Teófilo Stevenson

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Teofilo Stevenson gibt Autogramme (1985)
Stevenson (rechts außen) als Pokalsieger 1984 bei einem Boxturnier in Halle/Saale

Teófilo Francisco Stevenson Lawrence (* 29. März 1952 in Puerto Padre, Kuba) ist ein ehemaliger kubanischer Amateurboxer.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Amateurkarriere

Teófilo Stevenson begann seine Boxkarriere 1966 vierzehnjährig im Halbmittelgewicht mit einer Niederlage. Von seinen ersten zwanzig Kämpfen verlor er vierzehn. Aufgestiegen in die Schwergewichtsklasse, wurde er 1968 kubanischer Juniorenmeister. Ein Jahr später erreichte er bei der kubanischen Landesmeisterschaft bereits das Finale, unterlag dort aber noch. Zwischen 1972 und 1986 wurde Stevenson schließlich elf Mal Kubanischer Meister. Der erste internationale Erfolg gelang ihm mit dem Sieg bei der Zentralamerikanischen und Karibischen Meisterschaft 1970; einen Titel, den er in seiner Laufbahn sieben Mal erreichte.

[Bearbeiten] Olympische Spiele

1972 nahm Stevenson an den Olympischen Spielen in München teil. Im Halbfinale schlug er Peter Hussing und wurde, nachdem sein Finalgegner verletzungsbedingt nicht antreten konnte, erstmals Olympiasieger. Für seine überzeugende Leistung wurde er außerdem als erster kubanischer Boxer mit dem Val-Barker-Pokal ausgezeichnet. Bei den Spielen 1976 in Montréal und bei Olympia 1980 in Moskau verteidigte er jeweils seinen Titel und wurde damit erst der zweite Boxer nach László Papp, der drei aufeinanderfolgende olympischen Goldmedaillen gewinnen konnte. Eine weitere Chance auf einen Olympiasieg blieb ihm aufgrund des kubanischen Boykotts der Spiele in Los Angeles 1984 verwehrt.

[Bearbeiten] Weltmeisterschaften

Stevenson wurde drei Mal AIBA-Weltmeister. Erstmals gewann er den Titel 1974 bei der ersten Box-WM der Amateure in Havanna, dabei schlug er im Viertelfinale erneut Peter Hussing. Bei der WM 1978 in Belgrad konnte er seinen Titel verteidigen und setzte sich dabei u.a. gegen Tony Tubbs durch. Nach der Einführung des Superschwergewichts trat er ab 1981 in dieser Gewichtsklasse an. 1986 gelang ihm in Reno der Titelgewinn im Superschwergewicht.

[Bearbeiten] Erfolge

  • Bilanz: 302 Siege - 22 Niederlagen
  • Kubanischer Juniorenmeister (1968)
  • Kubanischer Meister (1972, 1973, 1974, 1976, 1978, 1979, 1980, 1981, 1982, 1984, 1986)
  • Gewinner des „Giraldo Cordova Cardin Turniers“ (1971, 1972, 1974, 1975, 1976, 1977, 1978, 1979, 1982)
  • Gewinner des Chemiepokals (1972, 1979, 1984)
  • Zentralamerikanischer und Karibischer Meister (1970, 1971, 1972, 1973, 1974, 1977, 1982)
  • Gewinner der Zentralamerikanischen und Karibischen Spiele (1974, 1982)
  • Gewinner der Panamerikanischen Spiele (1975, 1979)
  • Weltmeister (1974, 1978, 1986)
  • Olympiasieger (1972, 1976, 1980)

[Bearbeiten] Sonstiges

Stevenson ist Sohn eines Immigranten aus St. Vincent. Es gab in den 70er Jahren, ähnlich wie später bei Félix Savón, Angebote an Stevenson, gegen die Profiweltmeister Joe Frazier und Muhammad Ali anzutreten. Stevenson war dem Vergleich mit Ali nicht abgeneigt, wollte aber keinesfalls seinen Amateurstatus verlieren. Trotz mehrerer ernsthafter Anläufe kam dieser Kampf schließlich nicht zustande.

Nachdem Stevenson auf dem Weg zu seinem ersten Gold 1972 in München den ersten Gegner in 30 Sekunden aus dem Ring fegte und 1976 in Montreal und 1980 in Moskau seine Goldmedaille erfolgreich verteidigen konnte, wollten ihn mehrere Boxpromoter mit steigenden Millionensummen ins Profilager locken, aber er weigerte sich. Damals tat er den oft zitierten Ausspruch: „Was ist eine Million Dollar gegen acht Millionen Kubaner, die mich lieben?“

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