Tann (Rhön)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Tann (Rhön)
Tann (Rhön)
Deutschlandkarte, Position der Stadt Tann (Rhön) hervorgehoben
50.64194444444410.022777777778371Koordinaten: 50° 39′ N, 10° 1′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Kassel
Landkreis: Fulda
Höhe: 371 m ü. NHN
Fläche: 60,45 km²
Einwohner: 4430 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 73 Einwohner je km²
Postleitzahl: 36142
Vorwahl: 06682
Kfz-Kennzeichen: FD
Gemeindeschlüssel: 06 6 31 023
Stadtgliederung: 10 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktplatz 9
36142 Tann (Rhön)
Webpräsenz: www.tann-rhoen.de
Bürgermeister: Mario Dänner (parteilos)
Lage der Stadt Tann (Rhön) im Landkreis Fulda
Eiterfeld Burghaun Rasdorf Hünfeld Nüsttal Bad Salzschlirf Großenlüder Fulda Petersberg (Hessen) Hofbieber Tann (Rhön) Hilders Dipperz Künzell Poppenhausen (Wasserkuppe) Ehrenberg (Rhön) Gersfeld (Rhön) Ebersburg Eichenzell Kalbach Flieden Hosenfeld Neuhof (bei Fulda) Main-Kinzig-Kreis Bayern Thüringen Landkreis Hersfeld-Rotenburg VogelsbergkreisKarte
Über dieses Bild

Tann (Rhön) ist eine Stadt im Landkreis Fulda in Osthessen, Deutschland.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Biosphärenreservat

Der staatlich anerkannte Luftkurort Tann (Rhön) liegt im mittleren Tal der Ulster in der hessischen Rhön, auf etwa 370 m ü. NN. Westlich fließt die Ulster an der Stadt vorbei. Jenseits der Ulster steigt das Gelände zum Habelberg (718,5 m ü. NN) an. Östlich der Ulster liegt der Altstadtbereich von Tann. Die neueren Teile von Tann dehnen sich nördlich und südlich der Altstadt im Flusstal aus und ziehen sich an den westlichen Hängen des Josberges (etwa 510 m ü. NN) hoch. Der Josberg ist ein Sporn des Engelsberges (724 m ü. NN).

Der niedrigste Punkt innerhalb der Stadtgemarkung liegt mit einer Höhe von etwa 313 m ü. NN nordwestlich der Stadt, in der Ulsteraue bei Sinswinden. Der höchste Punkt ist der 726 m ü. NN hohe Dadenberg, etwa drei Kilometer östlich der Stadt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Tann grenzt im Norden an die Gemeinden Schleid und Rockenstuhl im thüringischen Wartburgkreis, im Osten an die Gemeinden Andenhausen, Empfertshausen und Klings (alle drei ebenfalls im Wartburgkreis) sowie an die Gemeinden Kaltenwestheim und Unterweid im thüringischen Landkreis Schmalkalden-Meiningen. Im Süden liegt die Gemeinde Hilders und im Westen Hofbieber (beide im Landkreis Fulda).

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Neben der Kernstadt Tann (mit den Weilern Schweidhof, Friedrichshof und der Hasenmühle) gibt es folgende Stadtteile:

Beschriftetes Panorama von Tann, aufgenommen vom unteren Osthang des Habelberges

Geschichte[Bearbeiten]

Stadttor (erbaut 1557–1563)

Über die ersten Besiedlungen im Bereich der heutigen Stadt Tann gibt es keine urkundlichen Unterlagen. Der Name “Thann”, ursprünglich mit “Th” geschrieben, soll auf irische Mönche zurückzuführen sein, die bereits in der Zeit vor Bonifatius den Altgau Buchonia, das Buchenland, wie die zu dieser Zeit noch ausschließlich mit Buchen bestandene Rhön damals hieß, gekommen waren, um das Christentum zu lehren. Das würde bedeuten, dass es diese, von den Mönchen Thonn genannte Siedlung, bereits um die Wende des sechsten zum siebten Jahrhundert gegeben haben muss.

Auch der Name “Ulster” soll auf die Mönche zurückzuführen sein, die das in ihrer Siedlung vorbeifließende Gewässer nach ihrer Heimatprovinz in Nordirland benannt haben sollen.

Tann wurde 1197 erstmals als Stadt erwähnt. Die erste Burganlage der Freiherren von der Tann wurde im 11. oder 12. Jahrhundert erbaut. Die Marktrecht erhielt die Stadt im Jahr 1541. Die Stadt gehörte zur ritterschaftlichen Herrschaft derer von und zu der Tann, die 1656 Reichsritter wurden und zum Fränkischen Ritterkreis gehörten, und wurde von Eberhard von der Tann im 16. Jahrhundert befestigt, um sie während der bewaffneten Auseinandersetzungen mit dem Äbten von Fulda über Religion und Lehensbeziehungen besser sichern zu können. Die ab 1815 im späteren Unterfranken gelegene Stadt wurde, wie auch Bad Orb, nach dem Deutsch-Deutschen Krieg 1866 vom siegreichen Preußen annektiert und gehört heute zum Bundesland Hessen. Im Jahr 1879 zerstörte ein Stadtbrand große Teile der mittelalterlichen Bebauung.

