Tazenakht

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Tazenakht
Wappen fehlt
Hilfe zu Wappen
Tazenakht (Marokko)
Tazenakht
Tazenakht
Basisdaten
Staat: Marokko
Region: Souss-Massa-Draâ
Provinz: Ouarzazate (Provinz)
Koordinaten 30° 34′ N, 7° 12′ W30.573611111111-7.2027777777778968Koordinaten: 30° 34′ N, 7° 12′ W
Einwohner: 9.000
Höhe: 968 m
Landschaft nördlich von Foum-Zguid
Tazenakht – Ortsbild

Tazenakht (arabisch: تازناخت) ist eine Oasenstadt mit etwa 9.000 Einwohnern in der Provinz Ouarzazate in der Region Souss-Massa-Draâ im Süden Marokkos.

Lage[Bearbeiten]

Die etwa 960 m hoch gelegene Kleinstadt Tazenakht liegt in einer Talsenke der ca. 1500 bis 1800 m hohen Berge der östlichen Ausläufer des Anti-Atlas-Gebirges. Sie liegt am Kreuzungspunkt der N10 von Taroudannt (etwa 200 km westlich) bzw. Ouarzazate (etwa 90 km nordöstlich) mit der R111 nach Foum-Zguid (etwa 85 km südlich) und der R108 nach Agdz (etwa 88 km östlich).

Bevölkerung[Bearbeiten]

Die Bevölkerung Tazenakhts besteht nahezu ausschließlich aus Angehörigen verschiedener Berberstämme der Umgebung. Die meisten sind – wegen ausbleibender Regenfälle in ihren Heimatdörfern, aber auch aus soziokulturellen Gründen (Hoffnung auf Arbeit, Verbesserung der materiellen Lebensbedingungen und der Gesundheitsvorsorge, bessere Möglichkeiten zur schulischen Ausbildung der Kinder etc.) – seit den 1970er Jahren in die Städte abgewandert.

Wirtschaft[Bearbeiten]

In früheren Jahrhunderten stand die Selbstversorgung im Zentrum des Wirtschaftens. Erst nach Fertigstellung mehrerer sich in Tazenakht kreuzender Pisten (heute asphaltierte Straßen) während der französischen Kolonialzeit konnten die in der Dattelpalmenoase erzeugten Lebensmittel auch auf regionalen oder überregionalen Märkten abgesetzt werden. Gleichzeitig kamen neue Gemüsepflanzen (Kartoffeln, Tomaten etc.) in die Gegend und bereicherten den Speiseplan. Auch heute noch beherrscht die Oasenwirtschaft das Leben der meisten Bewohner; produziert werden in erster Linie Datteln, Oliven, Granatäpfel und Feigen, aber auch Getreide- (Gerste, Weizen, Mais) und Gemüseanbau (Ackerbohnen, Möhren, Tomaten etc.) ist möglich. Über den Bereich der Landwirtschaft hinaus haben sich etliche Kleinunternehmen im Handwerks-, Geschäfts- und Dienstleistungssektor entwickelt.

Geschichte[Bearbeiten]

Wie bei allen Berberdörfern fehlt zur Geschichte von Tazenakht jedwede schriftlich festgehaltene Überlieferung. Man kann jedoch davon ausgehen, dass die Palmenoase bereits von frühen Jägern und Sammlern entdeckt und viele Jahrhunderte später von Nomaden zur Fütterung ihrer Viehherden genutzt wurde. Im Lauf der Zeit ließen sich einige Nomaden dauerhaft nieder und begannen mit dem Ackerbau (Gerste, Ackerbohnen etc.) und mit der Anpflanzung von Bäumen (Granatapfel, Feigen, Mandeln). Das verbleibende Vieh (Esel, Schafe, Ziegen, Hühner) konnte jedoch nicht mehr frei herumlaufen, sondern musste in Pferchen oder Ställen gehalten werden, wodurch sich der Bestand erheblich verkleinerte. In der Phase der Sesshaftwerdung waren wiederkehrende und oft genug gewaltsam endende Konflikte zwischen den Oasenbewohnern und den weiterhin umherziehenden Viehnomaden nicht selten. Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein war Tazenakht ein kleines Berberdorf, das sich erst im Zusammenhang mit der gesteigerten Mobilität der Bewohner des Südens zu einer Kleinstadt entwickelte.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Abgesehen von der eindrucksvollen umgebenden Landschaft (Palmenoase in steiniger Berglandschaft) bietet Tazenakht keinerlei historische oder kulturelle Sehenswürdigkeiten.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tazenakht – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien