Tantum ergo
Der Hymnus Tantum ergo umfasst die letzten beiden Strophen des vom hl. Thomas von Aquin verfassten Hymnus Pange lingua.
Der Hymnus besingt das allerheiligste Altarssakrament, in dem katholische Christen den Leib Christi verehren, und wird meist vor dem sakramentalen Segen bei der eucharistischen Anbetung gesungen. Häufig schließt sich dann ein Versikel und als Oration das Tagesgebet von Fronleichnam an, das von dem Priester oder Diakon gesungen wird, der den Segen spendet.
Der hl. Thomas schrieb mehrere eucharistische Hymnen, so Lauda Sion, das beim Fronleichnamsfest als Sequenz gesungen wird, Adoro te devote und O salutaris hostia.
Hymnus
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Lateinisch |
Deutsch (Heinrich Bone, 1847) |
neue Übertragung |
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Tantum ergo sacramentum |
Kommt und lasst uns tief verehren |
Sakrament der Liebe Gottes: |
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Genitori genitoque |
Gott dem Vater und dem Sohne |
Lob und Dank sei Gott dem Vater, |
Versikel
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Lateinisch |
Deutsch |
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V: Panem de caelo praestitisti eis. |
V: Brot vom Himmel hast du uns gegeben. |
Oration
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Lateinisch |
Deutsch |
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V: Oremus. Deus, qui nobis sub sacramento mirabili passionis tuae memoriam reliquisti: tribue, quaesumus, ita nos corporis et sanguinis tui sacra mysteria venerari, ut redemptionis tuae fructum in nobis jugiter sentiamus. Qui vivis et regnas in saecula saeculorum. |
V: Lasset uns beten. Herr Jesus Christus, im wunderbaren Sakrament des Altares hast du uns das Gedächtnis deines Leidens und deiner Auferstehung hinterlassen. Gib uns die Gnade, die heiligen Geheimnisse deines Leibes und Blutes so zu verehren, dass uns die Frucht der Erlösung zuteilwird. Der du lebst und herrschest in Ewigkeit. |
Wichtige Vertonungen [Bearbeiten]
Im Gotteslob (1975) finden sich wie auch im neuen Gotteslob (2013) zum Tantum ergo die Choralmelodie und eine Liedfassung (Luxemburg 1768). Das Gotteslob (1978) bot eine Übertragung ins Deutsche von Friedrich Dörr und von Maria Luise Thurmair (Nr. 542 bzw. 544), das Gotteslob (2013) neben der von Friedrich Dörr eine Version von Liborius Lumma (Nr. 495 bzw. 493).
Das Tantum ergo wurde vielfältig vertont, unter anderem von
- Benedetto Marcello, sechsstimmig, vor 1740
- Déodat de Séverac, Tantum Ergo (1920)
- Joseph Haydn, Hob XXIIIa:C9.; Hob XXIIIc:B5; Hob XXIIIc:B6; Hob XXIIIc:C5-13
- Wolfgang Amadeus Mozart, Tantum ergo in B, KV 142
- José Antonio Caro de Boesi, Tantum ergo (1781)
- José Francisco Velásquez der Jüngere, Tantum ergo (1798)
- Franz Schubert, Tantum ergo für Chor, Orchester und Solisten (1821) und Tantum ergo für Vokalsolisten, Chor und großes Orchester (ohne Flöten) in Es-Dur, D 962 (1828)
- Georg Valentin Röder, acht Vertonungen des Tantum ergo (op. 51)
- Gioachino Rossini, Tantum ergo (1824 und 1847)
- Anton Bruckner, Tantum ergo, WAB 42 (1848)
- Louis Vierne, Tantum ergo, für Orgel, op. 2 (1891)
- Charles Marie Widor, Tantum ergo für Bariton, gemischten Chor und Orgel
- Marcel Dupré, Tantum ergo, 3. Motette in: Quatre Motets, (op.9, 1916)
- Heinrich Hagleitner, Tantum Ergo für Orgel und gemischten Chor (1926)
- Jehan Ariste Alain, Tantum ergo für Sopran, Bariton und Orgel, JA 140 (1938)
- Jean Langlais, Tantum ergo, 8 voix mixtes et orgue (Schola Cantorum) (1940)
- Bernd Alois Zimmermann, Tantum ergo (1947)
- Maurice Duruflé, Tantum ergo in den Quatre Motets sur des Thèmes Grégoriens op. 10 für Chor a capella (1960).
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Gotteslob, Ausgabe für das Erzbistum Köln, Nr. 937, nach Heinrich Bone
- ↑ Übertragung: Friedrich Dörr 1970 in: Gotteslob, Gesamtausgabe, Nr. 542