Tanichthys

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Tanichthys
Kardinalfisch (Tanichthys albonubes)

Kardinalfisch (Tanichthys albonubes)

Systematik
Unterkohorte: Ostariophysi
Otophysa
Ordnung: Karpfenartige (Cypriniformes)
Überfamilie: Karpfenfischähnliche (Cyprinoidea)
Familie: Karpfenfische (Cyprinidae)
Gattung: Tanichthys
Wissenschaftlicher Name
Tanichthys
Lin, 1932

Tanichthys ist eine Gattung karpfenartiger Süßwasserfische und umfasst drei Arten. Sie kommt im tropischen Südost- und Ostasien, in Südchina und Vietnam (im Flusssystem des Ben Hai) vor. Die Gattung wurde nach Tan Kam Fei benannt, einem chinesischen Pfadfinderführer, der den Kardinalfisch (Tanichthys albonubes) entdeckte.[1]

Merkmale[Bearbeiten]

Die Größe schwankt zwischen etwa zwei und vier Zentimetern. Der Körper ist länglich, seitlich leicht abgeflacht und hat unauffällige Farben. Die Flanken sind mit rosa, grünen und schwarzen Längsstreifen gemustert. Das Maul ist oberständig, der Unterkiefer steht leicht über dem Oberkiefer. Ein Seitenlinienorgan fehlt auf Kopf und Körper. Barteln, der Symphysenknopf der Unterkiefers und ein Bauchkiel fehlen. Die Schlundzähne stehen in zwei Reihen. Die zwei vorderen und hinteren Nasenöffnungen sind zusammengewachsen und bilden je eine längliche Öffnung. Die Basis der Rückenflosse ist kurz, ohne stachelartigen Flossenstrahl. Auch die Afterflossenbasis ist kurz. Sie ist nicht von einer Reihe vergrößerter Schuppen eingefasst. Die Wirbelzentren des zweiten und dritten Wirbels sind nicht zusammengewachsen. Männchen haben während der Fortpflanzungszeit einen Laichausschlag mit vier bis acht verhornten Tuberkeln in einer Reihe hinter dem Zwischenkieferbein (Prämaxillare).[1][2][3]

Tanichthys-Arten sind schwarmbildende Allesfresser. Die Fische sind ovulipar, das bedeutet, dass die Weibchen Eier ablegen, die anschließend außerhalb des Körpers von den Männchen befruchtet werden.

Systematik[Bearbeiten]

Die Gattung Tanichthys wurde traditionell den Karpfenfischen (Cyprinidae) zugeordnet. Wissenschaftler des Cypriniformes Tree of Life Projektes stellten sie in einer Trichotomie mit der Schleie (Tinca tinca) und einer Klade aus „Weißfischen“ (Leuciscidae) und Gründlingsverwandten (Gobionidae) in eine eigene Familie, die Tanichthyidae.[2]


Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Das große Lexikon der Aquaristik. Verlag Eugen Ulmer, 2004, ISBN 3-8001-7497-9
  2. a b Richard L. Mayden, Wei-Jen Chen: The world’s smallest vertebrate species of the genus Paedocypris: A new family of freshwater fishes and the sister group to the world’s most diverse clade of freshwater fishes (Teleostei: Cypriniformes). Molecular Phylogenetics and Evolution 57 (2010) 152–175
  3. Günther Sterba: Süsswasserfische der Welt. Urania-Verlag, 1990, ISBN 3-332-00109-4

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tanichthys – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien