Technische Universität Graz

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47.06888888888915.45Koordinaten: 47° 4′ 8″ N, 15° 27′ 0″ O

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Technische Universität Graz
Erzherzog Johann Universität
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Gründung 1811 (als Technische Lehranstalt)
Trägerschaft staatlich
Ort Graz, Österreich
Rektor Harald Kainz
Studenten 12692 (Sommersemester 2012)
- davon Frauen: 22,18 %
- Ausländeranteil: 16,86 %[1]
Mitarbeiter 2256 (31. Dezember 2011)
- davon wissenschaftliches Personal: 1402
- davon nichtwissenschaftliches Personal: 854
Jahresetat 170,2 Mio. Euro
Öffentliche Mittel: 113 Mio. Euro (Bundesbudget 2011)
Drittmittel: 57,2 Mio. Euro (2010)
Website www.tugraz.at

Die Technische Universität Graz (Erzherzog-Johann-Universität) ist eine von fünf Universitäten in der Steiermark und neben der Technischen Universität Wien eine der zwei technischen Universitäten in Österreich.

Im Wintersemester 2011/12 sind 12.105 ordentliche Studierende gemeldet, davon 21,6 % Frauen und 15,4 % internationale Studierende und 1,7 % Austauschstudierende.

Geschichte[Bearbeiten]

Am 26. November 1811 überreichte Erzherzog Johann die Schenkungsurkunde seiner persönlichen naturwissenschaftlichen Sammlung dem dafür gegründeten Joanneum. Zu Beginn wurde Physik, Chemie, Astronomie, Mineralogie, Botanik und Technologie gelehrt. 1818 folgte Zoologie. Der Unterricht am Joanneum wurde sowohl von Schülern des bestehenden Lyzeums als auch ab 1828 von Studenten der Karl-Franzens-Universität besucht.

Nach und nach wurde der Unterricht um technische Fächer erweitert. Es wurden Lehrkanzeln für technisch-praktische Mathematik, praktische Geometrie, Mechanik und Berg- und Hüttenkunde errichtet. Letztere wurde allerdings bald an die Steiermärkisch-Ständische Montanlehranstalt in Vordernberg ausgegliedert, aus der 1849 die k. u. k. Bergakademie in Leoben und aus dieser bis heute die Montanuniversität Leoben hervorging.

Bis zu seinem Tod im Jahre 1859 gebührte die Leitung des Joanneums Erzherzog Johann höchstpersönlich. 1861 wurden bereits 21 Lehrfächer unterrichtet zu den oben aufgezählten kamen unter anderem noch Lehrkanzeln für Baukunde, für Land- und Forstwirtschaftslehre sowie für Physik und Darstellende Geometrie hinzu.

Hauptgebäude – Alte Technik

1864 wurde die Technische Lehranstalt per Beschluss des Steiermärkischen Landtages in Steiermärkische landschaftliche Technische Hochschule am Joanneum zu Graz umbenannt. Die Änderung trat nach kaiserlicher Genehmigung im Studienjahr 1865/66 in Kraft. Neben zwei allgemeinen der Vorbereitung dienenden Klassen umfasste sie vier Fachschulen: Ingenieurwesen, Maschinenbau, Chemische Technologie sowie Land- und Forstwirtschaft. 1869 kam eine neue Lehrkanzlei für Mechanische Technologie hinzu. Von den Hörern wurde die Einhaltung eines bestimmten Kurses verlangt und der Aufstieg in einen höheren Jahrgang war von einem günstigen Studienerfolg abhängig.

Das Professorenkollegium entwarf 1871/1872 ein neues Statut, das die Kurse aufließ und das nach dem Grundsatz der Lehr- und Lernfreiheit geschrieben wurde. Um als ordentlicher Hörer aufgenommen zu werden, musste man nun eine erfolgreich abgelegte Reifeprüfung nachweisen. Dem Grundsatz der Lernfreiheit verpflichtet konnte sich jeder Hörer selbst aussuchen, welche Lehrveranstaltungen er besuchte, jedoch wurden von den Fachschulen Studienpläne aufgestellt und die Einhaltung dieser den Hörern empfohlen.

