Tanistry

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Tanistry (gäl. Tànaisteachd [ˈt̪ʰaːn̪ˠaʃtʃʲaxt̪], ir. Táinste [ˈt̪ˠaːnʲɕtʲə], Manx Tanishtagh [ˈtanʲɪʃtəx], deutsch Thanwahl, Anführerwahl oder Wahl des designierten Thronerbens/Nachfolgers, abgeleitet von gälisch tana (Herrschaft) und an tanaise (designierter Erbe)) war ein Brauch bei zahlreichen keltischen Stämmen in Irland, Schottland und auf der Isle of Man, den Nachfolger des König oder des Häuptlings des Clans durch die Anführer der Sippen zu wählen, alternativ auch durch alle Männer des jeweiligen Klans.

Die Nachfolgeregelungen der Alpin-Dynastie der schottischen Könige respektierte die Tanistry-Tradition bis mindestens 1034. Noch um 1090 wurde dieser Brauch vereinzelt angewendet.

Der gewählte Than (Anführer, designierter Nachfolger) musste volljährig und ohne jeden Makel sein, psychisch wie physisch. Die Wahl erfolgte zu Lebzeiten des herrschenden Königs oder Klanhäuptlings unter dessen Teilnahme, und der Erwählte trug dann den Titel „Than“ (engl. tanist). Er ersetzte den König oder Häuptling im Todesfall oder unter besonderen Umständen. Sobald dieser Fall eintrat, wurde ein neuer Than gewählt, so dass immer ein Nachfolger zur Verfügung stand. Oft fiel die Wahl auf den Sohn des jeweiligen Königs. Jedoch war das Prinzip der Primogenitur keineswegs anerkannt. Das Tanistry-System führte oft zu einer Rotation zwischen den mächtigsten Linien des Klans oder der herrschenden Dynastie. Obwohl so nicht ursprünglich vorgesehen, sorgte das Tanistry-System für ein Gleichgewicht der Kräfte zwischen verschiedenen Linien des Klans. Andererseits war es Ursache für ständige Auseinandersetzungen innerhalb von Familien und zwischen einzelnen Klans mit nicht selten vernichtenden Folgen.

Das Wort wird in abgewandelter Form noch heute im politischen System der Republik Irland verwendet. Der Premierminister ist der Taoiseach, der Vizepremierminister ist der Tánaiste.