Tazacorte

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Gemeinde Tazacorte
Wappen Karte der Kanarischen Inseln
Wappen von Tazacorte
Tazacorte (Kanarische Inseln)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: Kanarische Inseln
Provinz: Santa Cruz de Tenerife
Koordinaten 28° 39′ N, 17° 56′ W28.643727777778-17.932877777778107Koordinaten: 28° 39′ N, 17° 56′ W
Höhe: 107 msnm
Fläche: 11,36 km²
Einwohner: 4.911 (1. Jan. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 432,31 Einw./km²
Postleitzahl: 38770
Gemeindenummer (INE): 38045 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Webpräsenz der Gemeinde
Lage der Gemeinde
Tazacorte.png
Blick vom Mirador El Time über den Barranco de las Angustias auf Villa de Tazacorte

Tazacorte (offiziell La Villa y Puerto de Tazacorte) ist eine der 14 Gemeinden der Kanareninsel La Palma. Der älteste spanische Ort der Insel ist die jüngste (seit 1925 selbständig) und flächenmäßig kleinste Gemeinde von La Palma. Die Gemeinde reicht vom Ende der Schlucht Barranco de Las Angustias von El Puerto im Norden bis zum Ort La Bombilla in der Ortschaft La Costa im Süden.

Geographie[Bearbeiten]

Geografische Lage und Geologie[Bearbeiten]

Die Hochebene von Tazacorte liegt am Fuße des Aridane-Tals. An seinem nördlichen Ende befindet sich der zum Naturschutzgebiet erklärte Barranco de Las Angustias, des Abfluss aus der Caldera de Taburiente.

Die Lava des Vulkans Tacande (Montaña Quemada, Verbrannter Berg) und die des Vulkans San Juan haben die Landschaft von Tazacorte geformt. Der San Juan vergrößerte bei seinem letzten Ausbruch 1949 das Land am Südende der Gemeinde. Geprägt wird die Landschaft sonst hauptsächlich von Bananenplantagen. Die Berge Montaña Todoque (349 Meter) und Montaña La Laguna (343 Meter) sind zwei von vier in einer Reihe stehender Vulkane, die unter Naturschutz stehen.

Von den mehr als 100 Vulkanhöhlen auf La Palma befinden sich fünf auf dem Gebiet von Tazacorte: Cueva de Hércules, Cueva de Los Caracoles (beide nördlich von Montaña La Laguna), Cueva de El Perdido (mit vier Öffnungen zur Steilküste), Cueva La Muralla und Cueva de la Terraza de Verano (beide im Süden von La Costa). Die Cueva de El Perdido mit einer Ausdehnung von 1.288 Metern ist nach der Cueva Honda del Bejenado mit 1.362 Metern die am weitesten verzweigte Vulkanröhre von La Palma (Lage und Schnittzeichnungen der Röhren in [2]).[3]

Gliederung der Gemeinde Tazacorte[Bearbeiten]

Ortschaften der Gemeinde Tazacorte

Die Gemeinde Tazacorte untergliedert sich in die folgenden Ortschaften (von nord nach süd): El Puerto, Tarajal, Tazacorte, Cardón, San Borondón, Marina, La Costa.

Villa de Tazacorte[Bearbeiten]

Villa de Tazacorte, in der Ortschaft Tazacorte, ist Verwaltungssitz der Gemeinde. Im Ort vermischen sich traditionelle Baustile mit moderner Architektur. Alte Häuser, in kanarischem oder kolonialem Stil, mit engen Gassen zeichnen überwiegend das Bild des Ortes, der auch Klein Paris genannt wird. Das Viertel El Charco war das ursprüngliche Zentrum, an dem die Familie Monteverde eine erfolgreiche Zuckerfabrik ansiedelte. Die Stadt wuchs durch Wohnungen für Angestellte, durch Mühlen und Werkstätten und andere Wirtschaftsgebäude.

Die lange vor dem Rathaus stehende Statue (jetzt in den Museumsteil von El Charco verbannt) spiegelt die öffentliche Anerkennung des Fleißes der Landarbeiter wider.

