Astana Pro Team

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Dieser Artikel erläutert das Nachfolgeteam von Liberty Seguros-Würth; zum aktuell existierenden Continental Team siehe Liberty Seguros Continental.
Astana Pro Team
Pro Team Astana Logo.svg
Teamdaten
UCI-Code AST
Herkunftsland KasachstanKasachstan Kasachstan
Lizenz UCI ProTeam
Betreiber Olympus SARL
Gründung 2007
Disziplin Straße
Radhersteller BMC (2007)
Trek (2008-2009)
Specialized (2010 - 2011)
Personal
General Manager KasachstanKasachstan Aidar Makhmetov
Team Manager ItalienItalien Giuseppe Martinelli
Sportl. Leiter KasachstanKasachstan Alexander Shefer
RusslandRussland Dmitri Sedoune
ItalienItalien Guido Bontempi
Namensgeschichte
Jahre Name
2007-2010
2011
2012
Astana
Pro Team Astana
Astana Pro Team
Trikot
Trikot Astana Pro Team
Website
www.proteam-astana.com

Das Astana Pro Team (vormals ONCE, Liberty Seguros-Würth, kurzzeitig Astana-Würth) ist ein kasachisches Radsportteam mit dem Status als UCI-ProTeam.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Teamgeschichte und Sponsoren

[Bearbeiten] Geschichte

Nachdem die spanische Blindenlotteriegesellschaft ONCE 2003 die Finanzierung des Teams ONCE beendet hatte, blieben der sportliche Leiter Manolo Saiz sowie die meisten der ehemaligen Fahrer dem Team treu und der Versicherer Liberty Seguros konnte als neuer Hauptsponsor gewonnen werden. Von US Postal kam Roberto Heras zum Team, der später des Dopings überführt wurde.

Nach dem Dopingskandal Fuentes schied Manolo Saiz aus dem Team aus, und Liberty Seguros beendete sein Engagement. Hauptsponsor wurde ein kasachisches Konsortium aus acht im Land tätigen Wirtschaftsunternehmen, allen voran der in Luxemburg beheimatete weltgrößte Stahlkonzern ArcelorMittal, die dem Team den Namen der neuen kasachischen Hauptstadt Astana gaben, und der Luxemburger Marc Biver übernahm die Leitung der Mannschaft. Im September 2007 wurde Teammanager Biver durch den früheren Discovery Manager und Lance Armstrong-Vertrauten Johan Bruyneel abgelöst.

Ausgerüstet wurde das Team bis Ende 2007 mit Rädern der Firma BMC-Bikes. Das Unternehmen beendete das Sponsoring jedoch aufgrund zahlreicher Dopingenthüllungen zum Saisonende 2007. Seit 1. Januar 2008 stattet die amerikanische Firma Trek das Team mit Fahrrädern aus. Bis zum 3. Juli 2006 war das deutsche Befestigungs- und Montagetechnik-Handelsunternehmen Würth als Co-Sponsor tätig.

Heute ist der staatliche Samruk–Kazyna Holding Fund der Hauptsponsor.

[Bearbeiten] Trikothistorie

[Bearbeiten] Saisons 2005/06

Bei der Tour de France 2005 war die Mannschaft bis auf einen Etappensieg von Marcos Serrano auf der 18. Etappe eher unauffällig. Am 26. Juli 2005 verkündete Alexander Winokurow, dass er ab der Saison 2006 für Liberty Seguros-Würth fahren werde.

Nach der Vuelta 2005 wurde der Gesamtsieger der Rundfahrt, Roberto Heras, des EPO-Dopings überführt, ein halbes Jahr später wurde dem sportlichen Leiter Manolo Saiz die Verstrickung in einen weiteren Dopingskandal nachgewiesen. Hauptsponsor Liberty Seguros stieg am 25. Mai 2006 mit sofortiger Wirkung aus dem Vertrag mit dem Team aus, seinen finanziellen Verpflichtungen wollte das Unternehmen jedoch bis zum Saisonende nachkommen. Nebensponsor Würth setzte sein Engagement jedoch fort. Ein zunächst geplanter Ausstieg des gesamten Teams aus dem laufenden Giro d’Italia wurde hingegen revidiert. Die Teilnahme an der Tour de France schien gefährdet, und das Team startete bei einigen anschließend stattfindenden Rennen ohne Hauptsponsor.

[Bearbeiten] Neuanfang

Weil das nach der kasachischen Hauptstadt benannte Konsortium Astana Anfang Juni 2006 als neuer Hauptsponsor einstieg, konnte die Auflösung des Teams abgewendet werden. Pablo Anton übernahm das Amt des Team-Managers vom inzwischen zurückgetretenen Manolo Saiz. Zunächst bestritt die Mannschaft unter dem Namen Würth Team die Dauphiné Libéré und die Tour de Suisse, da der Weltverband UCI dem neuen Team noch keine Lizenz erteilt hatte. Kurz vor der Tour durfte das Team unter dem Namen Astana-Würth bei Rennen der UCI ProTour starten.

Die Organisation der Tour de France leistete jedoch Widerstand und forderte, dass Astana-Würth auf Grund der Verstrickungen in den Dopingskandal 2006 auf einen Start bei der Tour de France verzichte. Das Team bestand jedoch auf seinen Start, und da es eine ProTour-Lizenz besaß, konnte es nicht ohne weiteres ausgeladen werden. Die Organisation der Tour (ASO) zog vor den Internationalen Sportgerichtshof in Lausanne, doch da keine stichhaltigen Beweise gegen das Team vorlagen, wurde die Klage der ASO abgewiesen, und Astana-Würth wäre bei der Tour startberechtigt gewesen. Allerdings hatte sich die Tour-Leitung mit den sportlichen Leitern der teilnehmenden Mannschaften darauf geeinigt, dass die Fahrer, die auf der bei der Razzia im Mai 2006 beschlagnahmten Dopingliste stehen, von der Tour ausgeschlossen werden. Da es sich dabei im Astana-Würth-Team um fünf Fahrer und damit mehr als die Hälfte der Mannschaft handelte, wurde das Team, das mit seinen vier verbliebenen Startern gemäß dem Tour-de-France-Reglement nicht mehr startberechtigt war, von der Tour 2006 ausgeschlossen. Auf Grund dieses Vorfalls beendete der Co-Sponsor Würth am 3. Juli 2006 mit sofortiger Wirkung sein Engagement.

Alexander Winokurow hatte mittlerweile mitgeteilt, er plane mit Hilfe des kasachischen Konsortiums „Astana“, das gleichzeitig auch Hauptsponsor ist, Active Bay, die Betreibergesellschaft des Teams, zu übernehmen und das Team nicht mehr als spanisches, sondern als kasachisches Team starten zu lassen. Es hatte bereits mit den Eigentümern von Active Bay, Manolo Saiz und Pablo Anton, eine Einigung per Handschlag gegeben. Nach Wunsch von Alexander Winokurow sollte der frühere Giro-Sieger Tony Rominger die Leitung des Teams ab 2007 übernehmen. Den Rest der Saison 2006 beendete die Mannschaft mit einem dezimierten Kader.

Bis zum Ende des Jahres übernahm der ehemalige Teamchef vom T-Mobile Team Walter Godefroot einen Posten als Berater des Teams. Seine Arbeit bestand darin, eine neue Struktur und Ordnung ins Team zu bringen. Außerdem stellte er die benötigten Unterlagen für den Weltverband UCI zusammen, um die ProTour-Lizenz zu erhalten. Godefroot, der auf Wunsch von Alexander Winokurow diesen Posten übernahm, trat bei den Vattenfall Cyclassics erstmals als Verantwortlicher des Teams auf.

Bei der Deutschland Tour konnte das Team dann den ersten Sieg unter neuem Namen feiern, als Assan Basajew die erste Etappe gewann. Nach dem ersten Erfolg seit der Suspendierung mehrerer Fahrer vor der Tour de France wurde bekannt, dass Marc Biver, ehemaliger Direktor der Tour de Suisse, neuer Teammanager und Walter Godefroot Sportchef wird. Tony Rominger hatte das Angebot, Teammanager zu werden, abgelehnt. Das Team sollte anschließend mit einer kasachischen Lizenz fahren. Besonders Andrei Kaschetschkin konnte noch bei der Deutschland Tour durch seine Kletterqualitäten auf sich aufmerksam machen und den dritten Platz im Gesamtklassement belegen.

[Bearbeiten] Neue Stars

Einen Tag vor dem Start der Vuelta a España erklärten die T-Mobile-Profis Andreas Klöden, Zweiter der Tour de France 2006, und Matthias Kessler, Etappensieger bei der Tour de France 2006, dass sie ab der kommenden Saison für das Team Astana fahren werden. Der ehemalige Teamchef von Klöden bei T-Mobile und jetzige Berater des Teams Astana, Walter Godefroot, war überrascht über den Wechsel und erklärte, dass Klöden keinen Anspruch auf die Kapitänsrolle haben werde, da Winokurow der uneingeschränkte Kapitän der Mannschaft sein werde.
Am 1. September wurde bekannt, dass auch der zweifache Giro-d’Italia-Sieger Paolo Savoldelli ab 2007 für Astana fährt. Nach Winokurow, Klöden und Kessler ist er nun schon der vierte Profi bei Astana, der bei T-Mobile aktiv war. In der neuen Saison wird das Team durch Mario Kummer in der sportlichen Leitung ergänzt. Als Radsponsor erhält der Schweizer Radhersteller BMC nach der Auflösung des Teams Phonak sein Engagement im Profiradsport weiter aufrecht.

[Bearbeiten] Vuelta a España

Auf der 8. Etappe der Vuelta a España holte sich Alexander Winokurow den Etappensieg, nachdem er auf dem leicht ansteigenden letzten Kilometer attackiert hatte und die Sprinterkonkurrenz abhängen konnte. Bereits am Vortag, auf der 7. Etappe mit Bergankunft, war Winokurow 1500 Meter vor dem Ziel aus der Spitzengruppe ausgerissen und sah schon wie der sichere Sieger aus, als Alejandro Valverde etwa 200 Meter vor der Ziellinie mit einem grandiosen Antritt zu Winokurow auffuhr und ihn einfach stehen ließ.

Mit dem neunten Teilstück stand einen Tag nach Winokurows Triumph die Königsetappe der Vuelta auf dem Programm. Am Schlussanstieg attackierte Winokurow erneut aus der Spitzengruppe heraus, und nur Teamkollege Andrei Kaschetschkin konnte folgen. Winokurow zog den in der Gesamtwertung besser platzierten Kaschetschkin den Berg hinauf, und das kasachische Tandem fuhr bis zu 30 Sekunden Vorsprung auf die Gruppe der Favoriten um Valverde und Carlos Sastre heraus. Auf den letzten zwei Kilometern nahm Alejandro Valverde alleine die Verfolgung der beiden Kasachen auf, und der Vorsprung der beiden schmolz, woraufhin Winokurow das Tempo erhöhte, Kaschetschkin aber nicht mehr mithalten konnte. Winokurow fuhr alleine seinem zweiten Tagessieg entgegen, während Valverde noch Kaschetschkin einholen und abhängen konnte. Nach der Etappe kam der erste Ruhetag.

Tags darauf stand das Team wieder im Rampenlicht. Eine Spitzengruppe konnte sich absetzen, unter den Fahrern auch Sérgio Paulinho. Der Portugiese attackierte kurz vor dem Ziel aus der Spitzengruppe heraus und gewann die Etappe. Es war der dritte Etappensieg für das Team in Folge. Nach dem ersten Einzelzeitfahren sah alles danach aus, dass Valverde und Winokurow den Gesamtsieg untereinander ausmachen würden. Zwar lag Kaschetschkin auch noch relativ gut im Gesamtklassement, konnte aber auf 16. Etappe nicht mit den Besten mithalten und verlor Zeit.

Auf der 17. Etappe spielten die beiden Kasachen ihre zahlenmäßige Überlegenheit in der Gruppe der Favoriten aus. Kaschetschkin konnte sich als Erster aus der Gruppe absetzen, und wenige Kilometer vor dem Gipfel des letzten Anstiegs folgte Winokurow. In der Abfahrt ins Ziel konnte der Gesamtführende Valverde zwar wieder zu den beiden Kasachen auffahren, allerdings attackierte Winokurow sofort wieder mit Erfolg. Er holte kurz vor dem Ziel den Ausreißer Tom Danielson ein und schenkte ihm den Sieg. Wichtiger war für ihn, dass er einen großen Vorsprung auf seine Konkurrenten herausgefahren hatte. Winokurow übernahm das Goldene Trikot als Führender in der Gesamtwertung mit neun Sekunden vor Valverde.

Er konnte auf der 18. und damit letzten Bergetappe den Vorsprung sogar ausbauen, da Valverde die Tage zuvor wahrscheinlich zu viel Kraft gekostet haben. Erneut waren es Winokurow und Kaschetschkin, die sich gemeinsam die letzten Kilometer ins Ziel den Berg hinauf gearbeitet hatten. Kaschetschkin konnte somit die vierte Etappe der diesjährigen Vuelta für das Team Astana gewinnen, und Winokurow hatte möglicherweise die Vuelta schon vorzeitig für sich entschieden.

Doch die vorletzte Etappe sollte mit einem Einzelzeitfahren die endgültige Entscheidung bringen. Aber der große Konkurrent Valverde konnte Winokurow nichts mehr entgegensetzen. Winokurow, der an diesem Tag seinen 33. Geburtstag feierte, gewann auch das Zeitfahren und somit auch die Vuelta a España. Die erste große Rundfahrt für Astana endete mit einer herausragenden Bilanz für das Team. Sieg im Gesamtklassement und der Kombinationswertung für Winokurow, Platz drei für Kaschetschkin und insgesamt fünf Etappensiege.

[Bearbeiten] Kampf um eine neue ProTour-Lizenz

Im Herbst 2006 gab der Radsport-Weltverband UCI bekannt, dass aus juristischen Gründen Manolo Saiz und seiner Betreibergesellschaft Active Bay die ProTour-Lizenz nicht aberkannt werden könne und er mit einem Team in die Saison 2007 starten dürfe, sollte er die finanziellen und sportlichen Voraussetzungen erfüllen. Da sich Astana von Active Bay losgesagt hatte und eigentlich damit gerechnet hatte, dass ihnen die Lizenz von Active Bay übertragen wurde, musste sich das Team um eine neue Lizenz bewerben. Allerdings kamen mit Unibet.com und dem Team Barloworld zwei Konkurrenten hinzu. Außerdem gab es Probleme bei Astana wegen einer zu spät eingereichten Bankbürgschaft. Positives konnten aber ASO, RCS-Sport und Unipublic vermelden. Die drei Unternehmen veranstalten insgesamt elf der 27 ProTour-Rennen, unter anderem die drei großen Landesrundfahrten Giro d’Italia, Tour de France und Vuelta a España, gaben bekannt, dass Astana für jedes ihrer Rennen eine Wildcard erhalten wurde. Am 19. Dezember 2006 wurde Astana die letzte der 20 ProTour-Lizenzen ab dem 1. Januar 2007 bis zum 31. Dezember 2010 erteilt. Grund dafür war unter anderem, dass die UCI der Betreibergesellschaft von Manolo Saiz die Lizenz nicht verlängerte.

[Bearbeiten] Saison 2007

Gleich zu Beginn der Saison konnte das Team erste Erfolge feiern. Antonio Colom gewann die Trofeo Sóller und Andreas Klöden sorgte mit dem Gesamtsieg bei dem Etappenrennen Tirreno-Adriatico für den ersten Erfolg in der ProTour. Er ließ im April einen Etappensieg sowie den Gesamterfolg bei der zweitklassigen Rundfahrt Circuit de la Sarthe folgen, Paolo Savoldelli feierte Tagessiege bei den ProTour-Rennen Tour de Romandie und Giro d’Italia und Eddy Mazzoleni überraschte mit einem dritten Platz im Gesamtklassement beim Giro.

[Bearbeiten] Doping

Doch die Freude über diesen Erfolg blieb beim Italiener Mazzoleni nur für kurze Zeit, der er sich wenig später Dopingvorwürfen aus dem Jahr 2004 gegenüber sah, und die Staatsanwaltschaft kündigte Ermittlungen an. Keine zwei Wochen nach dem Giro löste Mazzoleni seinen Vertrag bei Astana auf.

Auch um Alexander Winokurow kamen Dopinggerüchte auf, als der Radsport-Weltverband ihm vorwarf, in schwarzen Trikots ohne Aufschrift des Mannschaftssponsors zu trainieren, um sich dadurch unangekündigten Dopingkontrollen zu entziehen. Winokurow rechtfertigte das Tragen von neutralen Trikots, da er sonst von Fans sofort erkannt werden würde und nicht in Ruhe trainieren könne. Zudem brachte ihn sein ehemaliger Teamkollege Jörg Jaksche in einem Interview indirekt mit dem Arzt Eufemiano Fuentes in Zusammenhang, der bei Radprofis Blutdoping vorgenommen haben soll.

Ende Juni wurde eine positive Dopingprobe bei Matthias Kessler bekannt, der im April positiv auf Testosteron getestet wurde. Das Verhältnis von Testosteron zu Epitestosteron betrug 84:1, der Grenzwert liegt jedoch deutlich niedriger bei 4:1. Anfang Juli 2007 wurde Matthias Kessler schließlich nach der positiven B-Probe von Astana entlassen.

[Bearbeiten] Erfolge bei der Dauphiné

Alexander Winokurow nahm in der Vorbereitung auf die Tour de France an dem Etappenrennen Critérium du Dauphiné Libéré teil, das als Generalprobe für die Tour gilt. Das Team Astana war die dominierende Mannschaft während der acht Tage und konnte insgesamt vier Tagessiege verbuchen, zwei durch Winokurow und je einen durch Antonio Colom und Maxim Iglinski. Doch trotz seiner zwei Etappenerfolge konnte Winokurow nicht in Kampf um den Gesamtsieg eingreifen und hatte am Ende über neun Minuten Rückstand. Sein Mannschaftskamerad und Landsmann Andrei Kaschetschkin belegte den dritten Platz in der Gesamtwertung, Winokurow selbst gewann die Punktewertung und das Team Astana die Mannschaftswertung.

[Bearbeiten] Tour de France 2007

Die Tour jedoch wurde für Astana zum Debakel. In der ersten Tourwoche verletzten sich die als Favoriten angetretenen Alexander Winokurow und Andreas Klöden. Bei Klöden war die Verletzung nicht schwerwiegend, aber bei Winokurow wurde schnell klar, dass er seiner Kapitänsrolle bei Astana nicht gerecht werden konnte. Auf den ersten Bergetappen konnte Winokurow mit den Favoriten nicht mithalten und hatte nach den Alpen über acht Minuten Rückstand, während sich Andreas Klöden mit einem Platz unter den besten zehn Fahrern immer noch im Kreis der Favoriten befand. Beim Zeitfahren in Albi präsentierte sich Winokurow erholt von seinen Verletzungen und gewann mit deutlichem Vorsprung, büßte jedoch am Tag darauf auf der ersten Pyrenäen-Etappe fast eine halbe Stunde auf die Favoriten ein. Auf der zweiten Etappe in den Pyrenäen attackierte Winokurow und holte sich seinen zweiten Tagessieg. Einen Tag später, am Ruhetag, wurde bekannt, dass er bei seinem ersten Etappensieg positiv auf Doping mit Fremdblut getestet wurde.[1][2] Das gesamte Team Astana zog sich daraufhin von der Tour de France zurück. Wenig später stellte sich heraus, dass Winokurow auch bei seinem zweiten Etappensieg gedopt war. Die B-Probe bestätigte das Ergebnis und er wurde von der Teamleitung entlassen.

[Bearbeiten] Vorläufiger Rückzug und nächster Dopingfall

Am 31. Juli wurde offiziell bekannt gegeben, dass alle Aktivitäten des Teams für den Monat August eingestellt werden. In der Zeit beratschlagte die Teamleitung über die Zukunft und neue Regulierungen, Teamstrukturen und Ethikregeln.

Am 8. August wurde bekannt, dass mit Andrei Kaschetschkin ein weiterer Top-Fahrer der Mannschaft positiv getestet wurde. Bei einer unangekündigten Kontrolle am 1. August wurde Kaschetschkin in der A-Probe positiv auf Fremdblutdoping getestet. Astana suspendierte den Kasachen umgehend.

Am 13. August zogen die Organisatoren der Vuelta a Espana die Einladung der Mannschaft für die am 1. September beginnende dreiwöchige Rundfahrt durch Spanien zurück.

Die Mannschaft ging am 2. September bei dem ProTour-Rennen GP Ouest France-Plouay erstmals nach der selbstverhängten Rennpause wieder an den Start.

[Bearbeiten] Geldprobleme 2007

Im November dieses Jahres wurde bekannt, dass die Fahrer des Teams durch die Trennung von Manager Marc Biver und dessen Agentur Zeus seit August keine Gehälter mehr ausgezahlt bekommen hatten. Daraufhin stellten die Fahrer der Teamführung ein Ultimatum, sich an die UCI zu wenden, wenn bis Weihnachten keine Gehälter gezahlt sein sollten. Mittlerweile wurden jedoch die Gelder durch den kasachischen Radsportverband als ProTour-Lizenzinhaber auf ein Treuhandkonto gezahlt, von welchem dann die noch ausstehenden Gehälter an die noch beschäftigten, sowie an abgewanderte Athleten ausgezahlt werden sollen.

[Bearbeiten] Saison 2008

[Bearbeiten] Umstrukturierung

Für die Saison 2008 wurde das Team aufgrund des Abgangs einiger Topfahrer mit neuen Fahrern verstärkt. Unter anderem wurden für das neue Jahr der letztjährige Toursieger Alberto Contador, sowie der Tour-Dritte Levi Leipheimer verpflichtet. Sie wechselten, zusammen mit dem neuen Manager des Teams Johan Bruyneel, der den bisherigen Manager Marc Biver ablöste, vom zum Saisonende aufgelösten Discovery Channel Pro Cycling Team. Das Team wählte Trek als offiziellen Team Bike-Hersteller für die Saison 2008 und darüber hinaus.

[Bearbeiten] Neues Anti-Doping-Programm

Als neue Philosophie der Mannschaft galt eine strikte und klare Haltung im Kampf gegen Doping. Für ein teaminternes Kontrollsystem stand ein Budget von 450.000,- € bereit und der renommierte Anti-Doping Experte Dr. Rasmus Damsgaard wurde als Leiter des Programms verpflichtet. Er entschied völlig unabhängig, wer, wann und wie häufig kontrolliert wird. Die deutsche Firma PwC wurde anschließend von Dr. Damsgaard mit der Durchführung der Kontrollen beauftragt. PwC ist auf dieses Gebiet spezialisiert und auch unter anderem für sämtliche Kontrollen der NADA (Nationale Anti-Doping-Agentur) in Deutschland verantwortlich. PwC nahm dann den Fahrern Blut und/oder Urin ab und ließ die Proben anschließend in zugelassenen Labors auf eventuelle Auffälligkeiten untersuchen. Die Ergebnisse gingen dann zurück an Dr. Damsgaard und wurden von ihm ausgewertet. Im letzten Schritt wurden die Ergebnisse dem Team zur Verfügung gestellt, welches somit umgehend handeln konnte, falls es Unstimmigkeiten gab. Der Weltradsportverband UCI, hatte stets Zugriff auf alle Daten und Termine. Das Team fungierte zwar als Auftraggeber, es sollte so jedoch ausgeschlossen werden, dass es Einfluss auf die Ergebnisse nehmen konnte. Gleiches galt für Teamärzte und Betreuer. Diese Maßnahmen sollten dazu beitragen, die Glaubwürdigkeit des Teams zu unterstützen und die Null Toleranz-Politik in Sachen Doping durchzusetzen - nicht zuletzt auch, um die Gesundheit der Fahrer zu schützen.[3]

[Bearbeiten] Die großen Landesrundfahrten 2008

Am 13. Februar 2008 hatte der Veranstalter der Tour der France, die ASO, bekannt gegeben, dass das Team Astana wegen seiner Doping-Vergangenheit nicht zur Tour 2008 eingeladen wurde.

Das Team wurde nachträglich zum Giro d’Italia eingeladen, dort wurde Alberto Contador mit Klöden als Helfer Gesamtsieger.

[Bearbeiten] Saison 2009

Vor Beginn der Saison kündigte der siebenfache Toursieger Lance Armstrong sein Comeback beim Astana-Team seines Sportlichen Leiters bei den Toursiegen, Johan Bruyneel, an. Offiziell wollte Armstrong für seine Krebshilfe Livestrong werben. Überraschend startete er auch bei der Hundertjahr-Ausgabe des Giro d’Italia 2009 und wurde dort 12., obwohl er sich kurz zuvor einen Schlüsselbeinbruch zugezogen hatte. Bei der Tour de France startete er zusammen mit Alberto Contador. Dort beherrschte die Rivalität zwischen Armstrong und Contador die Schlagzeilen. Contador gewann seine zweite Frankreich-Rundfahrt nach 2007, Armstrong wurde im Alter von 37 Jahren Dritter, zudem belegte Andreas Klöden den 6.Gesamtrang für Astana, das auch die Teamwertung sowie das Mannschaftszeitfahren gewann. Nach der Tour kehrte Alexander Winokurow nach seiner Dopingsperre zu Astana zurück und bestritt die Vuelta a Espana. Darauf kündigte Lance Armstrong an, ein eigenes Team für das kommende Jahr aufzustellen. Schließlich verlor Astana, das auch 2009 Gehälter nicht zahlen konnte, bis auf Contador die gesamte Tour-Mannschaft an Armstrongs neues Team RadioShack. Auch Bruyneel wechselte dorthin.

[Bearbeiten] Saison 2010

[Bearbeiten] Personal

Neben den zwölf Abgängen zu Armstrongs neuem Team RadioShack verließen auch die beiden Schweizer Steve Morabito und Michael Schär nach Ende der Saison 2009 die Mannschaft in Richtung BMC Racing Team. Den insgesamt 16 Abgängen standen 14 Neuzugänge für die Saison 2010 gegenüber. Die Spanier David de la Fuente und Joseph Jufré von Fuji-Servetto sowie der Tour de France-Sieger von 2006, Óscar Pereiro, der von Caisse d'Epargne kam, wurden vor allem als Helfer für den Tour-Kapitän Contador geholt. Von Lampre-N.G.C. wurden die beiden Italiener Paolo Tiralongo, ein starker Bergfahrer, sowie Enrico Gasparotto, ein Sprinter und Klassikerspezialist, verpflichtet. Mit dem australischen Sprinter Allan Davis von Quick Step konnte ein weiterer erfahrener und erfolgreicher Profi an Land gezogen werden, ihm folgte sein Landsmann Scott Davis, ehemals beim Team T-Mobile, der zuvor für Fly V Australia gefahren war. Außerdem stießen zur neuen Saison auch der erfahrene Slowene Gorazd Štangelj, das italienische Talent Mirko Selvaggi und der Ukrainische Rundfahrtspezialist Andrij Hrywko zum Team. Komplettiert wurde die Mannschaft durch vier kasachische Fahrer: Maxim Gurow, den Neo-Profi Jewgeni Nepomnjatschschi sowie Dmitri Fofonow und Walentin Iglinski, die beide im Jahre zuvor nicht aktiv waren. Kapitäne des Teams für 2010 waren Alberto Contador, der seinen dritten Tour de France-Sieg anstrebte, und Alexander Winokurow, der sich auf die Klassiker und den Giro d'Italia konzentrieren und bei der Tour Helferdienste für Contador ausüben wollte.

[Bearbeiten] Saisonverlauf

Trotz der zahlreichen Abgänge von Stars und Leistungsträgern verlief die Rennsaison 2010 für das Team Astana sehr erfolgreich. Bereits im Februar konnte Alberto Contador mit dem Gewinn der Algarve-Rundfahrt ein erstes Ausrufezeichen setzen, und Anfang März triumphierte Maxim Iglinski beim Eintagesrennen Monte Paschi Eroica in der Toskana.

Der erste Saisonhöhepunkt für das Team und speziell für Alberto Contador war die Fernfahrt Paris-Nizza. Diese hatte Contador nämlich 2009 aufgrund eines Hungerastes nicht gewinnen können. 2010 jedoch gelang ihm der Sieg bei der "Fahrt zur Sonne", indem er die vierte Etappe, die mit einer Bergankunft in Mende endete, für sich entschied und dabei dem Deutschen Jens Voigt das Gelbe Trikot des Gesamtführenden abnahm, das Contador nicht mehr abgeben sollte. Bei der fast zeitgleich ausgetragenen Fernfahrt Tirreno-Adriatico gelang zudem Enrico Gasparotto der Gewinn des fünften Abschnitts. Es war der erste Sieg des Italieners für sein neues Team Astana. Ende März trafen Contador und seine Equipe beim Critérium International zum ersten Mal auf den vorjährigen Teamkollegen Lance Armstrong. Weder Contador noch der Tour-Rekordsieger spielten auf Korsika jedoch eine Rolle in der Gesamtwertung, denn Armstrong war noch nicht in Form und der Spanier litt an einer Infektion.

Nach deren Auskurierung gewann Tour-Favorit Contador Mitte April schon sein drittes Etappenrennen im Jahr 2010. Den Sieg bei der Vuelta a Castilla y León sicherte er sich durch einen Erfolg im Zeitfahren. Ebenfalls erfolgreich im April war Astana-Co-Kapitän Alexander Winokurow. Der Kasache konnte dank seines Prologsieges den Giro del Trentino für sich entscheiden. Zwei Tage nach dessen Ende überquerte Winokurow auch bei Lüttich-Bastogne-Lüttich als Erster die Ziellinie. Von den Zuschauern wurde "Wino" aber bei der Zielpassage wegen seiner Dopingvergangenheit ausgepfiffen.

Winokurow ging auch in den Giro d'Italia, den er erstmals gewinnen wollte, als Kapitän ins Rennen. Dort eroberte er tatsächlich am dritten Tag des Rosa Trikot des Gesamtführenden, verlor es aber auf der vierten Etappe im Mannschaftszeitfahren an Vincenzo Nibali. Auf dem siebten Tagesabschnitt schlüpfte der ehemalige Fahrer des Team Telekom allerdings erneut ins "Maglia Rosa" . Doch auf der elften Etappe ließen die Favoriten eine Ausreißergruppe mit großem Vorsprung davonfahren, aus der Richie Porte die Führung übernahm. In den Bergen konnte Winokurow auch wegen der Schwäche seines Teams nicht mit dem späteren Sieger Ivan Basso mithalten und beendete den Giro als Sechster mit über sieben Minuten Rückstand auf Basso.

Contador bestritt in Vorbereitung auf die Tour im Juni das Critérium du Dauphiné 2010, wo er den Prolog gewann. Auf der vierten Etappe, einem längeren Zeitfahren, verlor der Spanier aber überraschend das Gelbe Trikot des Gesamtführenden an den Slowenen Janez Brajkovič vom Team RadioShack. Das Trikot wollte er sich auf dem sechsten Abschnitt nach L'Alpe d'Huez zwar zurückholen, schaffte es aber trotz zahlreicher Angriffe und seinem Tagessieg nicht, Brajkovič abzuschütteln. Einen Tag vorher hatte sein Landsmann und Edelhelfer Daniel Navarro auf einer weiteren Bergetappe als Solist seinen ersten Profisieg feiern können. Bei der eine Woche vor Beginn der Tour de France ausgefahrenen kasachischen Meisterschaft dominierten die Astana-Fahrer das Rennen und stellten mit Maxim Gurow auch den Sieger. Für Gurow war es der größte Erfolg seiner bisherigen Profikarriere. Am gleichen Tag eroberte auch sein slowenischer Teamkollege Gorazd Štangelj den nationalen Meistertitel seines Heimatlandes.

Die Astana-Mannschaft für die Frankreich-Rundfahrt war 2010 ganz auf Alberto Contador ausgerichtet. Im Vorjahr hatte Contador mit Lance Armstrong noch einen Konkurrenten um den Gesamtsieg im eigenen Team. Contadors Landsleute David de la Fuente, Jesús Hernández, Daniel Navarro und Benjamín Noval, der erfahrene Italiener Paolo Tiralongo, der Ukrainer Andrij Hrywko sowie die Kasachen Maxim Iglinski und vor allem Alexander Winokurow sollten den Spanier vor allem in den Bergen unterstützen.

Doch beim Prolog in Rotterdam gab es eine kleine Enttäuschung für den Titelverteidiger:Contador wurde Sechster und verlor fünf Sekunden auf Mitfavorit Lance Armstrong. Auf der zweiten Etappe stürzten zahlreiche Fahrer, unter anderem auch Armstrong, Contador und Andy und sein Bruder Fränk Schleck. Während der Amerikaner und der Astana-Mann wieder zum Feld aufschließen konnten, drohte den beiden Luxemburgern ein großer Rückstand. Doch ihr Team Saxo Bank-Kollege Fabian Cancellara, Gewinner des Prologs, verhinderte, dass das Feld Tempo machte, sodass auch die beiden Mitfavoriten wieder Anschluss finden konnten. Ein für die Gesamtwertung mitentscheidendes Stück bildete die dritte Etappe, die teilweise über Kopfsteinpflaster führte. Viele Fahrer wollten im Vorfeld die Chance nutzen und Contador Zeit abnehmen, da der Titelverteidiger nicht als sehr erfahren auf dem Kopfsteinpflaster galt. Doch dieser hatte im Vorfeld der Tour mit dem ehemaligen Spezialisten Peter van Petegem trainiert. Auch deshalb und wegen der Hilfe von Winokurow verlor Contador nur wenig Zeit auf Mitfavoriten wie Andy Schleck, Cadel Evans, Bradley Wiggins und Denis Menchov. Auf die beiden letztgenannten wies der Spanier nur deshalb einen Rückstand von einigen Sekunden auf, weil Winokurow auf der Zielgeraden das Tempo in der Gruppe angezogen hatte, sodass Contador den Anschluss verpasste. Der Tour-Favorit machte trotzdem eine Minute auf den gestürzten Armstrong und mehr als eine Minute auf Giro d'Italia-Gewinner Ivan Basso gut und lag damit auf Rang neun der Gesamtwertung. Die erste Bergankunft der Tour de France 2010 erfolgte auf der siebten Etappe, die hinauf zur Station des Rousses führte. Contador und Winokurow erreichten das Ziel in der großen Favoriten-Gruppe. Der Kasache schob sich auf Rang fünf der Gesamtwertung vor seinem Teamkollegen und Kapitän Contador.

Auf dem darauffolgenden Tagesabschnitt nach Morzine-Avoriaz, auf dem Armstrong mit fast zwölf Minuten Rückstand die Chancen auf den Sieg verspielte, erreichte der Spanier ebenfalls mit den anderen Favoriten das Ziel, allerdings konnten Andy Schleck, dessen gestürzter Bruder Fränk bereits ausgeschieden war, und Samuel Sanchez kurz vor dem Ziel zehn Sekunden Vorsprung herausfahren. "Wino" erreichte derweil mit fast zweieinhalb Minuten Rückstand auf Schleck das Ziel und fiel auf den 15.Gesamtrang zurück. Auf der letzten Alpenetappe setzten sich Schleck und Contador am letzten Anstieg, dem Col de la Madeleine, von den anderen Favoriten ab und machten deutlich, dass es im Kampf um den Sieg ein Duell der beiden geben würde. Schleck übernahm mit 41 Sekunden vor dem Spanier das Gelbe Trikot von Cadel Evans. Die zwölfte Etappe führte das Feld nach Mende, wo Contador im Frühjahr schon Paris-Nizza für sich entschieden hatte. Am Anstieg dorthin attackierte Winokurow und war auf dem Weg zum Tagessieg, bis er von Contador und Joaquim Rodriguez ein- und überholt und schließlich Dritter des Tages hinter dem Spanier wurde, der sich zehn Sekunden Vorsprung auf Schleck herausarbeiten konnte. Den verpassten Erfolg holte Winokurow einen Tag später nach. Auf der eigentlich flachen Etappe nach Revel griff der Kasache am letzten Hügel vor dem Ziel an und baute seinen Vorsprung in der Abfahrt aus. Der folgende Solosieg war der einzige Tour - Etappengewinn der Astana-Mannschaft 2010.

Am Tag danach führte der Weg in die Pyrenäen auf den Ax-3-Domaines. Am Schlussanstieg belauerten sich Contador und Schleck so lange, bis die Dritt- und Viertplatzierten in der Gesamtwertung, Samuel Sanchez und Denis Menchov, davonzogen und mit einem kleinen Vorsprung das Ziel erreichten. "Wino" belegte den 13.Etappenplatz knapp eine Minute hinter seinem Kapitän. Auf der 16.Etappe von Pamiers nach Bagnères-de-Luchon durch die Pyrenäen entschied sich die Tour de France 2010. Am letzten Berg des Tages, dem Port de Balès, an dem vor allem Daniel Navarro schon Tempo für seinen Kapitän Contador gemacht hatte, setzte Andy Schleck einen Angriff, dem zunächst nur Alexander Winokurow folgen konnte. Doch dem Luxemburger sprang die Kette vom Rad, Contador zog vorbei, erreichte das Ziel nach einer Abfahrt mit vierzig Sekunden Vorsprung vor Schleck und schlüpfte erstmals 2010 in das Gelbe Trikot der Tour. Wegen seines Antritts, als Schleck Defekt hatte, wurde Contador von einigen Fahrern und Experten kritisiert, da er angeblich die Regeln des Fair-Play missachtet habe.

Der folgende Pyrenäen-Tag verlief für Contador und Winokurow ereignislos, da beide mit den anderen Favoriten das Ziel erreichten. Nach einem Ruhetag führte die Königsetappe der Tour 2010 auf den Col du Tourmalet, an dem Schleck den Spanier mit zahlreichen Attacken abzuschütteln suchte, was ihm aber nicht gelang. Die beiden kamen zu zweit zum Ziel und der Mann im Gelben Trikot überließ Schleck den Tagessieg. Derweil erlebte Winokurow einen Einbruch und verlor über zehn Minuten. Die endgültige Entscheidung sollte am vorletzten Tag im Einzelzeitfahren von Bordeaux nach Pauillac erfolgen. Der Spanier wies vor dem Rennen nur acht Sekunden auf Schleck auf, galt aber als der bessere Zeitfahrer. Doch Schleck war auf dem windanfälligen Kurs zeitweise sogar um ein paar Sekunden schneller als Contador, bis dieser bis zum Zielstrich noch eine halbe Minute aufholte. Nach der letzten Etappe durfte sich Alberto Contador auf den Pariser Champs-Elysées zum dritten Mal als Gewinner der Tour de France feiern lassen. Es war sein knappster Erfolg mit nur 39 Sekunden vor Schleck. Zwar hatte Contador keinen Tagesabschnitt gewonnen und vom technischen Defekt Schlecks profitiert, doch zusammen mit dem Etappensieg und dem sechzehnten Gesamtrang von Alexander Winokurow hatte das Team Astana seine Ziele erreicht. Zudem erreichten alle neun Astana-Fahrer Paris.

Doch schon während der Frankreich-Rundfahrt wurde bekannt, dass Contador seinen zum Ende der Saison 2010 auslaufenden Vertrag nicht verlängern und zum dänischen Rennstall Saxo Bank Sungard wechseln würde.

Nach der Tour übernahm Contador die Führung im UCI World Calendar und die Astana-Equipe eroberte den ersten Platz in der Mannschaftswertung. Im Oktober holte Astana-Fahrer Allan Davis, der zuvor die Vuelta a España bestritten hatte, Bronze für Australien bei den Weltmeisterschaften in Geelong. Den letzten Saisonsieg für das Team errang Walentin Iglinski. Der kasachische Sprinter gewann eine Etappe und die Gesamtwertung der Tour of Hainan in China. Im Abschlussklassement des UCI World Calendars belegte Alberto Contador als bestplatzierter Astana-Fahrer den zweiten Rang, die Mannschaftswertung beendete das kasachische Team auf Platz drei.

[Bearbeiten] Saison 2012

[Bearbeiten] Zugänge – Abgänge

Zugänge Team 2011 Abgänge Team 2012
RusslandRussland Jegor Silin Katjuscha AustralienAustralien Simon Clarke GreenEdge Cycling Team
ItalienItalien Francesco Gavazzi Lampre-ISD AustralienAustralien Allan Davis GreenEdge Cycling Team
ItalienItalien Jacopo Guarnieri Liquigas-Cannondale LitauenLitauen Tomas Vaitkus GreenEdge Cycling Team
ItalienItalien Simone Ponzi Liquigas-Cannondale FrankreichFrankreich Rémy Di Gregorio Cofidis, le Crédit en Ligne
BelgienBelgien Kevin Seeldraeyers Quick Step KasachstanKasachstan Andrei Misurow Tabriz Petrochemical Team
SlowenienSlowenien Janez Brajkovič Team RadioShack SpanienSpanien Josep Jufré Karriereende
KasachstanKasachstan Dmitri Murawjew Team RadioShack ItalienItalien Mirco Lorenzetto Karriereende
SlowenienSlowenien Borut Božič Vacansoleil-DCM SlowenienSlowenien Gorazd Štangelj Karriereende
KasachstanKasachstan Dmitri Grusdew Ulan (2008) KasachstanKasachstan Maxim Gurow Unbekannt

[Bearbeiten] Mannschaft

Name Geburtstag Nationalität
Assan Basajew 22. Februar 1981 KasachstanKasachstan Kasachstan
Borut Božič 8. August 1980 SlowenienSlowenien Slowenien
Janez Brajkovič 18. Dezember 1983 SlowenienSlowenien Slowenien
Alexander Djatschenko 17. Oktober 1983 KasachstanKasachstan Kasachstan
Dmitri Fofonow 15. August 1976 KasachstanKasachstan Kasachstan
Enrico Gasparotto 22. März 1982 ItalienItalien Italien
Francesco Gavazzi 1. August 1984 ItalienItalien Italien
Dmitri Grusdew 13. März 1986 KasachstanKasachstan Kasachstan
Jacopo Guarnieri 14. August 1987 ItalienItalien Italien
Andrij Hrywko 7. August 1983 UkraineUkraine Ukraine
Maxim Iglinski 18. April 1981 KasachstanKasachstan Kasachstan
Walentin Iglinski 12. Mai 1984 KasachstanKasachstan Kasachstan
Tanel Kangert 11. März 1987 EstlandEstland Estland
Andrei Kaschetschkin 21. Juli 1980 KasachstanKasachstan Kasachstan
Fredrik Kessiakoff 17. Mai 1980 SchwedenSchweden Schweden
Robert Kiserlovski 9. August 1986 KroatienKroatien Kroatien
Roman Kreuziger 6. Mai 1986 TschechienTschechien Tschechien
Francesco Masciarelli 5. Mai 1986 ItalienItalien Italien
Dmitri Murawjew 2. November 1979 KasachstanKasachstan Kasachstan
Jewgeni Nepomnjatschschi 12. März 1987 KasachstanKasachstan Kasachstan
Jewgeni Petrow 25. Mai 1978 RusslandRussland Russland
Simone Ponzi 17. Januar 1987 ItalienItalien Italien
Sergei Renew 3. Februar 1985 KasachstanKasachstan Kasachstan
Kevin Seeldraeyers 12. September 1986 BelgienBelgien Belgien
Andrei Seiz 14. Dezember 1986 KasachstanKasachstan Kasachstan
Jegor Silin 25. Juni 1988 RusslandRussland Russland
Paolo Tiralongo 5. Juli 1977 ItalienItalien Italien
Alexander Winokurow 16. September 1973 KasachstanKasachstan Kasachstan

[Bearbeiten] Platzierungen in UCI-Ranglisten

UCI ProTour

Saison Mannschaftswertung Fahrerwertung
2007 12. DeutschlandDeutschland Andreas Klöden (31.)
2008 2. DeutschlandDeutschland Andreas Klöden (3.)

UCI World Calendar

Saison Mannschaftswertung Fahrerwertung
2009 1. SpanienSpanien Alberto Contador (1.)
2010 3. SpanienSpanien Alberto Contador (2.)

UCI World Tour

Saison Mannschaftswertung Fahrerwertung
2011 15. KasachstanKasachstan Alexander Winokurow (15.)

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. http://www.letour.fr/2007/TDF/LIVE/us/1600/communique.html
  2. Welt Online
  3. Andreas Klöden: Vertragsverlängerung. Auf: Andreas Klöden Official Website, 2. August 2008

[Bearbeiten] Weblinks

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