bezeichnet wurde oder einfach den Namen „Reichstaler“ behielt, und der tatsächlich geprägten Münze, dem „Reichsthaler in specie“ oder Speziesreichstaler bzw. Reichsspeziestaler unterscheiden. Dieser blieb bis um 1700 die Hauptmünze des Reiches, danach wurde er wie schon zu Beginn seiner Laufbahn normalerweise nur noch in kleinen Auflagen als Schaumünze geprägt, letztmals im Kurfürstentum Hannover 1797.[7]

Der Laubtaler[Bearbeiten]

Laubtaler mit Berner Gegenstempel

Als im Laufe des 17. Jahrhunderts die Silberausbeute der Bergwerke in Deutschland deutlich zurückging, gingen viele Münzherren dazu über, nur noch kleinere Teilstücke des Reichsspeziestalers zu prägen. Die Stelle der großen Silbermünzen, des „Grobkurants“, wurde zunehmend von ausländischen Prägungen übernommen.[8] Vor allem die seit 1641 geprägten französischen Taler, die Écus blancs, bildeten in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts in weiten Teilen Deutschlands die Hauptumlaufmünze, und sie wurden dem Reichsspeziestaler gleichgestellt – um 1700 waren das 1 ⅓ (Rechnungs-)Reichstaler oder 2 Gulden –, auch wenn nicht alle dessen vollen Wert erreichten, da sonst nicht genügend grobe Sorten zur Verfügung gestanden hätten.[9]

Zum wichtigsten dieser „Franz-Taler“ wurde der seit 1726 geprägte Écu aux lauriers, der hierzulande wegen der darauf abgebildeten Lorbeerzweige, als Laub-, Lorbeer- oder Federtaler bezeichnet wurde. Zum Münzfuß der Laubtaler gibt es die unterschiedlichsten Angaben: Gesetzmäßig[10] sollten 8 3/10 aus der Pariser Mark zu 244,753 g geschlagen werden; dies bedeutete ein Raugewicht von 29,488 g, was bei einem Feingehalt von 14 Lot 12 Grän = 916,66 ‰ eine Aufzahl von 9 3/55 und ein Feingewicht von 27,031 g ergab. Allerdings zeigten Untersuchungen Ende des 18. Jahrhunderts, dass diese Werte häufiger unterschritten wurden.[11] Erst nach dem Aufkommen der Konventionstaler und der preußischen Reichstaler verlor der Laubtaler nach 1765 seine „Alleinherrschaft unter den groben Münzen“ in Deutschland.[12]

Der Konventionstaler[Bearbeiten]

Hauptartikel: Konventionstaler
Königreich Sachsen, König Anton, Speciestaler (im Konventionsfuß) 1831, Mmz. S, Münzstätte Dresden
Maria-Theresien-Taler (Levantetaler), 1780

Das Bestreben, sich von ausländischen Sorten unabhängig zu machen und das zerrüttete eigene Münzsystem mit den immer schlechter werdenden Kleinmünzen zu reformieren, führte 1748 in den Habsburgischen Erblanden zur Einführung eines neuen Münzfußes: Der Reichsspeziestaler, der um 1700 120 Kreuzer gegolten hatte, war bis auf 133 ⅓ Kreuzer gestiegen. Anstatt nun den Umlaufwert weiter zu erhöhen, wurde der Silbergehalt reduziert: Der neue Speziestaler wurde wieder auf 120 Kreuzer herabgesetzt,[13] was bei dem theoretischen Silberwert eines Kreuzers von 25,984 g : 133,333 = 0,195 g ein Gewicht von 0,195 g • 120 = 23,386 g ergab. Auf die feine Kölner Mark gingen also genau 10 Speziestaler = 13 ⅓ Reichstaler = 20 Gulden. Bei einem Feingehalt von 13 Lot 6 Grän = 833,33 ‰[14] betrug das Raugewicht 28,063 g. Dieser neue Speziestaler wurde zu den Kleinmünzen in ein stabiles System gebracht und dadurch am weiteren Steigen gehindert.

Um den neuen Münzfuß auf eine breitere Grundlage zu stellen, schloss Österreich 1753 eine Konvention mit Bayern zur Übernahme seines Münzfußes ab; seither wurden die neuen Taler als „Konventionstaler“ bezeichnet. In der Folge führten viele Staaten in Süd- und Westdeutschland das Konventionsgeld ein, allerdings ab 1754 mit einer Neubewertung des Talers: Er wurde nicht wie in Österreich mit 120 Kreuzern sondern mit 144 Kreuzern bewertet;[15] auf die Ausprägung der Münzen hatte dies jedoch in der Regel keine Auswirkung.

