Taxi Driver

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel: Taxi Driver
Originaltitel: Taxi Driver
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 1976
Länge: 114 Minuten
Originalsprache: Englisch
Altersfreigabe: FSK 16
Stab
Regie: Martin Scorsese
Drehbuch: Paul Schrader
Produktion: Michael Phillips, Julia Phillips
Musik: Bernard Herrmann
Kamera: Michael Chapman
Schnitt: Marcia Lucas
Besetzung

Taxi Driver ist ein Film von Martin Scorsese. Er schildert das Leben des einsam und isoliert lebenden Taxifahrers Travis Bickle in New York, der von der Gewalt und dem Schmutz der Stadt in den 1970er-Jahren immer mehr angewidert ist und sich immer weiter in seine Obsessionen hineinsteigert.

Der Film gewann mehrere Preise und wird auch 33 Jahre nach seinem Entstehen zu den wichtigsten amerikanischen Filmen gezählt. Er machte die weibliche Hauptdarstellerin Jodie Foster zu einem bekannten Star. Die Filmmusik komponierte Bernard Herrmann, der vor allem durch seine Arbeit mit Alfred Hitchcock (u. a. Psycho) bekannt wurde. Die soziologische Horrorgeschichte liefert eine düstere Bestandsaufnahme der US-Gesellschaft und New Yorks vor dem Hintergrund der Folgen des Vietnamkriegs und der wirtschaftlichen Rezession.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Handlung

Der unter Schlaf- und Kontaktstörungen leidende 26-jährige Travis Bickle nimmt einen Job als Taxifahrer in New York an. Beim Bewerbungsgespräch gibt er an, bei den US Marines gewesen zu sein, also wohl im Vietnamkrieg. Er ist bereit, jederzeit, an jedem Ort zu arbeiten. Aufgrund seiner Schlafstörungen fährt er vorwiegend die unbeliebten Nachtschichten bis in die dunkelsten Ecken der Stadt. Seine Freizeit verbringt er in Pornokinos und indem er ziellos umherfährt.

Eines Tages steigt ein Mädchen bei ihm ein, offensichtlich eine kindhafte Prostituierte, die auf der Flucht vor ihrem Zuhälter ist. Dieser holt das Mädchen aus dem Wagen, bevor Travis davonfahren kann und gibt ihm einen Zwanziger als Entschädigung. Travis umwirbt die Wahlkampfhelferin Betsy, die für den Senator und designierten Präsidentschaftskandidaten Palantine arbeitet. Betsy willigt ein, mit Travis ins Kino zu gehen. Als er einen Pornofilm auswählt, verlässt sie empört das Kino und will nichts mehr von Travis wissen.

Travis hat herausgefunden, wer das Mädchen ist, das von ihrem Zuhälter hatte fliehen wollen. Es handelt sich um Iris. Die Zwölfjährige weckt den Beschützerinstinkt in ihm. Er will sie aus der Prostitution holen. Sie allerdings will von seinem Vorhaben nichts wissen: sie sei bei ihrem Fluchtversuch zugedröhnt gewesen, ihr Zuhälter – mit Spitznamen Sport – würde sie lieben und gut behandeln. Später wird in einer Szene gezeigt, wie infam Sport die Gefühle des Mädchens für sich ausnutzt.

Travis befördert nachts zwielichtige Gestalten, auch wird deutlich, dass sein Wagen als fahrendes Bordell missbraucht wird. Eine Szene zeigt einen eifersüchtigen Mann auf dem Rücksitz von Travis' Taxi, der ausführlich schildert, wie er seine fremdgehende Frau mit einer 44er Magnum zu töten beabsichtigt. Travis ist der Ansicht, dass sich zu viel „menschlicher Abschaum“ auf New Yorks Straßen herumtreibt, der beseitigt gehört. Diese Ansicht unterbreitet er auch Senator Palantine, den er, wie es der Zufall will, eines Abends durch die Stadt fährt. Travis erwirbt vier Pistolen auf dem Schwarzmarkt und beginnt zu trainieren. Abends kauft er in einem kleinen Markt ein und wird Zeuge eines Raubüberfalls. Travis schießt den Räuber nieder und wird, weil er keinen Waffenschein besitzt, vom Ladeninhaber fortgeschickt. Der Ladenbesitzer prügelt hinter ihm auf den schwerverletzten Räuber ein. Travis schreibt eine Grußkarte an seine Eltern, auf der er behauptet, in sensible Regierungsarbeit eingebunden zu sein und mit Betsy eine Beziehung zu haben. Er versucht bezüglich seiner verfahrenen Lebenssituation bei dem erfahrenen Taxifahrer Wizard Rat zu finden. Wizard, der keine Ahnung hat, was Travis eigentlich von ihm will, gibt belanglose Antworten. In seinem heruntergekommenen Zimmer spricht Travis mit imaginären Gegnern und hantiert mit seinen illegal erworbenen Waffen. Offensichtlich steigert er sich immer mehr in den Wahn hinein, die Straßen New Yorks zu säubern.

