Taulignan

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Taulignan
Taulignan (Frankreich)
Taulignan
Region Rhône-Alpes
Département Drôme
Arrondissement Nyons
Kanton Grignan
Gemeindeverband Communauté de communes du Pays de Grignan.
Koordinaten 44° 27′ N, 4° 59′ O44.4438888888894.9811111111111290Koordinaten: 44° 27′ N, 4° 59′ O
Höhe 203–760 m
Fläche 34,65 km²
Einwohner 1.618 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 47 Einw./km²
Postleitzahl 26770
INSEE-Code
Website http://www.mairie-taulignan.fr/

Der Lez bei Taulignan

Taulignan ist eine südfranzösische Gemeinde mit 1618 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Drôme in der Region Rhône-Alpes. Sie gehört zum Kanton Grignan und zu dessen Kommunalverband Pays de Grignan.[1]

Geografie[Bearbeiten]

Taulignan liegt am Fuß des bewaldeten Gebirgszugs Montagne de la Lance, der zu den Provenzalischen Voralpen gehört, etwa 30 Kilometer südöstlich von Montélimar, 7 Kilometer nordwestlich von Valréas und 6,4 Kilometer nordöstlich des Kantonshauptorts Grignan, zwischen den Nachbargemeinden Montbrison-sur-Lez im Südosten und Salles-sous-Bois im Nordwesten. Der Lez fließt östlich, die Berre fließt nordwestlich des Ortskerns durch das Gemeindegebiet.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Taulignan ist eine mittelalterliche Stadt mit einem befestigten Ortskern. Im 12. Jahrhundert war sie Sitz einer Seigneurie, die zur Baronie von Montauban-sur-l’Ouvèze gehörte. Bertrand de Taulignan verkaufte die Seigneurie 1295 an den Grafen des Valentinois, Aymar IV. de Poitiers. Bis zur Französischen Revolution (1789–1799) war die Ortschaft im Besitz verschiedener Familien. Letzte Burgherrin war die Witwe Nicole de Lamoignon de Senozan († Mai 1794), eine Schwester von Chrétien-Guillaume de Lamoignon de Malesherbes (1721–1794). Sie wurde 1793 im Zuge der Französischen Revolution zusammen mit ihrer Freundin, der Prinzessin Élisabeth Philippine Marie Hélène de Bourbon (1764–1794), eingesperrt und zum Tod auf dem Schafott verurteilt. Im selben Jahr wurde die Burg geschleift.[1] Sie hatte etwa ein Drittel der Bebauung im Inneren der Befestigungsmauern der Stadt ausgemacht. Außerdem erhielt Taulignan 1793 den Status einer Gemeinde und 1801 das Recht auf kommunale Selbstverwaltung.

Bevölkerungsentwicklung
(Quelle: [3])
1793 1800 1821 1836 1851 1911 1921 1936 1954 1975 1990 2007
1400 1716 1885 2202 2349 2017 1581 1272 1046 1202 1586 1589


Die Bevölkerungszahl stieg zu Beginn des 19. Jahrhunderts an und erreichte ihren Höhepunkt 1851 (2349), zu Beginn des 20. Jahrhunderts ging sie stark zurück. Am wenigsten Einwohner hatte Taulignan 1954 (1046), danach stieg die Einwohnerzahl wieder etwas und hat sich seit 1990 kaum mehr verändert.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Im 19. Jahrhundert wuchs die Stadt dank der Seidenindustrie, durch die über 400 Arbeiter beschäftigt wurden. Heute gibt es ein Seidenmuseum vor Ort, das an jene Zeit erinnert.

Die Rebflächen des Ortes liegen im Weinbaugebiet des südlichen Rhônetals. Die Weine dürfen unter den Herkunftsbezeichnungen Côtes du Rhône sowie der qualitativ strikteren Côtes du Rhône Villages vermarktet werden.[4]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Taulignan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Offizielle Webpräsenz der CC Pays de Grignan (französisch) Abgerufen am 7. Oktober 2012
  2. Taulignan auf annuaire-mairie.fr (französisch) Abgerufen am 19. März 2010
  3. Taulignan auf cassini.ehess.fr (französisch) Abgerufen am 19. März 2010
  4. http://www.quid.fr/communes.html?mode=detail&id=34730&req=Taulignan&style=fiche Taulignan auf quid.fr (französisch), seit dem 25. März 2010 nicht mehr abrufbar.