Tayasal

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Eingang zur archäologischen Fundstätte Tayasal.
Flores am Petén-Itzá-See wurde auf den Trümmern der Itzá-Metropole Tayasal gebaut.

Tayasal, auf Mayathan Noh Petén („Stadtinsel“) oder Tah Itzá („Ort der Itzá“) war ein Maya-Stadtstaat der Itzá-Ethnie, gelegen im Norden des heutigen Guatemala. Es war der letzte, bis 1697 unabhängige Maya-Staat. Auf seinen Ruinen errichteten die Spanier die Stadt Flores.

Lage[Bearbeiten]

Tah Itzá befand sich auf einer Insel im Petén-Itzá-See im heutigen guatemaltekischen Departamento Petén. Auf Grund dieser Lage war die Stadt gut zu verteidigen.

Geschichte[Bearbeiten]

Nach der Zerstörung von Chichén Itzá zogen die Itzá südwärts an den Petén-Itzá-See, wo sie 1194 auf einer Insel ihre neue Hauptstadt Tayasal gründeten.

Hernán Cortés kam 1523 auf seinem Marsch nach Honduras bei der Verfolgung von Cristóbal de Olid, kurz nachdem er den Aztekenkönig Cuauhtémoc bei Xicalango hatte hängen lassen, mit einer Armee von Spaniern und etwa 600 Chontal-Mayas durch Tayasal. Dabei traf er den Itzá-Herrscher (halach winik), Ah Kaan Ek („Schwarze Schlange“, hispanisiert Canek), und hielt mit diesem eine katholische Messe ab. Die Spanier ließen ein sterbendes Pferd zurück. Aus Furcht davor, dass die Spanier die Itzá für den Tod des Pferdes verantwortlich machen würden, bauten sie als Ersatz ein hölzernes Pferd.[1]

Nach der Eroberung Guatemalas und Yucatáns versuchten die Spanier wiederholt, Tah Itzá einzunehmen. Ein Angriff unter Hernán Cortés im Jahre 1541 wurde von den Itzá-Kriegern abgewehrt.

1618 besuchten zwei Jesuitenpriester in Begleitung mehrerer hundert Indigener aus Belize die Stadt Tah Itzá und wurden zunächst freundlich empfangen. Als die Priester sahen, dass die Itzá das in der Zeit von Cortés errichtete hölzerne Pferd Tzimin Chac („Pferd des Donners“) anbeteten, zerstörten sie dieses, und es kam zum Streit. Der Herrscher (Ahau) der Itzá, Ah Kaan Ek, ließ die Spanier vertreiben.

Es gab mehrere erfolglose militärische Eroberungsversuche der Spanier, so 1685 von Belize, 1687 von Alta Verapaz sowie 1691 und 1695 von Yucatán aus. Der Gouverneur von Yucatán Martín de Ursua stellte schließlich eine spanische Armee aus Einheiten von Tabasco und Yucatán zusammen. Diese stürmte am 13. März 1697 die letzte freie Maya-Stadt. Dabei kamen auch Schlachtschiffe zum Einsatz, die von der Küste herangebracht und am Ufer des Petén-Itzá-Sees zusammengesetzt wurden.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Diego López de Cogolludo "Conquista de Yucatán" Cap.XVI Foundation for the advancement of mesoamerican studies inc

Literatur[Bearbeiten]

  • Antonio Mediz Bolio (2005): Libro de Chilam Balam de Chumayel, Traducción del maya al español. México, ed. Dante ISBN 970-605-277-1
  • Diego López de Cogolludo (1688): Historia de Yucatán (2006) Madrid, ed. Linkgua. ISBN 84-9816-640-3
  • Die Mayapriesterin, Heyne Allgemeine Reihe, ISBN 3-453-21225-8 (Historischer Roman aus Sicht der beiden genannten Jesuitenpriester)

Weblinks[Bearbeiten]