Tantum ergo

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sakramentale Andacht in einem niederländischen Karmelitenkloster

Der Hymnus Tantum ergo umfasst die letzten beiden Strophen des vom hl. Thomas von Aquin verfassten Hymnus Pange lingua.

Der Hymnus besingt das allerheiligste Altarssakrament, in dem katholische Christen den Leib Christi verehren, und wird meist vor dem sakramentalen Segen bei der eucharistischen Anbetung gesungen. Häufig schließt sich dann ein Versikel und als Oration das Tagesgebet von Fronleichnam an, das von dem Priester oder Diakon gesungen wird, der den Segen spendet.

Der hl. Thomas schrieb mehrere eucharistische Hymnen, so Lauda Sion, das beim Fronleichnamsfest als Sequenz gesungen wird, Adoro te devote und O salutaris hostia.

Tantum ergo (12. Jahrhundert)

Hymnus

Lateinisch

Deutsch (Heinrich Bone, 1847)

neue Übertragung

Tantum ergo sacramentum
veneremur cernui,
et antiquum documentum
novo cedat ritui.
praestet fides supplementum
sensuum defectui.

Kommt und lasst uns tief verehren
ein so großes Sakrament,
dieser Bund wird ewig währen,
und der alte hat ein End.
Unser Glaube soll uns lehren,
was das Auge nicht erkennt.

Sakrament der Liebe Gottes:
Leib des Herrn, sei hoch verehrt,
Mahl, das uns mit Gott vereinigt,
Brot, das unsre Seele nährt,
Blut, in dem uns Gott besiegelt
seinen Bund, der ewig währt.

Genitori genitoque
laus et jubilatio.
Salus, honor, virtus quoque
sit et benedictio!
Procedenti ab utroque
compar sit laudatio!
Amen.

Gott dem Vater und dem Sohne
sei Lob, Preis und Herrlichkeit
mit dem Geist im höchsten Throne,
eine Macht und Wesenheit!
Singt in lautem Jubeltone:
Ehre der Dreieinigkeit!
Amen.[1]

Lob und Dank sei Gott dem Vater,
der das Leben uns verheißt,
seinem Wort, dem ewgen Sohne,
der im Himmelsbrot uns speist;
auch der Born der höchsten Liebe
sei gelobt, der Heilge Geist.
Amen.[2]

Versikel

Lateinisch

Deutsch

V: Panem de caelo praestitisti eis.
A: Omne delectamentum in se habentem.

V: Brot vom Himmel hast du uns gegeben.
A: Das alle Erquickung in sich birgt.

Oration

Lateinisch

Deutsch

V: Oremus. Deus, qui nobis sub sacramento mirabili passionis tuae memoriam reliquisti: tribue, quaesumus, ita nos corporis et sanguinis tui sacra mysteria venerari, ut redemptionis tuae fructum in nobis jugiter sentiamus. Qui vivis et regnas in saecula saeculorum.
A: Amen.

V: Lasset uns beten. Herr Jesus Christus, im wunderbaren Sakrament des Altares hast du uns das Gedächtnis deines Leidens und deiner Auferstehung hinterlassen. Gib uns die Gnade, die heiligen Geheimnisse deines Leibes und Blutes so zu verehren, dass uns die Frucht der Erlösung zuteilwird. Der du lebst und herrschest in Ewigkeit.
A: Amen.

Wichtige Vertonungen[Bearbeiten]

Im Gotteslob (1975) finden sich wie auch im neuen Gotteslob (2013) zum Tantum ergo die Choralmelodie und eine Liedfassung (Luxemburg 1768). Das Gotteslob (1978) bot eine Übertragung ins Deutsche von Friedrich Dörr und von Maria Luise Thurmair (Nr. 542 bzw. 544), das Gotteslob (2013) neben der von Friedrich Dörr eine Version von Liborius Lumma (Nr. 495 bzw. 493).

Das Tantum ergo wurde vielfältig vertont, unter anderem von

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gotteslob, Ausgabe für das Erzbistum Köln, Nr. 937, nach Heinrich Bone
  2. Übertragung: Friedrich Dörr 1970 in: Gotteslob, Gesamtausgabe, Nr. 542