Talsperre Krebsbach

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Talsperre Krebsbach
Staudamm und entleerter Stausee am Beginn des Rückbaus im Mai 2007
Staudamm und entleerter Stausee am Beginn des Rückbaus im Mai 2007
Lage: Landkreis Greiz
Zuflüsse: Krebsbach
Abflüsse: Krebsbach → Weiße Elster
Größere Orte in der Nähe: Teichwolframsdorf
Talsperre Krebsbach (Thüringen)
Talsperre Krebsbach
Koordinaten 50° 42′ 35″ N, 12° 13′ 26″ O50.70972222222212.223888888889Koordinaten: 50° 42′ 35″ N, 12° 13′ 26″ O
Daten zum Bauwerk
Bauzeit: 1962–1964
Höhe über Talsohle: 12,9 m
Höhe über Gründungssohle: 18,8 m
Höhe der Bauwerkskrone: 298,5 m
Bauwerksvolumen: 91.200 m³
Kronenlänge: 186 m
Kronenbreite: 5,1 m
Böschungsneigung luftseitig: 1:1,5
Böschungsneigung wasserseitig: 1:1,5
Daten zum Stausee
Höhenlage (bei Stauziel) 295 m
Wasseroberfläche 7 ha
Speicherraum 0,32 Mio. m³
Gesamtstauraum: 0,43 Mio. m³
Einzugsgebiet 14,1 km²
Bemessungshochwasser: 8,34 m³/s

Die Talsperre Krebsbach bei Teichwolframsdorf im Landkreis Greiz liegt im Osten Thüringens am Krebsbach, einem Nebenfluss der Weißen Elster. Sie wurde als Brauchwasserspeicher für den Uranbergbau der Wismut gebaut.

Staudamm[Bearbeiten]

Das Absperrbauwerk ist ein Steinschüttdamm mit mittiger Lehmkerndichtung und Stahlspundwand. Die Spundwand wurde erst nachträglich eingebaut, weil der Kern nicht dicht genug war. Der Baustoff des Stützkörpers besteht aus Diabas, die Dichtung aus Auelehm. Im Untergrund steht phyllitischer Tonschiefer an.

Die Hochwasserentlastung befindet sich am rechten Hang; der Grundablass ist etwa in Dammmitte.

Rückbau[Bearbeiten]

Dies ist nach der Unteren Herbringhauser Talsperre die zweite Talsperre Deutschlands, die zurückgebaut werden soll, weil sie nicht mehr gebraucht wird. Für die Talsperre gibt es keinen Bedarf mehr. Sie hat nicht einmal eine Hochwasserschutzwirkung. Zurückbauen heißt, dass sie abgerissen werden soll. Lediglich an beiden Hängen sollen Reste des Dammes übrig bleiben.

Vor einigen Jahren wurde der Stauspiegel bereits abgesenkt, indem man eine 30 m breite Scharte als Überlauf auf der linken Dammseite angelegt hat. Der Stauinhalt wurde dadurch auf die Hälfte reduziert.

Die Thüringer Talsperrenverwaltung hat im März 2000 den Planfeststellungsantrag für den Rückbau der Talsperre Krebsbach gestellt. Im Jahr 2002 wurden die Unterlagen öffentlich ausgelegt. Der Beginn des Rückbaues der Talsperre begann im März 2007.

Stattdessen soll ein mäandrierender Flusslauf angelegt werden. Das Ziel des Umbaus ist ein guter Zustand nach der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Helmut Deubner u. a.: Talsperren in Thüringen. Herausgegeben von der Thüringer Talsperrenverwaltung. Verlag Fortschritt, Erfurt 1993.
  • Quent Mehlhorn, Markus Ottenbreit, Bruno Walter: Veranlassung, Verlauf und Erfahrungen des Planfeststellungsverfahrens zum Rückbau der Talsperre Krebsbach. In: Wasserwirtschaft 95, 2005, 1–2, S. 73-78.

Weblinks[Bearbeiten]