Tanganjika

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Flagge Britisch-Tanganjikas (1919–1961)
Flagge der Republik Tanganjika (1961–1964)

Tanganjika (Tanganyika) ist die Bezeichnung für das Festland von Tansania ohne Sansibar und Pemba, aber mit der Insel Mafia; oder: für das ehemalige Gebiet von Deutsch-Ostafrika ohne Ruanda, Burundi und das 1919 an Mosambik angegliederte südlich des Rovuma liegende Kionga-Dreieck. Als Landesbezeichnung wurde sie eingeführt, als nach dem Ersten Weltkrieg der größere Teil des deutschen Kolonialgebietes als Mandatsgebiet an Großbritannien übertragen wurde.

Die Entscheidung für den Namen traf der britische Kolonialminister Alfred Milner, der sich einen einheimischen Namen mit deutlichem Lokalbezug wünschte. Deshalb wurden Vorschläge wie New Maryland, Windsorland und Victoria verworfen. In die nähere Auswahl wurden auch „Kilimanjaro“ und „Tabora“ gezogen, bevor sich Milner für „Tanganyika Territory“ entschied.[1]

Das Gebiet wurde nach dem Tanganjikasee an seiner westlichen Grenze benannt und von Großbritannien seit seiner Eroberung im Ersten Weltkrieg verwaltet. Im Jahr 1922 wurde Tanganjika vom Völkerbund als Mandat an Großbritannien übertragen. 1946 wurde es britisches Treuhandgebiet der Vereinten Nationen, in den Jahren 1958 und 1959 fanden erstmals Parlamentswahlen in Tanganjika statt. Am 9. Dezember 1961 erlangte es seine Unabhängigkeit.

Am 9. Juni 1962 wurde die „Republik Tanganjika“ gegründet, in der noch im gleichen Jahr die letzten Präsidentschaftswahlen stattfanden. Tanganjika wurde eine souveräne, aber kurzlebige Republik, die sich am 26. April 1964 mit dem Inselstaat Sansibar zur „Vereinigten Republik von Tansania“ vereinigte.

Innerhalb Tansanias verfügt Sansibar über eigene politische Strukturen. Als seit dem Ausgang des 20. Jahrhunderts politische Spannungen zwischen Sansibar und der Gesamtregierung zunahmen, bildeten sich auf dem Festland Gruppen, die wieder eine eigene politische Identität für „Tanganyika“ fordern.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. John Iliffe: A Modern History of Tanganyika. Cambridge University Press, Cambridge 1979, ISBN 0-521-29611-0, S. 247 (auf google books)