Talzuschub

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Ein Talzuschub ist das langsame oder auch episodische Zuschieben eines alpinen Tales durch oberhalb stattfindende Hangbewegungen. Oft bildet sich in der Folge an der eingeschnürten Stelle ein Stausee, dessen Damm bei einem der nächsten Hochwässer wieder durchbrochen werden kann.

Anfällig für Talzuschübe sind Berghänge mit instabilen Talflanken, doch sind nicht nur Steilhänge betroffen. Ob und wie rasch sich Hangmaterial nach unten bewegt, hängt neben der Geländeneigung auch vom Bewuchs des Hanges, von der Bodenart und der Auflockerungszone darunter, von deren Porosität und von lokalen Wettererscheinungen ab.

Besteht die Bergflanke im Wesentlichen aus Festgestein, können sich schon bei kleinsten Hangbewegungen neue Klüfte öffnen oder vorhandene sich verbreitern. Sie werden Talzuschubklüfte oder Hangzerreißungsklüfte genannt.

Ein langsamer Talzuschub hängt oft mit Bodenfließen oder einer Anfälligkeit für die Bildung von Plaiken zusammen. Ersteres kann bei entsprechendem Gestein auch im hügeligen Gelände auftreten. Episodisch (in mehreren Phasen) verläuft ein Talzuschub z. B., wenn ein lokaler Starkregen größere Mengen an Lockergestein in einen fließfähigen Zustand bringt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  • Hans Murawski, Geologisches Wörterbuch. Ferdinand Emke-Verlag, Stuttgart 1977
  • Landformenkunde und Geologische Exkursion, Abt. Geologie, TU Wien