Technische Universität Ilmenau

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Technische Universität Ilmenau
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Gründung 1953 (seit 1992 TU)
Ort Ilmenau
Bundesland Thüringen
Staat Deutschland
Rektor Peter Scharff
Studenten 6.818 WS 2013/14[1]
Mitarbeiter 2.021 (Stand: 1. Dez. 2011)
davon Professoren 99 (Stand: 1. Dez. 2011)
Netzwerke Netzwerk Mittelgroße Universitäten
Website www.tu-ilmenau.de
Ernst-Abbe-Zentrum (Rektorat)

Die Technische Universität Ilmenau (abgekürzt: TU Ilmenau, englisch: Ilmenau University of Technology) ist eine Universität des Freistaates Thüringen in der Goethe- und Universitätsstadt Ilmenau. Die TU Ilmenau umfasst fünf Fakultäten und bietet 19 Bachelor- sowie 24 Masterstudiengänge an. Forschung und Lehre an der TU Ilmenau sind stark ingenieurwissenschaftlich geprägt und zeichnen sich durch eine enge Verknüpfung der Ingenieurwissenschaften mit den Wirtschaftswissenschaften, mit der Mathematik sowie mit den Naturwissenschaften aus.

Fakultäten[Bearbeiten]

Schwerpunkte in der Forschung[Bearbeiten]

Helmholtzbau (Fakultät für Elektrotechnik)
Feynmanbau (Zentrum für Mikro- und Nanotechnologie)

Die Forschungsaktivitäten der TU Ilmenau sind auf die sechs interdisziplinären und fakultätsübergreifenden Forschungscluster

  • Nanoengineering
  • Präzisionstechnik und Präzisionsmesstechnik
  • Technische und biomedizinische Assistenzsysteme
  • Antriebs-, Energie- und Umweltsystemtechnik
  • Digitale Medientechnologie
  • Mobilkommunikation

fokussiert. Im Jahr 2004 wurde die Universität in die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) aufgenommen. Die Forschung der TU Ilmenau wird durch eine Reihe ortsansässiger außeruniversitärer Forschungsinstitute, wie zum Beispiel das Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie (IDMT), das Fraunhofer-Anwendungszentrum für Systemtechnik (AST), eine Außenstelle des Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen (IIS), das Thüringische Institut für Textil- und Kunststoff-Forschung sowie das Institut für Mikroelektronik- und Mechatroniksysteme verstärkt.

Der Forschungscluster „Mobilkommunikation“ ist ausgerichtet auf die Erforschung mobiler drahtloser Zugangstechniken für breitbandige, multimediale Kommunikationsnetze sowie multimediale Techniken zur Verarbeitung und Präsentation von Informationen. Der interdisziplinäre Cluster „Technische und biomedizinische Assistenzsysteme“ entwickelt neben neuartigen Bewegungssysteme nach biologischem Vorbild (Klettertiere, Würmer usw.) mobile Serviceroboter, die den Menschen im Alltag unterstützen sollen. Weitere Forschungsschwerpunkte der Universität sind u.a. Magnetofluiddynamik, Solartechnik, Bildverarbeitung, optische Technologien sowie neue Werkstoffe und Werkstoffe für den Automobilbau. Im DFG-Sonderforschungsbereich 622 „Nanopositionier- und Nanomessmaschinen“ arbeiten Wissenschaftler der Universität aus verschiedenen Fachgebieten an den wissenschaftlich-technischen Grundlagen zur Entwicklung und Realisierung von Nanopositionier- und Nanomessmaschinen zusammen. Die TU Ilmenau engagiert sich in internationalen und nationalen Netzwerken wie 3DTV, NEWCOM oder EURON bzw. „OptoNet-Technologienetzwerk“ des Freistaates Thüringen, Polymermat, Automotive Thüringen. An der Universität haben sich das Zentrum für Innovationskompetenz „MacroNano – Peripherik und komplexe Systeme für Elektronik und Biosensorik“ mit den Forschergruppen „Mikrofluidik und Biosensorik“ und „Funktionalisierte Peripherik“ sowie das Zentrum für Mikro- und Nanotechnologien etabliert.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Technikum (Curiebau), erbaut 1894

Die Geschichte der Technischen Universität begann 1894 mit der Einrichtung Thüringisches Technikum Ilmenau, einer privaten Bildungsstätte, die von Eduard Jentzen gegründet und bis 1948 von Georg Schmidt geleitet wurde. 1895 entstand im Zentrum der Stadt das erste eigene Lehrgebäude, das Alte Technikum (der heutige Curiebau), das durch Anbauten in den Jahren 1896, 1898 und 1901 erweitert wurde. 1926 folgte ihm das Neue Technikum (heute Faradaybau). Im gleichen Jahr wurde das thüringische Technikum Ilmenau in Ingenieurschule Ilmenau umbenannt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde diese 1947 verstaatlicht und 1950 in eine Fachschule für Elektrotechnik und Maschinenbau umgewandelt. Nach einem Beschluss des Ministerrates der DDR zum Aufbau von Spezialhochschulen öffnete am 16. September 1953 die Hochschule für Elektrotechnik (HfE) in Ilmenau ihre Pforten. Die ersten 268 Studierenden wurden immatrikuliert. Mit der Grundsteinlegung für den Helmholtzbau am 2. Mai 1956 entstanden auf dem Ehrenberg, etwa zwei Kilometer östlich des Ilmenauer Zentrums, zahlreiche, das Bild der Hochschule lange Zeit prägende Lehrgebäude. 1963 erhielt die HfE den Rang einer Technischen Hochschule (TH), nach Evaluierung und Umstrukturierung wurde sie 1992 zur Technischen Universität (TU) erhoben.

Der Humboldtbau aus dem Jahr 2004 mit dem Audimax auf dem Campus der TU

Nach Erfolg mit einem 1994 begonnenen Pilotprojekt Elektronische Medientechnik innerhalb des Diplomstudienganges Elektrotechnik wurde 1996 als erster und einziger seiner Art ein eigenständiger universitärer Diplomstudiengang Medientechnologie eingeführt (heute fortgesetzt im Bachelor- bzw. Masterstudiengang), flankiert durch Aufnahme der sozialwissenschaftlich orientierten angewandten Medienwissenschaft sowie der Medienwirtschaft neben den Wirtschaftsingenieursstudiengängen. Die Medieninformatik verblieb weiter als Fachrichtung innerhalb des Diplomstudienganges Informatik.

Röntgenbau mit Experimentalhörsaal

Seit 2006 hat die Universität als erste deutsche Hochschule eine Professur für Computer- und Videospiele ausgeschrieben.

Mit Beginn des Wintersemesters 2005/06 wurden die mit dem Bologna-Prozess verbundenen Reformen des deutschen Hochschulwesens auch an der TU Ilmenau umgesetzt. Die Studienstruktur wurde neu organisiert und die bisherigen Diplomstudiengänge auf die gestuften Abschlüsse Bachelor und Master umgestellt.

Langjährige internationale wissenschaftliche Kooperationen sind Grundlage für gemeinsame studentische Ausbildungsprojekte wie die 2007 gegründete Deutsche Ingenieurfakultät der TU Ilmenau am Moskauer Energetischen Institut.

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Das Logo der TU stammt noch aus der Zeit als Technische Hochschule. Der Schriftzug soll die drei kleingeschriebenen Buchstaben thi als Abkürzung für Technische Hochschule Ilmenau darstellen. Das Logo wurde nach der Umwandlung zur Universität von der Leitung der Hochschule beibehalten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Campus[Bearbeiten]

Der Campus der TU befindet sich am Ehrenberg im Osten der Stadt und wurde nach dem Gründungsrektor Hans Stamm benannt. Hier befindet sich der größte Teil der Universitätsgebäude, die Wohnheime des Studentenwerks Thüringen und die Kindertagesstätte Studentenflöhe. Der Curie-, Faraday-, Helios- und Röntgenbau bilden einen zweiten, kleineren Campus in der Weimarer Straße, das Georg-Schmidt-Technikum.

Universitätscampus der TU Ilmenau mit Lehr- und Forschungseinrichtungen, Wohnheimen und universitätsnahe Infrastruktur

An der TU Ilmenau existiert mit dem Radio hsf das älteste Studentenradio Deutschlands. Auf dem Campus sind verschiedene studentische Vereine aktiv. So betreibt beispielsweise der Verein Forschungsgemeinschaft elektronische Medien e.V. das größte selbstverwaltete studentische Netzwerk Deutschlands. Der ISWI e.V veranstaltet seit 1993 alle zwei Jahre die International Student Week in Ilmenau. Die vier Studentenclubs bi-Club, BH-Club, bc-Club, BD-Club sowie das bc-Studentencafé haben sich im Ilmenauer Studentenclub e.V. zusammengeschlossen. In Ilmenau gibt es verschiedene studentische Glaubensgemeinschaften, darunter die Katholische Studentengemeinde Ilmenau, die Evangelische Studentengemeinde Ilmenau, die Studentenmission in Deutschland und eine muslimische Gemeinschaft.

Studiengänge[Bearbeiten]

(B = Bachelorstudiengang, M = Masterstudiengang)

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Technische Universität Ilmenau – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. [1]

50.68166666666710.939Koordinaten: 50° 40′ 54″ N, 10° 56′ 20″ O