Tecklenburger Land
52.2190214350087.8085970878601Koordinaten: 52° 13′ N, 7° 49′ O
| Tecklenburger Land | ||
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Staat | Deutschland | |
| Regierungsbezirk | Münster | |
| ISO 3166-2 | DE | |
| Kreis | Steinfurt | |
| Höhe | 236 m | |
| Fläche | 811 km² | |
| Einwohner | 173 606 (31.12.2011) | |
| Dichte | 214,1 Ew./km² | |
| Webauftritt | www.tecklenburger-land.de (deutsch) | |
| Blick vom Teutoburger Wald bei Tecklenburg auf das Aatal bei Ibbenbüren | ||
Die Region Tecklenburger Land bezeichnet ein Landstrich mit elf Städten und Gemeinden im nördlichen Westfalen, umgeben vom Münsterland, dem Emsland und dem Osnabrücker Land. Historisch hervorgegangen ist die Region aus der Grafschaft Tecklenburg, der Obergrafschaft Lingen und Teilen des Hochstifts Münster. Bis zur Gebietsreform in den 70er-Jahren war die Region politisch selbständig als Kreis Tecklenburg und zählt heute zum Kreis Steinfurt im Regierungsbezirk Münster.
Seinen Namen verdankt das Tecklenburger Land dem Grafenhaus Tecklenburg, dessen Sitz über Jahrhunderte die Burg Tecklenburg war. Die Region verbindet eine über mehrere jahrhunderte gemeinsame Geschichte unter dem Tecklenburg, von der Grafschaft bis hin zum ehemaligen Kreis. Ein ausgeprägtes Regionalbewusstsein der Bevölkerung hat sich historisch aus politischen, geschichtlichen und religiösen Differenzen zum Münsterland entwickelt.
Geografie [Bearbeiten]
Lage und Grenzen [Bearbeiten]
Heute setzt man die Region Tecklenburger Land häufig mit denen des ehemaligen Kreises Tecklenburg im nördlichen Nordrhein-Westfalen gleich. Durch die Organisation vieler Verbände und Vereine auf dieser Ebene, hat sich diese Definition der Region in der Bevölkerung gefestigt. Je nach Ordnung der Landschaft oder Historie könnten benachbarte Orte oder Gemeinden zum Gebiet des Tecklenburger Landes gehören, beispielsweise Schapen, Saerbeck und Hembergen.
Zum überwiegenden Teil besteht das Tecklenburger Land aus dem Niedersächsischen Bergland, das sich als Teutoburger Wald zeigt. Insbesondere das Zentrum um Ibbenbüren, Mettingen, Tecklenburg und Westerkappeln ist durch bergige Landschaft geprägt. Der Gebirgskamm des Teutoburger Waldes endet bei Bevergern als Huckberg. Südlich des Teutoburger Waldes beginnt die Westfälische Bucht und nördlich grenzt die Norddeutsche Tiefebene in der Landschaftseinteilung Plantlünner Sandebene als Unterkategorie der Dümmer-Geestniederung an. Die Ortschaft Ladbergen und Teilbereich von Riesenbeck, Lengerich und Lienen befinden sich in der Westfälischen Bucht, zur Plantlünner Sandebene zählen die Ortschaften Schale, Dreierwalde, sowie Teilbereich von Recke und Hörstel
Landschaftlich und raumpolitisch ist das Tecklenburger Land als Fortsetzung des Osnabrücker Landes zu sehen, das an der Grenze zu Niedersachsen endet. Benachbarte Regionen sind im Süden das Münsterland, im Osten und Nordosten das Osnabrücker Land und im Westen das Emsland. In detailgetreuen topographischen Landkarten ist das Tecklenburger Land als eigene Region zwischen dem Osnabrücker Land und dem Münsterland ausgewiesen.[1]
Städte und Gemeinden [Bearbeiten]
Das Tecklenburger Land umfasst insgesamt elf Städte und Gemeinden, die im Volksmund angelehnt an den Altkreis als TE-Gemeinden bezeichnet werden. Die einwohnerstärksten Städte der Region sind Ibbenbüren mit 51.487 und Lengerich mit 22.174 Einwohnern, die jeweils ein Mittelzentrum bilden. Weitere Städte sind Hörstel (19.806 Einwohner) und Tecklenburg (9082 Einwohner).[2]
Die größte Gemeinde im Tecklenburger Land ist Lotte mit 13.972 Einwohnern in ummittelbarer Nachbarschaft zur Stadt Osnabrück. Zu den größeren Gemeinden über 10.000 Einwohner zählen Mettingen (12.053 Einwohner), Recke (11.438 Einwohner) und Westerkappeln (11.139 Einwohner). Kleinste Gemeinde in der Region ist Ladbergen mit 6392 Einwohnern, gefolgt von Hopsten (7522 Einwohner) und Lienen (8541 Einwohner).
