Tecklenburger Land

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Tecklenburger Land
Tecklenburger Land (Deutschland)
Tecklenburger Land
Tecklenburger Land
Koordinaten 52° 13′ N, 7° 49′ O52.2190214350087.8085970878601Koordinaten: 52° 13′ N, 7° 49′ O
Symbole
Wappen
Wappen
Basisdaten
Staat Deutschland
Regierungsbezirk Münster
Kreis Steinfurt
Höhe 236 m
Fläche 811 km²
Einwohner 171.019 (31. Dezember 2012)
Dichte 210,9 Ew./km²
Webauftritt www.tecklenburger-land.de (deutsch)
Blick vom Teutoburger Wald von der Burg Tecklenburg auf das Aatal bei Ibbenbüren
Blick vom Teutoburger Wald von der Burg Tecklenburg auf das Aatal bei Ibbenbüren

Das Tecklenburger Land bezeichnet eine Region mit elf Städten und Gemeinden im nördlichen Westfalen, umgeben vom Münsterland, dem Emsland und dem Osnabrücker Land. Historisch hervorgegangen ist die Region aus der Grafschaft Tecklenburg, der Obergrafschaft Lingen und Teilen des Hochstifts Münster. Bis zur Gebietsreform in den 1970er Jahren war die Region weitgehend deckungsgleich mit dem politischen Kreis Tecklenburg und zählt heute zum Kreis Steinfurt im Regierungsbezirk Münster.

Seinen Namen verdankt das Tecklenburger Land dem Grafenhaus Tecklenburg, dessen Sitz über Jahrhunderte die Burg Tecklenburg war. Die Region verbindet eine über mehrere jahrhunderte gemeinsame Geschichte unter dem Namen Tecklenburg, von der Grafschaft bis hin zum ehemaligen Kreis. Ein ausgeprägtes Regionalbewusstsein der Bevölkerung hat sich historisch aus politischen, geschichtlichen und religiösen Differenzen zum Münsterland entwickelt. Ungeachtet dieser Differenzen wird das Tecklenburger Land heutzutage oftmals als Teil des Münsterlandes angesehen. Zu diesem Bild trug bereits der damalige Kreis Tecklenburg bei, der einst zu den sog. Münsterlandkreisen zählte.

Geografie[Bearbeiten]

Lage und Grenzen[Bearbeiten]

Lage der Region Tecklenburger Land an der Grenze zum Osnabrücker Land in Niedersachsen

Heute setzt man die Grenzen der Region Tecklenburger Land häufig mit denen des ehemaligen Kreises Tecklenburg im nördlichen Nordrhein-Westfalen gleich. Durch die Organisation vieler Verbände und Vereine auf dieser Ebene, hat sich diese Definition der Region in der Bevölkerung gefestigt. Je nach Ordnung der Landschaft oder Historie könnten benachbarte Orte oder Gemeinden zum Gebiet des Tecklenburger Landes gehören, beispielsweise Schapen, Saerbeck und Hembergen.

Zum überwiegenden Teil besteht das Tecklenburger Land aus dem Niedersächsischen Bergland, das sich als Teutoburger Wald zeigt. Insbesondere das Zentrum um Ibbenbüren, Mettingen, Tecklenburg und Westerkappeln ist durch bergige Landschaft geprägt. Der Gebirgskamm des Teutoburger Waldes endet bei Bevergern als Huckberg. Südlich des Teutoburger Waldes beginnt die Westfälische Bucht und nördlich grenzt die Norddeutsche Tiefebene in der Landschaftseinteilung Plantlünner Sandebene als Unterkategorie der Dümmer-Geestniederung an. Die Ortschaft Ladbergen und Teilbereich von Riesenbeck, Lengerich und Lienen befinden sich in der Westfälischen Bucht, zur Plantlünner Sandebene zählen die Ortschaften Schale, Dreierwalde, sowie Teilbereich von Recke und Hörstel.

Landschaftlich und raumpolitisch ist das Tecklenburger Land als Fortsetzung des Osnabrücker Landes zu sehen, das an der Grenze zu Niedersachsen endet. Benachbarte Regionen sind im Süden das Münsterland, im Osten und Nordosten das Osnabrücker Land und im Westen das Emsland. In detailgetreuen topographischen Landkarten ist das Tecklenburger Land als eigene Region zwischen dem Osnabrücker Land und dem Münsterland ausgewiesen.[1]

Städte und Gemeinden[Bearbeiten]

Das Tecklenburger Land umfasst insgesamt elf Städte und Gemeinden, die im Volksmund angelehnt an den Altkreis als TE-Gemeinden bezeichnet werden. Die einwohnerstärksten Städte der Region sind Ibbenbüren mit 50.438 und Lengerich mit 21.978 Einwohnern, die jeweils ein Mittelzentrum bilden. Weitere Städte sind Hörstel (19.491 Einwohner) und Tecklenburg (8793 Einwohner).[2]

Die größte Gemeinde im Tecklenburger Land ist Lotte mit 13.949 Einwohnern in unmittelbarer Nachbarschaft zur Stadt Osnabrück. Zu den größeren Gemeinden über 10.000 Einwohner zählen Mettingen (11.644 Einwohner), Recke (11.224 Einwohner) und Westerkappeln (10.917 Einwohner). Kleinste Gemeinde in der Region ist Ladbergen mit 6439 Einwohnern, gefolgt von Hopsten (7542 Einwohner) und Lienen (8511 Einwohner).

Durch die Gebietsreform in den 1970er Jahren sind einige dieser Städte und Gemeinden aus bis dahin selbstständigen Ortschaften zusammengefasst worden. Diese heutigen Ortsteile treten aber gesellschaftlich in Organisationen oder Vereinen eigenständig auf. In diesem Zusammenhang sind die Ortschaften Bevergern, Dreierwalde und Riesenbeck (Stadt Hörstel); Brochterbeck, Ledde und Leeden (Stadt Tecklenburg); Halverde und Schale (Gemeinde Hopsten); sowie Wersen (Gemeinde Lotte) besonders zu nennen.

Berge[Bearbeiten]

Die höchsten Punkte im Tecklenburger Land bilden der Westerbecker Berg (236 m ü. NN) und der Lienener Berg (225 m ü. NN) in der Gemeinde Lienen, gefolgt von dem Leedener Berg (202 m ü. NN) in Tecklenburg-Leeden und den Dörenther Klippen (159 m ü. NN) in Ibbenbüren. Weitere markante Erhebungen sind der Bergeshöveder Berg, der Lagerberg, der Birgter Berg, der Riesenbecker Berg in der Nähe von Riesenbeck, sowie der Huckberg bei Bevergern.

Eine weitere bemerkenswerte Erhöhung im Tecklenburger Land ist die Ibbenbürener Bergplatte. Hierbei handelt es sich um ein Karbonhorst, dessen Höhe zwischen 120 und 170 Metern schwankt und der eine Ausdehnung in Ost-West-Richtung von 14 km und in Nord-Süd-Richtung von fünf bis sechs Kilometer hat. An dieser Stelle befindet sich das Bergwerk Ibbenbüren mit zwei großen Bergehalden: die Hopstener Bergehalde mit einer Höhe von 185 m ü. NN und die Rudolfschachthalde mit einer vorläufigen Höhe von 196 m ü. NN, die nach Beendigung der Schüttung eine Höhe von 216 m ü. NN haben wird.

Flüsse und Bäche[Bearbeiten]

Zu den größten Flüssen im Tecklenburger Land zählen die Ibbenbürener Aa im Süden und die Hopstener Aa im Norden. Wie die Bevergerner Aa und der Ladberger Mühlenbach durchziehen zudem eine Vielzahl von kleineren Flüssen und Bächen die Region. Als Grenzfluss zu Niedersachsen fließt im Osten die Hase. Einer ihrer Zuflüsse ist die Düte, die bei Lotte in sie mündet. Alle Flüsse und Bäche des Tecklenburger Landes gehören zum Einzugsbereich der Ems.

Ein durch die Bergbautätigkeit versiegter Fluss ist die Plane. Diese floss einst vom Schafberg nach Ibbenbüren. Die in der Region häufige Endung eines Ortsnamen auf beck steht für Bach, beispielsweise in Riesenbeck, Brochterbeck oder Laggenbeck.

Seen[Bearbeiten]

Die Armut Westfalens an stehenden Gewässern zeigt sich auch im Tecklenburger Land. Der größte natürliche Binnensee Westfalens befindet sich bei Hopsten, das unter Naturschutz stehende Große Heilige Meer. Teilweise sind andere größere natürliche Gewässer wie die Bergteiche bei Ibbenbüren nicht mehr existent. Demgegenüber sind heute eine Reihe künstlich angelegter Gewässer im Tecklenburger Land zu finden. Sie sind vor allem durch Steinbrüche, Kalkabbau, den Kanal- und Autobahnbau entstanden. Das Naturschutzgebiet Steinbruch im Kleefeld in Lengerich ist solch ein Gewässer, das durch einen ehemaliges Kalkabbaugebiet entstand ist. Das 1989 unter Schutz gestellt Gebiet wird auch als Canyon oder Blaue Lagune bezeichnet.[3]

Mit dem Autobahnbau der A1 und der A30 entstanden im Tecklenburger Land künstliche See durch den Sandabbau. Hierzu zählen der Ibbenbürener Aasee, der Torfmoorsee in Hörstel, sowie der Waldsee und die Buddenkuhle in Ladbergen. Weitere durch Sandabbau entstandene Seen sind der Präriesee und der Sundermannsee in Westerkappeln. Der Herthasee (früher Kiebitzsee) in Hörstel ist wie das Heilige Meer durch einen Erdfall entstanden.

