Tchirozérine

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Stadtgemeinde Tchirozérine
Stadtgemeinde Tchirozérine (Niger)
Stadtgemeinde Tchirozérine
Stadtgemeinde Tchirozérine
Koordinaten 17° 6′ N, 7° 50′ O17.1052777777787.8280555555556Koordinaten: 17° 6′ N, 7° 50′ O
Basisdaten
Staat Niger

Region

Agadez
Departement Tchirozérine
Einwohner 63.503 (2012)
Politik
Bürgermeister Issouf ag Maha (2012)

Tchirozérine ist eine Stadtgemeinde und der Hauptort des gleichnamigen Departements Tchirozérine in Niger.

Geographie[Bearbeiten]

Tchirozérine liegt am Übergang der Sahelzone zur Wüstenzone der Sahara. Die Nachbargemeinden sind Dabaga im Osten und Ingall im Westen. Das Stadtgebiet ist in elf Stadtviertel, 58 administrative Dörfer, ein traditionelles Dorf, zwei Weiler, 29 Lager und 13 Wasserstellen gegliedert. Die elf Stadtviertel sind Camna, Carré, Cité Sonichar, Dan Guiwa, Dragagé, Intamadet, Islamique, Mission, Sabon-Gari, Tamadé und Tchiro-Centre.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Tchirozérine wurde 1983 zur Hauptstadt des neugeschaffenen Arrondissements Tchirozérine, des späteren Departements gleichen Namens.[2] 2009 versuchten Überschwemmungen materielle Schäden, von denen über 20.000 Einwohner der Stadt unmittelbar betroffen waren.[3] Von der Flutkatastrophe in West- und Zentralafrika 2010 wurde in Tchirozérine nur das administrative Dorf Toumga II getroffen: Dort wurden 351 Dorfbewohner als Katastrophenopfer eingestuft.[4]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bub im zu Tchirozérine gehörenden administrativen Dorf Azamalan

Bei der Volkszählung 1988 hatte Tchirozérine 5523 Einwohner und bei der Volkszählung 2001 9030 Einwohner.[5] Bei der Volkszählung 2012, nach einer Vergrößerung des Gemeindegebiets, betrug die Einwohnerzahl 63.503.[6]

Kultur[Bearbeiten]

Im Jahr 2010 fand erstmals im zu Tchirozérine gehörenden Dorf Agarouss das Aïr-Festival statt, das 2001 in Iferouane gegründet wurde.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Auf der Suche nach Uran wurde 1964 bei Tchirozérine die Kohlelagerstätte Anou Araren entdeckt. Seit 1980 werden hier im Tagebau jährlich rund 160.000 Tonnen Kohle abgebaut.[7] In der Stadt befindet sich ein wichtiges, vom staatlichen Unternehmen Sonichar betriebenes Kohlekraftwerk, das die Stromversorgung der Uranminen von Arlit sowie der Städte Tchirozérine und Agadez sicherstellt.

Die alte römisch-katholische Mission in Tchirozérine unterhält eine Grundschule, die von vielen später in verantwortungsvollen Positionen tätigen Angehörigen der Volksgruppe der Tuareg besucht wurde.[8] Tchirozérine ist der Sitz eines Tribunal d’Instance, eines der landesweit 30 Zivilgerichte, die unterhalb der zehn Zivilgerichte der ersten Instanz (Tribunal de Grande Instance) stehen.[9]

Partnergemeinde[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Répertoire National des Communes (RENACOM). Website des Institut National de la Statistique, abgerufen am 22. Januar 2011.
  2.  Frédéric Giraut: Retour du refoulé et effet chef-lieu. Analyse d’une refonte politico-administrative virtuelle au Niger. PRODIG, Paris 1999, ISBN 2-901560-38-5, S. 35 (PDF-Datei, abgerufen am 17. August 2013).
  3. Situation des besoins des populations victimes d’inondations (2009). Website des Centre d’Information et de Communication, veröffentlicht am 22. September 2009, abgerufen am 31. März 2012.
  4. Situation des besoins des populations victimes d’inondations (2010). Website des Centre d’Information et de Communication, veröffentlicht am 23. September 2010, abgerufen am 31. März 2012.
  5. World Gazetteer: Seite nicht mehr abrufbar, Suche im Webarchiv:[1] [2] Vorlage:Toter Link/www.bevoelkerungsstatistik.deTchirozérine, abgerufen am 8. Januar 2010.
  6. Présentation des résultats globaux définitifs du Quatrième (4ème) Recensement Général de la Population et de l’Habitat (RGP/H) de 2012. Institut National de la Statistique, 2014, abgerufen am 18. April 2014 (PDF-Datei, französisch).
  7. Niger 2009. Nouvelle édition de l'Université, Paris 2009, ISBN 2-7469-1640-1, S. 43.
  8. Niger 2009. Nouvelle édition de l'Université, Paris 2009, ISBN 2-7469-1640-1, S. 182.
  9. Bachir Talfi: Note sur l’organisation judiciaire. Website des nigrischen Justizministeriums, abgerufen am 24. September 2012.
  10. Jean-Claude Peyronnet: La solidarité internationale à l’échelle des territoires: état des lieux et perspectives. Annexe 5: Document de travail de l’ambassade de France au Niger sur les coopérations décentralisées dans ce pays. Senat der Französischen Republik, 13. November 2012, abgerufen am 6. Juli 2013 (französisch).