Target 3001

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TARGET 3001!
TargetUserInterfaceDe.jpg
Benutzeroberfläche von TARGET 3001!
Basisdaten
Entwickler Ing.-Büro Friedrich, Eichenzell
Aktuelle Version V 17
(Oktober 2014)
Betriebssystem Windows (32-bit), Linux (Wine)
Kategorie EDA
Lizenz proprietär
Deutschsprachig ja
www.ibfriedrich.com

Target 3001! ist ein Programm zum Entwurf von Schaltplänen und zur Leiterplattenentflechtung bei der Entwicklung von elektronischen Schaltungen und Leiterplatten (Platinen). Die Software wird durch das Ing.-Büro Friedrich in Deutschland entwickelt und läuft unter dem Betriebssystem Microsoft Windows. Unter Linux kann sie mit Hilfe von Wine mit der Standardkonfiguration des Pakets genutzt werden (getestet mit Ubuntu 11.04, 64-Bit).

Für den nicht-kommerziellen Einsatz gibt es eine kostenlose, auf 250 Anschlüsse (Pins) begrenzte Version zum Download. Die Benutzeroberfläche der Software ist wahlweise in deutscher, englischer oder französischer Sprache verfügbar. Außerdem bieten der Leiterplattenhersteller PCB-Pool sowie das Elektronik-Versandhaus Conrad-Electronic Vollversionen an, die jeweils ausschließlich Fertigungsdaten zur Produktion bei den beiden Unternehmen erzeugen kann.

Geschichte[Bearbeiten]

Vorgänger von Target 3001 ist die 1989 entwickelte Leiterplatten-Software Rule, die unter DOS lief. Deren Name war ein Initialwort, das für Rechner Unterstützer Leiterplatten Entwurf stand. Nachdem diese Software sich in Bastlerkreisen verbreitet hatte, wurde unter den Benutzern der Ruf nach einer Schaltplaneingabe laut. Ebenso wurde ein Autorouter gewünscht, also eine automatische Leiterbahnentflechtung. 1992 kam die Version Target 2.1 für DOS auf den Markt, die diesen Wünschen in einem ersten Schritt Rechnung trug. Der Umstieg nach Windows gestaltete sich schwierig, die ersten Versionen von Target V3 für Windows stürzten häufig ab. Mit steigender Stabilität und Leistungsfähigkeit des Gesamtpaketes wurde die Software außer im Hobby- und Ausbildungsbereich auch im professionellen Umfeld eingesetzt. In den weiteren Versionen V7 bis V16 wurde das Paket ausgebaut und ein EMV-Modul sowie eine PSpice-kompatible Simulation ergänzten den Leistungsumfang. Der Name „TARGET“ wurde zunächst auf „TARGET 2001!“ geändert und später als „TARGET 3001!“ als Marke beim Deutschen Patentamt eingetragen.

In letzter Zeit wurde der Software eine Funktion hinzugefügt, auch Frontplatten direkt in Verbindung mit den Leiterplatten zu entwerfen. Zudem wurde eine 3D-Ansicht ergänzt, die einen visuellen Eindruck seiner Leiterplatte vermittelt. Nach einer Umfrage der Zeitschrift Elektor (Heft 05/2004, S. 73) war die Software unter der Leserschaft am zweit meisten verwendet.

Funktionsumfang[Bearbeiten]

Das Softwarepaket fasst mehrere verschiedene Funktionsblöcke unter einer einheitlichen Benutzeroberfläche zusammen. Der Designprozess startet mit dem Entwurf eines Schaltplanes, das Endprodukt ist ein Layout für eine Platine. Schaltplan und Layout werden dabei in einer gemeinsamen Datei gespeichert. Beim Entwurf hält die automatische Vorwärts- und Rückwärtsannotation Schaltung und Layout konsistent.

Eine wichtige Komponente sind die mitgelieferten Baustein-Bibliotheken. Das Bibliothekswesen in Target hat sich mehrfach geändert[1]:

  • vor Version V12 wurden lokale Bauteilbibliotheken installiert,
  • ab Version V12 wurde nur noch ein Grundstock von etwa 1000 Bauteilen installiert. Weitere Bauteile konnten aus Target heraus von einem Online-Bauteilserver heruntergeladen werden,
  • mit Version V14 wurden wieder alle Bauteilbibliotheken installiert und
  • ab Version V15 werden die Bauteile in einer parametrisch durchsuchbaren SQL-Datenbank verwaltet.

Ein Bauteil besteht in der Schaltplandarstellung aus einem Schaltsymbol und im Layout aus einem Anschlussbild, das zum Gehäuse des Bauteils passt. Zu den Bauteilen können Links zu Bauteil-Datenblättern und -Lieferanten gespeichert werden. Sowohl Bauteil–Symbole als auch Bauteilgehäuse können frei entworfen werden. Zu den Gehäusen können 3D-Modelle angelegt werden.

Mit der SPICE-kompatiblen Schaltplan-Simulation kann die Funktion der Schaltung vorab automatisch durchgerechnet werden. Dazu sind zu vielen Bauteilen elektrische Simulationsmodelle in der Bibliothek hinterlegt.

Zum Entwurf des Layouts stehen ein Autoplatzierer und ein Autorouter zur automatischen Entflechtung der Leiterplatte zur Verfügung. Der Design Rule Check prüft den Entwurf anschließend auf Kurzschlüsse und weitere Verstöße gegen vorher eingestellte Designregeln, etwa Abstände und Mindest-Bohrdurchmesser.

Target unterstützt gängige Ausgabeformate für die Leiterplattenherstellung und -bestückung, etwa Gerber-Daten.

Weblinks / Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://server.ibfriedrich.com/wiki/ibfwikide/index.php?title=Bauteilserver