Tarvis

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Tarvisio (Tarvis)
Wappen
Tarvisio (Tarvis) (Italien)
Tarvisio (Tarvis)
Staat: Italien
Region: Friaul-Julisch Venetien
Provinz: Udine (UD)
Koordinaten: 46° 30′ N, 13° 35′ O46.50513.575277777778715Koordinaten: 46° 30′ 18″ N, 13° 34′ 31″ O
Höhe: 715 m s.l.m.
Fläche: 205 km²
Einwohner: 4.540 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 22 Einw./km²
Stadtviertel Tarvisio Centrale, Coccau, Fusine in Val Romana, Cave del Predil (deutsch: Raibl, slowenisch: Rabelj), Camporosso, Rutte
Angrenzende Gemeinden Arnoldstein (slowenisch: Podklošter) (Österreich), Chiusaforte (deutsch: Klausen, slowenisch: Kluže) , Hohenthurn (slowenisch: Straja vas) (Österreich), Kranjska Gora (Slowenien), Malborghetto Valbruna (slowenisch: Naborjet-Ovčja vas), Bovec (deutsch: Flitsch) (Slowenien)
Postleitzahl: 33018
Vorwahl: 0428
ISTAT-Nummer: 030117
Volksbezeichnung: Tarvisiani
Schutzpatron: San Pietro
Website: Tarvisio

Tarvis (auf furlanisch und deutsch, Tarvisio auf italienisch, Trbiž auf slowenisch) ist eine Stadt mit 4540 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2012) in Italien im nordöstlichsten Teil der Region Friaul-Julisch Venetien in der Provinz Udine im italienisch-österreichisch-slowenischen Dreiländereck im Kanaltal.

Geografie[Bearbeiten]

Tarvis liegt ca. 750 m über dem Meeresspiegel an der Autobahn A23 und der Eisenbahnstrecke Villach – Udine (Pontebbana).

Tarvis wurde bis ins 17. Jahrhundert oft Klein-Tarvis in Abgrenzung zu Groß-Tarvis (Treviso im Veneto) genannt. Der Name leitet sich vom Fluss Tervis (heute Rio Bartolo) her. Andere Deutungen gehen von der geographischen Lage aus. Tarvis liegt am Kreuzungspunkt dreier Wege, so könnte der Name auch von tres viis oder tres viae kommen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Fraktionen sind: Tarvis/Tarvisio, Goggau/Coccau, Weißenfels/Fusine in Valromana, Raibl/Cave del Predil, Saifnitz/Camporosso, Greuth/Rutte

Ortschaften[Bearbeiten]

Auf dem Gemeindegebiet befinden sich neben den Hauptort Tarvis folgende weitere größere Ortschaften: Coccau (deutsch: Goggau, slowenisch: Kokova), Fusine in Valromana (deutsch: Weißenfels, slowenisch: Bela peč/Fužine), Cave del Predil (deutsch: Raibl, slowenisch: Rabelj), Camporosso (deutsch: Saifnitz, slowenisch: Žabnice), Rutte (deutsch: Greuth, slowenisch: Trbiške rute).

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Arnoldstein (slowenisch: Podklošter) (Österreich), Chiusaforte (deutsch: Klausen, slowenisch: Kluže) , Hohenthurn (slowenisch: Straja vas) (Österreich), Kranjska Gora (deutsch: Kronau) (Slowenien), Malborghetto Valbruna (deutsch: Malburgeth-Wolfsbach, slowenisch: Naborjet-Ovčja vas), Bovec (deutsch: Flitsch) (Slowenien)

Tarvis um 1915

Geschichte[Bearbeiten]