Die Technische Hochschule Graz war zu diesem Zeitpunkt die einzige im Süden der Monarchie. Es ist daher nicht verwunderlich, dass nur ein Drittel der Hörer aus der Steiermark kam. Der Rest kam aus anderen Kronländern oder aus dem damaligen Ausland.

Nachdem Anfang der Siebziger des 19. Jahrhunderts der Staat die Hochschulen direkt kontrollieren wollte, wurde 1874 die Hochschule als Kaiserlich-königliche Technische Hochschule in Graz vom Staat übernommen. Naturgemäß ging damit auch eine Umstrukturierung einher. Die Abteilung für Land- und Forstwirtschaft wurde aufgelassen. Ihre Aufgaben sollten von der 1872 gegründeten Hochschule für Bodenkultur, die sich in Wien befand, übernommen werden. Im Zuge der Veränderungen wurden große Bestände des Joanneums an die neugegründete Bibliothek der Technischen Hochschule übertragen.

1878 wurden die erste und die zweite Staatsprüfung eingeführt. Während die erste Staatsprüfung für alle Studienrichtungen dieselbe war, wies die Zweite eine Ausbildung in einer der drei Fachrichtungen Bauingenieurwesen, Maschinenbau und Technische Chemie nach. Neben den Staatsprüfungen gab es auch weiterhin die umfassendere Diplomprüfung. Die Staatsprüfung, einst nur als Nachweis zur Anstellungsfähigkeit im Staatsdienst gedacht, berechtigte später zur Führung der Standesbezeichnung Ingenieur und ab 1938 Diplom-Ingenieur. Letzterer wurde aber erst 1969 ein akademischer Grad.

Neue Technik

Mit der Übernahme hatte sich der Staat auch zu einem Neubau für die bis dahin im Joanneum untergebrachten Hochschule verpflichtet. Es dauerte allerdings bis in das Jahr 1884 als am 26. November der Spatenstich für das heute unter der Bezeichnung Alte Technik bekannte Gebäude gelegt wurde. Es wurde 1888 in Anwesenheit von Kaiser Franz Joseph I. eröffnet. Bis Beginn des Studienjahres 1888/1889 konnte auch das Chemische Institut eröffnet werden, welches sich südlich des Hauptgebäudes befand. (Es blieb bis 1961 in Verwendung und wurde dann abgerissen.)

1901 erhielt die Hochschule das Promotionsrecht.

Inzwischen waren bereits an allen Hochschulen der Monarchie Lehrkanzeln für Elektrotechnik eingerichtet worden. 1917 wurde dies schließlich auch in Graz nachgeholt. Die Alte Technik wurde inzwischen auch zu klein und mit Ende des Ersten Weltkrieges wurde ein weiterer Neubau begonnen. Dieser wurde 1935 fertiggestellt, worauf dort die Institute für Maschinenbau und Elektrotechnik einzogen.

1934 wurden die Technische Hochschule Graz und die Montanistischen Hochschule Leoben infolge der austrofaschistischen Machtübernahme zur Technischen und Montanistischen Hochschule Graz-Leoben verschmolzen. Dies wurde 1937 wieder rückgängig gemacht.

1955 wird die Hochschule in drei Fakultäten gegliedert. Es wird mit der Planung eines Neubaues auf dem Standort des Schörgelhofes begonnen.

In den 1960er Jahren wurden die ersten Gebäude in der Inffeldgasse gebaut. Dies wurde der dritte Standort der Hochschule.

Studienzentrum – Inffeldgasse 10

1969 wurden Studienkommissionen mit Drittelparität eingerichtet. Im Jahr 1975 wurde die Technische Hochschule Graz in Technische Universität Graz umbenannt; ein Jahr darauf beschloss der Senat den Beinamen Erzherzog-Johann-Universität. Namensgeber ist der Gründer der „Technische Lehranstalt Joanneum“ Erzherzog Johann.

1996 wurde die Implementierung des UOG 93 vollständig abgeschlossen. Das Universitätsgesetz von 2002 hob die Kurienuniversität weitgehend auf. Die Vertreter der Professoren haben seither in allen relevanten Gremien die Mehrheit.

Harald Kainz ist seit dem 1. Oktober 2011 Rektor der Technischen Universität Graz. Er trat somit die Nachfolge von Hans Sünkel an.[2]

NAWI Graz[Bearbeiten]

NAWI Graz ist ein Kooperationsprojekt mit dem Ziel, die naturwissenschaftlichen Fakultäten der Karl-Franzens-Universität Graz und der Technischen Universität Graz zu einer „Zwillingsfakultät“ zusammenzuschließen. Seit dem Wintersemester 2006/2007 werden im Rahmen von NAWI Graz eine Reihe von gemeinsamen Bachelor- und Masterstudien angeboten.

Gliederung[Bearbeiten]

Die Technische Universität Graz ist gemäß Universitätsgesetz 2002 (UG 2002) in sieben Fakultäten gegliedert:

Zusätzlich beherbergt sie zwei unabhängige Forschungsinstitute:

Campus[Bearbeiten]

Die Gebäudekomplexe der TU Graz konzentrieren sich hauptsächlich auf drei zentrale Standorte innerhalb der Stadt Graz[3]:

  • Alte Technik (Rechbauerstraße / Lessingstraße)
  • Neue Technik (Kopernikusgasse / Petersgasse)
  • Inffeldgasse

Studien[Bearbeiten]

Diplomstudien: Seit dem Wintersemester 2008/2009 wird an der Technischen Universität Graz kein Diplomstudium mehr angeboten.

Bachelorstudien:

Masterstudien:

Doktoratsstudien:

  • Doktoratsstudium der Technischen Wissenschaften
  • Doktoratsstudium der Naturwissenschaften

Lehramtsstudien:

  • Darstellende Geometrie
  • Physik
  • Informatik und Informatikmanagement

Universitätslehrgänge:

  • Nachhaltiges Bauen
  • NATM Engineering
  • Paper & Pulp Technology
  • Reinraumtechnik
  • Traffic Accident Research
  • Wasserkraft

Persönlichkeiten & Alumni[Bearbeiten]

Vereine und Verbände[Bearbeiten]

WINGnet Graz[Bearbeiten]

WINGnet Graz – Verein zur Förderung von Studenten technisch-wirtschaftlicher Studienrichtungen ist ein Team von Studierenden unter der Schirmherrschaft des österreichischen Verbandes der Wirtschaftsingenieure WING. Das gemeinsame Ziel ist die Förderung und Verbesserung des Images von Wirtschaftsingenieuren. WINGnet Graz vertritt an der Technischen Universität Graz auch gleichzeitig das europäische Netzwerk der Wirtschaftsingenieursstudenten ESTIEM.

Zeichensäle[Bearbeiten]

In einigen Studienrichtungen haben sich Studierende in sogenannten „Zeichensälen“ organisiert, wo gemeinsam und von FachkollegInnen unterstützt, gelernt, konstruiert und geübt wird. Diese Räumlichkeiten werden von der jeweiligen Fakultät zur Verfügung gestellt und nach Möglichkeit finanziell unterstützt; es gibt jedoch auch einige Zeichensäle in enger Kooperation mit Instituten, die dann dortige Ressourcen nutzen.

Der Betrieb der EDV-Geräte erfolgt durch die Studierenden selbst in Eigenverantwortlichkeit; die TU Graz stellt als Infrastruktur die Räumlichkeit (Strom, Heizung, Netzwerk, Telefon, WC, 24h Zugang, z.T. Mobiliar) zur Verfügung. Hard- und Software sind von den Studierenden selbst beizubringen. Der Zugang zum Zeichensaal erfolgt intern in Absprache mit den jeweiligen Mitgliedern der Zeichensäle.

Studentische Bewerbe[Bearbeiten]

Robocup[Bearbeiten]

Das Mostly Harmless Robocup Team der TU Graz ist ein Vertreter Österreichs im Robocup und spielt in der Middle-Size Liga. 2005 gelang es ihm, in das Viertelfinale der German Open zu kommen.

Das Team Austrian Cubes ist eine Kooperation der FH Technikum Wien und der TU Graz und spielt in der Small-Size Liga.

Das Team KickOffTUG ist in der Simulation-League aktiv und das Team ZaDeAt, eine Kooperation der Universität Kapstadt, der RWTH Aachen und der TU Graz, in der Standard-Platform-League.

Formula Student[Bearbeiten]

Auch in der Formula Student Germany und anderen Formula-SAE-Wettbewerben ist die TU Graz aktiv. Das TU Graz Racing Team-Team setzt sich hauptsächlich aus Studierenden der Elektrotechnik, Telematik, Technischen Mathematik, Informatik und Maschinenbau zusammen. Neben dem TU Graz Racing Team gibt es in der Fachhochschule Joanneum Graz noch ein zweites Grazer Team im Bewerb.

Formula Student Electric[Bearbeiten]

Auch bei den ersten Bewerben der Formula Student Electric 2010 ist die TU Graz vertreten. Das TU Graz E-Power Racing Team nahm 2010 mit einem auf dem TANKIA 2009 basierenden Fahrzeug teil, das den Namen „MaxWheel“ trägt. In Deutschland wurde dabei der hervorragende dritte Platz in der FSE-Klasse erreicht. Das TU Graz e-Power Racing Team hat als erstes Team der Welt einen FSE-Endurance Bewerb erfolgreich beendet. Außerdem wurde das Team in Silverstone/England mit dem Teamwork-Award ausgezeichnet.

Shell Eco-Marathon[Bearbeiten]

Das Team Eco Racing Austria TERA TU Graz entwickelt und baut energieeffiziente Elektrofahrzeuge. Als Wettbewerbsplattform dient der Shell Eco-Marathon, an dem das TERA TU Graz seit 2010 mit dem Niedrigenergiefahrzeug „Fennek“ teilnimmt. Im Mai 2011 konnte das Team bereits mit der zweiten Generation des Fennek den Bewerb in der Kategorie „Prototype Plug-in“ für sich entscheiden. Das Ergebnis von 843 km/kWh brachte auch den 1. Platz in der CO2-Gesamtwertung.

TUGSAT-1[Bearbeiten]

TU Graz, Universität Wien und TU Wien kooperieren im Rahmen der Mission BRITE-Austria (Bright Target Explorer), um mit „TUGSAT-1“ den ersten österreichischen Satelliten zu entwerfen, zu bauen und zu testen. Die FFG fördert mit ihrem Engagement für das Projekt eine herausfordernde wissenschaftliche und technologische Mission mit gleichzeitig hoher Relevanz für die universitäre Lehre.

Beteiligungen, Spin-offs und Start-ups[Bearbeiten]

Aus der TU Graz sind zahlreiche Unternehmensgründungen hervorgegangen.

Die Beteiligung an kommerziell ausgerichteten Spin-offs erfolgt über die 100 % Tochter Forschungsholding TU Graz GmbH

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Studierendenstatistik, Statistiken über Studierende, Studien und Studienabschlüsse. Abgerufen am 13. Februar 2013.
  2. Vizerektor Kainz folgt Sünkel als Rektor nach. Abgerufen am 15. April 2011.
  3. Lagepläne TU-Graz

Literatur[Bearbeiten]

  •  Georg Goeth: Das Joanneum in Gratz, geschichtlich dargestellt zur Erinnerung an seine Gründung vor 50 Jahren. A. Leykam’s Erben, Graz 1861, insb. Kapitel VII. Lehranstalt und Bibliothek und VIII. Unterrichtswesen., S. 110–281 (Google eBook, vollständige Ansicht).
  • Josef W. Wohinz (Hrsg.): Die Technik in Graz. Verlag Styria, Graz/Wien 2002, ISBN 3-222-12980-0.
  • Verband ehemaliger Grazer Techniker: Festschrift zur Jahrhundertfeier des Joanneums. Eigenverlag, Graz 1911.

Weblinks[Bearbeiten]

Offizielle Seiten

Studentische Bewerbe Robocup Teams

Studentische Bewerbe Racing Teams

Bilder, Video, Audio

 Commons: Technische Universität Graz – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien