Tanout

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Stadtgemeinde Tanout
Stadtgemeinde Tanout (Niger)
Stadtgemeinde Tanout
Stadtgemeinde Tanout
Koordinaten 14° 58′ N, 8° 54′ O14.9702777777788.8916666666667Koordinaten: 14° 58′ N, 8° 54′ O
Basisdaten
Staat Niger

Region

Zinder
Departement Tanout
Einwohner 129.824 (2010)

Tanout ist eine Stadtgemeinde und der Hauptort des gleichnamigen Departements Tanout in Niger.

Geographie[Bearbeiten]

Tanout liegt am Rand der Ténéré-Wüste. Die Gegend um die Stadt zählt zu den trockensten von Menschen bewohnten Gebieten. Während in der Vergangenheit die Landschaft um Tanout durch Savanne geprägt war, ist nunmehr die Wüste bestimmend. Die Nachbargemeinden sind Tenhya im Norden, Alakoss im Osten, Wamé im Südosten, Olléléwa im Südwesten und Gangara im Westen.

Das Stadtgebiet ist in acht Stadtviertel, 192 administrative Dörfer, 137 traditionelle Dörfer, 59 Weiler, zwei Lager und 14 Wasserstellen gegliedert. Die Stadtviertel heißen Administratif, Dan Bouzoua, Dan Yari, Hamidan, Issakou, N’Wala, Sahara und Zongon Capitaine.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

1902 richtete die französische Kolonialverwaltung einen Kanton in der Region ein, dessen Hauptort 1915 Tanout wurde. Ab 1915 war Tanout auch der Sitz eines französischen Militärkommandos, das allerdings bereits 1918 auf den Status eines einfachen Militärpostens reduziert wurde. Die Zivilverwaltung im Ort wurde 1925 eingeführt.[2] Tanout wurde 1960 der Hauptort des Bezirks Tanout,[3] aus dem 1964 das Arrondissement Tanout[4] und 1998 das Departement Tanout hervorging.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Kinder in Tanout

Bei der Volkszählung 1977 hatte Tanout 5.460 Einwohner, bei der Volkszählung 1988 11.595 Einwohner und bei der Volkszählung 2001 14.101 Einwohner.[5] Für das Jahr 2010 wurden, nach einer Vergrößerung des Stadtgebiets, 129.824 Einwohner berechnet.[6] In Tanout leben Angehörige der vor allem Agropastoralismus betreibenden Kanuri-Untergruppe Dagra sowie der auf Fernweidewirtschaft spezialisierten Fulbe-Untergruppen Katchinanko’en und Wodaabe und Tuareg-Untergruppen Ibawadan, Ichiriffen, Ifadalan, Igdallan, Imdan, Imouzgou, Imuzzurag, Inesseliman, Iwillimiden, Kel Ates, Kel Tanat und Kelwilli. Vor allem Karawanenhandel betreiben die Angehörigen der Tuareg-Untergruppe Izayaken.[7]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Landwirtschaftlich ist die Region nur für gegen Trockenheit unempfindliche Pflanzen nutzbar. In der näheren Umgebung der Stadt werden Hirse und Durra angebaut. Tanout ist der Sitz eines Tribunal d’Instance, eines der landesweit 30 Zivilgerichte, die unterhalb der zehn Zivilgerichte der ersten Instanz (Tribunal de Grande Instance) stehen.[8] Die Stadt liegt an der Nationalstraße 11, die den Ort mit den Regionalhauptstädten Agadez und Zinder verbindet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tanout – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Répertoire National des Communes (RENACOM). Website des Institut National de la Statistique, abgerufen am 8. November 2010.
  2. Edmond Séré de Rivières: Histoire du Niger. Berger-Levrault, Paris 1965, S. 256–257.
  3. Edmond Séré de Rivières: Histoire du Niger. Berger-Levrault, Paris 1965, S. 19.
  4. Edmond Séré de Rivières: Histoire du Niger. Berger-Levrault, Paris 1965, S. 275.
  5. bevoelkerungsstatistik.de: Seite nicht mehr abrufbar, Suche im Webarchiv:[1] [2] Vorlage:Toter Link/bevoelkerungsstatistik.deTanout, abgerufen am 11. Januar 2012.
  6. Institut Nationale de la Statistique du Niger (Hrsg.): Annuaire statistique des cinquante ans d’indépendance du Niger. Niamey 2010 (Online-Version; PDF; 3,1 MB), S. 57.
  7. Ministère de l’élevage et des industries animales / République du Niger (Hrsg.): La mobilité pastorale dans la Région de Zinder. Stratégies et dynamisme des sociétés pastorales. Niamey 2009 (Online-Version; PDF; 11,3 MB), S. 31–33.
  8. Bachir Talfi: Note sur l’organisation judiciaire. Website des nigrischen Justizministeriums, abgerufen am 24. September 2012.