Tarnung

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Dieser Artikel behandelt Tarnung allgemein. Zur Tarnung bei Tieren siehe unter Tarnung (Biologie).
Tarnung in der Natur
Tarnung durch Tarnkleidung beim Militär
Tarnung durch Anpassung des Hintergrunds

Tarnung dient dazu, das Erscheinungsbild eines Individuums oder einer Sache so zu verändern, dass sie nicht mehr oder nur noch mit Mühe zu erkennen sind. Dies geschieht zum Beispiel mit Hilfe von Tarnkleidung und Tarnmustern, kombiniert mit Bewegungslosigkeit oder auf dem Gelände angepassten Bewegungslinien, um diese gegen Sicht auch durch natürliche Schattenbildung auszunutzen.

Tarnung geschieht durch

  • optische Tarnung (Tarnfarben, Geländeausnutzung, Bewegungsarmut, vermeiden des Abhebens vom Hintergrund und wesentlich das Aufbrechen der eigenen optischen Silhouette u.a. auch durch Jutestreifen am Helmbezug oder Formveränderung wie mit einem Mitznefet der israelischen Armee),
  • akustische Tarnung (vermeiden von Geräuschen),
  • Geruchstarnung (vermeiden von Gewürzen, Rasierwasser, Zigarettenrauch),
  • thermische Tarnung (Abschirmen von Körperwärme und Geräteabstrahlung durch Geländeausnutzung und spezieller Bekleidung oder Abdeckung). So hilft gegen ein Wärmebildgerät eine sehr dicke Plastikfolie um die Wärmesignatur des Körpers abzuschirmen.

Wesentlich ist in der optischen Tarnung das Umtarnen, je nach wechselndem Hintergrund. So ist im Winter die auf offenem, verschneitem Gelände nützliche Winter-Tarnbekleidung nützlich, macht aber beim Eintreten in dunklen Wald den Soldaten sichtbar. Grasbüschel im Helmtarnbezug sind auf einer Wiese nützlich, in einem Kornfeld auffällig.

Eine frühe Form findet man bei den nordamerikanischen Prärie-Indianern: deren Späher hüllten sich bei der Büffeljagd in Bisonfelle, um sich so unbemerkt an die Herden anschleichen zu können.

Beim Militär wird oft auch der französische Begriff Camouflage benutzt. Je nach vorherrschender Umgebungsfarbe sind z. B. die Kampfanzüge der Soldaten weiß (im Winter) oder in Erd- und Olivtönen gefleckt eingefärbt und somit für den Gegner schlechter wahrnehmbar. In nächtlichen Kampfeinsätzen werden aus dem gleichen Grund die Gesichter geschwärzt. Größere Objekte wie Panzer oder Stellungsgräben werden gegen eine mögliche Entdeckung aus der Luft mit Netzen und Blattwerk abgedeckt. Abwehrmaßnahmen gegen moderne Ortungsverfahren wie Radar oder Sonar werden als Tarnkappentechniken oder Stealthtechniken (englisch stealth Tarnung) bezeichnet.

Neben der absichtlich gewählten Tarnung gibt es auch die unbewusst gewählte Tarnung. Bewegt sich ein dunkel gekleideter Fußgänger beispielsweise nachts zwischen den Leuchtkegeln der Straßenbeleuchtung, kann er vom Autofahrer nicht erkannt werden. Er befindet sich unbewusst in einer Tarnzone. Erst wenn er den Lichtkegel der Straßenbeleuchtung betritt wird er vom Autofahrer wahrgenommen.

Von Camouflieren oder auch Kaschieren spricht man, wenn Politiker zum Beispiel in Reden wahre Sachverhalte unterdrücken oder Top-Manager großer Unternehmen die wirtschaftliche Lage ihres Unternehmens positiv darstellen, obwohl dies nicht zutrifft.

Tarnen kann man sich auch durch unauffälliges Verhalten (beispielsweise als Dieb) und durch Angleichung an die Bewegungen oder Geräusche der Umgebung. Auf ähnliche Weise tarnen sich Computerviren und Krebszellen.

Steganographie bezeichnet die Tarnung von geheimer Information in einer Kommunikation, während der Träger der Information, das Medium, keinen weiteren Sinn haben muss. Die Sicherheit einer geheimen steganografischen Information liegt darin, dass einem Unbefugten die Existenz einer solchen nicht auffällt oder, wenn er über die Existenz Bescheid weiß, er sie nicht erkennen kann.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Camouflage – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Tarnung – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen