Teaser

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Dieser Artikel behandelt den Teaser. Nicht damit zu verwechseln ist der Taser, eine Elektroschockpistole.

Ein Teaser [tiːzɐ] (von engl. tease „reizen, necken“) oder Anrisstext ist in der Werbe- und Journalismussprache ein kurzes Text- oder Bildelement, das zum Weiterlesen, -hören, -sehen, -klicken verleiten soll.

Herkunft und weitere Bedeutungen[Bearbeiten]

Der Begriff Teaser stammt aus dem Marketing. Teaser sollen den Kunden neugierig machen und zur gewünschten Aktion führen. Ein bekanntes Beispiel hierfür sind Werbebriefe mit dem Aufdruck „Sie haben gewonnen. Sofort öffnen!“.

Der Begriff wird auch im Zusammenhang mit dem Unternehmenskauf verwendet. Hier ist der Teaser die meist anonymisierte Kurzdarstellung eines angebotenen Unternehmens, die möglichen Interessenten zur ersten Information zugesandt wird. Besteht aufgrund dieses Teasers weitergehendes Interesse an dem Unternehmen, so erhalten die Interessenten gegen Unterzeichnung einer Vertraulichkeitserklärung das Memorandum of Understanding, das dann weitergehende Informationen enthält und die Grundlage für ein erstes indikatives Angebot bilden kann.

Online-Journalismus[Bearbeiten]

Im Online-Journalismus wird ein „Anreißer“, der auf der Startseite als Einstieg in den ausführlichen Beitrag auf einer nachfolgenden Webseite fungiert, auch Teaser genannt. Journalistisch ähnelt der Teaser dem ersten Satz eines längeren Beitrags, dem Leadsatz.

„Als Teaser werden die Anreißer auf der Homepage oder einer Themenüberblicksseite bezeichnet. Sie verweisen auf einen Beitrag und sollen sowohl Orientierung über den Inhalt bieten als auch zum Klicken verlocken“

Klaus Meier

.

Teaser lassen sich nach der Länge unterscheiden: Auch wenn auf der Einstiegsseite nur ein kurzer Satz steht, der zum Weiterlesen reizen soll, spricht man von einem Teaser. Der Teaser kann aber durchaus die Länge eines ausgewachsenen Leads erreichen. Viele Nachrichtensites übernehmen als Teaser die Überschrift oder den ersten Satz des Beitrags. Das setzt voraus, dass der Beitrag selbst nach journalistischen Prinzipien verfasst wurde: Der erste Satz muss das Wichtigste, die Kernaussage, enthalten. Dabei werden die journalistischen W-Fragen – wer tut was, wann, wo, wie und warum, außerdem: woher stammt die Information – berücksichtigt.

Teaser kann man auch nach ihrer inhaltlichen Funktion einteilen:

  • Zusammenfassender Teaser: Als plakativer Leadsatz gibt er den Informationskern der nachfolgenden Nachricht wieder.
  • Teaser in Frageform: Er verlangt die Wiederholung der Frage und eine umgehende Antwort im nachfolgenden Text.
  • Ankündigungs-Teaser: Er beschreibt möglichst anschaulich, aber ohne zu viel zu verraten, was folgt.[1]

Gelegentlich wird auch der Teaser als Cliffhanger empfohlen. Ein derartiger Einsatz im Online-Journalismus ist jedoch umstritten.[2]

Hörfunk[Bearbeiten]

Im Hörfunk versteht man unter einem Teaser zum einen die Schlagzeile zu einer Nachricht. Diese Schlagzeilen werden oft zu Beginn der Sendung gelesen und teasen damit die eigentlichen Nachrichten. Zum anderen ist der Teaser im Hörfunk ein Element der On-Air-Promotion, mit dem der Moderator auf ein bevorstehendes Programmelement hinweist.

Film und Fernsehen[Bearbeiten]

In der Film- und Fernsehbranche versteht man darunter sowohl den ersten kurzen Werbefilm für einen Film (nicht zu verwechseln mit einem Trailer), als auch den Teil eines Films oder Fernsehspiels, der vor dem Vorspann gezeigt wird. Letztgenanntes ist auch als Cold open oder Cold opening (englisch für „Kalte Eröffnung“) bekannt. In beiden Fällen soll der Teaser den Zuschauer neugierig machen und dazu animieren, den beworbenen Film an- bzw. den begonnenen Film weiterzuschauen.

Ein Teaser kann verschiedene Längen, von einer bis zu zehn Minuten – in Einzelfällen sogar mehr –, haben. Das bekannteste Beispiel des Einsatzes von Teasern liefern die Kinofilme der James-Bond-Reihe, die seit Liebesgrüße aus Moskau immer mit einem Teaser vor dem eigentlichen Vorspann begannen.

Heute beginnen die meisten Fernsehserien, vor allem solche US-amerikanischen Ursprungs, mit einem Teaser. Dieser besteht häufig aus einem Zusammenschnitt wichtiger Szenen vorheriger Episoden, auch Recaps (von engl. recapitulation: „Wiederholung“, „Zusammenfassung“) genannt, um einen zuvor erzeugten Spannungsbogen erneut aufzubauen oder Erklärungen zum besseren Verständnis der neuen Episode zu liefern. Häufig wird allerdings auch ein Cold Opening verwendet.

Abgrenzung Trailer[Bearbeiten]

Der vom Teaser abzugrenzende Begriff des Trailers beschreibt einen kurzen Werbefilm für einen Film, der bereits zuvor aus dessen Bildmaterial erstellt wird. Normalerweise sind im Teaser − im Gegensatz zum Trailer − noch keine Filmausschnitte zu finden, sondern meist extra für den Teaser angefertigtes Material, das das Publikum auf den kommenden Film neugierig machen soll.

Abgrenzung Cold open[Bearbeiten]

Der unmittelbar vor dem Vorspann eines Filmes oder einer Fernsehserie gezeigte Teil wird Teaser genannt. Das Stilmittel des sofortigen Einsteigens in die Handlung wird Cold open genannt und dazu verwendet, den Zuschauer direkt in die Handlung einzuführen, einen ersten Spannungsbogen aufzubauen oder einen ersten Cliffhanger zu präsentieren, der die Zuschauer dazu animieren soll die Handlung weiterzuverfolgen. Die Begriffe Teaser und Cold open werden auch verwendet, wenn im Gegensatz zum längeren Vorspann vorher eine kurze, nur wenige Sekunden andauernde, Titelsequenz gezeigt wird. Besonders Krimiserien nutzen oft dieses Stilmittel, um einführend die Tat selbst darzustellen.

Historisches[Bearbeiten]

Seit dem Aufkommen der Privatsender in Deutschland werden für fast jede Fernsehproduktion im Zuge von Vorproduktionen Teaser und Trailer erstellt, wobei die Teaser wenige Stunden bis unmittelbar vor der Sendung ausgestrahlt und die Trailer meist ab etwa einer Woche vor dem eigentlichen Sendetermin an zeit- oder thematisch gleiche Sendungen und Nachrichten angehängt werden; besonders gilt das für eigene Live-Sendungen.

Vorher war das im öffentlich-rechtlichen Fernsehen unüblich; zur abendlichen Programmfeinplanung gab es Ansagerinnen. Allerdings wurden in der Anfangszeit des deutschen Farbfernsehens den wenigen Farbproduktionen im alltäglichen Schwarz/Weiß, das sowohl bezogen auf die fehlende Farbdarstellbarkeit der vorhandenen Mattscheiben wie den überwiegenden Anteil von Sendeminuten dominierte, seitens der Fernsehanstalten zum Hinweis und als Kaufanreiz kurze Teaser von etwa zehn Sekunden Dauer vorangestellt. Im Ersten öffnete sich – von einer Fanfare akustisch untermalt – blumig eine Farbrosettengrafik mit dem zentralen Schriftzug: „in Farbe“; im ZDF wurden stattdessen sich drehende Glaswürfel gezeigt, in denen sich – wie in einem Prisma – das Licht schwach farbig brach.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Gabriele Hooffacker: Online-Journalismus. Schreiben und Konzipieren für das Internet. Ein Handbuch für Ausbildung und Praxis; Berlin: Econ, 20103
  2. Vgl. die Ablehnung bei Christian Jakubetz: Crossmedia, Konstanz 2007.