Puerto de Tazacorte[Bearbeiten]

Strand von Puerto de Tazacorte

Puerto de Tazacorte liegt am Ende der Schlucht Barranco de Las Angustias und verfügt über den größten Fischerei- und Segelhafen der Insel (in der Ortschaft Tarajal) sowie über einen ca. 2 km langen Badestrand mit einer entsprechend langen Promenade. Der Strand aus schwarzem Lavasand wird im Norden durch einen Deich gegen die - in der Winterzeit - mehrere Meter hohen Wellen geschützt. Im Ort hat sich ein entsprechend großer Badetourismus entwickelt. Mit 3500 Sonnenstunden im Jahr ist Puerto de Tazacorte der sonnenreichste Ort der Insel.[4] An der Stelle des Deiches wurde 1936 bereits ein Wellenbrecher zum Schutz des ersten Hafens von Tazacorte gebaut (Ortschaft El Puerto), von dem aus der Export der Bananen erfolgte. Eine geeignete Straßenverbindung zum Hafen in Santa Cruz existierte damals noch nicht.[5]

Der Strand, in der Nähe des Hafens, ist inzwischen für die Nacktbader reserviert. Auf einer Fläche von 15.000 m² wurde Sand aufgefüllt, alte Plakate entfernt, eine Dusche installiert und neue Schilder in drei Sprachen angebracht, die auf die Besonderheiten dieses Strandabschnittes hinweisen.[6]

Geschichte[Bearbeiten]

Spanische Eroberung und Reichtum durch Zuckerrohranbau[Bearbeiten]

Casa Diaz Pimienta aus dem 16. Jahrhundert
Casa Monteverde aus dem 16. Jahrhundert, heute auch als Casa Los Martyres bezeichnet
Casa Monteverde, Gedenktafel der 40 Märtyrer

Am 29. September 1492, dem Tag des Heiligen Michael, begann unter der Führung von Alonso Fernández de Lugo im zugänglichen Küstenabschnitt des heutigen Puerto de Tazacortes die spanische Eroberung und Inbesitznahme von La Palma. Zu Ehren des Heiligen Michael wurde von den Spaniern die erste Kapelle am Ort der heutigen Kirche San Miguel Arcángel in Tazacorte errichtet. Der Heilige Michael gab der Insel auch ihren Namen, San Miguel de La Palma.[7] Der Name des Guanchenhäuptlings Tazo, der den Spaniern erbitterten Widerstand entgegensetzte, führte zur Namensfindung von Tazacorte und bedeutet, Der Hof des Tazo.

Das Land wurde unter den Besetzern aufgeteilt sowie die Rechte der Gewässernutzung in der Caldera de Taburiente. In der Folgezeit wurden von adeligen Familien aus der Hauptstadt und von flämischen Kaufleuten große Landgüter errichtet, die im Zuckergeschäft den wirtschaftlichen Wohlstand sahen. Die Zuckerfabriken der Familien Monteverde, Van Dale, Sotomayor und Massieu, denen das gesamte, klimatisch sehr geeignete Land samt Gewässer gehörten, wurden zur wirtschaftlichen Antriebskraft der Insel. Im frühen 16. Jahrhundert musste der Zuckerrohranbau noch keine amerikanische Konkurrenz fürchten, so dass sehr hohe Gewinne aus dem Handel mit Antwerpen erzielt wurden. Die Hazienda de Abajo war das größte Zuckerrohrlandgut Tazacortes. Es wurde von Juan Fernández de Lugo, dem Neffen des spanischen Eroberers Don Alonso Fernández de Lugo errichtet. Das Handelshaus der Welser kaufte es im Jahre 1509 mit großen Teilen des Aridane-Gebietes und verkaufte es schon 1513 an den Kölner Kaufmann Johann Byse (Byss oder Biesen) und dessen Neffen Jakob Groeneberg. Der Neffe übernahm den Besitz. Er unterhielt in Antwerpen ein Kontor, wo er als „Heer van Canarien" bekannt wurde.

Jakob Groeneberg zog ganz nach La Palma und ließ sich in Tazacorte unter dem spanischen Namen „Don Jácome de Monteverde" nieder. Später übernahmen die Sotomayors aus Lilloot, Berendrech und Zuitland in Flandern das Gut. Die Familien verschwägerten sich über die Jahrhunderte miteinander. Sie wohnten in den alten Herrensitzen. Im 16. Jahrhundert wurden der kleine Palast des Vizconde del Buen Paso, das Herrenhaus des Admirals Díaz Pimienta und die Casa Monteverde errichtet. Im nächsten Jahrhundert folgte die Casa Massieu. Noch heute besitzt Tazacorte aus dieser Zeit die wichtigste flämische Kunstsammlung der Kanaren.[8]

Puerto de Tazacorte wurde nach dem Hafen der Hauptstadt der zweitwichtigste der Insel. Im 16. Jahrhundert wurde er von einheimischen und ausländischen Schiffen angelaufen, die Zucker, Wein und weitere Produkte der Insel exportierten.

Das häufige Auftauchen von Korsaren und anderen Piraten ließ die Besitzer der Landgüter zwei heute nicht mehr existierende Schanzen zur Verteidigung anlegen.

Eine verhängnisvolle Erfahrung mit den Piraten machte im Juni 1570 auch eine portugiesische Jesuitengruppe unter Leitung von Pater Inácio de Azevedo, die auf dem Seeweg von Lissabon nach Brasilien war. Bei einem Zwischenstopp in Tazacorte wurde die 40-köpfige Gruppe von der Familie der Monteverdes in ihr Haus für einige Tage eingeladen. Eine Gedenktafel am Haus Menteverdes weist noch auf diese Begegnung hin. In der Wallfahrtskapelle San Miguel von Tazacorte hielt Inácio de Azevedo eine Messe. Bei ihrer Weiterfahrt in Richtung Santa Cruz de La Palma blieb das Schiff, die Santiago aufgrund mangelnden Windes vor der Küste vor Fuencaliente liegen und wurde von fünf französischen Piraten-Schiffen angegriffen, um in den Besitz der für Brasilien vorgesehenen reichhaltigen Geben zu gelangen. Die Jesuitengruppe wurde dabei grausam umgebracht. 1854 wurde die Gruppe als Vierzig Märtyrer von Brasilien selig gesprochen.[9][10]

Trotz des wirtschaftlichen Aufschwungs lebte der Großteil der Bevölkerung von Tazacorte, nämlich Bauern und Fischer, unter armseligen Bedingungen in einem Viertel oberhalb der Herrschaftshäuser, das lange vom benachbarten Los Llanos de Aridane verwaltet wurde. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts belebten zwischendurch Cochenille und Zucker die Wirtschaft neu, doch ständige Krisen verstärkten um 1860 die Auswanderung vor allem nach Venezuela und Kuba.

Die Bananen-Monokultur[Bearbeiten]

Der Bananenanbau wurde zuerst 1613 erwähnt. Nachdem auf dem Kontinent der Rübenzucker den Rohrzucker verdrängt hatte, wurde der Anbau von Bananen seit 1890 systematisch betrieben und blühte nach Ende des Ersten Weltkrieges auf, als sich das englische Unternehmen Fyffes Limited (1899) sowie andere Firmen niederließen und in Tazacorte große Plantagen-Flächen pachteten. In Tazacorte dominierten die Landarbeiter zahlenmäßig deutlich die Eigentümer; 1936 wählten mehr als 72 Prozent die linke Agrupación Obrera y Campesina. Während des Franco-Regimes kam es zu einer weiteren Emigrationswelle nach Südamerika.

Heute bringt die exzessive Bananen-Monokultur eine Reihe ökologischer und ökonomischer Nachteile. Hinzu kam die Finanzkrise. Die Zahl der Arbeitslosen ist u. a. durch das Ende des Baubooms von März 2007 auf März 2010 um 74 Prozent gestiegen[11][12], die Einwohnerzahl ging von 2003 auf 2011 um 9 % zurück.[12].

Kampf um gemeindliche Selbständigkeit[Bearbeiten]

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kam der Kampf um die Unabhängigkeit von Los Llanos. 1911 wurden Tazacorte aufgrund einer Ortsnamenverwechselung versehentlich schon einmal für drei Tage die Stadtrechte verliehen. 1923 wies der Ort mit über 2000 Einwohnern die stärkste wirtschaftliche Entwicklung im Aridane-Tal auf. Die entscheidende Unabhängigkeitsschlacht fand unter der Diktatur von Primo de Rivera sowohl in Madrid wie auch auf der Insel statt. Am 16. September 1925 wurde Tazacorte per Dekret die Unabhängigkeit verliehen. 1928 brach dann die Pest aus. Die Entwicklung und Erhaltung des Fischerei- und Geschäftshafens, des Bananenanbaus und des sanften Tourismus stehen heute im Fokus der Gemeinde Tazacorte.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Nach starkem Bevölkerungswachstum von Tazacorte, besonders in den 1970er und 1980er Jahren (1990: 7.049 Einwohner), setzte in den 1990er Jahren ein Bevölkerungsrückgang ein, der bis 2013 (4.911 Einwohner) anhielt.[13][14]

In Tazacorte leben heute in zweistelliger Anzahl auch deutsche Ganzjahres- sowie Winterresidenten, darunter Christine Wittrock oder Manfred Günther.

Die Bevölkerungszahlen der Gemeindebezirke Tazacortes aus dem Jahr 2013[15]:

  • Tazacorte: 2.481
  • El Puerto: 1.230
  • La Costa: 500
  • Marina: 309
  • San Borondón: 270
  • Cardón: 90
  • Tarajal: 31

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirche San Miguel Arcángel
Rathaus und Brunnen "San Miguel de La Palma" von Luis Morera
Museo del Platano in Tazacorte

Feste[Bearbeiten]

  • Wie in vielen Orten Spaniens wird auch in Tazacorte am Ende der Karnevalszeit die Beerdigung der Sardine durch eine Prozession wehklagender Witwen und Trauergäste zelebriert.
  • Jährlich am 16. Juli halten die Seeleute eine Prozession zu Ehren der Virgen del Carmen ab.
  • Am 29. September findet das große Fest zu Ehren des Erzengels Michael, des Kirchenpatrons, Schutzheiligen der Stadt und des Hafens von Tazacorte und aller Einwohner von La Palma statt. Höhepunkt ist der einzigartige Tanz der Caballos Fufos, der fauchenden Pferde. 20 Pferde - mit farbigem Papier verkleidete Rohrgestelle - tanzen durch die Straßen, angeführt von einer Giraffe.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die Kirche San Miguel Arcángel in Tazacorte wurde an der Stelle der ersten Wallfahrtskapelle der Insel von 1492 erbaut (siehe Abschnitt Geschichte). 1922 wurde das Gotteshaus zur Pfarrkirche. In ihr werden unter anderem die Reliquien des Martyriums der 40 Jesuiten aufbewahrt, die auf ihrem Weg nach Brasilien 1570 von französischen Piraten getötet wurden.[10]
  • Vor dem Rathaus von Tazacorte befindet sich eine - im Jahr 2007 errichtete - große Bronzestatue des "Erzengels Michael", von einem Springbrunnen eingerahmt. Ihre Erbauer sind die Künstler Luis Morera und Natan Teutsch.[7] Der Schutzheilige der Insel Erzengel Michael ist auch als Verteidiger der Kirche, das Schwert tragend, im Wappen von La Palma enthalten.
  • Unterhalb der Kirche, im ältesten Stadtteil El Charco findet sich das stattliche Herrschaftshaus Casa Massieu aus dem 17. Jahrhundert, in dem häufig Kunstausstellungen stattfinden. In der Nähe liegen die Casa Monteverde (16. Jahrhundert) und die Casa Díaz Pimienta (17. Jahrhundert), Geburtshaus des Admirals Francisco Díaz Pimienta (1594-1652), Eroberer der Isla de Providencia (Nikaragua).
  • Historische Altstadt.
  • Neben einem Bananenmuseum und einem im Aufbau befindlichen Mojo-Museum gibt es auch ein Museum, das dem Arzt Manuel Morales Perez (1902-1986) gewidmet ist, der sich in den 1920er Jahren um die Pestbekämpfung verdient gemacht hatte.
  • Der Fischerei- und Yachthafen der Insel im Ortsteil Puerto de Tazacorte.
  • Einige kleine schwarze Lavastrände (am Hafen, in La Bombilla, Los Guirres/Playa Nueva, Mangon)
  • Der geplante Parque atlantico (Meerwasserschwimmbad) am Puerto ist seit Jahrzehnten eine Bauruine.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Hafen[Bearbeiten]

Puerto de Tazacorte (2007)
Betonfigur am Pierende (Bauabschnitt 2007)

Die Gemeinde besitzt in Puerto de Tazacorte den größten Fischerei- und Jachthafen der Insel. Neben einer Vielzahl von Fischer- und Segelbooten wird der Hafen auch von Forschungsschiffen, Booten von Fischzuchtbetrieben sowie von Ausflugsbooten genutzt.

Mit einer Flotte von ca. 30 Fischerbooten (im Jahr 2011) hat die Fischerei in Puerto de Tazacorte für die Wirtschaft La Palmas nur eine lokale Bedeutung. 1997 hatte der Hafen mit 40 Schiffen den höchsten Bestand.

Zur Förderung der Fischereiwirtschaft wurde 2003 die Fischzucht von Seebarsch (Lubina) und Meerbrassen (Dorada) in großen Schwimmkäfigen vor der Küste ins Leben gerufen. Die 1.600 Tonnen gezüchteter Fisch im Jahr 2006 gingen zum Großteil auf das spanische Festland sowie in die USA, Canada und Russland.[4][16]

Der wirtschaftliche Erfolg hat auch seine Schattenseiten, im Februar 2010 entwichen bei schwerem Sturm aus drei Netzen vor dem Hafen von Tazacorte etwa 200.000 Seebarsche, die als gefürchtete Raubfische die heimischen Fischbestände (Makrelen, Sardinen und Stöcker) drastisch reduzieren und das ökologische Gleichgewicht der Meeresfauna nachhaltig beeinträchtigen können.[17] Überdies rissen sich im Oktober 2012 mehrere verankerte Fischzuchtnetze vor der Küste von Tazacorte los und wurden zur Gefahr für Fischer- und Touristenboote. Als Ursache wird die mangelnde Wartung der Netze infolge des Wegfalls der Subventionen für die Fischzucht angenommen.[18]

Hafen von Puerto Tazacorte, Bauabschnitte von 2007 und 2014 (Blick vom Mirador del Time)

EU-Förderung[Bearbeiten]

Im Rahmen des EU-Programms für die Kanarischen Inseln wurde der Hafen von Tazacorte in den Jahren 2000 bis 2006 mit Fördermitteln aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) in Höhe von € 8,2 Mio. um eine 176 Meter lange Hafenmauer ausgebaut. In einem zweiten Bauabschnitt von 2007-2013 wurde eine zweite Hafenschutzmauer mit einer Länge von 400 Metern errichtet (siehe Bild) bei Gesamtkosten in Höhe von € 54 Mio. und einem EU-Förderbeitrag von € 27 Mio.[19][20]

Als Begründung für den zweiten Bauabschnitt wurde angeführt: "Wegen schlechter Witterungsbedingungen war der Hafen nach Abschluss der Bauarbeiten nur eingeschränkt funktionsfähig. Daraufhin wurde der Bau eines zusätzlichen Damms zum Schutz des Hafens und zur Erweiterung der Gewerbezone beschlossen."[21]

Der Hauptzweck des Hafenausbaus von Tazacorte bestand gemäß einer Mitteilung des Petitionsausschusses des Europäischen Parlamentes[21] in der Entfaltung von Wirtschaftstätigkeit, wodurch ein Beitrag zum Abbau der hohen Arbeitslosigkeit von 25 % erreicht werden sollte. Insbesondere sollte der Export der auf der Insel angebauten Bananen, die nur aufgrund von EU-Subventionen wettbewerbsfähig sind, gefördert werden. Mit der Hafenerweiterung könnten auch neue Verkehrsverbindungen zwischen Tazacorte und den Inseln La Gomera und El Hierro geschaffen werden. Bisherige Versuche, Fährverbindungen zu den Nachbarinseln aufzubauen und Kreuzfahrtschiffe anzuziehen, missglückten jedoch.

Die EU kritisierte 2012 den überdimensionierten, nur teilweise genehmigten Hafenausbau aus EFRE-Mitteln.[22][23]

Straßennetz[Bearbeiten]

Das Straßennetz ist gut ausgebaut, so dass alle Ortsteile leicht erreichbar sind. Zwei Buslinien verbinden Tazacorte im Takt-Verkehr mit Los Llanos und mit den Gemeinden im Nordwesten der Insel.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tazacorte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten]

  • Salvador Gonález Vázques Historia de Tazacorte 1492-1975 Graficolor Ediciones 2000
  • Villa y Puerto de Tazacorte Guía - Guide - Führer Tazacorte 2004

Quellen[Bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero de 2013. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).
  2. [1], F. DUMPIÉRREZ, M. FERNÁNDEZ, O. FERNÁNDEZ, R. GARCÍA, A.J., GONZÁLEZ, F. GOVANTES, J.M. HERNÁNDEZ & M. MUÑOZ: Las cavidades volcánicas de los términos municipales de Los Llanos de Aridane y Tazacorte (LA PALMA, ISLAS CANARIAS), Memoria digital de Canarias (PDF).
  3. [2], Rainer Olzem, Diplom-Geologe: Tubo Volcánico de Todoque.
  4. a b [3], Baedeker Reiseführer La Palma, El Hierro, Baedeker, 11.04.2014.
  5. [4], Juan Carlos Díaz Lorenzo: El puerto de Tazacorte en los años de la autarquía, 8.11.2009.
  6. http://noticias7.eu/neuer-fkk-strand-auf-la-palma-erfreut-sich-grosser-beliebtheit/7803/
  7. a b La Palma hat den Schutzpatron in Bronze, Kanaren Express, Tazacorte, 20.10.2007.
  8. Website des Hote Hacienda de abajo
  9. [5], Website des Ortes Tazacorte auf La Palma: Die sagenhafte Erzählung von den Märtyrern von Tazacorte.
  10. a b http://lapalmaisland.sheilacrosby.com/2010/03/26/the-tazacorte-martyrs/
  11. http://www.grancanariaole.de/zahl-der-arbeitslosen-auf-den-kanaren-stark-angestiegen-2/
  12. a b http://www.scribd.com/doc/60462266/Ficha-Municipal-2011
  13. [6], Instituto Nacional de Estadística, Santa Cruz Tenerife, Poblaciones de derecho desde 1986 hasta 1995, 38045 Tazacorte; abgerufen am 10. Oktober 2013 (spanisch).
  14. [7], Instituto Nacional de Estadística, Santa Cruz Tenerife, Series de población desde 1996, 38045 Tazacorte; abgerufen am 10. Oktober 2013 (spanisch).
  15. http://www.ine.es/nomen2/ficheros.do/ INEbase (Datenbank des Instituto Nacional de Estadística)
  16. [8], Análisis de la potencialidad de las ayudas del IFOP y FEP Puerto pesquero de Tazacorte (Analyse des Potenzials des Fischereihafens von Tazacorte).
  17. Wochenblatt La Palma 23.04.2010
  18. Teneriffa-forum: Gefahr für Schiffe, Verlassene Fischzuchtbecken, 24. Oktober 2012
  19. Parlamentarische Anfragen, 9. Mai 2012: EU-geförderte Projekte auf der Kanareninsel La Palma
  20. Parlamentarische Anfragen, 25. Juni 2012: Antwort von Herrn Hahn im Namen der Kommission.
  21. a b [9], EUROPÄISCHES PARLAMENT, Petitionsausschuss, 2.9.2010 - MITTEILUNG AN DIE MITGLIEDER zur Unterstützung für Gebiete in äußerster Randlage (Kanarische Inseln).
  22. 20 Monate für Ausbau des Hafens von Tazacorte (Kanarenexpress)
  23. vgl. La UE obliga a eliminar la ampliación del puerto deportivo de Tazacorte El Dia, 4. Januar 2012