Geschichte[Bearbeiten]

Vor Beginn der Zeitrechnung[Bearbeiten]

Bereits aus der Altsteinzeit finden sich Spuren, die auf Menschen im heutigen Tecklenburger Land hinweisen. In Westerkappeln-Westerbeck wurden behauene Feuersteine gefunden, die aus dieser Zeit stammen. Im gesamten Raum des Teutoburger Waldes sind Fundstellen von Lagerstätten der Steinzeitmenschen bekannt. Diese Funde sind kein Hinweis auf eine ständige Besiedlung, sonder lediglich erste Spuren aus der Frühzeit. Sicher ist, dass die Menschen jener Zeit die Gegend als Jagdgebiet nutzten.

Sloopsteine zwischen Wersen und Westerkappeln

Der Ackerbau in der Jungsteinzeit begann im Tecklenburger Land später als im restlichen Westfalen. Die wenig ertragreichen Böden in der Region sind ein möglicher Grund für diese Entwicklung. Mit Beginn des dritten Jahrtausends vor Chr. wurde von der Trichterbecherkultur der Ackerbau und die Viehhaltung eingeführt. Von dieser Kultur zeugen heute noch zahlreiche Großsteingräber wie die Sloopsteine in Wersen oder die Hünengräber in Lengerich Wechte.

In der Bronzezeit wurden in der ganzen Region Grabhügel angelegt, die einst in der Gegend zu Tausenden vorkamen und heute nur noch wenige erkennbar sind. Belege aus dieser Vergangenheit sind Funde von Bronzeschmuck und Werkgegenständen. In der vorrömischen Eisenzeit gelang es den Menschen Eisen zu schmelzen und erstmals Glas herzustellen. Glasperlen als Grabbeigaben sind Belege aus dieser Epoche. Weitere Zeugnisse aus dieser Zeit sind eher dünn gestreut, dieses könnte ein Hinweis für eine Abnahme der Bevölkerungsdichte oder für eine Sittenänderung sein. Dieses ist jedoch nicht archäologisch belegt.

Von der Zeitenwende bis zum frühen Mittelalter[Bearbeiten]

Die Expansionsbestreben der Römer zu Beginn der Zeitrechnung, sind auch am Tecklenburger Land nicht spurlos vorbeigegangen. Ein aus dieser Zeit stammendes Tongefäß wurde 1920 in Westerkappeln gefunden. Dieses Gefäß lässt Kontakte zum Römischen Reich vermuten. Eventuell hauste in der Gegend um den Teutoburger Wald der Stamm der Brukterer. Nur wenige Kilometer hinter der Grenze des Tecklenburger Landes finden sich zahlreiche Zeugnisse aus dieser Zeit. Im Jahr 9 n. Chr. versuchte der Römische Feldherr Varus die Germanen zu unterwerfen, was ihm bekanntlich nicht gelang. In Bramsche-Kalkriese konnten Archäologen die Anzeichen einer Schlacht nachweisen. Ob es sich um die Varusschlacht handelt, in dem der germanischen Feldherrn Arminius den Römische Feldherr Varus vernichtend geschlagen hat, ist nicht eindeutig belegt.

Aus der Zeit der Völkerwanderung sind im Tecklenburger Land kaum Nachweise vorhanden, was für eine relativ geringe Bevölkerungsdichte sprechen könnte. Dieses änderte sich zum Beginn des frühen Mittelalters, Siedlungsfunde deuten darauf hin. Erste geschriebene Überlieferungen und Urkunden lassen sich auf die Zeit zwischen 600 und 750 n. Chr. zurückführen, als die Sachsen von Norden her in die Region gelangten. Um 800 bildete sich dann langsam das Territorium der alten Grafschaft Tecklenburg ab.

Mittelalter[Bearbeiten]

Torhaus der Burg Tecklenburg
Der Heidenturm in Ibbenbüren
Stiftskirche und Stiftshof Leeden

Um 1100 tauchten erstmals in schriftlichen Quellen die Grafen von Tecklenburg auf. Der erste Graf war Egbert, der mit einer Tochter des Grafen Otto von Zünften verheiratet war. Ihr Machtbereich reichte von Ibbenbüren im Süden bis nach Cloppenburg im Norden. Im Jahr 1189, als die Edelherren von Ibbenbüren ausstarben und sie einen Teil dieses Besitzes erlangten, reichte ihr Machtbereich bis ins Münsterland hinein. Ein Überbleibsel dieser ehemaligen Edelherren ist die Ruine des „Heidenturmes“ am Aasee in Ibbenbüren. Hier stand ihr Schloss Ibbenbüren.

Graf Otto von Tecklenburg kämpfe 1214 auf Seite Kaiser Ottos IV. gegen die Franzosen. Dort ist er in Gefangenschaft geraten und drei Jahre in einer Festung eingesperrt worden, bis er ausgelöst wurde. In Schwierigkeiten geriet er 1225, als er den Mörder des Bischofs Engelbert I. von Köln, Graf Friedrich von Isenberg in der Tecklenburg Unterschlupf gewährte. Nach einer elfjährigen Auseinandersetzung musste der Graf von Tecklenburg seine Vogteirechte über Osnabrück und die Burg Iburg an den Bischof von Osnabrück abgeben. Zur Sühne stiftete er 1240 das Zisterzienserkloster Leeden. Sein Vasall Konrad von Brochterbeck stiftete 1256 das Kloster Gravenhorst. Graf Otto starb 1262. Mit dem Tod Ottos wendete sich das Schicksal der Grafen von Tecklenburg.

Ottos Sohn starb früh und kinderlos 1248. Seine Tochter Heilwigis heiratete Otto von Bentheim. So fiel ihm die Grafschaft Tecklenburg zu. Er ordnete die Verhältnisse in dem schwer von Kriegen heimgesuchten Tecklenburger Land. Auch gründete er 1278 das Kloster Schale. Mit seinem Tod 1284 fiel die Grafschaft seinem Bruder Egbert von Bentheim zu.

Im 14. Jahrhundert schenkte der erkrankte Graf Otto der IV., nach schweren Fehden mit den Bischofen von Münster und Osnabrück und als Nacherben von Otto V., seinem Schwager Gunzlin von Schwerin. Unter der Regie der Schweriner zerfiel die Grafschaft durch Kriege, die durch untaktische Verhaltensweisen hervorgingen, zunehmend. Am 25. Oktober 1400 musste der Graf Nikolaus II. die Hälfte seiner Grafschaft mit der Burg Bevergern und zahlreichen Gebieten darunter den Hümmling und Cloppenburg, Löningen und Schwagstorf, an die Bischofe von Münster und Osnabrück abtreten.

Von diesem Zeitpunkt an bestand von der Grafschaft nur noch ein Rest um Lingen, Ibbenbüren, Brochterbeck und Tecklenburg selbst. Auch die Gebiete im Münsterland – unter ihnen Saerbeck und Hembergen – sowie die Fischereirechte in der Ems mussten abgetreten werden. Die Grafschaft versank in die Bedeutungslosigkeit. Die Gebiete des Tecklenburger Landes, die an den Bischof von Münster fielen, waren Bevergern, Riesenbeck, Hörstel und Hopsten.

Reformation[Bearbeiten]

Die Reformation wurde im Tecklenburger Land vor allem in den Gebieten des Grafen von Tecklenburg vorangetrieben. Graf Konrad von Tecklenburg war in den Dienst des Landgrafen Philipps von Hessen getreten, an dessen Seite er den Schmalkaldischen Krieg bestritt. Seit 1541 setzte er systematisch reformierte Prediger in den Kirchengemeinden ein. Die Klöster Leeden und Schale wurden 1538 beziehungsweise 1535 von ihm aufgelöst. Das Kloster bei Osterberg (Lotte) wurde aufgelöst, jedoch mit der Niederlage der Protestanten im Schmalkaldischen Krieg 1552 wieder besetzt, ehe es 1633 endgültig aufgelöst wurde. Die Orte des Tecklenburger Landes, die zum Fürstbistum Münster gehörten, blieben katholisch.

Gebiete des Kreises Tecklenburg

Neuer Landesherr Preußen[Bearbeiten]

Als Folge eines Urteils des Reichskammergerichts fiel die Grafschaft Tecklenburg 1696 an das Adelsgeschlecht Solms. Graf Wilhelm Moritz von Solms-Braunfels verkaufte Tecklenburg 1707 an Preußen. Im Berliner Vergleich verzichtete das Grafenhaus Bentheim-Tecklenburg 1729 gegenüber Preußen auf alle Ansprüche.

