Tartüff (Film)
| Filmdaten | |
|---|---|
| Originaltitel | Tartüff |
| Produktionsland | Deutschland |
| Originalsprache | Deutsch |
| Erscheinungsjahr | 1925 |
| Länge | 74 Minuten |
| Stab | |
| Regie | Friedrich Wilhelm Murnau |
| Drehbuch | Carl Mayer |
| Produktion | Erich Pommer |
| Musik | Giuseppe Becce |
| Kamera | Karl Freund |
| Besetzung | |
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Tartüff ist ein deutsches Filmdrama des Regisseurs Friedrich Wilhelm Murnau aus dem Jahr 1925. Der Stummfilm basiert auf der Gesellschaftskomödie Tartuffe oder Der Betrüger (Originaltitel: Tartuffe ou L'Imposteur) aus dem Jahr 1664 von Molière, ist aber in der damaligen Gegenwart angesiedelt.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Handlung
Ein alter wohlhabender Mann hat seinen Sohn enterbt und verstoßen, weil der sich der Schauspielerei verschrieben hat. Der alte Mann wird von einer ebenfalls nicht mehr jungen Bediensteten gehegt und gepflegt, weil sie es ebenfalls auf einen Teil des Vermögens abgesehen hat. Sie versucht beharrlich, dass ihr Pflegling sie und ihre Familie im Testament bedenkt und schafft es auch nach einiger Zeit. Nun versucht sie, den alten Mann mit heimlich ins Essen und Wasser gemischtem Gift umzubringen.
Der Sohn schöpft Verdacht, aber er kommt nicht dazu, seinen Vater zu warnen. Nun stellt sich heraus, dass seine Berufswahl als Schauspieler gut war. Er verkleidet sich als Schausteller und macht sich an die Haushälterin heran. Zuerst ist die Frau uninteressiert, doch dann lässt sie sich zu einer privaten Kinovorführung im Hause einladen. Der Film soll eine moralische Botschaft vermitteln und den alten Mann dazu bringen, seinem Reichtum abzuschwören. Tatsächlich geht der Besitz langsam in die Hände des Sohnes über. Erst mit weiblicher List wird der Vater auf den Betrug aufmerksam gemacht.
[Bearbeiten] Hintergrund
- Der Begriff Tartüff wurde von Molière kreiert. Er beschreibt eine fromme Person, die ihre Frömmigkeit missbraucht, um Vorteile zu erlangen.
- Die Ausgangssituation (reicher Vater verstößt Sohn wegen Filmleidenschaft) ist ein autobiografisches Detail aus Murnaus Leben.
- Ursprünglicher Titel war Herr Tartüff
- Der Film ist nur noch in der amerikanischen Verleihfassung erhältlich, die originale deutsche Version ist nicht mehr verfügbar.
[Bearbeiten] Kritiken
- Der film-dienst über diesen Film: „Virtuos hält der hervorragend inszenierte, filmhistorisch wichtige Stummfilm-Klassiker die Balance zwischen Komödie, Krimi und Kostümfilm. Die restaurierte Fassung steht im Zentrum einer mustergültig konzipierten DVD mit interessantem Zusatzmaterial.“[1]
- Thomas Groh sagt, dass „‚Tartüff‘ auch einfach ein bis heute funktionierender, ästhetisch sehr schöner und nicht zuletzt auch recht humorvoll geratener Beitrag aus der Stummfilmzeit“ sei.[2]
- Carsten Henkelmann meinte in seiner Kritik der DVD-Ausgabe: „Aus heutiger Sicht wirkt der Film leider ein wenig altbacken, was aber auch damit zu tun hat, dass man ähnliche Geschichten bereits in unzähligen anderen Filmen erzählt wurden. Allerdings sind es kleine Details, die den Film, wenn man die Entstehungszeit bedenkt, doch ein wenig interessant werden lassen. Da wäre neben den teilweise wirklich gelungenen Kameraeinstellungen vor allem der ziemlich passende Einsatz der Musik.[3]
[Bearbeiten] Literatur
- Molière: Tartuffe oder der Betrüger (Originaltitel: Le Tartuffe). In ders.: Drei Komödien. Deutsch von Hans Weigel. Diogenes, Zürich 1997, 179 S., ISBN 3-257-20201-6
- Christiane Mückenberger Tartüff. In Günther Dahlke, Günther Karl (Hrsg.): Deutsche Spielfilme von den Anfängen bis 1933. Ein Filmführer. Henschel Verlag, 2. Auflage, Berlin 1993, S. 123 ff. ISBN 3-89487-009-5
[Bearbeiten] Weblinks
- Tartüff (Film) in der deutschen und englischen Version der Internet Movie Database
- Tartüff bei Filmportal.de
[Bearbeiten] Einzelnachweise
- ↑ vgl. Lexikon des internationalen Films 2000/2001 (CD-ROM)
- ↑ http://www.filmzentrale.com/rezis/tartuefftg.htm
- ↑ http://www.senseofview.de/review/602
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