Taqwim es-sihha

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Arabische Handschrift, 14. Jahrhundert

Taqwim es-sihha (dt.: Tabellarische Übersicht der Gesundheit, arabisch ‏تقويم الصحة‎) ist das bekannteste Werk des orientalisch christlichen Arztes Ibn Butlan. Es entstand in arabischer Sprache in Antiochien vor 1064. Unter dem lateinischen Titel Tacuinum sanitatis in medicina gibt es zahlreiche gekürzte illustrierte Fassungen.

Geschichte und Inhalt[Bearbeiten]

Ibn Butlan schrieb das Werk in seinen letzten Lebensjahren in einem Kloster in Antiochien. Es umfasst 40 Seiten zu sieben Objekten, also insgesamt zu 280. Die Hälfte einer Doppelseite nimmt eine Übersichtstabelle ein und auf der gegenüberliegenden befinden sich weitere Erläuterungen, zum Teil auch von anderen Autoren. Ibn Butlan beurteilt gemäß der antiken Humoralpathologie verschiedene Genuss- und Nahrungsmittel, wie z. B. Wein, Kamelfleisch, Melonen, Quitten etc., außerdem Gegebenheiten der Umwelt, wie die Jahreszeiten, den Nord- und den Südwind und die gesundheitlichen Auswirkungen heißer, kalter bzw. gemäßigter Weltgegenden. Weiters abgehandelt werden Kleidung, Musik und Tanz, Schlaf etc.[1]

Fassungen[Bearbeiten]

Tabelle aus der deutschen Ausgabe (1533)

Es sind bis heute neun arabische und siebzehn lateinische Handschriften überliefert. Die lateinische Übersetzung, die auch den illustrierten Fassungen zugrunde liegt, entstand im 13. Jahrhundert im Auftrag König Manfreds von Sizilien. In die ersten Drucke wurde die Tabellenform übernommen, die in den illustrierten mittelalterlichen Handschriften fehlt. Die lateinische Fassung erschien gedruckt 1531 bei Hans Schott in Straßburg, eine deutsche (übersetzt von Michael Herr) folgte 1533. Die Schott-Drucke enthalten außerdem noch zwei weitere aus dem Arabischen übersetzte medizinische Werke: Albengnefit, De virtutibus Medicinarum et Ciborum und Iac: Alkindus, De rerum gradibus.[1][2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Tacuinum sanitatis in medicina, (Glanzlichter der Buchkunst). Graz: Akademische Druck- und Verlagsanstalt 2004 ISBN 3-201-01831-7 S. 7ff. Kommentar von Franz Unterkircher (Name, Anlage und Verfasser des vollständigen Werkes)
  2. medgesch.uni-hd.de aufgerufen am 27. April 2011

Weblinks[Bearbeiten]