Kreisgründung[Bearbeiten]

Mit der Neuordnung Preußens und der Bildung der Provinz Westfalen im Jahr 1816 entstand der Kreis Tecklenburg. Der Schriftsteller Friedrich Ernst Hunsche beschrieb diese Kreisgründung als Wiedervereinigung der alten Grafschaft Tecklenburg. Der Landkreis umfasste die Gebiete der Restgrafschaft Tecklenburg, die 1515 abgetrennte Obergrafschaft Lingen und das im Jahre 1400 an den Bischof von Münster abgetretene Amt Bevergern. Die heutige Definition der Region Tecklenburger Land ist durch diese Gebietseinteilung des ehemaligen Kreises Tecklenburg entstanden.

Vergabe des Wappens[Bearbeiten]

Am 30. Juni 1934 verlieh das preußische Staatsministerium dem damaligen Kreis Tecklenburg ein Wappen. Mit der Gebietsreform verlor das Wappen seinen offiziellen Charakter als Kreiswappen, diente aber fortan vielen Vereinen und Organisationen in der Region als Symbol für das Tecklenburger Land. Es ist heute noch an vielen Stellen in der Region anzutreffen.

Das Wappen wird beschrieben als gespalten und halbgeteilt. Vorn in Silber (Weiß) drei rote Seerosenblätter, hinten im oberen Feld in Blau ein goldener (gelber) Anker, im unteren Feld in Gold (Gelb) ein roter Balken. Es zeigt die Teilgebiete des Tecklenburger Landes. Die Seerosenblätter sind das Symbol der Grafschaft Tecklenburg, sowie der Anker das der Grafschaft Lingen. Die roten Balken in Gold weisen auf das Amt Bevergern hin und dessen Rückkehr aus dem Hochstift Münster.

Der Zweite Weltkrieg[Bearbeiten]

Der Luftkrieg[Bearbeiten]

Trotz seiner ländlichen Lage ist das Tecklenburger Land häufig das Ziel alliierter Bombenangriffen geworden.[4] So wurde der Düker des Mühlenbaches unter dem Dortmund-Ems-Kanal und der Düker der Hörsteler Aa unter dem Mittellandkanal mehrmals zerstört und wieder aufgebaut. Ziel war es, durch die Zerstörung der Düker die Kanäle für Schiffe unpassierbar zu machen und den Transportweg so abzuschneiden.

Auch auf Ibbenbüren mit der Nike und auf den Flughafen Hopsten wurden mehrere Bombenangriffe geflogen.

Kämpfe zu Kriegsende im Tecklenburger Land[Bearbeiten]

Nach der Überschreitung des Rheins (Operation Plunder) durch britische Truppen am 23. März 1945 bei Wesel rückte das Tecklenburger Land bald in das Geschehen der Kampfhandlungen. Am 31. März erreichten Spitzen des 3. Royal Tank Regiment und die 4. King's Shropshire Light Infantry von Emsdetten und Mesum nach Riesenbeck, ohne auf Widerstand zu stoßen.

In der Nacht zum 1. April wurde in Birgte der Kanal von den britischen Truppen überquert. Es entwickelten sich starke Kämpfe am Birgter Berg, Lagerberg sowie an der Straße von Dörenthe nach Ibbenbüren, wo auf der heutigen B 219 ein Kommandopanzer durch einen Volkssturmmann abgeschossen wurde.

Gebietsreform[Bearbeiten]

Bei Bauarbeiten wiederentdeckter Protestaufkleber aus den 1970er Jahren

In den 1970er Jahren kam es zu einer großen Gemeinde- und Kreisreform. Dies führte zu tiefgreifenden Veränderungen in der Verwaltungsstruktur des Tecklenburger Landes. So kam es zum Zusammenschluss von Städten und Gemeinden in der gesamten Region. Die Kreisreform brachte die größte Veränderung mit sich: Die Auflösung des Kreises Tecklenburg und der Verlust der politischen Selbständigkeit. Unter dem Slogan TE - muß bleiben wurde vergeblich versucht, die Auflösung abzuwenden.[5] Auch eine Klage des Kreises Tecklenburg gegen diese Entwicklung blieb ergebnislos. Am 1. Januar 1975 trat die Reform mit dem Münster/Hamm-Gesetz in Kraft. Der sog. Großkreis Steinfurt entstand aus dem Kreis Steinfurt, dem Kreis Tecklenburg und Teilen des Kreises Münster.

Münsterländer Schneechaos[Bearbeiten]

Am 25. und 26. November 2005 blieb auch das Tecklenburger Land nicht von den Schneemassen verschont, die das südliche Emsland, Münsterland und Teile des Osnabrücker Landes erfassten. In zahlreichen Orten kam es zu langwierigen Stromausfällen. Während dieser beiden Tage fielen bis zu 50 cm Schnee. Dieses Ereignis ging als Schneechaos in die Deutsche Nachkriegsgeschichte ein.

Wiedereinführung des TE-Kennzeichens[Bearbeiten]

Kfz-Kennzeichen der Region Tecklenburger Land im Kreis Steinfurt

Das bis zur Gebietsreform 1975 gültige Kfz-Kennzeichen für die Region war das Kürzel TE. Als die Möglichkeit einer Wiedereinführung durch eine geänderte Rechtslage bestand, bemühte sich eine Tecklenburger Bürgerinitiative gegenüber der Kreisverwaltung Steinfurt um das Altkennzeichen. Da alle Bemühungen erfolglos blieben, stellte die Bürgerinitiative eine Anfrage an den Tecklenburger Stadtrat. Die Stadt Tecklenburg griff diese Idee auf und stellte einen Antrag auf Wiedereinführung an den Kreis Steinfurt. Gegen die Empfehlung der Kreisverwaltung beschloss überraschend im April 2013 der Steinfurter Kreistag die Wiedereinführung des Altkennzeichens parallel zum bisherigen ST. Im ersten Schritt nahm der Kreis ab dem 22. Mai 2013 Reservierungen entgegen. Die ersten TE-Kennzeichen wurden ab dem 3. Juli 2013 ausgegeben.[6]

Im Gegensatz zur ursprünglichen Bedeutung des Kürzels TE für den Kreis Tecklenburg wird es heute als Kürzel für die Region Tecklenburger Land angesehen.[7] Bereits in der Reservierungsphase liefen mehrere Tausend Vorbestellungen ein. In der ersten Ausgabewoche überstieg die große Resonanz aus der gesamten Region alle Erwartungen. So vergab der Kreis Steinfurt in diesem kurzen Zeitraum weit über 500 Kennzeichen mit dem TE-Kürzel. Besonders in den ersten drei Monaten nach der Wiedereinführung kam es ummeldungsbedingt zu hohen Zulassungszahlen, die sich inzwischen auf einen Wert von ca. 900 Zulassungen pro Monat eingependelt haben. Das entspricht auch nach einem Jahr der Wiedereinführung über 220 Zulassungen pro Woche auf das Kürzel des Tecklenburger Landes. Spitzenreiter war zum Jahreswechsel 2013/14 die Stadt Ibbenbüren mit fast 1600 Zulassungen. Alleine im ersten Halbjahr 2014 hat sich die Zahl der Zulassungen auf das TE-Kürzel mit 11.323 Stück verdoppelt. Damit besitzen bereits nach dem ersten Jahr über acht Prozent der ca. 137.000 zugelassenen Fahrzeuge im Tecklenburger Land ein Regionalkennzeichen.

Entwicklung der Zulassungszahlen nach dem 3. Juli 2013
Datum (Tage) Fahrzeuge
Bestand*
  
608
07/2013 (8)
  
1.100
08/2013 (30)
  
2.225
08/2013 (50)
  
3.010
10/2013 (90)
  
4.100
10/2013 (110)
  
4.800
11/2013 (150)
  
5.300
12/2013
  
5.670
06/2014
  
11.323
09/2014**
  
13.714
Quelle: Zulassungsstelle Kreis Steinfurt mit Stand 30. Juni 2014.
* TE-Altbestand vor der Wiedereinführung am 2. Juni 2013.[8]
** Prognose auf Basis der bisherigen Entwicklung.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Das Tecklenburger Land ist vor allem durch den Bergbau geprägt. Dies ist in der Wirtschaftsstruktur bis heute deutlich sichtbar. Dadurch resultiert auch der Kraftwerkstandort. Auffallend ist die niedrigste Arbeitslosenquote in ganz NRW. Sie beträgt im Arbeitsamtsbezirk Ibbenbüren 4,0 % und im Bezirk Lengerich 4,1 %.

Auch spielt die Landwirtschaft eine große Rolle. Die Weiterverarbeitung der landwirtschaftlichen Produkte übernehmen Unternehmen wie die Teutoburger Ölmühle oder die Stärkefabriken Crespel&Deiters und Krönerstärke, allesamt in Ibbenbüren.

In Ibbenbüren-Uffeln gibt es zudem einige Chemiefabriken, die hauptsächlich Chlorproduktion und -Weiterverarbeitung betreiben. Der Stamm dieser Chemiefirmen entstand durch die Elektrochemie Ibbenbüren (ECI). Diese trägt heute den Namen Akzo Nobel Ibbenbüren. Die Weiterverarbeitung des produzierten Chlors und des Wasserstoffs übernehmen Firmen wie die Angus Chemie, eine Tochter der Dow Chemical, oder Wibarco, eine Tochtergesellschaft der Hansa Chemie. Sidra Chemie und Ekomie Tochter der Sachtleben Chemie nutzen ebenfalls die Infrastruktur des Uffelner Gewerbegebietes um Wasseraufbereitungschemikalien herzustellen. Das Unternehmen Westfalen AG betreibt in diesem Gewerbegiet Hörsteler Anteil des Gewerbegebiets eine Luftzerlegungsanlage. So werden mit Hilfe des Lindeverfahrens Sauerstoff, Stickstoff und Spezialgase aus der Luft gewonnen.

In Ibbenbüren und Lengerich gibt es je ein Pharmaunternehmen. Die Wiewelhove GmbH in Ibbenbüren stellt unterschiedliche feste orale Arzneimittel her. Die Wagener & Co. GmbH in Lengerich ist Lohnhersteller unterschiedlichster Pharmaprodukte.

In Laggenbeck befindet sich neben dem Sitz des Wasserversorgungsverband Tecklenburger Land das Musikkaufhaus Musik Produktiv (nach eigener Aussage Europas größtes Kaufhaus für den Musiker-Bedarf). Das zwischenzeitlich in Liquidation befindliche Bauunternehmen Schäfer (war unter anderem im Berliner Regierungsviertel tätig) ist bekannt für große Brückenbauprojekte. Die Ibbenbürener Vereinsdruckerei ist ein regional und überregional tätiges Medienhaus.

In Mettingen befinden sich die Wurzel des Textilhauses C&A Brenninkmeyer. Auch die Konditoren Coppenrath & Wiese (Tiefkühltorten und Brötchen) und Kuchenmeister haben hier ihren Produktionsstandort. Die Brennerei Langemeyer produziert und vertreibt von Mettingen Bruch aus den in der Gegend bekannten Wacholderschnaps.

In Hopsten sind neben dem Kesselbau Jasper, der Stahlkessel für verschiedenste Anwendungen liefert, auch die Kerzenfabrik G&W Jaspers ansässig, die vor allem hochwertige Altarkerzen und Alltagskerzen herstellt.

Bergbau im Tecklenburger Land[Bearbeiten]

Das auf Mettinger Gebiet liegende Nordschacht-Gelände

Der Bergbau nimmt im Tecklenburger Land eine besondere Stellung ein. Ähnlich dem Ruhrgebiet war und ist das Tecklenburger Land wirtschaftlich von Bergbau abhängig. Das Revier wird auch als Ibbenbürener Steinkohlenrevier bezeichnet. Bedeutend ist das Ostfeld mit dem dort gelegenen und noch heute in Betrieb befindlichen Bergwerk Ibbenbüren. Das Westfeld und die Grube Mieke sind 1979 bzw. 1964 stillgelegt worden. Der Nordschacht in Mettingen war lange Zeit der tiefste Kohleschacht der Welt.[9]

Um die Jahrhundertwende war auch der Erzbergbau bei Ibbenbüren für die Region bedeutend. Aufgrund der Konkurrenzunfähigkeit zu schwedischen Erzen mussten die Gruben 1921 stillgelegt werden.

Raseneisenerzbergbau gab es vor allem im Bereich der Gemeinden Hopsten und Hörstel. Die letzten Abbaubetriebe stellten in den 1940er Jahren die Förderung ein.

Blick vom Kälberberg Obersteinbeck in einen Steinbruch auf Ibbenbürener Sandstein

Auch Steinbruchbetrieb waren und sind im Tecklenburger Land von Bedeutung. Zahlreiche Steinbrüche haben in den vergangenen Jahrhunderten vornehmlich Sandstein und Kalkstein in den Hängen des Teutoburger Waldes und der Ibbenbürener Bergplatte gegraben. Das in Brochterbeck befindliche Kalkwerk Wallmeyer und das Lengericher Zementwerk der Dyckerhoff sind Zeugnisse der lange währenden Tradition des Kalkbrennens.

Überregional bekannt ist vor allem der Ibbenbürener Sandstein, der aufgrund seiner gelb gemusterten Farbe sehr gefragt ist. Zahlreiche Steinbruchbetrieb brechen ihn heute noch vornehmlich im Westteil der Ibbenbürener Bergplatte. Der Osning-Sandstein aus dem Teutoburger Wald ist heute nicht mehr sehr bekannt, weil er seit Jahren nicht mehr gebrochen wird, häufig wird er auch Tecklenburger Sandstein genannt.

Kalkstein wird heute vor allem in und um Lengerich und Lienen abgebaut. Das Zementwerk in Lengerich verarbeitet diesen zu Portlandzement. Die ehemaligen Abbaugebiete in Riesenbeck und Dörenthe sind seit einigen Jahren nicht mehr aktiv. Hier wurde der Kalk in kleinen Gruben gebrochen und direkt am Rand der Gruben in kleinen Kalköfen gebrannt. Zahlreiche Ruinen der ehemaligen Kalköfen sind am Südhang des Teutoburger Waldes in diesen Orten zu finden. Auch in Ibbenbüren/Uffeln und Steinbeck gab es jeweils einen solchen kleinen Kalkofen. In Uffeln wird der Rest dieses Ofens als Tribüne für den Fußballplatz genutzt, in Steinbeck ist ein kleines Freilichtmuseum daraus geworden.

Lehm und Ton wird in zahlreichen Orten des Tecklenburger Landes gewonnen. In den Ziegeleien Recke, Hörstel und Westerkappeln-Velpe wird dieser zu Ziegeln gebrannt.

Torf wurde im Recker/Mettinger Moor von Anfang der 50er Jahre bis 1991 gewonnen.

Kraftwerksstandort[Bearbeiten]

Kraftwerk Ibbenbüren

Das Tecklenburger Land ist seit 1912 Kraftwerksstandort. Die Nike eröffnete 1912 das Nike-Kraftwerk Ibbenbüren nördlich des Bahnhofes in Ibbenbüren. Die Außerbetriebstellung erfolgte 1958. Als Ersatz war schon 1954 das Preussag Ballastkraftwerk Ibbenbüren gebaut worden. Es leistete 92 MW und befand sich auf dem Gelände des Oeynhausenschachtes. Das Kraftwerk Ibbenbüren Block A ist unmittelbar neben dem Ballastkraftwerk 1967 errichtet worden. Die elektrische Leistung betrug 150 MW. Das Ballastkraftwerk wurde 1985 vom neuen Block B ersetzt. Aufgrund geringer Umweltfreundlichkeit wurde der Block A 1987 stillgelegt. Der heutige Block B, der seit der kompletten Übernahme des Kraftwerks durch die RWE nur noch Kraftwerk Ibbenbüren genannt wird, hat eine Leistung von 770 MW.

Medien[Bearbeiten]

Die täglich erscheinende Ibbenbürener Volkszeitung (IVZ) ist die lokale Tageszeitung für den westlichen Teil des Tecklenburger Landes. Im östlichsten Teil sind die Westfälischen Nachrichten (WN) und die Neue Osnabrücker Zeitung (NOZ) die Tageszeitungen für die Gemeinden Lotte und Westerkappeln und in Teilen auch für Tecklenburg und Mettingen.

Ihre Ibbenbürener Lokalausgabe haben die Westfälischen Nachrichten indes Ende 2002 aufgegeben und den einstigen Konkurrenten, die Ibbenbürener Volkszeitung, zum Kooperationspartner gewonnen. Seit Anfang 2003 bezieht die IVZ daher die überregionale Berichterstattung (Mantelseiten) von den WN und lässt ihre Ausgabe im Aschendorff Druckzentrum in Münster drucken.[10]

Die Wochenzeitungen sind der Ibbenbürener Anzeiger sowie die Wir in Ibbenbüren beziehungsweise Wir in Lengerich.

Politik[Bearbeiten]

Kreishaus Tecklenburg

Grundsätzlich geschieht die politische Organisation des Tecklenburger Landes über den Kreis Steinfurt. Dieses ist nach Auflösung des Kreises Tecklenburg im Jahr 1975 die zuständige Stelle mit Sitz in Steinfurt-Burgsteinfurt. Eine besondere Problematik ist hierbei die dezentrale Lage der heutigen Kreisstadt und sehr ausgedehnte Fläche des Kreises. Heraus haben sich einige politische und organisatorische Gegebenheiten für das Tecklenburger Land entwickelt.

Organisatorisch betreibt die Kreisverwaltung Steinfurt bis heute eine Niederlassung im Kreishaus Tecklenburg, die den unmittelbaren Bürgerkontakt von publikumsintensiven Sachbearbeitungsaufgabe (z.B. Bauamt oder Jugendamt) gewährleistet. Die Abgrenzung der regionalen Zuständigkeiten orientiert sich dabei an der früheren Kreisgrenze. Damit hat das Kreishaus Tecklenburg für den direkten Bürgerkontakt einen nach wie vor hohen Stellwert im Tecklenburger Land.

Auf politischer Ebene tagen die Hauptverwaltungsbeamter der Kommunen des Tecklenburger Landes im zweimonatlichen Rhythmus. Dieses Treffen der Bürgermeister dient dem Erfahrungsaustausch und der Diskussion über aktuelle Themen. Zudem werden Vorgehensweisen in den Kommunen und gegenüber der Kreisverwaltung abgestimmt.[11]

Im politischen Wahlkampf spricht man hingegen selten vom Wahlkreis Steinfurt III, sondern häufig vom Wahlkreis Tecklenburger Land.[12][13] In dem von der Europäischen Union initiierten Förderinstrument LEADER stellt sich das Tecklenburger Land beispielsweise als eigene Wettbewerbsregion mit eigenem Entwicklungskonzept im Kreis Steinfurt dar.[14]

Kreistagswahlen[Bearbeiten]

Die Ergebnisse der Kommunen im Tecklenburger Land zur Wahl des Steinfurter Kreistages:

Kreistagswahlergebnis des Kreises Steinfurt im TE-Land: Wähleranteil und Stimmen 2014
Wahlbezirk (WB)
*Teil eines Wahlbezirkes
CDU
SPD
FDP
Bündnis 90/Die Grünen
Unabhängige Wählergemeinschaft Kreis Borken
Die Linke
WB14* Ladbergen 36,6 1332 31,7 1152 15,5 563 12,8 465 0,8 30 2,6 95
WB20/21* Lengerich 34,1 2977 42,0 3669 4,7 413 13,3 1161 1,3 116 4,5 395
WB21* Lienen 38,0 1477 38,9 1513 3,7 145 15,5 604 1,0 39 2,9 112
WB22* Tecklenburg 39,4 1755 37,3 1661 5,1 226 13,0 580 1,9 84 3,3 148
WB22*/23-25 Ibbenbüren 39,6 8718 38,8 8531 4,0 883 8,6 1881 3,6 792 5,4 1191
WB26/27* Hörstel 54,5 4887 25,6 2293 2,5 225 7,9 707 6,3 562 3,3 292
WB27* Hopsten 47,5 1865 18,5 725 16,0 627 4,3 169 12,4 486 1,3 51
WB28 Recke 53,6 3179 25,8 1530 2,5 147 13,0 772 3,0 176 2,2 130
WB29 Mettingen 42,6 2890 43,2 2933 2,4 160 7,6 515 2,1 144 2,1 142
WB30 Westerkappeln 37,2 2085 39,3 2201 5,5 309 10,3 576 4,3 238 3,4 192
WB31 Lotte 37,5 1986 40,0 2120 3,8 199 11,0 585 1,9 99 5,8 309
Gesamt TE-Land 41,8 33151 35,8 28328 4,9 3897 10,1 8015 3,5 2776 3,9 3057
Quellen: Kreis Steinfurt

Verkehr[Bearbeiten]

Straße[Bearbeiten]

Autobahn[Bearbeiten]

Das Tecklenburger Land wird in Nord-Süd-Richtung von der A 1 im östlichen Randbereich durchschnitten. An ihr liegt auch bei Leeden die vom Teutoburger Wald umschlossene Raststätte Tecklenburger Land, die auf beiden Autobahnrichtungen zum Verweilen einlädt. Bei Lotte kreuzt die Bundesautobahn 1 die A 30 im Lotter Kreuz die das Tecklenburger Land in der Mitte in Ost-West-Richtung durchkreuzt. Die Autobahnrichtungen verbindet das Tecklenburger Land mit Hamburg, Rhein/Ruhrregion und die (A 1) Amsterdam, Berlin (A 30) über Autobahn.

Zwischen Lengerich und Ladbergen war die A 1 als Autobahn-Behelfsflugplatz angelegt, um im Falle eines Krieges für die Luftwaffe einen Ausweichplatz bieten zu können.

Bundesstraßen[Bearbeiten]

Das Tecklenburger Land wird durch zwei Bundesstraßen erschlossen, zum einen ist es die B 219. Sie verbindet Ibbenbüren (ab dessen Anschlussstelle zur A 30) über Saerbeck und Greven mit Münster. Zum anderen führt die B 475 von Rheine nach Soest durch Ladbergen und Lienen-Kattenvenne im südlichen Tecklenburger Land.

Des Weiteren befindet sich nördlich von Ibbenbüren ein ehemaliges Teilstück der B 65. Diese wurde auf eine Landstraße zurückgestuft, weil die A30 parallel zu dieser läuft.

Nahverkehr[Bearbeiten]

Das Tecklenburger Land ist eisenbahnverkehrstechnisch sehr dicht erschlossen. Insgesamt gibt es für den Personenverkehr mit der Bahnstrecke Wanne-Eickel–Hamburg, der Bahnstrecke Löhne–Rheine und der Bahnstrecke Oldenburg–Osnabrück relevante Trassen. Hierzu kommen für die Güterverkehrs- und Museumseisenbahnen auf den Strecken der Teutoburger Wald-Eisenbahn und der Tecklenburger Nordbahn. Des Weiteren existiert ein Regionalbussystem, das alle elf Städte und Gemeinden im Tecklenburger Land untereinander sowie mit dem Oberzentrum Osnabrück verbindet. Die Verbindungen zu den Städten Münster und Rheine sind hingegen schwach ausgeprägt.

Wasser[Bearbeiten]

Hafen von Uffeln

Durch das Tecklenburger Land führen zwei künstliche Wasserstraßen, der Dortmund-Ems-Kanal und der Mittellandkanal. Der Dortmund-Ems-Kanal durchzieht das Tecklenburger Land vom Ibbenbürener Stadtteil Dörenthe, in dem sich auch ein Hafen befindet, über Riesenbeck nach Bevergern. In Bevergern befindet sich eine Schleuse, in der die Schiffe, die Richtung Rheine fahren, talwärts geschleust werden.

In Bergeshövede zwischen Riesenbeck und Bevergern zweigt der Mittellandkanal am sogenannten Nassen Dreieck vom Dortmund-Ems-Kanal ab. Er durchquert das Tecklenburger Land Richtung Osnabrück durch die Orte Uffeln, Obersteinbeck, Steinbeck, Recke, Mettingen und Westerkappeln. Häfen befinden sich in Uffeln und Recke.

Der Düker des Mittellandkanals über die Ibbenbürener Aa bei Uffeln wurde im Zweiten Weltkrieg wiederholt von den Briten bombardiert. Das entsprechende Teilstück wurde inzwischen durch eine neue Fahrt ersetzt. Der Stichkanal Ibbenbüren ist ein Rest des ersetzten Teilstücks, der „alten Fahrt“, die wegen zweier zu enger Kurven und den Problemen mit Bombenblindgängern zwischen 1985 und 1987 beim Ausbau des Kanals ersetzt wurde.

Luft[Bearbeiten]

Luftbild des Flughafens Münster/Osnabrück aus östlicher Richtung, im Vordergrund gut zu erkennen der Dortmund-Ems-Kanal

Bei Greven, an der südlichen Grenze des Tecklenburger Landes, liegt der Flughafen Münster/Osnabrück, dessen Flugplan viele nationale und internationale Linien- und Charterverbindungen enthält.

Verkehrslandeplätze für den zivilen Luftverkehr gibt es im Tecklenburger Land nicht.

Kultur[Bearbeiten]

Kulturell stellt das Tecklenburger Land, trotz einer engen Verzahnung mit dem Münsterland, einen eigenen Bereich dar und wird oft fälschlicherweise durch das Regionalmarketing mit dem Münsterland gleichgestellt. Das regionale Bewusstsein der Einwohner ist sehr stark mit der Region verwurzelt, so dass sich viele als Tecklenburger (bezogen auf die Region) verstehen.

Im Gegensatz zum Münsterland, bei dem Münster den geografischen, wirtschaftlichen, kulturellen und geistigen Mittelpunkt darstellt (siehe auch Oberzentrum), ist es im Tecklenburger Land zum größten Teil Osnabrück. Dies ist auch bedingt durch die gefühlte Ortslage hinter dem Teutoburger Wald. In den lokalen Medien wird vom Tecklenburger Land ausschließlich als eigenständiger Region im Dreieck Münster, Osnabrück und Rheine gesprochen.

Religion[Bearbeiten]

Das Tecklenburger Land ist konfessionell nicht einheitlich strukturiert. Bedingt durch die Zugehörigkeit zur Grafschaft Tecklenburg (Schale und östlich der Stadt Tecklenburg) herrscht der evangelische Glauben vor. Im Bereich der ehemaligen Obergrafschaft Lingen, also in Ibbenbüren, Brochterbeck, Recke und Mettingen, sind beide Konfessionen etwa gleich stark vertreten. Im Westen im Bereich der Gemeinden Hopsten und Hörstel herrschte bis 1945 fast ausschließlich die katholische Konfession vor, da diese Gebiete bis zum Reichsdeputationshauptschluss 1803 dem Hochstift Münster angehörten. Erst mit der Ankunft von Flüchtlingen und Vertriebenen aus den ehemaligen Ostgebieten des Deutschen Reiches erhöhte sich die Zahl der Evangelischen dort und gleichzeitig die der Katholiken in den vormals rein evangelischen Orten.

Bis Anfang der 1940er Jahre gab es in Ibbenbüren, Westerkappeln, Lengerich und Hopsten jüdische Gemeinden. Besonders hervorzuheben ist die Jüdische Gemeinde Hopsten, die die einzige ehemalige orthodoxe jüdische Gemeinde in Westfalen war. Die Synagogen wurden in der Reichspogromnacht am 9. November 1938 zerstört. Die jüdischen Friedhöfe werden heute von der Jüdischen Gemeinde in Osnabrück betreut. Heute leben vereinzelt wieder Juden im Tecklenburger Land.

Sprachlich[Bearbeiten]

Der im Tecklenburger Land gesprochene niederdeutsche Dialekt wird als Tecklenburger Platt bezeichnet und stellt neben dem im Münsterland gesprochenen Münsterländer Platt eine eigene Mundartregion dar.[15] Das Tecklenburger Platt hat sich durch Beeinflussung der Teutonen entwickelt und weist die sog. westfälische Brechung des Münsterländer Platt nicht auf.[16]

Gesellschaftlich[Bearbeiten]

Im täglichen Leben ist das Tecklenburger Land als Organisationseinheit häufig anzutreffen. Dabei richten sich die regionalen Strukturen an den ehemaligen Kreisgrenzen, wobei gelegentlich die Gemeinde Saerbeck inbegriffen ist. Beispiele hierfür sind in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens zu finden. Im Sport gibt es im Fußball die Kreisliga Tecklenburg[17] und im Volleyball spielt der VCB Tecklenburger Land in der Bundesliga. Öffentliche Einrichtungen wie das Deutsches Rotes Kreuz haben sich im Kreisverband Tecklenburger Land[18] organisiert, ebenso wie die Bürgerstiftung Tecklenburger Land[19] sich in der Region engagiert. Versorgungsunternehmen wie der WTL wurden zur Versorgung des Tecklenburger Landes gegründet. Bis heute gibt es noch zahlreiche weitere Einrichtungen, die auf dieser Grundlage organisiert sind. Einige dieser Einrichtungen bestanden bereits vor der Gebietsreform und haben sich dieser nicht angeschlossen.

Sport[Bearbeiten]

So gut wie jeder Ort im Tecklenburger Land besitzt seinen eigenen Sportverein. Bedeutende Sportvereine sind die Volleyballmannschaft VCB Tecklenburger Land (Tebu Volleys) und der Fußballverein Sportfreunde Lotte (Regionalliga). In der 1. Bundesliga Kegeln spielt die KSG Tecklenburger Land. Der Boule-Verein Ibbenbüren spielt in der Deutschen Pétanque-Bundesliga. Ein bedeutender Golfclub ist der Golfclub Tecklenburger Land e. V. Der Reitsport erfreut sich im Tecklenburger Land besonderer Beliebtheit, was sich an den Teilnahmen einiger bekannter Reiter bei Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen zeigt.

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Gempthalle in Lengerich

Schützenfeste[Bearbeiten]

Besonderer Beliebtheit erfreut sich im Tecklenburger Land das Schützenwesen. In jeder Gemeinde, teilweise auch in jeder Bauernschaft, gibt es mindestens einen Schützenverein. Im Sommer finden so an fast jedem Wochenende in verschiedenen Orten Schützenfeste statt. Der Kreisheimatschützenbund Tecklenburger Land ist die Dachorganisation der meisten Schützenvereine des Tecklenburger Landes. Dieser Dachverband richtet im Sommer alle zwei Jahre das Kreisheimatschützenfest des Tecklenburger Landes aus. Ein Großteil der über 100 im Kreisheimatschützenbund organisierten Vereine nimmt daran Teil.

Ibbenbürener Kirmes[Bearbeiten]

Die Ibbenbürener Innenstadt-Kirmes ist die größte Kirmes im Tecklenburger Land und eine der größten in ganz Nordrhein-Westfalen. Zahlreiche Schausteller kommen dafür am ersten Septemberwochenende nach Ibbenbüren. Besondere Fahrgeschäfte sind unter anderem Freifallturm, Frisbee und Riesenrad.

Schnaufler- und Motorradveteranentreffen[Bearbeiten]

In Ibbenbüren treffen sich im Sommer Liebhaber und Besitzer alter Autos und LKW bis Baujahr 1917. Dieses Treffen fand 2010 zum 20. Mal statt. Es wird gekrönt von einer Rundreise durch das Tecklenburger Land. An Pfingsten treffen sich in Ibbenbüren die Liebhaber alter Motorrad-Veteranen zur Veteranen-Rallye. Dieses an drei Tagen stattfindende Ereignis ist wie auch das Schnauflertreffen nicht für alle Veteranen zugelassen, lediglich bis Baujahr 1939 dürfen „aktiv“ an der Rallye teilnehmen. Jüngere Veteranen sind aber als Gäste gern gesehen. In Westerkappeln-Velpe findet seit über 25 Jahren stets am 1. Mai ein Oldtimertreffen mit ca. 100 Fahrzeugen verschiedener Klassen statt, dabei wird auch eine Tour durch das Tecklenburger Land gefahren.

Ibbenbüren on Ice[Bearbeiten]

Das Festival ist das größte seiner Art in der Region. Eine extra auf dem Neumarkt aufgebaute Eisfläche ist Zentrum dieser Veranstaltung. Erstmals wurde es 2007 um eine Eisrutsche an der Tiefgarage am Posthof erweitert. 2007 fand es zum vierten Mal statt. Von Anfang Dezember bis in die erste Januarwoche ist das Spektakel täglich geöffnet. Täglich finden Sonderveranstaltungen am und auf dem Eis statt. So kann man sich beim Eisstockschießen oder im Bratpfannenwettrutschen messen.

Theater[Bearbeiten]

Freilichtbühne Tecklenburg

Im Ibbenbürener Bürgerhaus finden regelmäßig Theatergastspiele bedeutender deutscher Tourneetheater sowie zahlreiche Auftritte von Künstlern aus den Bereichen Kabarett und Comedy statt. In dem seit 2005 bestehenden Theater im ehemaligen Kino „Schauburg“ werden vom „QUASI SO-Theater“ mehrere Amateur-Theaterproduktionen im Jahr inszeniert. Das Freilichttheater Tecklenburg in der Ruine der alten Burg Tecklenburg bietet für Alt und Jung Veranstaltungen.

Karneval[Bearbeiten]

Jedes Jahr finden zahlreiche Karnevalsveranstaltungen statt. Neben den einstigen Pionieren der närrischen Saison in Recke, Obersteinbeck und Bevergern und kleineren Veranstaltungen wie in Ibbenbüren-Langewiese gesellten sich Orte wie Püsselbüren und Hörstel, so dass heute in vielen Orten des Tecklenburger Ortes Karnevalsumzüge gefeiert werden.

Sonstige[Bearbeiten]

Überregional bekannt ist auch der Politischer Aschermittwoch der CDU in Recke. In der Gempthalle in Lengerich finden regelmäßig Konzerte und Großveranstaltungen jeglicher Art statt. Die bekannte Punkrockband Donots stammt aus Ibbenbüren, wo noch regelmäßig Konzerte in dem Jugendkulturzentrum gegeben werden.

In der Vergangenheit fanden große Bergfeste des Bergwerkes statt. Es gab einen Umzug mit Abschluss in der ebenfalls als Festhalle nicht mehr existierenden Tecklenburger Landhalle in Ibbenbüren. Diese wurden aufgrund der Kosten, die für das Bergwerk nicht mehr tragbar waren abgeschafft. Eine kleine Neuauflage dieses Festes machte in den letzten Jahren der Knappenverein Tecklenburger Land.

Sehenswürdigkeiten und Tourismus[Bearbeiten]

Der Felsen „Hockendes Weib“ in den Dörenther Klippen

Das Tecklenburger Land ist durch seine abwechslungsreiche Landschaft und seiner historischen Bausubstanz reich an allerlei Sehenswürdigkeiten und daher weit über die Grenzen Westfalens als Ferienregion bekannt. Vor allem der staatlich anerkannte Luft- und Kneipp-Kurort Tecklenburg zieht viele Gäste aus nah und fern ins Tecklenburger Land. Sehr häufig sind dies niederländische Touristen, die in Tecklenburg als nördlichste Bergstadt Deutschlands etwas Besonderes sehen. Hierzu kommt auch die Nähe zur niederländischen Grenze. Andere staatlich anerkannte Erholungsorte im Tecklenburger Land sind Brochterbeck, Lienen und Mettingen.

Heilbäder im Tecklenburger Land sind das Bad Steinbeck als staatlich anerkannte Schwefel Heilquelle. Oder das Bad Holthausen in Brochterbeck. Die ehemals vorhandenen Bäder Mettingen und Ledde sowie ungenutzte Quellen in Ibbenbüren zeugen von der schon lange währenden Kurtradition.

Natur[Bearbeiten]

Die zahlreichen natürlichen Sehenswürdigkeiten des Tecklenburger Landes sind zum einen der Teutoburger Wald mit seinen zahlreichen Bergen und Felsen wie den Dörenther Klippen mit der Felsformation Hockendes Weib. Der Hermannsweg erschließt diese mit dem berühmten Wanderweg.

Die Naturschutzgebiete Heiliges Meer – Heupen und Recker Moor sind besondere Naturreservate. In ihnen finden sich seltene Tier und Pflanzenarten, die sonst weitgehend ausgestorben sind. Die biologische Station am Heiligen Meer bietet Exkursionen durch diese Tier- und Pflanzenwelt an.

Zahlreiche Wanderwege erschließen die Natur für den Wanderer und den Radfahrer. Diese sind die 100-Schlösser-Route, die Dortmund-Ems-Kanal-Route, die Friedensroute und viele weitere.

Gebäude und Orte[Bearbeiten]

Ölmühle Halverde

Das Tecklenburger Land ist reich an historisch sehenswerten Orten. Diese sind zum Beispiel Tecklenburg, Ibbenbüren, Bevergern und Hopsten. Besondere Gebäude sind zum Beispiel das ehemalige Kloster Gravenhorst, dort wird das Leben der Nonnen vor langer Zeit wieder lebendig. Vielfach finden dort auch Kunstausstellungen statt. Das Wasserschloss Haus Marck[20] und die Surenburg zeugen von der einstigen Pracht der Herrensitze. Von ihnen ist noch etwas erhalten im Gegensatz zur Ruine der Burg Tecklenburg oder der gänzlich geschleiften Burg Bevergern. Die malerisch gelegene Öl- und Kornmühle Halverde bringt einen Einblick in die Technik vergangener Jahrhunderte im Mühlenwesen.

Museen[Bearbeiten]

Das Bergbaumuseum und das Motorradmuseum befinden sich in Ibbenbüren. Das Postmuseum und das Schulmuseum in Mettingen zeigen Exponate aus der Geschichte. Fast jeder Ort hat ein eigenes Heimatmuseum, das nach vorheriger Absprache besichtigt werden kann.

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

Kulinarisch ist das Tecklenburger Land an die westfälische Küche angelehnt, jedoch schon mit leichtem niedersächsischen Einschlag. So sind westfälische Speisen wie Pumpernickel und Westfälische Schinken typisch für das Tecklenburger Land. Eher zur niedersächsischen Küche zählen hingegen Grünkohl mit Pinkel sowie der Buchweizenpfannkuchen und Kilmerstuten.

Eine nur hier und in Teilen des Landkreises Osnabrück anzutreffende Spezialität ist das Klaushähnchen.

Beliebt ist auch der Kartoffelpuffer, der im Tecklenburger Land meistens Kartoffelpfannekuchen genannt wird. So wird in Ibbenbüren alljährlich die Veranstaltung „Tolle Knolle“ mit diesen als Hauptgericht ausgerichtet.

Überregional ist der Wacholderschnaps und Korn der in Mettingen befindlichen Brennerei Langemeyer bekannt.

Des Weiteren ist in dem Hexenhäuschen in Lengerich seit kurzem eine Hollo-Bollo-Spezialität bekannt. Sie wurde durch den Restauranttester Rach noch bekannter und stellt seit dem Jahr 2010 vor allem für Jugendliche eine Art Heimatspezialität dar.

Regionaler Dialekt[Bearbeiten]

Im Tecklenburger Land werden vornehmlich ostwestfälische Dialekte gesprochen, die den osnabrückischen Dialekten ähnlich sind. Ostwestfälisch ist eine niederdeutsche Sprache, die umgangssprachlich Plattdeutsch genannt wird. Je nach Ort sind Einflüsse der in den Nachbarregionen gesprochenen Mundarten des Müsterländischen Platt oder des Emsländischen Platt festzustellen. Diese sind aber im Ganzen sehr gering, weil sich die Mundarten untereinander sehr ähneln. Leider wird die die plattdeutsche Sprache − im Gegensatz zu vielen süddeutschen Dialekten − häufig nur noch von der älteren Generation beherrscht.

Relevante Personen aus dem Tecklenburger Land[Bearbeiten]

Geboren[Bearbeiten]

Politiker
  • Bernhard Bergmeyer (* 22. Juni 1897; † 2. März 1987) Politiker
  • Gregor Determann (* 5. März 1911 in Mettingen; † 14. Januar 1993 in Montabaur), Politiker
  • Wolfgang Kölker (* 29. Juli 1959): Der Steinbecker war in der Legislaturperiode 2000-2005 NRW-Landtagsabgeordneter der CDU.
  • Karl-Josef Laumann (* 11. Juli 1957 in Riesenbeck), ab 2005 Arbeits- und Sozialminister, danach Oppositionsführer in NRW
  • Viktor Lutze (* 28. Dezember 1890 in Bevergern ; † 2. Mai 1943 bei Potsdam) war als Nachfolger Ernst Röhms Stabschef der SA
  • Bernd Saxe (* 30. März 1954 in Ibbenbüren) Bürgermeister der Hansestadt Lübeck
  • Frank Sundermann (* 16. Dezember 1965 in Mettingen), SPD-Politiker und nordrhein-westfälischer Landtagsabgeordneter
Religion
  • Josef Averesch (CSSR), (* 1. April 1902 in Hörstel; † 20. Juni 1949 ebenda), Volksmissionar und Opfer des Nationalsozialismus
  • Friedrich von Bodelschwingh (* 6. März 1831 in Tecklenburg; † 2. April 1910 in Bielefeld-Bethel) war Pastor und Theologe in Deutschland (Innere Mission)
  • Albert Freude (* 28. September 1877 in Mettingen; † 12. August 1956 in Bevergern), Pfarrer und langjähriger Dechant des Dekanats Ibbenbüren, Ehrenbürger der damaligen Stadt Bevergern
  • Georg Hermes (* 22. April 1775 in Dreierwalde; † 26. Mai 1831 in Bonn), Theologe und Philosoph
  • Werner Heukamp (* 20. Mai 1929 in Hörstel): Der Pfarrer lebt seit 1994 in Recke und hat sich seither dort als Heimatforscher verdient gemacht.
  • Josef Homeyer (* 1. August 1929 in Harsewinkel; † 2010), der spätere Bischof von Hildesheim, war Kaplan in der Pfarrgemeinde St. Agatha
  • Friedrich Adolf Krummacher (* 13. Juli 1767 in Tecklenburg; † 4. April 1845 in Bremen) war reformierter Theologe.
  • August Konermann (* 24. Mai 1881 in Steinbeck; † 15. April 1950 in Münster), katholischer Pfarrer und als Diözesanpräses der Katholischen Arbeiter Bewegung (KAB) des Bistums Münster bekannter „Arbeiterpriester“. Papst Pius XII. ernannte ihn 1943 zum Prälaten.
  • Hermann Kriege, (* 25. Juli 1820 in Lienen; † 31. Dezember 1850 in New York), Revolutionär aus reichem Elternhaus, u. a. bekannt mit Karl Marx
  • Georg Langemeyer (Pater Bernhard Langemeyer; * 28. Mai 1929 in Mettingen; † 12. Oktober 2014 in Dortmund), Franziskaner-Pater und katholischer Theologe
  • Reinhild von Westerkappeln, heiliggesprochen 13. Jahrhundert, ziert das Wappen Westerkappelns
  • Schwester Maria Euthymia Üffing, am 7. Oktober 2001 seliggesprochene Clemensschwester
  • Siegfried Schneider (* 21. März 1894 in Mettingen; † 5. Januar 1935 in Ostercappeln), Franziskaner-Pater und Verfasser christlicher Literatur, wegen seiner Verdienste um die Erneuerung und Pflege der religiösen Krippenkunst und die Entstehung der modernen Krippenbewegung im deutschen Sprachraum als „Krippenpater“ bekannt
  • Missionar Heinrich Sundermann (1849–1919). Er übersetzte das neue Testament in die niassische Sprache.
  • Norbert Klemens Strotmann (* 14. August 1946 in Riesenbeck), katholischer Bischof 1992 Weihbischof in Lima/Peru, 1997 Bischof der neu gegründeten Diözese von Chosica (Lima-Ost)
Sportler
Sonstige
  • Wolfgang Arenhövel (* 7. November 1946) Vorsitzender des deutschen Richterbundes
  • August Brenninkmeijer (* 1819; † 1892), Gründer C&A
  • Clemens Brenninkmeijer (* 1818; † 1902), Gründer C&A
  • Thomas Bühner (* 13. April 1962 in Riesenbeck), Koch
  • Alfred Hause (*8. August 1920; † 14. Januar 2005 in Hamburg) Violinist, Dirigent und Kapellmeister
  • Anton Hilckman (* 4. März 1900 in Bevergern; † 25. Januar 1970 in Mainz), Volkskundler und Hochschullehrer
  • Friedrich Ernst Hunsche (* 1. September 1905 in Lienen; † 13. August 1994 in Isernhagen), Schriftsteller, Dichter, Heimatforscher, Plattdeutsche Sprache und Geschichten, Archivar, Ahnenforscher, Forschung zur Auswanderung
  • Ingo Knollmann (* 13. August 1976) ist ein deutscher Sänger aus Münster (Nordrhein-Westfalen), bekannt wurde er als Frontmann der Band Donots
  • Kasper König (* 1943 in Mettingen), Direktor des Museums Ludwig, Kunstprofessor und Kurator
  • Albrecht Dietrich Hermann Lenhartz (1854–1910) machte sich vor allem durch zahlreiche medizinische Schriften sowie zum Teil bis heute praktizierte Behandlungsmethoden und Diäten einen Namen.
  • Hubert Rickelmann (* 20. April 1883 in Mettingen; † 30. Juni 1961 in Ibbenbüren), Heimatforscher und Autor, der die Geschichte Mettingens und des hiesigen Bergbaus sowie das Tüöttenwesen erforscht hat
  • Alexander von Stahl, ehem. Generalbundesanwalt
  • Martin A. Voß, deutscher Industrie- und Werbefilmer, er erhielt diverse internationale Auszeichnungen und Filmpreise
  • Josef Wiese (* 21. Mai 1932 in Mettingen; † 16. September 2009 ebenda), Bäcker und Konditor sowie Unternehmer und Erfinder, Mitgründer der Conditorei Coppenrath & Wiese

Gewirkt oder gelebt[Bearbeiten]

Politik
Religion
  • Wilhelm Emmanuel von Ketteler (* 25. Dezember 1811 in Münster (Westfalen); † 13. Juli 1877 in Burghausen, Landkreis Altötting), der spätere „Sozialbischof“ und deutsche Politiker (Zentrumspartei) war von 1846 bis 1848 Pfarrer in Hopsten.
Sport
  • Ludger Beerbaum (* 26. August 1963 in Detmold), erfolgreicher Springreiter und Olympiagewinner, wohnt und trainiert in Riesenbeck
Sonstige
  • Klaus Johannes Behrendt (* 7. Februar 1960) deutscher Schauspieler und bekannter Tatort-Kommissar
  • Edmund Löns (* 1880 - 1964) war der jüngere Bruder des Heidedichters Hermann Löns. Bekannt ist er vor allem durch die Zucht der kleinen Münsterländer.
  • Johann Weyer (auch: Weier, Wier, Wierus, Piscinarius; * zwischen 24. Februar 1515 und 24. Februar 1516 in Grave an der Maas, im Norden von Brabant; † 24. Februar 1588 in Tecklenburg) war ein Arzt und Gegner der Hexenverfolgung.
  • Josef Winckler (* 7. Juli 1881 in Bentlage bei Rheine; † 29. Januar 1966 in Bensberg) war ein westfälischer Schriftsteller

Siehe auch[Bearbeiten]

Fernsehsendung[Bearbeiten]

  • ARD Fernsehserie Bilderbuch Deutschland: Das Tecklenburger Land (Folge 62)[21]
  • WDR Sendereihe Wunderschönes NRW: Das Tecklenburger Land[22]
  • WDR Sendereihe Wunderschön!: Auf dem Mittellandkanal bis Minden[23]
  • WDR Sendereihe Wunderschön!: Teutoburger Wald - In acht Etappen auf dem Hermannsweg[24]
  • WDR Sendereihe Land und lecker: Sechs Landfrauen treten im Kochwettbewerb für ihre Region an (6. Staffel - Sendung 6)[25]

Literatur[Bearbeiten]

  • Heinz Stoob, Wilfried Ehbrecht (Hrsg. im Auftrage der Historischen Kommission für Westfalen und mit Unterstützung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe); Ellen Widder: Westfälischer Städteatlas. Band: IV, 1 Teilband: Stadtmappe Ibbenbüren. Dortmund-Altenbeken 1994, ISBN 3-89115-132-2.
  • Hubert Rickelmann, Hans Röhrs: Der Ibbenbürener Steinkohlenbergbau von den Anfängen bis zur Gegenwart. Schöningh, Paderborn/ München/ Wien/ Zürich 1983, ISBN 3-506-77223-6.
  • Hans Röhrs: Der Ibbenbürener Bergbau des 20. Jahrhunderts in Bildern. Ibbenbürener Vereinsdruckerei, Ibbenbüren 1998, ISBN 3-921290-94-5.
  • Hans Röhrs: Der Ibbenbürener Steinkohlen- und Erzbergbau und seine Mineralien. Bode, Haltern in Westfalen 1991, DNB 948819243.
  • Hans Röhrs: Der frühe Erzbergbau und die Hüttenindustrie im Tecklenburger Land. Ibbenbürener Vereinsdruckerei, Ibbenbüren 1987, ISBN 3-921290-23-6.
  • Hugo Strothmann: Wasserversorgung im Tecklenburger Land einst und heute. Ibbenbürener Vereinsdruckerei, Ibbenbüren 2001, ISBN 3-932959-23-X.
  • Werner Suer: Ibbenbüren wie es früher war. Verlag Wartberg, 2000, ISBN 3-86134-865-9.
  • Friedrich Ernst Hunsche: 250 Jahre Landkreis Tecklenburg. 1707–1957. Kleins Druck- und Verlagsanstalt, Lengerich 1957.
  • Friedrich Ernst Hunsche, Friedrich Schmedt: Beiträge zur Volkskunde des Tecklenburger Landes. Scholten, Ibbenbüren 1974, DNB 750374675.
  • Friedrich Ernst Hunsche (Hrsg.): Sagen und Geschichten aus dem Tecklenburger Land. Verlag Ibbenbürener Vereinsdruckerei, 1964, 1980, 1982, 2005, ISBN 3-932959-41-8.
  • Friedrich Ernst Hunsche, Bernhard Holwitt: Alt-Ibbenbüren. Bilder, Berichte, Geschichten. Ibbenbürener Vereinsdruckerei, 1980, ISBN 3-921290-03-1.
  • Josef Bröker (Red.): Das alte Ibbenbüren aus der Luft. Verlag Wartberg, Gudensberg-Gleichen 2001, ISBN 3-8313-1042-4.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Tecklenburger Land – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landschaftsverband Westfalen-Lippe: Übersichtskarte Kreis Steinfurt, abgerufen am 16. Mai 2013
  2. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 3. September 2014.
  3. Kreis Steinfurt: Das Naturschutzgebiet Steinbruch im Kleefeld. abgerufen 19. Mai 2013.
  4. Heimat unter Bomben. Der Luftkrieg om Raum Steinfurt und Münster und Osnabrück. 1939-1945. Willi Riegert, Steinfurt 2003, ISBN 3-89960-235-8.
  5. TE - muß bleiben: Alter Protestslogan taucht auf. In: Westfälische Nachrichten. Abgerufen am 20. Februar 2014.
  6. Enormes Interesse: Die neuen, alten TE-Kennzeichen. In: Westfälische Nachrichten. Abgerufen am 4. Mai 2013.
  7. Kreis Steinfurt: Liberalisierung des KFZ-Kennzeichenrechts für das Tecklenburger Land – Antrag der FDP-Kreistagsfraktion vom 20.03.2013. abgerufen am 1. September 2013.
  8. Renaissance des TE-Kennzeichens im Tecklenburger Land scheint möglich. In: Ibbenbürener Volkszeitung. 15. April 2011, abgerufen am 8. Oktober 2013.
  9. Knappenverein Tecklenburger Land e. V.: Historisches - Der Ibbenbürener Bergbau. abgerufen am 10. Mai 2013.
  10. Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen: Informationen zu den Westfälischen Nachrichten im Medienatlas NRW, abgerufen am 17. Juli 2010.
  11. Westfälische Nachrichten: Verwaltungschefs der Kommunen des ehemaligen Kreises Tecklenburg treffen sich, abgerufen am 13. September 2013.
  12. Neue Osnabrücker Zeitung: Für die Interessen des ländlichen Raumes, abgerufen am 10. Mai 2012.
  13. Hellweger Anzeiger: SPD-Kandidat Frank Sundermann düpiert CDU. abgerufen am 10. Mai 2010.
  14. Kreis Steinfurt-Agenda 21: Die Region Tecklenburger Land. abgerufen am 9. Mai 2013.
  15. Landschaftsverband Westfalen-Lippe: Karte: Mundartregionen Westfalens (PDF; 1,2MB), abgerufen am 10. Mai 2013.
  16. Münsterländer-Platt.de: Münsterländer Platt/Mönsterlänner Platt. abgerufen am 9. Mai 2013.
  17. Fussballkreis Tecklenburg: www.fussballkreis-tecklenburg.de Wir über uns, abgerufen am 12. Mai 2013.
  18. DRK Kreisverband TE: Überblick DRK TE, abgerufen am 12. Mai 2013.
  19. Bürgerstiftung Tecklenburger Land: Die Stiftung, abgerufen am 12. Mai 2013.
  20. NRW-Stiftung Naturschutz,Heimat- und Kulturpflege: NRW-Stiftung: Wasserschloss Haus Marck bei Tecklenburg. abgerufen am 17. Dezember 2010.
  21. TV Wunschliste.de: Bilderbuch Deutschland - 62. Das Tecklenburger Land, abgerufen am 19. September 1999
  22. Presseportal: Wunderschönes NRW, abgerufen am 25. Mai 2002
  23. WDR Fernsehen: Wunderschön! Auf dem Mittellandkanal bis Minden, abgerufen am 7. April 2013
  24. WDR Fernsehen: Wunderschön! Teutoburger Wald - In acht Etappen auf dem Hermannsweg, abgerufen am 10. November 2013
  25. WDR Fernsehen: Land und lecker - Die Landfrauen der 6. Staffel, abgerufen am 15. Oktober 2013