Tapferkeits- und Verdienstauszeichnung für Angehörige der Ostvölker

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II. Klasse mit Schwertern - Silber
Bandschnalle (Avers)
„Tapferkeits- und Verdienstauszeichnung für Angehörige der Ostvölker“ mit Schwertern, 2. Klasse in Silber (Replica)
DEU Ostvolk Medal 2Kl Gold BAR.svg
2. Klasse in Gold
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2. Klasse in Silber
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2. Klasse in Bronze

Interimsspangen

Bronislaw W. Kaminski an dessen Waffenrock die I. Klasse der Auszeichnung unter dem EK1 erkennbar ist

Die Tapferkeits- und Verdienstauszeichnung für Angehörige der Ostvölker war eine deutsche Militärauszeichnung während des Zweiten Weltkriegs. Der Orden wurde an die Angehörigen der slawischenHilfsvölker“ verliehen, die im Sinne der nationalsozialistischen Rassenideologie als unwürdig galten, die gleichen Auszeichnungen wie die deutschen Soldaten der Wehrmacht zu erhalten. Letztere konnten den Orden als „Erinnerungsabzeichen“ erhalten, sofern sie sie als Kader- und Führungspersonal von „Ostvolk-Einheiten“ dienten.

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten]

Nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion 1941 hatten sich zahlreiche Einheimische sowie Überläufer der Roten Armee freiwillig zum „Kampf gegen den Bolschewismus“ gemeldet. Mit zunehmender Länge des Krieges griffen Wehrmacht, Polizei, Waffen-SS oder Organisation Todt verstärkt auf dieses beachtliche Reservoir zu. Viele dieser gemäß der NS-Rassenideologie als „slawische Untermenschen“ eingestuften Freiwilligen wurden als „Hiwis“ beschäftigt. Gleichzeitig wurden geschlossene bewaffnete Einheiten, meist in Bataillonsstärke, aufgestellt.

Damit entstand die Notwendigkeit, die im deutschen Hilfsdienst stehenden Angehörigen der „Ostvölker“ im Falle vorbildlicher Pflichterfüllung öffentlich auszuzeichnen. Adolf Hitler verwehrte ihnen jedoch deutsche Auszeichnungen, wie etwa das Eiserne Kreuz (EK) oder das Kriegsverdienstkreuz. Stattdessen stiftete er durch Verordnung vom 14. Juli 1942 die Tapferkeits- und Verdienstauszeichnung für Angehörige der Ostvölker.

Von Hitler nur widerwillig gestattet wurde die Verleihung an deutsche Soldaten, und dann auch nur als „Erinnerungsabzeichen“. Der dazu berechtigte Kreis sollte auf deutsches Führungs- und Kaderpersonal von „Ostvolk-Einheiten“ beschränkt bleiben. Voraussetzung für den Erhalt der Tapferkeitsauszeichnung war der Besitz des Eisernen Kreuzes, und zwar des EK II. für die II. Klasse in Silber der „Ostvolk“-Auszeichnung sowie des EK I. für die I. Klasse in Silber. Betreffend der Verleihung der Verdienstauszeichnung galt seit Anfang 1944 eine ähnliche Bestimmung für die deutschen Inhaber des Kriegsverdienstkreuzes.

Ordensstufen und -klassen[Bearbeiten]

Der Orden ist in zwei Klassen unterteilt, wobei die I. Klasse als Steckkreuz in zwei Stufen (Gold, Silber), die II. Klasse am Band in drei Stufen (Gold, Silber, Bronze) unterteilt ist.

Die Stufen der II. Klasse konnten bis zu drei Mal verliehen werden.

Aussehen der Auszeichnung[Bearbeiten]

Die Auszeichnung hat die Gestalt eines achtspitzigen Strahlenkreuzes. Die Mitte schmückt ein sechsschenkliges, gegen den Uhrzeigersinn laufendes Sonnenrad in Form einer Rosette. Die Tapferkeitsauszeichnung gelangte mit zwei in den Strahlenkranz eingefügten Schwertern zur Ausgabe, die Verdienstauszeichnung ohne. Die dazugehörige Urkunde titelte, je nach Verleihungsanlass, entweder Tapferkeitsauszeichnung für Angehörige der Ostvölker oder Verdienstauszeichnung für Angehörige der Ostvölker; es folgte die Angabe über die verliehene Klasse und Stufe.

Das Ordensband der II. Klasse in Bronze ist grasgrün. Die Version der II. Klasse in Silber hat zudem zwei weiße Randstreifen [siehe Abbildung], während die Version der II. Klasse in Gold zudem mit zwei roten Randstreifen versehen ist. Das Band der Tapferkeitsauszeichnung hat an der Feldschnalle zusätzlich zwei aufgelegte gekreuzte Schwerter; der Verleihungsstufe folgend in Gold, Silber oder Bronze.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Rolf Michaelis: Die Tapferkeits- und Verdienstauszeichnung für Angehörige der Ostvölker (= Deutsche Auszeichnungen 5). Leonidas-Verlag, Barsinghausen 2007, ISBN 978-3-940504-10-4.