Für die Finanzierung des Siebenjährigen Krieges brachten verschiedene Münzherren - allen voran Friedrich II. von Preußen - ihre eigenen Münzen mit immer schlechterem Feingehalt aus (siehe Ephraimiten). Es wird auch von einer Dritten Wipper- und Kipperzeit gesprochen. Zudem wurden eigene und fremde Münzen in großem Umfang gefälscht (Heckenmünze). Auch Taler und Taler-Teilstücke waren in großem Umfang betroffen (siehe Münzstätte Leipzig – unter preußischer Besatzung). Erst nach Ende des Krieges normalisierte sich die Situation.

Nach Friedensschluss 1763 übernahmen eine Reihe von Staaten in Norddeutschland den Konventionsfuß. Auch hier prägte man die Konventionsmünzen, rechnete aber – wie in Süd- und Westdeutschland – anders, nämlich weiterhin nach dem Reichstaler zu 24 Guten Groschen, dem ein Wert von ¾ Konventionstalern zukam; entsprechend tragen norddeutsche Konventionstaler des Öfteren die Aufschrift „SPECIESTHALER“.[16]

Traditionell wiesen Taler bisher keine Wertangaben auf, Teilstücke derselben konnten bei gleichem Münzbild nur an der Größe unterschieden werden, der Münzfuß war dem Normalverbraucher in der Regel unbekannt. Mit dem Aufkommen der Konventionstaler bürgerte sich der Brauch ein, die Aufzahl anzugeben,[17] z. B. „X EINE FEINE MARK“ für den ganzen Taler, „XX EINE FEINE MARK“ für die halben Taler usw., womit der Silbergehalt eindeutig bestimmt war. Im Gebiet des heutigen Deutschland wurden Konventionstaler letztmals 1838 in Sachsen geprägt, aber dann auf Grundlage des Münchner (1837) und des Dresdner Münzvertrags (1838) durch die neue „VEREINSMÜNZE“ (s. u.) ersetzt.

Der berühmteste Konventionstaler, der Maria-Theresien-Taler, war in Österreich bis 1858 gesetzliches Zahlungsmittel, wanderte aber bereits im 18. Jahrhundert in Massen nach Vorderasien und Nordafrika ab, wo er z. B. in Äthiopien bis 1945 die Landeswährung darstellte. Er wird heute noch mit der Jahreszahl 1780 offiziell von der Münze Österreich weitergeprägt.

Der Kronentaler[Bearbeiten]

Hauptartikel: Kronentaler
Nassauer Kronentaler (1817)

Ab 1755 ließen die Habsburger in den Österreichischen Niederlanden, dem heutigen Belgien, das zwar immer noch zum Heiligen Römischen Reich gehörte, sich innerlich aber schon längst daraus verabschiedet hatte, neue Taler prägen, die sogenannten Kronentaler. Sie lösten die Albertustaler ab, die gelegentlich auch in Deutschland nachgeprägt worden waren und eine wichtige Handelsmünze im Ostseeraum darstellten. Von diesen Brabanter Kronentalern oder Écus de Flandre gingen 9 ½ auf die raue Wiener Mark von 280,668 g, er wog also 29,54 g, was bei einem Feingehalt von 13 Lot 17 Grän = 871,53 ‰ ein Feingewicht von 25,75 g ergab.[18] Ab etwa 1790, besonders aber nachdem Frankreich 1792 Belgien erobert hatte, breitete sich die heimatlos gewordene Münze rasch in Süddeutschland aus und verdrängte dort die Konventionstaler und die noch umlaufenden Laubtaler. Da der Taler auf Drängen Österreichs überbewertet wurde – 162 statt 158 ½ Kreuzer –, lohnte es sich nach dem Greshamschen Gesetz die besseren älteren Taler einzuschmelzen und in minderwertigere Kronentaler umzuprägen.

Als Österreich 1800 die Ausgabe einstellte, wurden die Kronentaler langsam knapp, so dass die süddeutschen Staaten ab 1809 mit eigenen Prägungen begannen. Die Münzdaten der brabantischen Kronentaler waren nicht bekannt, deshalb musste man sich nach den umlaufenden Münzen richten, die unterschiedlich abgegriffen waren. Das führte dazu, dass jeder der sieben ausgebenden Staaten oder Münzstände seine Kronentaler mit einem etwas anderen Gewicht und Feingehalt prägte, als Extremwerte beim Feingewicht werden in AKS 25,47 g[19] und 25,74 g genannt, bei Rittmann[20] 24,89 g und 25,90 g. Dies macht die Kronentaler zu den unzuverlässigsten deutschen Kurantmünzen; trotz der Unterschiede wurden jedoch alle im Umlauf als gleichwertig behandelt. 1837 entschlossen sich die süddeutschen Staaten dann, zum Zweck der Vereinheitlichung ihr Münzsystem auf den Kronentalerfuß, der ungefähr einem 24 ½-Gulden-Fuß entsprach, umzustellen.[21] Allerdings wurden die unzuverlässigen Kronentaler selbst nicht mehr geprägt, und sie verschwanden ab der Jahrhundertmitte langsam aus dem Umlauf, wurden aber noch 1858 in einer Zusatzvereinbarung der süddeutschen Staaten zum Wiener Münzvertrag von 1857 im Kurs von 162 Kreuzern bestätigt.