Die Stadt hat römische Wurzeln und gehörte von 1002 bis 1759 zum Hochstift Bamberg. Schon 1571 erhielt die Siedlung das Recht, am Bartholomäustag einen Jahrmarkt abzuhalten. 1909 wurde die Gemeinde zur Stadt erhoben und bekam ein Stadtwappen. Bis 1918 gehörte sie zum Herzogtum Kärnten, somit zu Österreich-Ungarn und war Garnisonsstadt des k.u.k. Mährisch-Schlesischen Feldjäger-Bataillons Nr. 5. Nach 1918 waren in der heute zivilen Zwecken dienenden La-Marmora-Kaserne Alpini untergebracht, zuletzt Teile des Bataillons Gemona. Tarvis liegt an alten Handelsstraßen und hatte auch bergbauliche Bedeutung. Die Stadt profitierte lange vom kleinen Grenzverkehr mit Österreich und Jugoslawien bzw. Slowenien. Heute sind vor allem Tourismus und hier insbesondere der Bergsport (Bergsteigen, Trekking) und der Wintersport wichtig. Die Karawanken, die Karnische Alpen und die Julier bieten interessante Möglichkeiten.

Tarviser Rathaus
Tarviser Hauptplatz mit Pfarrkirche
Treffpunkt am Brunnen auf dem Tarviser Hauptplatz
Palazzo Forestale in Tarvis

Sprachen[Bearbeiten]

Die Stadt war, wie das gesamte Kanaltal, bis 1918 überwiegend deutsch- und slowenischsprachig, heute bilden jedoch Slowenen wie Deutsche eine Minderheit gegenüber den Italienern. In Tarvis gibt es vier Amtssprachen: Italienisch, Deutsch, Friulanisch und Slowenisch.

Bürgermeisteramt[Bearbeiten]

Renato Carlantoni ist seit dem Jahr 2007 Bürgermeister von Tarvis. In seiner Amtszeit soll der Markt renoviert werden und noch mehr viersprachige Aufschriften auf den Ämtern angebracht werden: „Die Ortsansässigen haben das Recht, sich in ihrer Muttersprache zu äußern.“

Der Tarviser Markt[Bearbeiten]

Der Tarviser Markt wurde schon in den 1950er-Jahren, als es in Österreich noch Warenmangel gab, von unzähligen Kärntnern besucht. Der „Fetzenmarkt“ in Untertarvis zog täglich tausende Einkaufstouristen an, vor allem Österreicher und Slowenen. In den 1990er-Jahren kamen dann Ungarn, Slowaken, Tschechen und Polen hierher zum Einkauf. Mittlerweile herrscht an Wochentagen gähnende Leere und alteingesessene Geschäftsleute sprechen von enormen Umsatzrückgängen. Lediglich an den Wochenenden zieht das Geschäft spürbar an. Vor allem Villach mit dem neuen Einkaufszentrum und der Innenstadt wurde zur unmittelbaren Konkurrenz.

Wintersport[Bearbeiten]

Neben den Langlaufloipen, die über die Wiesen gezogen werden, gibt es alpine Abfahrten, neu erschlossene Pisten sowie auch ein Sprungstadion. Tarvis hat eine lange Tradition im Wintertourismus und ist wirtschaftlich auch davon abhängig.

Der Alpine Skiweltcup hat 2007, 2009 und 2011 in Tarvis Station gemacht. Absolviert wurden jeweils eine Abfahrt, ein Super-G und eine Super-Kombination der Damen.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Roberta Costantini, Fulvio Dell’Agnese, Micol Duca, Antonella Favaro, Monica Nicoli, Alessio Pasian: Friuli-Venezia Giulia. I luoghi dell'arte. Bruno Fachin Editore, Triest, S. 273–274.
  • Anna Zanier con Claudio Canton e Roberto Carollo ed il contributo di Mauro Bigot: La strada ferrata della Pontebba. Senaus, Udine 2006, ISBN 88-901571-5-1.
  • Guida del Friuli: VII. Val Canale. Societá Alpina Friulana, Udine 1991.
  • Attisani, Francesco u.a.: Una strada – tre confini. La storia, l'ambiente, gli itinerari turistici del Tarvisiano e dei suoi dintorni. Giovanni Aviani Editore, Udine 1986.
  • G. Pilgram, W. Berger, G. Maurer: Kärnten. Unten durch. Ein Wander-Reise-Lesebuch. Hg.: Universitätskulturzentrum UNIKUM, Carinthia Verlag, 2006 ISBN 3-85378-594-8.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tarvis – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2012.