Tarakan (Stadt)

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3.35117.56666666667Koordinaten: 3° 21′ N, 117° 34′ O

Karte: Indonesien
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Tarakan
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Indonesien
Junge Dayak, 1920.

Tarakan ist eine Stadt auf einer gleichnamigen kleinen Insel Tarakan, vorgelagert dem indonesischen Teil der Insel Borneo (seit der Unabhängigkeit Indonesiens Kalimantan genannt). Auf der Nordostseite Kalimantans gelegen, gehört die Stadt zu Kalimantan Utara (Nordborneo). Die Stadt liegt an der Küste zur Celebessee, knapp 50 km südlich der Grenze zum malaysischen Bundesstaat Sabah.

Kalimantan, das im Wesentlichen von seinen Ölreserven und von Holzwirtschaft lebt, findet mit Tarakan eine Industriestadt, die sich besonders an der Ölwirtschaft orientiert. Sie folgt damit den Beispielen der Städte und Regionen um Balikpapan, Bontang oder auch Tanjung. Stadt und Landschaft sind von dieser Vorgabe geprägt und deshalb auch wichtiger Warenverkehrsknotenpunkt im Land. Weiterhin wird in wesentlich geringerem Ausmaß noch Erdgas gewonnen. Der Abtransport der Erzeugnisse bereitet insoweit noch Probleme, als zahlreiche logging roads (Schneisen zum Abtransport von Holz) der Ölwirtschaft kaum dienen können, Pläne für eine brauchbare Infrastruktur allerdings rar sind. Der Trans-Kalimantan-Highway ließe sich zwar planen, aber unter den gegebenen Umständen schwer realisieren.

Die Gegend ist dünn besiedelt. Vornehmlich finden sich etliche malaiische Volksgruppen, Chinesen und Dayak.

Ein Teil der Stadt liegt auf Pfählen, die ins Meer reichen, beziehungsweise in den Fluss gebaut sind. Die Stadt zählte im Jahr 2007 75.500 Einwohner.

Geschichte[Bearbeiten]

Schlacht von Tarakan (1942)[Bearbeiten]

Mitte Januar 1942 eröffnete das Kaiserreich Japan den Krieg gegen die von den Niederländern besetzte Region (11. Januar 1942). Das von den Niederländern gehaltene und über die KNIL verteidigte Gebiet (Niederländisch-Ostindien) musste jedoch bereits am 12. Januar desselben Jahres an die japanischen Truppen übergeben werden. Bereits zum Jahreswechsel auf 1941 hatten die Niederlande dem Kaiserreich Japans den Krieg erklärt. Der Ehrgeiz der Japaner ging dahin: Es gibt eine Insel, diese ist zwar vor allem geprägt durch Sumpf, Urwald und Undurchdringlichkeit, doch stecken genau in diesem Gelände vielfache Ölquellen, Raffinerierungsmöglichkeiten für das Öl und Wege für den Zu- und Abtransport der Erzeugnisse durch einen Flughafen. Tarakan blieb bis zum Kriegsende im Mai 1945 von den Japanern besetzt. Dies bedeutete für die Bevölkerung eine Zeit, die aufgrund des hohen japanischen Aufgebotes geprägt war von Nahrungsmittelknappheit und Unterernährung.

Hauptartikel: Schlacht um Tarakan

Flüchtlingslager

Schlacht von Tarakan (1945)[Bearbeiten]

Im Mai 1945 wurde die Stadt in einer zweiten Schlacht von der australischen 26. Brigadegruppe von der japanischen Vorherrschaft befreit. Am 1. Mai startete die Invasion mit dem Codenamen Operation Oboe One. Diese Schlacht dauerte kaum einen Monat und endete bereits am 25. desselben Monats. Ziel der Operation war es, die Ölfelder der Region rückzusichern und eine strategische Ausgangsposition zu erstellen für potentielle Luftunterstützungen in Richtung Flores, Brunei oder auch Städte der Ostküste Borneos. Die Stadt Tarakan musste schnell gesichert werden, wozu insbesondere die Sicherung des Flughafens zählte. Mit dieser Kampagne setzten die Alliierten im Rahmen des Zweiten Weltkrieges den Schlusspunkt der Auseinandersetzungen im fernöstlichen Pazifikraum. Die für die Australier erfolgreichen Kämpfe forderten Tote im Verhältnis 1:6.

In einer zweiten Invasion schloss sich für einen ähnlich lange andauernden Zeitraum die Operation Oboe two an, zur Rettung der Stadt Balikpapan.

Tourismus[Bearbeiten]

Reisende zwischen den malaiischen und den indonesischen Regionen Kalimantans bedürfen eines Visums. Die Stadt verfügt über einen Flughafen, den Juwata Airport.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Renate Loose, Stefan Loose, Werner Mlyneck, Indonesien, Travel Handbücher, DuMont Reiseverlag, ISBN 3-7701-6106-8.

Weblinks[Bearbeiten]