Tatvan

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Tatvan
Wappen von Tatvan
Tatvan (Türkei)
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Basisdaten
Provinz (il): Bitlis
Koordinaten: 38° 30′ N, 42° 17′ O38.50222222222242.2813888888891690Koordinaten: 38° 30′ 8″ N, 42° 16′ 53″ O
Höhe: 1.690 m
Einwohner: 57.976[1] (2008)
Telefonvorwahl: (+90) 434
Postleitzahl: 13200
Kfz-Kennzeichen: 13
Struktur und Verwaltung (Stand: 2009)
Gliederung: 4 Stadtteile
Bürgermeister: Abullah Ok (BDP)
Webpräsenz:
Landkreis Tatvan
Einwohner: 76.723[1] (2008)
Fläche: 1.606 km²
Bevölkerungsdichte: 48 Einwohner je km²
Kaymakam: Orhan Şefik Güldibi
Webpräsenz (Kaymakam):
Blick auf Tatvan vom Nemrut aus

Tatvan (kurd. Tetwan) ist eine auf 1690 m Höhe am Vansee gelegene Stadt und Hauptstadt des Landkreises Tatvan in der türkischen Provinz Bitlis. Die Stadt hat 57.976 und der Landkreis 76.723 Einwohner (Stand 2008) und wird größtenteils von Kurden bewohnt.

Die eigentliche Stadt besteht aus vier Stadtteilen namens Karşıyaka (Eski Tatvan), Tuğ, Kireç Ocağı und Sorgun. Außerdem gehören 56 Dörfer zur Kommune.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geographie

Tatvan befindet sich in der Nähe des Nemrut, eines erloschenen Vulkans, den man von der Stadt aus am nördlichen Horizont sehen kann.[2]

[Bearbeiten] Geschichte

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Bereits zu urartäischen Zeiten um das 9. Jahrhundert V. u. Z. befand sich auf dem Gebiet der heutigen Stadt eine Festung.[3] Evliya Çelebi berichtet in seinem Reisebericht Seyahatnâme aus dem 17. Jahrhundert von der zerstörten Festung Taḥt-ʾi Van, die das Volk der Kurden Tatvan nennt. Sie war von Zal Pascha erbaut und vom safawidischen Schah Tahmasp I. zerstört worden und zur Zeit von Çelebis Besuch eine Staatsdomäne (ḥaṣ) des Paschas von Van. An ihrer Stelle befand sich eine burgähnliche, mächtige Karawanserei, die an einem natürlichen Hafen lag.[4]

[Bearbeiten] Verkehr

Tatvan liegt an der Durchgangsstraße von Elazığ nach Van, die weiter in den Iran führt. Es gibt Fernbusse in viele wichtige Städte der Türkei und Dolmuşs, eine Art Sammeltaxi, in die Ortschaften der näheren Umgebung.

Anleger der Eisenbahnfähre nach Van

Mit der Fertigstellung des letzten Streckenabschnitts zwischen Muş und Tatvan wurde die Stadt im Oktober 1964[5] an die ab 1946 abschnittsweise in Betrieb genommene Eisenbahnstrecke Elazığ–Tatvan angeschlossen.[6] Die Stadt verfügt über zwei Bahnhöfe: Tatvan Gar bedient das Stadtzentrum, die Anlegestation Tatvan İskele bildet den Endpunkt der Strecke am Vansee. Von dort verkehrt eine Eisenbahnfähre, die die Verbindung zur Strecke von Van nach Teheran herstellt. Dreimal wöchentlich verkehrt ein Zugpaar Karma zwischen Tatvan und Elazığ.[7] Wöchentlich verkehren Zugpaare des Vangölü Ekspresi zwischen Istanbul-Haydarpaşa und Tatvan, des Trans Asya Ekspresi zwischen Istanbul-Haydarpaşa und Teheran und des Tahran Şam Ekspresi zwischen Teheran und Damaskus.[8]

[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten

Tatvan beherbergt eine um 1537 erbaute Therme.[9]

Die Stadt eignet sich als Ausgangspunkt für Ausflüge zur Insel Akdamar und zum Krater des Vulkans Nemrut. Auch der Berg Süphan Dağı ist von Tatvan einfach erreichbar.

[Bearbeiten] Rezeption

In einem kurdisch-nationalistischen Volkslied wird Tatvan als die „Rose Kurdistans“ bezeichnet.[10]

[Bearbeiten] Belege

  1. a b Türkisches Institut für Statistik, abgerufen 7. November 2009
  2. John Frödin: La morphologie de la Turquie sud-est. In: Geografiska Annaler. 19, 1937, S. 1-29, S. 8..
  3. C. A. Burney: Urartian Fortresses and Towns in the Van Region. In: Anatolian Studies. 7, 1957, S. 37-53, S. 40, 53..
  4. Evliya Çelebi,Christiane Bulut: Evliya Çelebis Reise von Bitlis nach Van: ein Auszug aus dem Seyahatname. Otto Harrassowitz Verlag, 1997 S. 147 ISBN 9783447040211 bei GoogleBooks
  5. Cihat Göktepe: The 'Forgotten Alliance'? Anglo-Turkish Relations and CENTO, 1959-65. In: Middle Eastern Studies. 35, Nr. 4, 1999-10, S. 103-129, S. 118..
  6. Philip Ernest Schoenberg: The Evolution of Transport in Turkey (Eastern Thrace and Asia Minor) under Ottoman Rule, 1856-1918. In: Middle Eastern Studies. 13, Nr. 3, 1977-10, S. 359-372, S. 364..
  7. TCDD (2. Juli 2009): Güzergahlarina göre bölgesel trenler. Abgerufen am 4. Juli 2009.
  8. TCDD (2. Juli 2009): Anahat trenleri. Abgerufen am 4. Juli 2009.
  9. J. Shiel: Motes on a Journey from Tabríx, through Kurdistán, via Ván, Bitlís, Se‘eri and Erbíl, to Suleïmániyeh, in July and August, 1836. In: The Journal of the Royal Geographical Society of London. VIII, 1838, S. 54-101 S. 64. Abgerufen am 4. Juli 2009..
  10. Yiannis Kanakis: Chanter la nation – La parole chantée dans le nationalisme kurde. In: Outre Terre. 10, Nr. 1, 2005, S. 361–373. doi:10.3917/oute.010.0361. Abgerufen am 4. Juli 2009.

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Tatvan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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