Taufstein (Vogelsberg)

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Taufstein
Blick vom Horst zum Taufstein in der Bildmitte

Blick vom Horst zum Taufstein in der Bildmitte

Höhe 773 m
Lage Hessen, Deutschland
Gebirge Vogelsberg
Dominanz 44 km → Dreifeldskuppe (Rhön)
Schartenhöhe 406 m ↓ Distelrasen nördlich von Schlüchtern (Landrücken[1])
Koordinaten 50° 31′ 2″ N, 9° 14′ 20″ O50.5172222222229.2388888888889773Koordinaten: 50° 31′ 2″ N, 9° 14′ 20″ O
Taufstein (Vogelsberg) (Hessen)
Taufstein (Vogelsberg)
Gestein Basalt
Alter des Gesteins 19 Mio. Jahre
Besonderheiten höchster Punkt des Vogelsbergs

Der Taufstein ist mit 773 m ü. NN der höchste Gipfel im Vogelsberg. Er liegt in der Gemarkung von Breungeshain, einem Stadtteil von Schotten im Vogelsbergkreis. Trotz einer beachtlichen Dominanz von 44 km und einer Schartenhöhe von 406 m fällt der Taufstein als Einzelberg kaum auf, da er aus der Gesamterhebung des Vogelsbergs nur wenig hervortritt.

Bismarckturm[Bearbeiten]

Der als Aussichtsturm genutzte 22 m hohe Bismarckturm wurde zwischen 1907 und 1910 nach einem Entwurf des Architekten Ludwig Hofmann von 1906 erbaut.

Vorausgegangen waren zwei hölzerne Türme, ursprünglich von der Mitteleuropäischen Gradmessungskommission und vom Großen Generalstab zu Vermessungszwecken errichtet, von denen der erstere 1883 vom Vogelsberger Höhen-Club als Aussichtsturm angekauft wurde. Beide mussten 1898 wegen Baufälligkeit wieder abgebrochen werden. Nach der Stiftung von zunächst 3000 Mark durch den VHC-Zweigverein Lauterbach für einen steinernen Aussichtsturm im Jahr 1900 schlug der Hirzenhainer Zweigverein des VHC vor, den neuen Turm als Bismarckturm zu errichten. Daraufhin wurde ein Bauausschuss unter dem Vorsitz von Hugo Buderus gegründet, der sich auch wesentlich an der Finanzierung des Bauwerkes beteiligte. An sein Engagement erinnert eine Gedenktafel im Inneren des Turmes.

Zur Aussichtsplattform führen zwei Wendeltreppen aus Stein bzw. Metall, sowie eine Betontreppe mit insgesamt 101 Stufen. Der Ausblick vom Bismarckturm ist nach Westen, Norden und Osten völlig frei und reicht über weite Teile Hessens bis weit in die angrenzenden Mittelgebirge. Nach Süden ist der Blick durch Buchen versperrt. Wie viele andere Bismarcktürme verfügt auch der auf dem Taufstein über eine (heute ungenutzte) Feuerschale oberhalb der Aussichtsplattform zur Entzündung eines Feuers an Fest- und Gedenktagen.

Der Turm wurde zuletzt im Jahr 1997 saniert. Er ist auch im 1952 verliehenen Wappen des bis 1972 bestehenden Landkreises Büdingen abgebildet, dessen höchste Erhebung der Taufstein war.

Naturschutzgebiet[Bearbeiten]

Blockfelder am Taufstein

Das Naturschutzgebiet Blockfelder am Taufstein ist eines von 45 Naturschutzgebieten im Vogelsbergkreis. Es wurde bereits 1906 eingerichtet und sich selbst überlassen. Erwähnenswert sind die Blockhalden aus Basalt am nördlichen Berghang. Viele Farne sind im Urwald zu finden.

Bonifatiusbrunnen[Bearbeiten]

Der Bonifatiusbrunnen befindet sich einige Meter südöstlich des Bismarckturms. Der Sage nach soll hier Bonifatius, der „Apostel der Deutschen“ gepredigt haben (Informationstafel). Der Brunnen ist übrigens nur eine „Steinumrandung“. Eine Quelle existiert hier nicht.

Umgebung[Bearbeiten]

Über den Gipfel des Taufsteins verläuft die Rhein-Weser-Wasserscheide. Etwa 3 km nördlich des Berges liegt ein Hochmoor, an dessen Rand die Nidda entspringt. Einen Kilometer südwestlich des Taufsteins liegt der Touristenmagnet des Oberwaldes, der Hoherodskopf.

Unterhalb des Gipfels befand sich während des Kalten Krieges eine Funkstation (Radio Relay Site) der US Army.[2] Sie wurde in den 1990er Jahren fast vollständig zurückgebaut.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Bismarckturm auf dem Taufstein – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Taufstein – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dominanzen und Prominenzen nach Highrisepages.de
  2. www.fulda-gap.de