Tanklöschfahrzeug

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Tanklöschfahrzeug 16/25
Tanklöschfahrzeug 16/24 aus dem Jahre 1961 im Feuerwehrmuseum Hermeskeil

Ein Tanklöschfahrzeug (kurz: TLF) ist die Bezeichnung für einen Typ von Feuerwehrfahrzeugen. Wesentliches Merkmal dieses Fahrzeugtyps ist die Ausstattung mit einer in der Regel festeingebauten Feuerlöschpumpe sowie einem großen Löschwasserbehälter, der eine erste Brandbekämpfung ohne externe Wasserversorgung über Hydranten oder offene Löschwasserentnahmestellen erlaubt. Dementsprechend sind diese Fahrzeuge vornehmlich für die Brandbekämpfung und Menschenrettung konzipiert und ausgerüstet. Es gibt verschiedene Baugrößen dieses Fahrzeugtyps, die sich hinsichtlich ihrer Besatzung, ihrer Beladung, ihrer Tankgröße und ihrer Pumpleistung unterscheiden. Eine besondere Untergruppe der Tanklöschfahrzeuge sind die Großtanklöschfahrzeuge.

Aufgabenbereiche[Bearbeiten]

Tanklöschfahrzeuge ermöglichen mit ihrem großen Wassertank und ihrer fest eingebauten und an den Tank angeschlossenen Pumpe einen raschen ersten Löschangriff bei Brandeinsätzen, bis die Löschwasserversorgung über das öffentliche Hydrantennetz oder sonstige Löschwasserentnahmestellen sichergestellt ist. Sobald dies geschehen ist, können sie wie andere Löschfahrzeuge auch zur Förderung von Löschwasser eingesetzt werden. Sollte sich an einer Einsatzstelle keine Löschwasserentnahmestelle befinden, was etwa bei Waldbränden vorkommt, so können Tanklöschfahrzeuge im Pendelverkehr eingesetzt werden, um Löschwasser zur Einsatzstelle heranzuführen. Sie können dann das Wasser entweder über ihre eigene Beladung zur Brandbekämpfung einsetzen oder aber etwa ein Löschgruppenfahrzeug mit Löschwasser versorgen. Ferner können Tanklöschfahrzeuge auch zum Transport von Trinkwasser verwendet werden. Dies macht sie insbesondere für den Katastrophenschutz interessant.

Großtanklöschfahrzeuge zeichnen sich durch einen besonders großen Löschwasservorrat aus, der oft auch durch einen größeren Vorrat an Schaummittel ergänzt wird. Diese Fahrzeuge verfügen in der Regel über einen Schaum-Wasser-Werfer auf dem Fahrzeugdach, der einen besonders massiven Löschangriff ermöglicht. Viele Großtanklöschfahrzeuge bewegen sich jedoch außerhalb der gängigen Normen, hierzu gehören dann beispielsweise auch die Flugfeldlöschfahrzeuge. Da insbesondere bei mittelgroßen Freiwilligen Feuerwehren Tanklöschfahrzeuge zu Verkehrsunfällen, v.a. auf Autobahnen, ausrücken um dort den Brandschutz sicherzustellen, hat es sich mancherorts eingebürgert, Tanklöschfahrzeuge auch mit einer Zusatzbeladung für die technische Unfallhilfe auszustatten. Dies widerspricht jedoch dem Prinzip von Tanklöschfahrzeugen und hat zur Bildung neuer regionaler Fahrzeugtypen wie dem Hilfeleistungstanklöschfahrzeug oder ähnlichem geführt. Bundesweit wurde deshalb das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug als neues genormtes Fahrzeug eingeführt.

Tanklöschfahrzeuge in Deutschland[Bearbeiten]

Genormte Varianten[Bearbeiten]

Zurzeit sind drei Baugrößen von Tanklöschfahrzeugen in Deutschland genormt:

Tanklöschfahrzeug 2000[Bearbeiten]

Tanklöschfahrzeug 2000

Fahrzeugdaten
Abkürzung: TLF 2000
Land: Deutschland
Besatzung: 0/1/2/3
Feuerlöschpumpe: FPN 10-1000
Löschwasser: 2.000 Liter
Zul. Gesamtmasse: 10.000 Kilogramm
Antrieb: Allrad

Das Tanklöschfahrzeug 2000 (kurz: TLF 2000) ist ein genormtes Tanklöschfahrzeug und ist als Nachfolger für das seit den 1990er Jahren nicht mehr genormte Tanklöschfahrzeug 8/18 zu erachten.

Das in der DIN 14530 Löschfahrzeuge - Teil 18: Tanklöschfahrzeug TLF 2000 normierte Fahrzeug hat eine vom Fahrzeugmotor angetriebene Feuerlöschkreiselpumpe, eine Schnellangriffseinrichtung, einen Löschwasserbehälter und eine feuerwehrtechnische Beladung. Es führt nicht zwangsweise Schaummittel mit und ist auf Grund seiner Wendigkeit und angestrebten Geländefähigkeit auch besonders für Vegetations- und Flächenbrände geeignet.

Tanklöschfahrzeug 3000[Bearbeiten]

Tanklöschfahrzeug 3000

Fahrzeugdaten
Abkürzung: TLF 3000
Land: Deutschland
Besatzung: 0/1/2/3
Feuerlöschpumpe: FPN 10-2000
Löschwasser: 3.000 Liter
Schaummittel: 6 x 20 Liter
Zul. Gesamtmasse: 14.000 Kilogramm
Antrieb: Allrad

Das Tanklöschfahrzeug 3000 (kurz: TLF 3000) ist ein genormtes Tanklöschfahrzeug und ersetzt das nicht mehr genormte Tanklöschfahrzeug 16/24-Tr.

Das in der DIN 14530 Löschfahrzeuge - Teil 22: Tanklöschfahrzeug TLF 3000 normierte Fahrzeug hat eine vom Fahrzeugmotor angetriebene Feuerlöschkreiselpumpe, eine Schnellangriffseinrichtung, einen Löschwasserbehälter und eine feuerwehrtechnische Beladung. Mit einer Besatzung aus einem Trupp (1/2) ist seine vorrangige Aufgabe die Bereitstellung einer größeren Wassermenge bzw. der Transport zusätzlichen Löschwassers in wasserarmen Gebieten sowie abseits befestigter Straßen.

Aufgrund der bundesweiten Einführung des digitalen BOS-Funks sind die Umbenennung bzw. das Ersetzen des alten Fahrzeugtyps TLF 16/24-Tr nötig geworden, weil sie eine einheitliche und verbindliche Bezeichnung von Fahrzeugen der Feuerwehren, des Rettungsdienstes und Katastrophenschutzes verlangt.[1]

Tanklöschfahrzeug 4000[Bearbeiten]

Tanklöschfahrzeug 4000

Fahrzeugdaten
Abkürzung: TLF 4000
Land: Deutschland
Besatzung: 0/1/2/3
Feuerlöschpumpe: FPN 10-2000
Löschwasser: 4.000 Liter
Schaummittel: 500 Liter
Zul. Gesamtmasse: 18.000 Kilogramm
Antrieb: Allrad

Das Tanklöschfahrzeug 4000 (kurz: TLF 4000) ist ein genormtes Tanklöschfahrzeug und ersetzt die nicht mehr genormten Tanklöschfahrzeuge TLF 20/40 und TLF 20/40-SL bzw. ist die neue Bezeichnung für diese Fahrzeuge.

Das in der DIN 14530 Löschfahrzeuge - Teil 21: Tanklöschfahrzeug TLF 4000 normierte Fahrzeug hat eine vom Fahrzeugmotor angetriebene Feuerlöschkreiselpumpe, eine Schnellangriffseinrichtung, einen Löschwasserbehälter und eine feuerwehrtechnische Beladung. Weiterhin ist das Fahrzeug mit mindestens einem Schaummittelbehälter und einem fest montierten Schaum-Wasserwerfer ausgerüstet. Mit der Besatzung aus einem Trupp (1/2) erfüllt es die Aufgaben eines TLF 3000 mit dem Zusatz der Bereitstellung von Sonderlöschmitteln und den dazugehörigen Armaturen. Eine ausreichende Gewichtsreserve ermöglicht ferner speziellere Sonderlöschmittelanlagen (z. B. Pulverlöschanlage, CO2-Löschanlage) oder auch größere Schaummittel- und/oder Löschwasserbehälter mitzuführen.

Aufgrund der bundesweiten Einführung des digitalen BOS-Funks wurde die Umbenennung des alten Fahrzeugtyps TLF 20/40 bzw. TLF 20/40-SL nötig, weil sie eine einheitliche und verbindliche Bezeichnung von Fahrzeugen der Feuerwehren, des Rettungsdienstes und Katastrophenschutzes verlangt.[1]

Nicht oder nicht mehr genormte Varianten[Bearbeiten]

Neben den genormten Fahrzeugtypen sind insbesondere die Fahrzeuge nach alter, d.h. zurückgezogener, Normung sowie Sonderentwicklungen einzelner Bundesländer noch weit verbreitet:

Tanklöschfahrzeug 8/8[Bearbeiten]

Tanklöschfahrzeug 8/8

Tanklöschfahrzeug 8/8

Fahrzeugdaten
Abkürzung: TLF 8/8
Land: Deutschland
Besatzung: 0/1/2/3
Feuerlöschpumpe: 8/8
Tragkraftspritze: 5/2
Löschwasser: 800 Liter
Schaummittel: 0 Liter
Zul. Gesamtmasse: 5.500 Kilogramm
Antrieb: Allrad

Das Tanklöschfahrzeug 8/8 (kurz: TLF 8/8), häufig auch Tanklöschfahrzeug 8 (Bund) (kurz: TLF 8 (Bund)) genannt, war ein früher genormtes Tanklöschfahrzeug des Zivil- bzw. Katastrophenschutzes.

Als Fahrgestell für dieses Fahrzeug diente ein 5,5 Tonnen schwerer Unimog mit Allradantrieb. Aufgrund seiner spärlichen Beladung war es allein für die Bekämpfung von Bränden, vor allem in der Vegetation, sowie zur Wasserversorgung geeignet.

Zu seinen Alternativnamen kam das Fahrzeug, da es von der Bundesrepublik Deutschland für die zivile Verteidigung beschafft und dann den Ländern und somit den kommunalen Feuerwehren anvertraut wurde.

Tanklöschfahrzeug 8/18[Bearbeiten]

Tanklöschfahrzeug 8/18

Tanklöschfahrzeug 8/18

Fahrzeugdaten
Abkürzung: TLF 8/18
Land: Deutschland
Besatzung: 0/1/2/3
Feuerlöschpumpe: 8/8
Löschwasser: 1.800 Liter
Schaummittel: 3 x 20 Liter
Zul. Gesamtmasse: 7.500 Kilogramm
Antrieb: Allrad

Das Tanklöschfahrzeug 8/18 (kurz: TLF 8/18) war ein bis 1991 bundesweit DIN-genormtes Löschfahrzeug, das im Wesentlichen eine Weiterentwicklung des bis dahin nur in Niedersachsen existierenden Tanklöschfahrzeugs 8 Waldbrand (kurz: TLF 8 W) darstellte. Letzteres war infolge der schweren Waldbrände 1975 entwickelt worden und bis 2002 in der Technischen Weisung Nr. 3 des Landes Niedersachsen fixiert. Dieses verfügte über einen zum regulären Heckantrieb zuschaltbaren Allradmodus und war speziell auf Vegetationsbrände ausgelegt. Im Dach der Fahrerkabine befand sich eine Luke, durch die auch während der Fahrt mit einer Schnellangriffseinrichtung Löscharbeiten durchgeführt werden konnten. Das TLF 8 W verfügte über 3 Pressluft-Atemschutzgeräte.[2][3] Das TLF 8/18 konnte im Gegensatz zum TLF 8 W wahlweise mit einem Allradantrieb ausgestattet werden. Zudem sah die DIN 14530[4] für dieses Fahrzeug keine Dachluke vor. Ansonsten waren beide Fahrzeugtypen nahezu identisch. So wurden beide mit einem selbstständigen Trupp besetzt und mit einer vierteiligen Steckleiter auf dem Fahrzeugdach ausgerüstet. Die feuerwehrtechnische Beladung war von relativ geringem Umfang, da die Fahrzeuge primär dem Wassertransport und der Brandbekämpfung dienten. Mit einer zulässigen Gesamtmasse von 7,5 Tonnen konnte es als einziges DIN-genormtes Tanklöschfahrzeug auch mit einem Führerschein der Klasse 3 gefahren werden. Dieser Vorzug wurde beim Normnachfolger TLF 16/24-Tr aufgegeben. Seit 2011 ist es in leicht abgewandelter Form als Tanklöschfahrzeug 2000 wieder genormt.[3]

Tanklöschfahrzeug 16/24 mit Truppbesatzung[Bearbeiten]

Tanklöschfahrzeug 16/24-Tr

Tanklöschfahrzeug 16/24-Tr

Fahrzeugdaten
Abkürzung: TLF 16/24-Tr
Land: Deutschland
Besatzung: 0/1/2/3
Feuerlöschpumpe: 16/8
Löschwasser: 2.400 Liter
Schaummittel: 3 x 20 Liter
Zul. Gesamtmasse: 10.000 Kilogramm
Antrieb: Allrad

Das Tanklöschfahrzeug 16/24 mit Truppbesatzung war früher in DIN 14530 Teil 22 normiert und ersetzte den kleineren Vorgängertyp Tanklöschfahrzeug 8/18.

Wie bereits seine Bezeichnung aufzeigte, wurde das TLF 16/24-Tr von einem selbstständigen Trupp bedient; der Namenszusatz diente primär der Unterscheidung vom TLF 16/25. Seine Beladung war vor allem auf einen Einsatz in der Vegetation ausgelegt und umfasste diverse wasserführende Armaturen, eine Motorsäge und Hitzeschutzkleidung. Für Gebäudebrände wurden auch Atemschutzgeräte und eine vierteilige Steckleiter mitgeführt. Die Norm dieses Fahrzeugs wurde im April 2011 zugunsten des TLF 3000 aufgehoben.[1]

Tanklöschfahrzeug 16/25[Bearbeiten]

Tanklöschfahrzeug 16/25

Tanklöschfahrzeug 16/25

Fahrzeugdaten
Abkürzung: TLF 16/25
Land: Deutschland
Besatzung: 0/1/5/6
Feuerlöschpumpe: 16/8
Löschwasser: 2.400 Liter
Schaummittel: 6 x 20 Liter
Zul. Gesamtmasse: 12.000 Kilogramm
Antrieb: Allrad

Das Tanklöschfahrzeug 16/25 (kurz: TLF 16/25), mancherorts als Tanklöschfahrzeug 16/24 (kurz: TLF 16/24) oder früher als Tanklöschfahrzeug 16 (kurz: TLF 16) bezeichnet, ist ein seit 2005 nicht mehr genormtes deutsches Feuerwehrfahrzeug, welches sowohl in Westdeutschland als auch in der DDR gebaut und verwendet wurde und zugleich das am weitesten verbreitete Tanklöschfahrzeug in Deutschland war. Es wurde als einziges Tanklöschfahrzeug - gemäß Norm - von einer Staffel besetzt und konnte somit bei herkömmlichen Brandeinsätzen als Erstangriffsfahrzeug eingesetzt werden. Da heute die meisten Löschgruppenfahrzeuge jedoch über eigene Wassertanks verfügen, ist dieses Konzept überflüssig geworden, so dass das TLF 16/25 schließlich durch das LF 20/16 ersetzt wurde. Das Tanklöschfahrzeug 16/25 war bei vielen Feuerwehren fester Bestandteil eines Löschzugs. Das Tanklöschfahrzeug 16/25 verfügte über einen Löschwasserbehälter mit einem Fassungsvermögen von 2400 Litern. Die Bezeichnung TLF 16/25 diente primär zur Unterscheidung vom TLF 16/24-Tr.

Seine feuerwehrtechnische Beladung zur Brandbekämpfung ähnelte stark der eines Löschgruppenfahrzeugs und umfasste auch zwei Atemschutzgeräte im Fahrzeugraum, die bereits während der Anfahrt angelegt werden können. Das Fahrzeug hatte eine zulässige Gesamtmasse von 12 Tonnen und konnte sowohl mit Allrad- als auch mit Straßenantrieb bezogen werden.

Tanklöschfahrzeug 16/45[Bearbeiten]

Tanklöschfahrzeug 16/45

Tanklöschfahrzeug 16/45

Fahrzeugdaten
Abkürzung: TLF 16/45
Land: Deutschland
Besatzung: 0/1/2/3
Feuerlöschpumpe: 16/8
Löschwasser: 4.200-5.000 Liter
Schaummittel: 0 Liter
Zul. Gesamtmasse: 12.000 Kilogramm
Antrieb: Allrad

Das Tanklöschfahrzeug 16/45 (kurz: TLF 16/45) ist ein nicht genormtes Großtanklöschfahrzeug, welches in den Bundesländern Brandenburg und Sachsen-Anhalt als Zwischenlösung zwischen TLF 16/25 und TLF 24/50 durch technische Richtlinien und Bauvorschriften definiert wurde und in diesen Ländern teilweise noch vorkommt.

Auf dem Fahrzeugdach befanden sich zudem ein Wasserwerfer und eine zweiteilige Steckleiter. Seine Besatzung bestand aus einem Trupp. Das Fahrzeug, welches speziell für die Bekämpfung von Waldbränden konzipiert war, war außerdem mit einer Schnellangriffseinrichtung ausgestattet. Um genügend Raum für den großen Tank zu bieten, verfügte das Fahrzeug nur über eine reduzierte Beladung zur Brandbekämpfung und zur Bewältigung sonstiger Einsätze in der Vegetation. Es war mit einem Allradantrieb ausgestattet und hatte eine zulässige Gesamtmasse von 12 Tonnen.

Tanklöschfahrzeug 20/40[Bearbeiten]

Tanklöschfahrzeug 20/40

Tanklöschfahrzeug 20/40

Fahrzeugdaten
Abkürzung: TLF 20/40
Land: Deutschland
Besatzung: 0/1/2/3
Feuerlöschpumpe: FPN 10-2000
Löschwasser: 4.000 Liter
Schaummittel: 6 x 20 Liter
Zul. Gesamtmasse: 14.000 Kilogramm
Antrieb: Allrad

Das Tanklöschfahrzeug 20/40 (kurz: TLF 20/40) war ein Großtanklöschfahrzeug und ersetzte das nicht mehr genormte Tanklöschfahrzeug 16/45. Zwischenzeitlich ist es in der Norm selbst durch das Tanklöschfahrzeug 4000 replaziert worden.

Auf dem Fahrzeugdach befinden sich ein kombinierter Schaum-Wasser-Werfer und eine vierteilige Steckleiter. Seine Beladung ist insbesondere auf die Bekämpfung von Vegetationsbränden ausgelegt und umfasst unter anderem auch Brandpatschen und Dunghacken. Ferner verfügt es über eine Motorsäge und Atemschutzgeräte. Zusätzlich kann es mit einer weitergehenden Beladung zur Löschschaumerzeugung und/oder einer Schnellangriffseinrichtung ausgestattet werden. Dieses Fahrzeug ist grundsätzlich mit Allradantrieb ausgestattet und hat eine zulässige Gesamtmasse von 14 Tonnen.

Tanklöschfahrzeug 20/40-SL[Bearbeiten]

Tanklöschfahrzeug 20/40-SL

Tanklöschfahrzeug 20/40-SL

Fahrzeugdaten
Abkürzung: TLF 20/40-SL
Land: Deutschland
Besatzung: 0/1/2/3
Feuerlöschpumpe: FPN 10-2000
Löschwasser: 4.000 Liter
Schaummittel: 500 Liter
Zul. Gesamtmasse: 18.000 Kilogramm
Antrieb: Allrad (empfohlen)

Das Tanklöschfahrzeug 20/40-Sonderlöschmittel (kurz: TLF 20/40-SL) war ein Großtanklöschfahrzeug und ersetzte das nicht mehr genormte Tanklöschfahrzeug 24/50 sowie sonstige nicht genormte Großtanklöschfahrzeuge. Inzwischen ist es in der Norm selbst durch das Tanklöschfahrzeug 4000 replaziert worden.

Es besitzt über 12 kg Löschpulver und 10 kg Kohlenstoffdioxid. Der Löschwasservorrat besitzt 4000 L, die Pumpenleistung liegt bei 2000 Litern pro Minute. Zusätzlich besitzt das Fahrzeug einen Schaummitteltank von 500 Litern. Auf dem Dach des Fahrzeuges ist ein Schaum-Wasser-Werfer montiert. Gegenüber dem TLF 20/40 hat es zudem eine weitergehende Beladung zur Löschschaumerzeugung, die es auch ermöglicht Einsatzstellen bei Brandgefahr durch ausgelaufenen Kraftstoff schnell einzuschäumen. Das Fahrzeug ist für die alltäglichen Brandbekämpfungsaufgaben von Feuerwehren ausgelegt und kann auch überörtlich zur Unterstützung bei Einsätzen auf Autobahnen oder bei Waldbränden zum Einsatz kommen. Es verfügt deshalb nicht zwingend über einen Allradantrieb, wenngleich dieser empfohlen wird. Seine charakteristische Gesamtmasse beträgt 16,5 Tonnen, seine zulässige Gesamtmasse jedoch 18 Tonnen, so dass der Benutzer genug Gewichtsreserve für eigene Anpassungen und eine zusätzliche Ausrüstung (wie zum Beispiel Pulverlöschanlage o.ä.) hat.

Tanklöschfahrzeug 24/50[Bearbeiten]

Tanklöschfahrzeug 24/50

Tanklöschfahrzeug 24/50

Fahrzeugdaten
Abkürzung: TLF 24/50
Land: Deutschland
Besatzung: 0/1/2/3
Feuerlöschpumpe: 24/8
Löschwasser: 4.800 Liter
Schaummittel: 500 Liter
Zul. Gesamtmasse: 17.000 Kilogramm
Antrieb: Allrad

Das Tanklöschfahrzeug 24/50 (kurz: TLF 24/50), mancherorts korrekter als Tanklöschfahrzeug 24/48 (kurz: TLF 24/48) bezeichnet, war das größte bisher genormte Großtanklöschfahrzeug. Es wurde 2005 in der Normung durch das TLF 20/40-SL ersetzt. Nach dem TLF 16/25 war es das am weitesten verbreitete Tanklöschfahrzeug. Es verfügte über einen auf dem Dach befindlichen Schaum-Wasser-Werfer mit einer Reichweite von 60 Metern. Im hinteren Bereich des Fahrzeugs war zudem eine Schnellangriffseinrichtung mit einem 30 oder 50 Meter langen Schlauch untergebracht. Seine Beladung mit geringem Umfang war vor allem auf die Unterstützung anderer Fahrzeuge und auf das Erzeugen größerer Mengen von Löschschaum ausgelegt. Zusätzlich konnte das Fahrzeug aber mit Motorsäge und Trennschleifer ausgerüstet werden. Aufgrund seiner Leistungsstärke war dieses Fahrzeug nicht nur bei größeren Freiwilligen Feuerwehren sehr beliebt, sondern auch im Fuhrpark nahezu jeder Berufs- und vieler Werkfeuerwehren enthalten. Es war mit einem Allradantrieb ausgestattet und hatte eine zulässige Gesamtmasse von 17 Tonnen.

Trockentanklöschfahrzeug 16[Bearbeiten]

Trockentanklöschfahrzeug 16

Fahrzeugdaten
Abkürzung: TroTLF 16
Land: Deutschland
Besatzung: 0/1/5/6
Feuerlöschpumpe: 16/8
Löschwasser: 1.800 Liter
Löschpulver: 750 Kilogramm
Schaummittel: 4 x 20 Liter
Zul. Gesamtmasse: 11.000 Kilogramm
Antrieb: Allrad

Das Trockentanklöschfahrzeug 16 (kurz: TroTLF 16) war, neben dem Trockenlöschfahrzeug 750, das einzige jemals genormte Sonderlöschmittelfahrzeug für Feuerwehren in Deutschland. Es war 20 Jahre lang von 1971 bis 1991 genormt und in vielen Werk- bzw. Betriebs- und Großstadtfeuerwehren anzutreffen. Heute wird es - sofern überhaupt noch existent - nur noch gelegentlich eingesetzt, vielerorts ist es jedoch durch ungenormte Fahrzeuge oder das TLF 4000 (mit entsprechender Zusatzbeladung Pulverlöschmittel) ersetzt worden. Wesentliches Merkmal dieses Fahrzeugs war ein 750 kg Löschpulver fassender Behälter, der an eine Pulverlöschanlage angeschlossen war. Mit dieser konnte das Löschpulver über zwei Schnellangriffsschläuche mit Pulverpistolen abgegeben werden.