Als 1837/38 die Prägung der Kronen- und der Konventionstaler eingestellt wurde, endete die Ausgabe von Speziestalern im heutigen Deutschland.

Taler als Teil der Frankenwährung[Bearbeiten]

Der Taler, der 1493 vom schweizerischen Stadtstaat Bern übernommen worden war und schon bald in fast dem gesamten Gebiet der Alten Eidgenossenschaft unentbehrliche Handelsmünze wurde, gab ab 1795 dem von Bern, anschließend von der helvetischen Regierung und zuletzt zwischen 1812 und 1835 von den Kantonen Aargau, Appenzell Außerrhoden, Bern, Freiburg, Luzern, Solothurn, Tessin, Waadt und Zürich herausgegebenen 4-Franken-Stück (zu 40 Batzen) den Namen. Inoffiziell wurden auch die nach 1850 herausgegebenen 5-Franken-Stücke des 1848 gegründeten schweizerischen Bundesstaates da und dort Taler genannt, etwa in Appenzell, im Berner Oberland oder im St. Galler Rheintal.[22]

Taler außerhalb des deutschsprachigen Raums[Bearbeiten]

Nikola III. Zrinski-Taler geprägt in Gvozdansko (Kroatien), Anfang des 16. Jh.
Rückseite des Zrinski-Talers

Bereits sehr früh wurden Taler auch außerhalb des heutigen Deutschland geprägt:

  • in Spanien seit 1497 als Acht-Reales-Stück oder Peso oder Piastra, der sich auch über das spanische Kolonialreich ausbreitete und von dem sich der US-amerikanische Dollar ableitet;
  • in Ungarn seit 1499;
  • in den südlichen Niederlanden, dem heutigen Belgien, durch Kaiser Karl V. der Karolintaler seit 1520; spätere Taler waren der Philippstaler, der Burgundische Reichstaler, der Patagon oder Albertus- oder Kreuz-Taler, der Dukaton und der Kronentaler;
  • in den nördlichen, den heutigen Niederlanden als Rijksdaalder seit 1583; seit 1575 gab es schon den geringerhaltigen Löwentaler; spätere Taler waren der Patagon oder Silberdukat und der Dukaton oder „Silberner Reiter“;
  • in Dänemark als Sölvgylden, also Silbergulden, seit 1516, die spätere Bezeichnung lautet Rigsdaler;
  • in Schweden als Riksdaler seit 1534;
  • in England als Crown seit 1551;
  • in Italien, das territorial und monetär genauso zersplittert war wie Deutschland, als Tallero, Ducatone (1551 in Mailand), Scudo (1588 im Kirchenstaat), Piastra u. a.;
  • in Polen und Litauen seit 1578; der deutsche Taler wurde dort Joachimik genannt;
  • in Frankreich als Écu, Louisblanc oder Louis d’argent seit 1641; die deutschen Taler wurden dort schon vorher als Jocondales, also verballhornte Joachimstaler, bezeichnet;
  • in Russland als Rubel seit 1704; die deutschen Taler hießen dort Jefimok.
  • in Kroatien in den 1520er und 1530er Jahren in Gvozdansko, dem Besitz von Fürst Nikola III. Zrinski

Die Kuranttaler[Bearbeiten]

Im 17. Jahrhundert sank der Silbergehalt der Kleinmünzen so weit ab, dass ein Reichstaler im Wert auf 90 Kreuzer oder 24 Guten Groschen stieg. Da kaum noch Reichstaler nach dem Reichsmünzfuß von 1566 geprägt wurden, wurde der Reichstaler zur Rechnungsmünze, an der sich langfristige Verträge orientierten. Den Wert von 90 Kreuzer oder 24 Guten Groschen behielt der Rechnungs-Reichstaler nun etwa 40 Jahre bei. Skurilerweise bürgerte sich diese Rechenweise dann als alternative Definition des Reichstalers ein. Als nun der Wert der Silbergehalt der Kreuzer und Groschen weiter sank, zog diese Münzverschlechterung auch den Wert der Rechengröße "Reichstaler" hin hinab. Dies wird daran sichtbar, dass tatsächlich nach dem Reichsmünzfuß geprägte Speciestaler gelegentlich höher als 1:1 in Rechnungs-Reichstalern notierten.

Der faktische Münzfuß des Reichs- oder Kuranttalers ständig leichter, bzw. höher wurde. Natürlich geschah dies zunächst völlig regellos, betrügerische Münzherren mischten ihren Kleinmünzen einfach immer weniger Silber bei. Andererseits bestand bei den Benutzern dieser Münzen das Bedürfnis nach einem geregelten Münzsystem. Da Kaiser und Reich seit dem Ende des Dreißigjährigen Krieges äußerst ineffektiv geworden war, versuchten immer wieder wichtige Münzstände die Reform des Münzwesens selbst in die Hand zu nehmen.

Ein erster nennenswerter Versuch war der Münzrezess von Zinna 1667 zwischen Kursachsen und Kurbrandenburg, dem sich 1668 noch das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg anschloss. Der Reichsspeziestaler wurde im Norden inzwischen mit 28 Guten Groschen oder 105 Kreuzern bewertet, entsprechend erhielt der Kuranttaler zu 90 Kreuzern jetzt die Aufzahl 10 ½ auf die feine Mark (= 22,272 g). Er wurde nicht geprägt, da man keine Konkurrenz zum Reichsspeziestaler schaffen wollte; stattdessen schuf man den ⅔-(Kurant-)Taler = 4/7 Speziestaler zu 60 Kreuzern = 1 Gulden. Ab sofort waren die Zweidritteltaler in unterschiedlichen Münzfüßen eine der Hauptmünzen in Norddeutschland.

Den zweiten wichtigen Reformversuch stellt der Leipziger Rezess von 1690 dar; die Vertragspartner waren die gleichen, wie die des Zinnaischen Rezesses. Der Reichsspeziestaler war inzwischen auf einen Wert von 120 Kreuzern gestiegen, daraus ergab sich für den Kuranttaler ein Münzfuß von zwölf Talern auf die feine Mark = 19,488 g. Dieser Münzfuß wurde 1738 zum Reichsfuß erhoben. Geprägt wurden wieder als größte Kurantmünze ⅔-Taler, von denen jetzt genau zwei auf einen Speziestaler gingen. Daraus ergab sich ein vergleichsweise sehr übersichtliches Münzsystem, das bis ins 19. Jahrhundert Bestand hatte:[23]

Speziestaler Reichstaler Gute Groschen Mariengroschen Gulden Kreuzer
Reichsspeziestaler
Konventionstaler
1 1 ⅓ 32 48 2 120
Reichstaler ¾ 1 24 36 1 ½ 90
Gute Groschen 1/32 1/24 1 1 ½ 1/16 3 ¾
Mariengroschen 1/48 1/36 1 1/24 2 ½
Gulden ½ 16 24 1 60
Kreuzer 1/120 1/90 4/15 2/5 1/60 1

In der Folge wurde der weiter steigende Reichsspeziestaler immer bedeutungsloser, da sich langsam die Überzeugung durchsetzte, dass ein geregeltes, in sich stimmiges Münzsystem wichtiger war, als eine 150 Jahre alte, im Wert ständig steigende Münze[24], auch wenn dies bedeutete, dass man den Münzfuß immer wieder anpassen musste. Nicht zuletzt entstand der Konventionstaler ja aus der Überlegung heraus, einen Speziestaler zu schaffen, der wieder 120 Kreuzer = 2 Gulden = 1 ⅓ Reichstaler = 32 Gute Groschen wert war.

Wenn man von den nach dem Zinnaischen und Leipziger Münzfuß geschlagenen sächsischen Klippen und Gedenktaler absieht, die zwar gelegentlich die Aufschrift „1 Thal. „ oder „1 Thal. C:“, also ein „Taler Courant“, aufwiesen, aber tatsächlich Gedenkmünzen wie Sterbetaler und Schießtalerklippen waren, wurden Kuranttaler vor Mitte des 18. Jahrhunderts nicht geprägt.