Seit dem Wegfall der innerdeutschen Grenze, die über 40 Jahre lang das Stadtgebiet halbinselförmig einschnürte, liegt Tann (Rhön) wieder mitten im Herzen Deutschlands.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 31. Dezember 1971 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Günthers und Lahrbach eingegliedert. Am 1. April 1972 kam Hundsbach hinzu. Habel, Neuschwambach, Neuswarts, Schlitzenhausen und Theobaldshof folgten am 1. August 1972.[2]

Religionen[Bearbeiten]

Rhönlandschaft bei Tann (Ansicht von Nordosten / Schlitzenhausen)

Tann ist seit der Einführung der Reformation durch Eberhard von der Tann in den 1530er-Jahren evangelisch. Eberhard von der Tann hatte Martin Luther in Wittenberg kennengelernt und war dessen Freund geworden.

Kirchen

  • Tann: Stadtkirche, erbaut 1889, mit ca. 1.200 Plätzen; und Niklaskirche, erbaut 1745, hauptsächlich als Friedhofskirche, aber auch als Winterkirche genutzt;
  • Habel (Tann): erbaut 1782;
  • Neuswarts: erbaut 1770–1780;
  • Theobaldshof/Knottenhof: erbaut 1963.

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2011
 %
50
40
30
20
10
0
43,2 %
29,5 %
18,9 %
8,4 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2006
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
+3,0 %p
-3,9 %p
± 0,0 %p
+0,9 %p

Stadtverordnetenversammlung[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 27. März 2011 ergab folgende Sitzverteilung (mit Vergleichswerten zur Wahl 2006):

Parteien und Wählergemeinschaften %
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 43,2 10 40,2 9
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 29,5 7 33,4 8
UWG Unabhängige Wählergemeinschaft Tann 18,9 4 18,9 4
FDP Freie Demokratische Partei 8,4 2 7,5 2
Gesamt 100 23 100 23
Wahlbeteiligung 61,3 % 57,8 %

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • Karl Hilgen (SPD) bis 1983,
  • Wolfgang Schwake (CDU) bis 1989,
  • Dieter Herchenhan (SPD) bis 2001,
  • Markus Meysner (CDU) bis 2013,[3]
  • Mario Dänner (parteilos) seit 2013[4][5]

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen der Stadt Tann (Rhön) zeigt in Gold eine bewurzelte grüne Tanne. Der einseitige Probeabschlag der bayerischen Bürgermeistermedaille für Tann (Rhön) von 1820 aus dem Bayerischen Hauptstaatsarchiv in München zeigt das Stadtwappen mit der Tanne.

Städtepartnerschaft[Bearbeiten]

Eine Städtepartnerschaft besteht mit Kaltennordheim (Verwaltungsgemeinschaft Oberes Feldatal in Thüringen).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Schlossbrunnen
Gelbes Schloss
Rotes Schloss
Blaues Schloss
„Elf-Apostel-Haus“ im Zentrum

1999 kürten die Zuschauer und Zuhörer des Hessischen Rundfunks Tann (Rhön) zum beliebtesten Ferienort Hessens, 2007 errang Tann den 14. Platz der beliebtesten Orte Deutschlands im ZDF von 1000 Orten, die sich beworben hatten.

  • Das Tanner Grenzmuseum, die Ausstellung Informationsstelle ehemalige Grenze zur DDR wurde bereits 1987 durch das Zollgrenzkommissariat eingerichtet, , damals noch unter dem Namen Informationsstelle Grenze zur DDR.
  • Das Museumsdorf errang in der Sendung Die beliebtesten Sehenswürdigkeiten Hessens im Hessischen Fernsehen (2007) den dritten Platz

Bauwerke[Bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • In Tann kann man Stadtrundfahrten auf dem Segway machen
  • Maimarkt (erstes Maiwochenende)
  • Johannismarkt (Wochenende vor dem 24. Juni)
  • Geriethfest (erster Sonntag im Juli)
  • Wirtefest (zweiter Sonntag im September)
  • Allerheiligenmarkt (1. November)
  • Weihnachtsmarkt/Klasmarkt (dritter Donnerstag im Dezember)
  • Tanner Musiksommer (im Zeitraum Mai bis September)
  • Straßenmal-Festival Via Pictura (August)

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Tann liegt an der Bundesstraße 278. Durch seine geographische Lage im ehemaligen „Zonenrandgebiet“ war Tann wirtschaftlich bis 1990 sehr regional geprägt. Dadurch sind in Tann kleine und mittlere Firmen an der Tagesordnung. Die bedeutendsten Unternehmen in Tann sind das Diakonie Zentrum, das Bauunternehmen Fleischmann, das Sägewerk Schmidt sowie das Unternehmen Gleisbau Kaiser. Durch die regionale Entwicklung nach der Wiedervereinigung arbeitet heute der Großteil der Tanner Bevölkerung in Fulda.

Radwanderwege[Bearbeiten]

Durch die Stadt führen folgende Radwanderwege:

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt
Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben
  • Eberhard von der Tann (1495–1574), kursächsischen Rat und Regent der Herrschaft Tann; führte dort 1534 die Reformation ein
  • Johann Michael Bach III (1745–1820), Mitglied der berühmten Musikerfamilie; wirkte hier als Kirchenmusiker von 1786 bis etwa 1795
  • Sebastian Kehl (* 1980 in Fulda), im Stadtteil Lahrbach aufgewachsen, Fußballprofi (Borussia Dortmund)
  • Marilena (* 1997 in Fulda), in Tann aufgewachsen, Volksmusik-Sängerin

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 394 und 395.
  3. Tanner Archiv: Die guten alten Zeiten
  4. http://www.tann-rhoen.de/content/attachments/Endgueltiges_Wahlergebnis_1.pdf
  5. Osthessen-News 21. Januar 2013: „Wir machen den Weg frei“ – Mario DÄNNER (36) am Ziel: neuer Bürgermeister

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tann (Rhön) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Tann (Rhön) – Reiseführer