Im Militärlook und mit einem Irokesenschnitt taucht er auf einer Wahlkampfveranstaltung des Senators Palantine auf. Offensichtlich will er sich an diesem für das abweisende Verhalten seiner Wahlkampfhelferin Betsy rächen, wird aber von den Leibwächtern entdeckt und flieht. Nach diesem gescheiterten Anschlag sucht er sich eine neue Mission. Er fährt zu dem Stundenhotel, in dem die minderjährige Iris arbeitet. Vor dem Nachbarhaus schießt Travis dem Zuhälter Sport in den Unterleib, dann setzt er seinen Amoklauf im Hotel fort und zerschießt dem Türsteher die rechte Hand. Sport, inzwischen wieder auf den Beinen, erscheint mit einem Revolver im Hotel, feuert auf Travis und verletzt ihn am Hals. Travis kann seinerseits Sport niederschießen. Er feuert zwei weitere Kugeln auf den am Boden liegenden Zuhälter. Ein Freier stürmt aus Iris' Zimmer und schießt Travis in die Schulter, woraufhin dieser seine Waffe verliert. Travis ist bestens vorbereitet: Er trägt eine selbst gebaute Mechanik am rechten Arm, und eine weitere Pistole kommt zum Vorschein, mit der er den Freier tötet. Während des Gemetzels wird Travis immer wieder von dem Türsteher attackiert. Die beiden landen ringend in Iris' Zimmer. Travis zieht ein großes Messer hervor, das er zuvor mit Klebeband an einem Stiefel befestigt hatte. Er sticht die Klinge durch die verbliebene Hand des Türstehers. Obwohl Iris Travis anfleht, den Mann in Ruhe zu lassen, tötet er ihn mit einem Kopfschuss.

Travis ist schwer verletzt und versucht sich zu erschießen, doch die Waffe ist leer. Als die Polizei den Raum betritt, zeigt er mit seinem Zeigefinger auf seine Schläfe, wie um einen Suizid anzudeuten oder die Beamten aufzufordern, ihn zu töten. Die Kamera schwenkt nun von Travis weg und zeigt von hoch oben den blutigen Pfad, den er hinterlassen hat, schwenkt über Blutspritzer, tote Körper und die Treppe hinunter bis auf die Straße, wo sich Schaulustige und Polizisten drängeln.

In einer Sequenz werden Zeitungsartikel gezeigt, in denen Travis als Held gefeiert wird sowie ein Brief von Iris' Eltern (vorgelesen von einer Offstimme, wohl Iris' Vater), in dem sie ihre Dankbarkeit für die Rettung ihrer Tochter versichern. Zum Schluss steht Travis plaudernd mit seinen Taxifahrerkollegen zusammen. Er besitzt seine volle Haarpracht und die einzige erkennbare Folge der Schießerei ist eine Narbe am Hals. Betsy, die Wahlkampfhelferin, steigt in sein Taxi, und er fährt sie nach Hause. Da die Medien Travis als Held dargestellt haben, stellt Betsy ihm Fragen dazu. Er hingegen wirkt eher zurückhaltend und weigert sich sogar, das Fahrtgeld von ihr anzunehmen („Geschenkt!“). Grußlos fährt er davon. In einer letzten Einstellung vor dem Abspann blickt Travis irritiert in den Rückspiegel.

[Bearbeiten] Kritik

Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung. Näheres ist auf der Diskussionsseite angegeben. Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.

„Wegen seiner moralischen Ambivalenz und der schockierenden Gewaltszenen löste der Film hitzige Diskussionen aus. Trotz zeitverhaftetem Kontext (Vietnamkrieg und Watergate-Affäre) ist Scorseses Großstadtalptraum zum zeitlosen Klassiker geworden.“

N. Röndigs [1]

„Scorsese zeigt mit seinem Taxi Driver, wie schmal der Grat zwischen Weltschmerz und Frustration einerseits und (selbst-)zerstörerischem Wahn andererseits ist; aber auch, dass ein ebenso schmaler Grat in der öffentlichen Wahrnehmung existiert, nämlich der zwischen Verbrechern und Helden…“

E. Schmitz [2]

„Travis in New York City, der Geburtsstätte des Punk, zeitgleich in der Mitte der Siebziger. Im New Yorker Club CBGB’s spielten die Ramones, als ‚Taxi Driver‘ gedreht wurde. Travis als erster Punk des Kinos? Erster Irokesenschnitt jedenfalls, und Durchdrehen, Rebellieren, ohne noch wirklich zu wissen, wogegen.“

Andreas Thomas [3]

„Mit kühler Eindringlichkeit und analytischer Präzision schildert der ungemein dichte Film die psychischen Deformationen seines Helden. Zugleich verdeutlicht er, daß der Ausbruch individueller Gewalt mit einem allgemeinen Klima latenter Brutalität und Abstumpfung korrespendiert [sic]. Ein Thriller, der intensive Wirklichkeitsbeobachtung mit den mythischen Qualitäten des traditionellen Genrefilms verbindet.“

Lexikon des internationalen Films [4]

[Bearbeiten] Sonstiges

  • „Die Kraft des Geistes auf dem falschen Weg“ sagte Martin Scorsese über die grundlegende Charaktereigenschaft der Hauptfigur Travis Bickle.
  • Die Drehbuchvorlage stammt von Paul Schrader und zeigt autobiografische Züge.
  • Robert De Niro als Method Actor verwendet für seine Rollengestaltung die Originalkleidung Schraders und fuhr als Vorbereitung mehrere Tage in New York selbst Taxi.
  • Der Regisseur Martin Scorsese tritt in einer Szene des Films als betrogener Ehemann auf dem Rücksitz des Taxis auf. In einer weiteren Szene ist er kurz als Passant vor dem Wahlkampfbüro Palantines zu sehen.
  • Die damals 13-jährige Jodie Foster musste aus Jugendschutzgründen in mehreren Szenen von ihrer älteren Schwester gedoubelt werden.
  • Der Film ist nach Hexenkessel die zweite Zusammenarbeit des Trios Martin Scorsese, Robert De Niro und Harvey Keitel.
  • Die Filmmusik ist die letzte Arbeit von Bernard Herrmann, der, nur einige Stunden nachdem er die Musikaufnahmen abgeschlossen hatte, verstarb.
  • 2003 erstellte die Bundeszentrale für politische Bildung in Zusammenarbeit mit zahlreichen Filmschaffenden einen Filmkanon für die Arbeit an Schulen und nahm diesen Film mit in die Liste auf.
  • Kultstatus hat die Szene, in der Robert De Niro alias Travis Bickle mit gezücktem Revolver vor einem Spiegel steht und sein vermeintliches Gegenüber, respektive sein Spiegelbild, mit den Worten „Redest du mit mir? Du laberst mich an?“ („You talkin' to me?“) zu einem Duell auffordert. In der vom American Film Institute ermittelten Hitliste der „100 besten Filmzitate aller Zeiten“ sind diese Worte auf Position 10 platziert. Darüber hinaus wurde diese Szene unzählige Male parodiert und adaptiert, beispielsweise von Vincent Cassel in Hass. Samples aus Travis’ Rede, in der er erklärt, den „Abschaum von der Straße waschen zu wollen“, wurden von der englischen Punkband The Clash in ihrem Song „Red Angel Dragnet“ auf ihrem 1982er Album Combat Rock verwendet. Zum Zeitpunkt des Albums trug Clash-Frontmann Joe Strummer einen Irokesenschnitt und Militärkleidung in Anlehnung an Travis’ Kleidungsstil im Film. Dergleichen Anspielungen finden sich viele.

[Bearbeiten] Auszeichnungen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Hamburger Morgenpost, aufgerufen am 14. September 2006
  2. Filmzentrale und ciao.de: Ein Mann am Kreuzweg, aufgerufen am 4. März 2007
  3. Filmzentrale: Kritik von Andreas Thomas, aufgerufen am 4. März 2007
  4. Filmdienst: Taxi Driver. In: Kabeleins Filmlexikon. SevenOne Intermedia GmbH. Abgerufen am 3. November 2008.

[Bearbeiten] Weblinks

Persönliche Werkzeuge
Buch erstellen