Tangeln

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52.67861111111111.02888888888950Koordinaten: 52° 40′ 43″ N, 11° 1′ 44″ O

Tangeln
Gemeinde Beetzendorf
Wappen von Tangeln
Höhe: 50 m
Fläche: 19,01 km²
Einwohner: 365 (31. Dez. 2007)
Eingemeindung: 1. Januar 2009
Postleitzahl: 38489
Vorwahl: 039007
Tangeln (Sachsen-Anhalt)
Tangeln
Tangeln
Lage von Tangeln in Sachsen-Anhalt

Tangeln ist ein Ortsteil der Gemeinde Beetzendorf im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt, Deutschland.

Geografie[Bearbeiten]

Tangeln liegt am Tangelnschen Bach, der bereits nach wenigen Kilometern in die Jeetze mündet. Der Bach, der bei Mellin entspringt, bildet hier ein Hangquellenmoor, das als Flächennaturdenkmal geschützt ist. Teil des Quellgebietes ist der sogenannte „Taufkessel“, wo der Sage nach Bonifatius heidnische Sachsen getauft haben soll. Der Tangelnsche Bach durchfließt weiterhin das NaturschutzgebietBeetzendorfer Bruchwald und Tangelnscher Bach“, welches auch als FFH-Gebiet ausgewiesen ist und Lebensraum vieler seltener Pflanzen- und Tierarten ist.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort Tangeln wurde erstmals 1182 urkundlich erwähnt, wobei zahlreiche noch erhaltene Großsteingräber sowie Funde aus vor- bzw. frühchristlicher Zeit auf eine weitaus frühere Besiedelung der Umgebung schließen lassen.

Die Kirche des Ortes stammt aus dem 15. Jahrhundert und gehört zu den sieben „verkehrten“ Kirchen der Altmark, deren Turm nicht nach Westen, sondern nach Osten steht. Als eines von wenigen Gebäuden des Ortes blieb der Kirchturm bei einer Brandkatastrophe am 27. Dezember 1831 vom Feuer verschont.

Schloss Neumühle[Bearbeiten]

Mit dem Schloss Neumühle, zwischen 1938 und 1942 erbaut vom Wolfsburger Zweig des Adelsgeschlechts derer von der Schulenburg, besitzt Tangeln einen der letzten großen Schlossbauten Deutschlands des 20. Jahrhunderts. Architekt des Bauwerks war der renommierte Paul Bonatz, der unter anderem das Empfangsgebäude des Hauptbahnhofs in Stuttgart und das Opernhaus in Ankara errichtete. Das in vierjähriger Bauzeit errichtete Schloss wurde im November 1942 von der Familie von Günther Graf von der Schulenburg bezogen. Der schulenburgische Besitz und die Wolfsburg im gleichnamigen Wolfsburg 35 km südwestlich waren um 1940 zum Bau des Volkswagenwerkes enteignet worden. Schloss Neumühle ist in moderner Bauweise aus Stahlbeton mit vier runden Ecktürmen errichtet worden, fiel aber nur unwesentlich kleiner aus als der Stammsitz in Wolfsburg. Das auf einer von Laubwäldern umgebenen Anhöhe liegende Schloss hat eine bemerkenswerte Gartenanlage. Nach der Enteignung des Grafen 1945 wurde es als Lungenheilanstalt und Seniorenheim benutzt. Heute befindet es sich wieder in Privatbesitz.

Neuere Geschichte[Bearbeiten]

Durch einen Gebietsänderungsvertrag beschloss der Gemeinderat der Gemeinde Tangeln am 29. Oktober 2008, dass die Gemeinde Tangeln in die Gemeinde Beetzendorf eingemeindet wird. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Januar 2009 in Kraft.[1][2]

Nach Eingemeindung der bisher selbstständigen Gemeinde Tangeln wurde Tangeln Ortsteil der Gemeinde Beetzendorf. Für die eingemeindete Gemeinde wurde die Ortschaftsverfassung nach den §§ 86 ff. der Gemeindeordnung Sachsen-Anhalt eingeführt. Die eingemeindete Gemeinde Tangeln und künftige Ortsteil Tangeln wurde zur Ortschaft der aufnehmenden Gemeinde Beetzendorf. In der eingemeindeten Gemeinde und nunmehrigen Ortschaft Tangeln wurde ein Ortschaftsrat mit fünf Mitgliedern einschließlich Ortsbürgermeister gebildet.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Silber ein grüner Schildhauptpfahl, belegt mit einem silbernen Wellenfaden, beseitet von je einem steigenden grünen Eichenblatt.“

Galerie[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Rolf Wernstedt (* 1940), deutscher Pädagoge und SPD-Politiker, wuchs in Tangeln auf und erforschte die Ortsgeschichte

Literatur[Bearbeiten]

  • Rolf Wernstedt: Die Schlacht am Tangelnschen Bach und andere Geschichten aus der Tangelner Dorfgeschichte. Dr. Ziethen Verlag, Oschersleben 2009, ISBN 978-3-938380-94-9

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2009, 1. Liste
  2. Amtsblatt des Landkreises Nr. 12 (Sonderausgabe)/2008 S. 22-25