Taurusgebirge

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Dieser Artikel behandelt den türkisch-syrischen Taurus in Westasien. Für das Taurische Gebirge im Süden Osteuropas siehe Krimgebirge
Taurusgebirge
Übersichtskarte

Übersichtskarte

Höchster Gipfel Demirkazik (3756 m)
Lage Türkei
Einteilung nach Gebirgsregionen des Taurus
Koordinaten 37° 50′ N, 36° 0′ O37.833333333333363756Koordinaten: 37° 50′ N, 36° 0′ O
Gestein Kalkstein, Metamorphe Gesteine, Ophiolith
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p5
Demirkazik-Gipfel in der Region Niğde

Das Taurusgebirge (türkisch: Toros Dağları, kurdisch: Çiyayên Torosê) ist ein über 1500 km langer, in der Türkei gelegener Teil eines komplexen alpidischen Kettengebirgssystems in Vorderasien. Er beginnt im Südwesten der Türkei, wo er großteils der Mittelmeerküste folgt, und verläuft nördlich von Syrien bis zur östlichen Grenze der Türkei.

Gliederung des Taurus[Bearbeiten]

Im Wesentlichen kann man den Taurus in den West-, Zentral- und Süd-Ost-Taurus sowie den Inneren Taurus gliedern. Eine kleinräumige Aufteilung kann durch die Benennung der im Taurus gelegenen Regionen erfolgen (von West nach Ost): Lykischer Taurus, Kilikischer Taurus, Anti-Taurus (oder Aladağlar) und Armenischer Taurus.

West-Taurus[Bearbeiten]

Der West-Taurus (türkisch: Batı Toroslar) erstreckt sich von der Lykischen Halbinsel ausgehend in einem Bogen um die Ebene Antalyas und folgt dann weiter der Mittelmeerküste in Richtung Südosten. Dieser Teil des Taurus wird auch Lykischer Taurus genannt. Höchster Berg der Region ist mit 3086 m der in der Nähe von Elmalı in der Region Antalya gelegene Kızlar Sivrisi Tepesi (36°36'16"N 30°7'13"E). Im Westtaurus befindet sich der Lykische Weg, der zwischen Antalya und Fethiye auf 509 km durch die Berge des Taurus und entlang der Lykischen Küste verläuft.

Zentraltaurus[Bearbeiten]

Der Zentraltaurus (türkisch: Orta Toroslar) erstreckt sich in einem Bogen von der Provinz Mersin im Westen bis hin zur Provinz Kahramanmaraş im Osten. Hier erreichen zahlreiche Berge Höhen zwischen 3000 und 3700 m. 40 km südöstlich von der Stadt Niğde befindet sich die höchste Gebirgsregion des zentralen Taurus: das Aladağlar-Gebirge, welches 1995 zum Nationalpark erklärt wurde. Höchster Berg ist der Demirkazık Dağı (3756 m). Er gilt als der höchste des gesamten Taurus, wobei der in den Hakkâri Dağlari, also im östlichen Teil des Taurus gelegene Uludoruk Tepesi mit 4135 m deutlich höher ist. Aus den verschiedenen Quellen geht nicht klar hervor, ob die Hakkari Dağları zum Osttaurus zählen oder nicht. Im Norden der Aladağlar beherrscht der Erciyes Dağı (3891 m) die Landschaft. Er zählt als Vulkan jedoch geologisch gesehen nicht zum Taurus. Nördlich von Tarsos liegt die Kilikische Pforte, der einzige Pass in das fruchtbare Tiefland Adanas.

Süd-Ost-Taurus[Bearbeiten]

Der Süd-Ost-Taurus (türkisch: Güney Doğu Toroslar) erstreckt sich vom Nord-Süd verlaufenden Nur Dağları-Gebirge bis an die östliche Grenze der Türkei wo sich die Hakkari Dağları befinden. Zählt man die Hakkari Dağlari mit zum Osttaurus, wären diese die höchste Gebirgsregion. Hier gibt es gleich zwei Berge die über 4000 m gehen: der Cilo Dağı (4116 m) und der bereits erwähnte Uludoruk Tepesi (4135 m), zweithöchster Berg der Türkei. Im Mittleren Süden des Süd-Ost-Taurus befindet sich der Atatürk-Staudamm der - mit dem Euphrat als Zufluss - der größte Stausee der Türkei ist.

Innerer Taurus[Bearbeiten]

Der Innere Taurus ist ein im Norden parallel zum mittleren Süd-West-Taurus verlaufender Teil des Taurus. Hier befindet sich das Quellgebiet von Euphrat und Tigris. Nach Norden hin geht der Innere Taurus in das Pontische Gebirge über.

Geologie[Bearbeiten]

Die Gebirgsketten des Taurus beginnen als Zweitausender beim Mittelmeer (Muğla, Antalya) und drehen dann nach Nordosten bis fast zum Schwarzen Meer und in Richtung Armenien. Dabei teilen sie sich in Parallelketten und reichen stellenweise an die 4000 Meter heran. Die Erosion entlang geologischer Störungen und durch Flusstäler konnte mit der alpiden Hebung nicht ganz Schritt halten, weil die Gebirgsbildung hier besonders heftig war. Die Gebirge setzen sich in einem riesigen Bogen über die Südost-Türkei und tausende Kilometer in das persische Elburs- bzw. Zagros-Gebirge und den Hindukusch fort. Viele dieser Regionen werden periodisch von Erdbeben und auch Vulkanismus betroffen, wenn sich Teile der Erdkruste verschieben.

Auch im Osttaurus treten NO-SW parallelen Kettensysteme auf, wie sie in Mittelanatolien typisch sind. Nach Osten fächern sie sich immer weiter auf. Die Höhe der einzelnen Gebirgszüge liegt zwischen 3000 und 4400 m, die Talbereiche zwischen den Höhenzügen um 2000 m.

Südlich des Berges Süphan dehnen sich die Taurusketten bis zum Vansee und Hakkâri. Die südöstlichen Ausläufer sind jedoch um durchschnittlich 1000 m niedriger.

Im Umkreis des Vansees - auf halbem Wege zwischen dem Nordirak und Armenien - treffen die beiden Gebirgszonen auf das Armenische Hochland. Hier haben ganze Ketten von Vulkanen mächtige vulkanische Decken entstehen lassen. Neben dem Ararat (5137 m) und dem Berg Süphan (4058 m) sind der Vulkan Nemrut (3050 m) und weiter westlich der Erciyes Dağı (3891 m) und der Hasan Dağı (3268 m) zu erwähnen.[1]

Das Hochland ist intensiv gefaltet und bildete eine Vielzahl von tektonischen Becken, die durch Flusssedimente teilweise zu Ebenen wurden. Dadurch finden sich in der Region auch mehrere große Seen.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Julius Wagner et al. (Hrsg.): Harms Handbuch der Geographie - Asien. 11. Auflage. Paul List Verlag, München 1971, ISBN 3-471-18852-5, S. 58f.
  •  Wolf-Dieter Hütteroth, Volker Höhfeld: Türkei: Geographie - Geschichte - Wirtschaft - Politik. 2. Auflage. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2002, ISBN 3-534-13712-4.
  •  Roland Brinkmann (Hrsg.): Geology of Turkey. 1. Auflage. Elsevier, 1976, ISBN 3-432-88271-8.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Taurusgebirge – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Türkeikarte der Geographischen Fakultät der Universität Ankara