Das 11 Tonnen schwere Fahrzeug wurde in der Regel von einer Staffel (6 Einsatzkräfte) besetzt und war rein auf die Brandbekämpfung ausgerichtet. Das Konzept zu einem solchen Fahrzeug wurde Anfang der 1960er Jahre in München entwickelt, als man die Notwendigkeit erkannte, verschiedene Löschmittel an einer Einsatzstelle bereitstellen zu können. Nachdem herkömmliche Löschfahrzeuge heute in der Regel mit verschiedenen Löschmitteln ausgerüstet sind, konnte die Norm dann 1991 im Zuge der damaligen Normvereinfachung zurückgenommen werden.

Tanklöschfahrzeuge in Österreich[Bearbeiten]

In Österreich werden als Tanklöschfahrzeuge Fahrzeuge mit einem Wassertank zwischen 500 und 4.000 Litern bezeichnet. Ab 4.000 Litern spricht man von einem Großtanklöschfahrzeug (GTLF), diese werden aber häufig auch als Universallöschfahrzeuge ausgeführt. Tanklöschfahrzeuge werden mit einer Mannschaft von 1:6 besetzt. Tanklöschfahrzeuge mit Truppbesatzung (1:2) hingegen werden heute praktisch nicht mehr gebaut. Bei Feuerwehren mit großen Industrieanlagen im Einsatzbereich sowie auch bei der Berufsfeuerwehr Wien finden sich Universallöschfahrzeuge (ULF). Sie verfügen über die Löschmittel Wasser, Schaum und Pulver. Seltener sind größere Ausführungen mit über 4.000 Liter Wasser.

Die taktische Bezeichnung entspricht dem Tankvolumen, indem man von einem TLF 1000 oder einem TLF 2000 spricht. TLFA 2000/200 wäre ein Beispiel für die taktische Bezeichnung eines Tanklöschfahrzeuges mit Allradantrieb und 2.000 l Wasser-, sowie 200 l Schaummitteltank. Ein ULFA 2000/200/150 verfügt zusätzlich über 150 kg Pulver.

Mit einer zusätzlichen technischen Ausrüstung wird ein Tanklöschfahrzeug zu einem Rüstlöschfahrzeug (RLF, Besatzung 1:8), wobei die Brandschutzausrüstung nur geringfügig reduziert ist - die Standardausführung des RLFA 2000 wird auf Fahrgestellen aufgebaut, welche auch für einen 4.000 Liter-Wassertank Platz bieten würden. Dieser Freiraum von 2m³ zwischen den Geräteräumen 1 und 2 (unmittelbar hinter der Mannschaftskabine) wird für die zusätzliche technische Ausrüstung genützt. RLFA 2000 sind in ganz Österreich aufgrund von großen Beschaffungsaktionen sehr verbreitet und haben in vielen Feuerwehren oft ein TLF sowie ein (Klein-)Rüstfahrzeug abgelöst und somit zu einer Verkleinerung des Fuhrparks beigetragen. Vielfach statten Feuerwehren neue Tanklöschfahrzeuge aufgrund einerseits der durch moderne Aufbautechnologien vorhandenen Platz- und Gewichtsreserven andererseits durch verschiedene Subventionsbestimmungen zusätzlich mit technischem Gerät, inklusive Rahmenseilwinde und hydraulischem Rettungsgerät aus und erhalten somit versteckte Rüstlöschfahrzeuge, welche dann für beide Einsatzarten geeignet sind.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Normenausschuss Feuerwehrwesen (FNFW)
  2. TLF 8/18 bzw. TLF 8 W der FF Filsum
  3. a b TLF 8/18 der FF Schöndorf
  4. TLF 8/18 der FF Michelbach

Literatur[Bearbeiten]

  • Hamilton: Handbuch für den Feuerwehrmann. Boorberg-Verlag, ISBN 3-415-01705-2
  • Wolfgang Jendsch: Moderne Feuerwehrfahrzeuge aus aller Welt. Motorbuch Verlag 2009, ISBN 978-3-613-03030-5
  • Wolfgang Jendsch: Feuerwehren - Spezialfahrzeuge aus aller Welt. Motorbuch Verlag 2006, ISBN 978-3-613-02601-8
  • Wolfgang Jendsch: Die Feuerwehr heute (Kap. 3: Fahrzeugtechnik der Feuerwehr). Motorbuch Verlag 2008, ISBN 978-3-613-02942-2
  • Cimolino, Zawadke: Einsatzfahrzeuge für Feuerwehr und Rettungsdienst (Typen). Ecomed Sicherheit, ISBN 3-609-68667-7

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tanklöschfahrzeug – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien