Technische Fachhochschule Georg Agricola

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Technische Fachhochschule Georg Agricola
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Gründung 1816
Trägerschaft privat
Ort Bochum
Bundesland Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Präsident Jürgen Kretschmann
Studenten 2.178 WS 2012/13[1]
Mitarbeiter etwa 220
davon Professoren 35
Website www.tfh-bochum.de

Die Technische Fachhochschule Georg Agricola für Rohstoff, Energie und Umwelt zu Bochum (häufige Abkürzungen: TFH Bochum oder TFH Georg Agricola) ist eine private, staatlich anerkannte Fachhochschule in Bochum. Im Jahr 1816 als Bergbauschule gegründet, entwickelte sie sich bis heute zu einer modernen Fachhochschule, an der zum Wintersemester 2010/2011 fast 1900 Studenten eingeschrieben waren. 87 % davon sind männlich, 11 % Studierende mit anderer Nationalität und 27 % absolvieren das Studium berufsbegleitend.

Ursprung[Bearbeiten]

Technische Fachhochschule Georg Agricola in Bochum

Der Bergbau hat im Ruhrgebiet eine lange Tradition. Um das Führungspersonal für den Bergbau auszubilden, wurde eine eigene Schule gegründet. Als die Bergbauschule 1816 gegründet wurde, war es deren Ziel, den Menschen ein breites technisches Basiswissen zu vermitteln, damit die Aufgaben unter Tage auch fachgerecht durchgeführt werden konnten. Den Absolventen der Bochumer Bergschule ging damals ein guter Ruf voraus. Im Jahr 1864 entstand durch die Fusion der Märkischen und der Essen-Werdenschen Berggewerkschaftskasse die Westfälische Berggewerkschaftskasse (WBK), welche bis 1990 Trägerin der Schule blieb. Die Bergschule hatte schon damals, neben der Ausbildung der Fachleute, weitere Aufgaben zu bewältigen, wie in etwa das Durchführen wissenschaftlicher Untersuchungen und das Anfertigen von Flözkarten.

1963 endete die traditionelle Steigerausbildung an der Bergschule. Sie wurde durch die Einführung der Ingenieurschule für Bergwesen ersetzt. An der Bergschule wurden weiterhin die Betriebsführerlehrgänge durchgeführt. 1971 räumte das Bundesland Nordrhein-Westfalen die Möglichkeit ein, Fachhochschulen zu gründen. Dabei entstand im gleichen Jahr aus der Ingenieurschule die Fachhochschule Bergbau (FH Bergbau), die bis 1995 als staatlich anerkannte private Fachhochschule in Bochum bestand. An der FH Bergbau bestanden folgende Studiengänge

  • Bergtechnik
  • Bergmaschinentechnik
  • Bergelektrotechnik
  • Bergvermessungstechnik
  • Verfahrenstechnik

Rechtsnachfolger der FH Bergbau ist die 1995 entstandene Technische Fachhochschule Georg Agricola.

Hugo Schultz[Bearbeiten]

Als Hugo Schultz (1838–1904) im Jahr 1869 die Leitung der WBK übernahm, sollte die Blütezeit der damaligen Bochumer Bergschule beginnen. Unter ihm entwickelte die Schule sich zu einer Ausbildungsstätte des Bergbaus. Er setzte sich für Verbesserungen und Neuerungen im Bergbau ein und gründete zudem zehn Bergvorschulen und weitere Abteilungen der Bergschule. Während die Schule 1869 noch weniger als fünfzig Schüler zählte, waren es dreißig Jahre später bereits über einhundert, die die Schule ausgebildet verließen. Ende des 19. Jahrhunderts wurde das Gebäude der Bergschule zu klein und so bezog man das Gebäude auf der Herner Straße, welches heute das Hauptgebäude der TFH Bochum darstellt. Das Gebäude wurde in den Jahren 1897 bis 1899 von den Kölner Architekten Franz Brantzky und Martin Remges im Auftrag der Westfälischen Berggewerkschaftskasse errichtet. Die Bergschule entwickelte sich zu einer der größten Bergschulen im gesamten Ruhrgebiet und zeichnete sich unter anderem durch moderne Labors aus. Im Jahr 1908, vier Jahre nach dem Tod von Hugo Schultz, hat der Künstler Gustav Pillig ein Denkmal geschaffen das vor dem Gebäude der Bergschule am 25. Oktober 1908 eingeweiht wurde.

Hochschule[Bearbeiten]

Nachdem im Februar 1958 die Kohlekrise begann und somit der Bedarf an ausgebildeten Bergarbeitern abnahm, wurde die Bochumer Bergschule zur Ingenieurschule für Bergwesen umbenannt. Man erweiterte das Lehrangebot und fortan durften die Absolventen den Titel Ingenieur führen. Um der Krise entgegenzuwirken wurden 1968 insgesamt neunzehn Bergwerksunternehmen in der Ruhrkohle AG (RAG) zusammengeschlossen. Im Jahr 1971 gingen aus den Ingenieurs- und Fachschulen Nordrhein-Westfalens die Fachhochschulen hervor. Die Ingenieurschule für Bergwesen geht im Zuge dieser Reform in die Fachhochschule Bergbau über. Schwerpunkte der damaligen Lehre waren die Bergtechnik, Maschinen- und Verfahrenstechnik sowie Elektrotechnik.

Heute[Bearbeiten]

Am 1. Januar 1990 wurde die DMT-Gesellschaft für Lehre und Bildung mbH (DMT-LB) gegründet. Als Tochtergesellschaft der Deutsche Montan Technologie für Rohstoff, Energie und Umwelt e. V. (DMT e. V.), die als Nachfolgergesellschaft der Westfälischen Berggewerkschaftskasse hervorging, wurde die DMT-LB somit zum Träger der Fachhochschule Bergbau. Ebenso ist sie auch Trägerin des 1930 gegründeten Deutschen Bergbaumuseums, welches sich schräg gegenüber der Hochschule hinter der Bahnbrücke befindet und heute rund 400.000 Besucher jährlich vorweisen kann. Im Jahr 1995 wurde die Fachhochschule Bergbau in Technische Fachhochschule Georg Agricola für Rohstoff, Energie und Umwelt zu Bochum, kurz TFH Bochum, umbenannt. Ziel der Umbenennung war es, die neuen Schwerpunkte der Schule, wie etwa Geo- und Umwelttechnik, Informationstechnologie und Zukunftsenergien, im Namen auftauchen zu lassen. Als Namenspatron der Hochschule wurde der Universalgelehrte Georgius Agricola ausgewählt, der damit als Pionier der Bergbaukunde und Mineralogie geehrt wurde.

Die TFH war eine der ersten Hochschulen in NRW, welche durch einen Präsidenten geleitet wurde, was durch das Hochschulfreiheitsgesetz ermöglicht wurde. Derzeit studieren etwa 2200 Studenten und Studentinnen an der Schule, die von etwa 200 Mitarbeitern betreut werden. Die zum Sommersemester 2007 eingeführten Studiengebühren in Höhe von maximal 500 Euro wurden durch Beschluss der Landesregierung ab dem Wintersemester 2011/2012 wieder abgeschafft.

Wissenschaftsbereiche[Bearbeiten]

Die TFH Bochum ist in folgende Wissenschaftsbereiche aufgeteilt:

  • Geoingenieurwesen, Bergbau und Technische Betriebswirtschaft[2]
  • Maschinen- und Verfahrenstechnik[3]
  • Elektro- und Informationstechnik[4]

Studienangebot[Bearbeiten]

In den drei Wissenschaftsbereichen (WB) gibt es folgende Studiengänge, welche teilweise auch berufsbegleitend, in Form eines Abend- oder dualen Studiums, angeboten werden:

WB1: Geoingenieurwesen, Bergbau und Technische Betriebswirtschaft[Bearbeiten]

Bachelor-Studiengänge

Master-Studiengang

  • Technische Betriebswirtschaft (M.Sc.)
  • Geoingenieurwesen und Nachbergbau (M.Sc.)

WB2: Maschinen- und Verfahrenstechnik[Bearbeiten]

Bachelor-Studiengänge

Master-Studiengang

WB3: Elektro- und Informationstechnik[Bearbeiten]

Bachelor-Studiengang

Master-Studiengänge

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Technische Fachhochschule Georg Agricola – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt: Studierendenzahlen Studierende und Studienanfänger/-innen nach Hochschularten, Ländern und Hochschulen, WS 2012/13, S. 66-113 (abgerufen am 3. November 2013)
  2. Fachbereich Geoingenieurwesen, Bergbau und Technische Betriebswirtschaft
  3. Fachbereich Maschinen- und Verfahrenstechnik
  4. Fachbereich Elektro- und Informationstechnik

51.48757.2133333333333Koordinaten: 51° 29′ 15″ N, 7° 12′ 48″ O