Der preußische oder Graumannsche Reichstaler[Bearbeiten]

Einer der ersten und der bei weitem wichtigste Kuranttaler wurde der von Johann Philipp Graumann (ca. 1706–1762) für Friedrich den Großen von Brandenburg-Preußen geschaffene Taler.[25] Während der Zinnaische, Leipziger und Konventions-Münzfuß immer noch den Bezug zum Wert des Reichsspeziestalers gewahrt hatten, löste Graumann sich völlig von diesem. Stattdessen untersuchte er den Wert der umlaufenden Groschen und errechnete deren durchschnittlichen Silbergehalt; davon leitete er dann den Zähltaler von 24 Groschen (seit 1821 in 30 Silbergroschen unterteilt) ab, von dem 14 auf die feine Kölner Mark gingen: Er hatte ein Feingewicht von 16,704 g, was bei einem Feingehalt von 12 Lot = 750 ‰ ein Raugewicht von 22,272 g und eine Aufzahl von 10 ½ auf die raue Kölner Mark ergab. Dieser Taler bekam die Aufschrift „EIN REICHSTHALER“, wohl nicht, weil er vom Preußenkönig für das ganze Reich reklamiert worden wäre, sondern weil er als Rechnungsmünze eben 24 Groschen zusammenfasste. Seit 1790 trug er auch häufig nur noch die Bezeichnung „EIN THALER“, und seit 1809 übernahm man auch in Preußen den Brauch des Konventionsgeldes, die Aufzahl anzugeben: „XIV EINE FEINE MARK“. Mit der Ausprägung des Kuranttalers verschwand endlich auch die Diskrepanz zwischen Rechnungsmünze und Speziesmünze.[26]

Der Graumannsche Taler war äußerst erfolgreich: Der Doppeltaler, dem 3 ½ süddeutsche Gulden gleichgestellt waren, wurde 1838 zur „VEREINSMÜNZE“ der am Dresdner Münzvertrag beteiligten 18 deutschen Zollvereinsstaaten, wobei sich 10 von ihnen für die Übernahme des preußischen Taler-Systems entschieden; dieses wurde bis 1858 von elf weiteren deutschen Staaten übernommen. Im Wiener Münzvertrag von 1857 wurde der preußische Taler leicht modifiziert zum VEREINSTALER (s. u.).

Obwohl bereits 1871 die Goldmark im (zweiten) deutschen Reich eingeführt wurde, blieb der Graumannsche Reichstaler formal bis 1907 preußische Währungsmünze.

Weitere Kuranttaler[Bearbeiten]

In der Folgezeit prägten auch einige andere deutsche Staaten Kuranttaler, von denen die wichtigsten genannt seien:

  • Lübeck-Stadt 1752: geprägt als „48 SCHILLING COURANT GELDT“ im lübischen 17-Gulden-Fuß = 11 ⅓-Taler-Fuß; Feingewicht: 20,634 g[27]
  • Sachsen-Weimar-Eisenach 1760: Konventionskuranttaler „13 ⅓ ST. EINE FEINE MARCK“; Feingewicht: 17,539 g. Dies ist der einzige Fall, dass der Konventionskuranttaler tatsächlich ausgeprägt wurde, obwohl die norddeutschen Staaten durchgängig in Konventionskurant rechneten: 1 Konventionstaler = 1 ⅓ Kuranttaler = zwei ⅔-Taler = vier ⅓-Taler usw.[28]
  • Hessen-Kassel 1776 & 1778: Sterntaler im 13¾-Taler-Fuß; Feingewicht: 17,008 g[29]
  • Hannover 1801: „Hannoverscher Kassentaler im 12 ⅓-Taler-Fuß; Feingewicht: 18,962 g[30]
  • Berg 1802–1806: Reichstaler im 24-Gulden-Fuß, der in Süd- und Südwestdeutschland gängigen Variante des Konventionsfußes, mit der Aufzahl: „XVI EINE FEINE MARK“; Feingewicht: 14,616 g[31]

Zwei besondere Kuranttaler waren:

  • Hannover 1749–1757: Kuranttaler nach dem Reichsfuß von 1738, d. h. dem Leipziger Fuß von 1690, wurden als Goldgulden geprägt im Wert von ½ bis 4 Taler. Die Talermünze trug die Aufschrift „½ GOLDGULDEN / 1 THAL. N. D. R. FUS“.[32]
  • Baden 1829–1830: Der „THALER ZU 100 KRZR / IM KRONENTHLR FUSS“ stellt den Versuch Badens dar, im Alleingang das Dezimalsystem in der Talerprägung einzuführen. In der konservativen Bevölkerung waren sie jedoch unbeliebt und wurden nur zwei Jahre lang geprägt, dennoch blieben sie bis 1875 im Umlauf. Die Werte: Raugewicht = 18,148 g, Feingehalt = 14 Lot = 875 ‰, Feingewicht = 15,879 g, Aufzahl = 14 8/11[33]

Der Vereinstaler[Bearbeiten]

