Tameshigiri

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Tameshigiri ist ein Schnitttest mit Katana. Im japanischen Mittelalter erprobten Samurai neue Schwerter an den Körpern von Exekutierten oder auch an Lebenden. Es wurden bis zu drei Körper gleichzeitig verwendet. Das Ergebnis dieses Schnitttestes wurde oft auf der Klingenangel (Nakago) vermerkt. Dieser Eintrag findet sich oft auf Klingen des Schwertschmiedes Kotetsu (* 1600 bis † 1673).[1] Besonders geehrte Samurai durften dies auch an lebenden Verurteilten ausführen.

Heute werden speziell gewickelte Matten (Tatami-Omote) aus Igusa-Gras oder Reisstroh, die man 12 Stunden vor dem Schnitt in Wasser quellen lässt, danach etwa 4 Stunden trocknet, oder Bambusstämme mit einem Durchmesser von etwa 5,7 cm bis etwa 12,7 cm benutzt. Mit einem scharfen Schwert werden verschiedene Schnitte geübt: diagonale, horizontale, senkrechte, einhändige oder zweihändige Schnitte. An der Schnittfläche lässt sich die Qualität der Klinge und die Schnitttechnik des Ausübenden erkennen. Wichtig hierbei ist, dass der Winkel der Klinge exakt mit dem Winkel des Schnittes übereinstimmt, da anderenfalls das Schwert verkantet wird, was den sauberen Schnitt vereitelt und sogar zum Bruch der Klinge führen kann.

Tameshigiri hat damit eigentlich nichts mit Iaidō zu tun, wird aber von einigen Iaidoka praktiziert, um ihre Schnitttechnik zu testen. Auch im europäischen historischen Schwertkampf war es ein wichtiger Bestandteil, der regelmäßig geübt wurde. Der Schnitttest verbessert die Klingenführung, die Haltung und das Gefühl für die Waffe nachhaltig.

Jeder Schnitttest birgt Risiken für die Klinge und kann beispielsweise die Politur beschädigen. Daher wurden besonders wertvolle oder historisch bedeutsame Klingen meist von den Tests ausgenommen, etwa Klingen der berühmten Schmiede Masamune und Muramasa.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Leon Kapp, Hiroko Kapp, Yoshindo Yoshihara, The craft of the Japanese sword, Verlag Kodansha International, 1987, ISBN 978-0-87011-798-5

Quellen[Bearbeiten]

  • Kokan Nagayama: The connoisseur's Book of Japanese Swords. Kodansha International, Tokyo u. a. 1997, ISBN 4-7700-2071-6.
  • Information on the Yamada family of sword testers courtesy of Mark Robinson.

Weblinks[Bearbeiten]