Tarimbecken

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Satellitenfoto des Tarimbeckens mit der Taklamakan-Wüste; im Südwesten Ausläufer des Himalaya (NASA/MODIS/Blue Marble)

Das Tarimbecken (Chinesisch: 塔里木盆地, Pinyin: Tǎlǐmù Péndì), das sich im äußersten Westen von China befindet, ist mit etwa 530.000 km² Fläche die größte Beckenlandschaft in Zentralasien.

Geographie[Bearbeiten]

Die abflusslose Großlandschaft, die in West-Ost-Richtung etwa 1.500 km lang und in Nord-Süd-Richtung rund 600 km breit ist, befindet sich im Uigurischen Autonomen Gebiet Xinjiang zwischen 780 m Höhe (am See Lop Nor) im Osten und 1410 m (bei Khotan) im Süden.

Während sich das Becken in Richtung Osten über verhältnismäßig niedrige Berge zum Hauptteil von China und in Richtung Mongolei öffnet, wird es in die übrigen Himmelsrichtungen von zahlreichen Hochgebirgen eingerahmt: Im Norden ragt der Tianshan (Dschengisch Tschokusu, 7439 m) auf, im Westen der Pamir (Kongur, 7719 m), im Südwesten der Karakorum (K2, 8611 m) und im Süden der Kunlun (Liushi Shan, 7167 m).

Im Zentrum des Tarimbeckens, das vom Tarim in West-Ost-Richtung durchflossen wird, erstreckt sich die Wüste Taklamakan, die im Lauf der Jahrmillionen wegen des Kontinentalklimas und der nur wenigen Niederschläge, die aus der Abschirmung der zuvor erwähnten Gebirge resultieren, entstanden ist.

Geschichte[Bearbeiten]

Zentralasien mit Tarimbecken (rechts) und dem Verlauf der Seidenstraße (gelb)

Das Becken lag auf der Route der Seidenstraße, die sich hier teilte und am nördlichen und südlichem Rande der unzugänglichen Taklamakan entlangführte.

Ab 200 v. Chr. begann ein Klimawandel: Die Flüsse wurden wasserreicher und für die Landwirtschaft verbesserten sich die Voraussetzungen. Es kam zu zahlreichen Stadtgründungen (beispielsweise in Loulan, Miran, Haitou, Yingpan, Merdek und Qakilik); manche Stadt musste aber nach einem erneuten Klimawechsel bis zum 5. Jahrhundert wegen Wassermangels wieder aufgegeben werden.

Die Arschi (Tocharer) sollen zeitweilig in der Region um das Becken herum ansässig gewesen sein.

Durch Trockenheit war bereits 1921 der See Lop Nor ausgetrocknet. Wasserbauprojekte ab 1949 verstärkten die Wasserknappheit im Becken, was spätestens ab den 1980er Jahren als Umweltkatastrophe wahrgenommen wurde.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Ungefähr in der Mitte der Taklamakan sind große Erdöl- und Gasvorkommen entdeckt worden. Zu ihrer Erschließung baute man mit Kosten von ca. 10 Millionen € pro Kilometer eine asphaltierte Straße, welche die Wüste von Bügür (Luntai) nach Minfeng (Niya) in Nord-Süd-Richtung vollständig durchquert. Diese Straße ist mit beidseitigen Sanddünenbefestigungen versehen und hat einen eigenen Straßenreinigungsservice.

Oasenwirtschaft besteht im Tarimbecken am Tarim und seinen Zuflüssen sowie am Rand des Beckens.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tarimbecken – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

39.46666666666776.05Koordinaten: 39° 28′ 0″ N, 76° 3′ 0″ O