Hauptartikel: Vereinstaler

Dieser ist im Grunde genommen nichts anderes als der preußische Taler, allerdings wurde er auf das neue, im Wiener Vertrag von 1857 festgelegte Grundgewicht von 500 g = 1 Zollpfund bezogen. Statt „XIV EINE FEINE MARK“, also 233,865 : 14 = 16,704 g, hieß es jetzt „XXX EIN PFUND FEIN“, was ein Feingewicht von 500 : 30 = 16,667 g ergab. Eine solche Differenz hätte früher eine Herabsetzung im Wert bedeutet, da sich aber im 19. Jahrhundert allmählich die Vorstellung durchsetzte, dass der Wert einer Münze nicht mehr vom Materialwert (= innerer Wert), sondern vom staatlich garantierten Wert (= äußerer Wert) abhing, wurde die neue Münze, die offiziell die Bezeichnung „VEREINSTHALER“ trug, mit dem alten Taler gleichgesetzt. Der Vereinstaler war bei einem Feingehalt von 900 ‰ deutlich leichter als der Graumannsche Taler: Er wog 18,519 g gegenüber 22,272 g.

Der Vereinstaler wurde von 26 deutschen Zollvereinsstaaten sowie Österreich und Liechtenstein eingeführt. In Norddeutschland, den Taler-Ländern, wurde er in 30 Silbergroschen eingeteilt, in den süddeutschen Gulden-Ländern galt er 105 Kreuzer, in Österreich und Liechtenstein 150 Neukreuzer. In Deutschland wurde der Vereinstaler bis 1871 geprägt – als Doppeltaler in Sachsen sogar noch 1872, also nach Einführung der Reichswährung –, und er blieb im Umlauf im Wert von 3 Mark bis 1907. In Österreich wurde er bis 1867 geprägt und 1893 außer Kurs gesetzt. Allerdings lief zu der Zeit der weitaus größte Teil der österreichischen Vereinstaler im Deutschen Reich um; dort wurden sie erst 1901 eingezogen.[34]

Der Bremer Goldtaler[Bearbeiten]

Mitte des 18. Jahrhunderts führte die Hansestadt Bremen die Goldwährung ein, die auf dem französischen Louis d'or, der zu 5 Talern gerechnet wurde, beruhte. Der Taler Gold wurde in 72 Grote unterteilt, er war eine reine Recheneinheit, eine entsprechende Goldmünze wurde nie geprägt. Erst 1863, 1865 und 1871 gab die Stadt drei Gedenkmünzen in Silber mit der Aufschrift „EIN THALER GOLD“ aus.[35] Er wog 17,539 g, d. h. es gingen 13⅓ auf die raue Mark, bei einem Feingehalt von 15 7/9 Lot = 986,11 ‰ betrug das Feingewicht 17,296 g, was eine Aufzahl von 13 37/71 auf die feine Mark bedeutete. Da die Bremer Sorten sich in keiner Weise in das System der neuen Reichswährung einpassen ließen – der Taler Gold entsprach 3,3214 Mark –, waren sie die ersten, die bereits 1872 aus dem Verkehr gezogen wurden, während die Vereinstaler deutschen Gepräges bis 1907 umliefen und dann ab 1908 durch das neue 3-Mark-Stück ersetzt wurden – den, wenn man so will, letzten Kuranttaler.

Der Taler in der Literatur[Bearbeiten]

Talerarten[Bearbeiten]

Berner Taler von 1798

Sonstiges[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Paul Arnold, Harald Küthmann, Dirk Steinhilber; bearbeitet von Dieter Faßbender: Großer Deutscher Münzkatalog von 1800 bis heute, 26. Auflage, Battenberg Verlag, München 2010–2011, ISBN 978-3-86646-056-0 (= AKS)
  • Helmut Caspar: Vom Taler zum Euro. Die Berliner, ihr Geld und ihre Münze. 2. Auflage, Berlin Story Verlag, Berlin 2006, ISBN 3-929829-30-4
  • Georg Caspar Chelius, Aphorismen aus dem Fache der Münzgesetzgebung und des Münzwesens der vergangenen und gegenwärtigen Zeit, Frankfurt am Main 1817 (= Aphorismen); Online in der Google-Buchsuche
  • Heinz Fengler, Gerhard Gierow, Willy Unger: Lexikon der Numismatik, VEB Verlag für Verkehrswesen, Berlin 1976, ISBN 3-524-00598-5
  • Helmut Kahnt: Das große Münzlexikon von A bis Z. H. Gietl Verlag, Regenstauf 2005, ISBN 3-924861-84-6
  • Tyll Kroha: Grosses Lexikon der Numismatik. Neuauflage, Verlagsgruppe Bertelsmann, Gütersloh 1997, ISBN 3-577-10554-2
  • Johann Georg Krünitz: Oekonomische Encyklopaedie oder allgemeines System der Staats- Stadt- Haus- und Landwirthschaft. Berlin 1773 bis 1858; Online bei der Universität Trier
  • N. Douglas Nicol: Standard Catalog of German Coins 1501-Present. 3rd Edition, Krause Publications, Iola 2011, ISBN 978-1-4402-1402-8
  • Heinrich August Pierer: Universal-Lexikon der Gegenwart und Vergangenheit. 4. Auflage, Altenburg, 1857–1865; Online bei Zeno.org
  • Hans-Peter Reinhard: Das Große Münzlexikon. Reppa, Pirmasens 1999, ISBN 3-9806358-2-1; Online-Ausgabe
  • Herbert Rittmann: Deutsche Geldgeschichte 1484–1914. München 1975 (= ‚Geldgeschichte’)
  • Herbert Rittmann, Deutsche Münz- und Geldgeschichte der Neuzeit bis 1914. = Archiv für Postgeschichte Heft 1/1976, Frankfurt
  • Gerhard Schön: Deutscher Münzkatalog 18. Jahrhundert – 1700–1806. 4. Auflage, Battenberg Verlag, München 2008, ISBN 978-3-86646-025-6 (= Schön)
  • Friedrich von Schrötter, et al.: Wörterbuch der Münzkunde. Erstauflage 1930 – 2. unveränderte Auflage, Walter de Gruyter & Co., Berlin 1970; Online-Ausgabe (auszugsweise)
  • Wolfgang Trapp, Torsten Fried: Handbuch der Münzkunde. 2. Auflage, Reclam Verlag, Stuttgart 2006, ISBN 978-3-15-010617-4
  • Tristan Weber: Die sächsische Münzprägung von 1500 bis 1571: Eine quantitative Studie. Edition M&S, Gietl Verlag, Regenstauf 2010, ISBN 978-3-86646-827-6
  • Johann Heinrich Zedler: Grosses vollständiges Universal-Lexicons Aller Wissenschafften und Künste. Leipzig 1731–1754; Online-Ausgabe
  • Schweizerisches Idiotikon Bd. XII 1350–1368, anschließend 1368–1392 zahlreiche Zusammensetzungen mit -Taler als Grundwort.
  • Beatrice Schärli: Taler im Historischen Lexikon der Schweiz.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Thaler – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Taler – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Thaler. In: Johann Heinrich Zedler: Grosses vollständiges Universal-Lexicon Aller Wissenschafften und Künste. Band 43, Leipzig 1745, Spalte 358–369.
  2. Die frühen Pfennige wogen oft unter 1 g, die größten Silbermünzen des Spätmittelalters in der Regel unter 10 g.
  3. Die Angaben in der Literatur sind widersprüchlich und auch rechnerisch öfter falsch. (Rittmann, Geldgeschichte, S. 92)
  4. Vgl. Weber, S. 16
  5. Diese Gewichtsangaben, wie auch fast alle folgenden, sind stark idealisiert, da die Waagen und Gewichte bis ins 19. Jahrhundert hinein genauere Angaben unmöglich machten. Noch 1857 zeigte sich bei einem Vergleich, dass das Standardgewicht der Kölner Mark der Wiener Münzstätte 233,87 g schwer war, während die im 19. Jahrhundert im heutigen Deutschland allgemein gültige Kölner Mark der Berliner Münzstätte nur 233,85 g wog. (Rittmann, Geldgeschichte, S. 725) – Außerdem sei angemerkt, dass die Angaben in der Literatur immer wieder einer rechnerischen Überprüfung nicht standhalten, sprich: sie enthalten Rechenfehler.
  6. Dies ist bis ins 19. Jahrhundert hinein ein eher hypothetischer Wert. Einige Münzstände, z. B. Augsburg, Nürnberg und Wien, hatten ihre eigene Mark, und selbst als vielerorts die Kölner Mark übernommen wurde, variierte das Gewicht dieses Standards: So wog die Kölner Mark in Dresden 233,543 g, gegenüber 233,957 g in Frankfurt am Main. In der Literatur werden Werte in der Regel einfach auf Basis der brandenburgisch-preußischen Kölner Mark errechnet.
  7. Schön Hann. 340
  8. Da damals der Materialwert einer Münze ihren Wert bestimmte, war es normalerweise kein Problem, auch in ausländischer Währung zu bezahlen; noch bis weit ins 19. Jahrhundert hinein liefen in Deutschland größere Mengen ausländischer Münzen um. (vgl. Rede Ludwig Bambergers im Zollvereinsparlament vom 5. Mai 1870, der als Beispiel einen Kaufmann in einer kleinen Stadt in Süddeutschland erwähnt: Seine Einnahmen bestanden aus 24 Münzsorten, darunter – neben verschiedenen deutschen – französische, spanische, englische, russische, amerikanische, holländische und dänische.) Das bedeutete auch, dass normalerweise ältere Prägungen nach Einführung eines neuen Münzfußes einfach weiter zu ihrem Materialwert umliefen, aber auch, dass ältere, abgegriffene Münzen nicht mehr zu ihrem vollen Wert angenommen wurden.
  9. Vgl. Rittmann, Geldgeschichte, S. 379
  10. Siehe Aphorismen, S. 39.
  11. Vgl. Krünitz, Stichwort „Laub-Thaler“
  12. Rittmann, Geldgeschichte, S. 380
  13. Damit war der Speziestaler ebenfalls zu einer Art Rechnungsmünze geworden: 1 Speziestaler = 1 ⅓ Reichstaler = 2 Gulden.
  14. Die Handbücher von Schrötter, Kroha und Reppa geben einen Feingehalt von 900 ‰ an, die Angaben bei Fengler und Kahnt sind völlig falsch, da sie Feingewicht mit Raugewicht verwechseln. Im Konventionsvertrag von 1753 heißt es: „Korn von dreyzehen Loth, ein Quintel und ein Denier“ = 13 Lot 6 Grän; 13 ⅓ Lot von 16 = 0,833
  15. Dies ist der sogenannte Rheinische 24-Gulden-Fuß. Es handelt sich hier nicht um einen Münzfuß im eigentlichen Sinn sondern um einen Rechnungsfuß, da Prägung und Stückelung der Münzen normalerweise nicht betroffen waren, bei gleichen Münzwerten wurde lediglich anders gerechnet: Ein 20-Kreuzer-Stück z. B. wurde einfach mit 24 Kreuzern bewertet, ein Zehn-Kreuzer-Stück mit zwölf Kreuzern usw.
  16. Z. B. Schön, Braunschweig-Wolfenbüttel, Nr. 368
  17. Wichtige Ausnahmen sind hier u. a. der österreichische Maria-Theresien-Taler und die bayrischen Madonnentaler.
  18. „Nach anderen“ – wie es in der Literatur immer so schön heißt, wenn genaue Angaben fehlen – betrug das Raugewicht 29,27 g, der Feingehalt lag bei 13 Lot 16 Grän = 868,06 ‰, was ein Feingewicht von 25,41 g bedeutete. Rittmann, Geldgeschichte, S. 466
  19. So der erste bayerische „Krontaler“, der wegen des Münzbildes auch „Schwerttaler“ genannt wird.
  20. Geldgeschichte, S. 470 ff
  21. 1 Kronentaler ≈ 25,74 g = 162 Kreuzer → 1 Kreuzer ≈ 0,159 g → 60 Kreuzer = 1 Gulden ≈ 9,545 g → • 24 ½ ≈ 233,856 g
  22. Schweizerisches Idiotikon XII 1351.
  23. Laut Rittmann, Geldgeschichte, S. 274, beginnt „mit diesem Fuß … die neuere deutsche Münzgeschichte“.
  24. Verschärft wurde das ganze Problem noch dadurch, dass die Höherbewertung des Reichsspeziestalers ungleichmäßig geschah. So galt er zur Zeit des Zinnaischen Rezesses in verschiedenen Teilen Deutschlands gleichzeitig entweder 90 Kreuzer oder 96 Kreuzer oder eben 105 Kreuzer.
  25. Für Vorläufer s. Rittmann, Geldgeschichte, S. 880, Anm. 34.
  26. Es gab auch einen Speziestaler im 14-Taler-Fuß, den „BANCO THALER“ von 1765 (Schön Nr. 146), der bei einem Wert von 1⅓ Graumannschen Reichstalern = 32 Groschen ein Feingewicht von 22,272 g (Aufzahl 10 ½) hatte. Er wurde allerdings nie ausgegeben und größtenteils wieder eingeschmolzen.
  27. Schön Nr. 34
  28. Schön Nr. 103
  29. Schön Nr. 151
  30. Schön Nr. 368. Dieser Wert ist noch theoretischer als es die anderen sowieso schon sind (vgl. oben), da als Aufzahlen auch 12 4/9, 12 13/36 und 12 4/13 angegeben werden, bzw. sich errechnen lassen.
  31. AKS Nr. 1 & 2
  32. Schön Nr. 283–286
  33. AKS Nr. 53; vgl. auch Rittmann: Geldgeschichte. S. 474 ff.
  34. Vgl. Rittmann, Geldgeschichte, S. 837 ff.
  35. AKS 14, 16 & 17