Durch die Gebietsreform in den 70er-Jahren sind einige dieser Städte und Gemeinden aus bis dahin selbstständigen Ortschaften zusammengefasst worden. Diese heutigen Ortsteile treten aber gesellschaftlich in Organisationen oder Vereinen eigenständig auf. In diesem Zusammenhang sind die Ortschaften Bevergern, Dreierwalde und Riesenbeck (Stadt Hörstel); Brochterbeck, Ledde und Leeden (Stadt Tecklenburg); Halverde und Schale (Gemeinde Hopsten); sowie Wersen (Gemeinde Lotte) besonders zu nennen.
Berge [Bearbeiten]
Die höchsten Erhebungen im Tecklenburger Land sind:
- der Westerbecker Berg (236 m)
- der Lienener Berg (225 m)
- der Leederberg (202 m)
- die Dörenther Klippen (159 m)
Weitere bekannte Erhebungen sind der Bergeshöveder Berg, der Lagerberg, der Birgter Berg, der Riesenbecker Berg und der Huckberg in der Nähe von Riesenbeck im Teutoburger Wald, die durch den Hermannsweg bekannt wurden.
Eine weitere bemerkenswerte Erhöhung im Tecklenburger Land ist die Ibbenbürener Bergplatte bei Ibbenbüren: ein Karbonhorst, dessen Höhe zwischen 120 und 170 Metern schwankt und der eine Ausdehnung in Ost-West-Richtung von 14 km und in Nord-Süd-Richtung von fünf bis sechs Kilometer hat. Hier befindet sich das Bergwerk Ibbenbüren mit zwei großen Bergehalden: die Hopstener Bergehalde mit einer Höhe von 185 m ü. NN und die Rudolfschachthalde mit einer vorläufigen Höhe von 196 m, die nach Beendigung der Schüttung eine Höhe von 216 m ü. NN haben wird.
Flüsse und Bäche [Bearbeiten]
Alle Flüsse und Bäche des Tecklenburger Landes gehören zu Einzugbereich der Ems.
Die größten Flüsse sind die Ibbenbürener Aa im Süden und die Hopstener Aa im Norden. Zahlreiche kleinere Flüsse und Bäche durchziehen das Tecklenburger Land. Unter ihnen sind die Bevergerner Aa und der Ladberger Mühlenbach. Die im Tecklenburger Land häufige Ortsnamenendung beck steht für Bach.
Im Osten begrenzt die Hase das Tecklenburger Land. Einer ihrer Zuflüsse ist die Düte, die bei Lotte in sie mündet.
Die Plane war ein Bach, der vom Schafberg nach Ibbenbüren floss, aber aufgrund der Bergbautätigkeit versiegte.
Seen [Bearbeiten]
Die Armut Westfalens an stehenden Gewässern zeigt sich auch im Tecklenburger Land. Der größte natürliche Binnensee Westfalens liegt hier bei Hopsten, das unter Naturschutz stehende Heilige Meer. Teilweise sind andere größere natürliche Gewässer wie die Bergteiche bei Ibbenbüren nicht mehr existent. Demgegenüber sind heute eine Reihe künstlich angelegter Gewässer im Tecklenburger Land zu finden. Sie sind vor allem durch den Kanalbau, Steinbrüche und den Bau der Bundesautobahn 30 entstanden. Durch den Steinbruchbetrieb entstand auch der Canyon in Lengerich, der mittlerweile ein Naturschutzgebiet ist.
Der Ibbenbürener Aasee und der Torfmoorsee in Hörstel sind durch den Autobahnbau entstanden, als der zum Bau benötigte Sand abgebaggert wurde. Andere durch Sandabbau entstandene Seen sind der Präriesee und der Sundermannsee in Westerkappeln und der Attersee an der A 1-Abfahrt Osnabrück-Hafen in Lotte-Wersen. Der Herthasee, früher Kiebitzsee, ist zu einem Campingplatz umfunktioniert worden. Wie das Heilige Meer ist er durch einen Erdfall entstanden.
Geschichte [Bearbeiten]
Vor Beginn der Zeitrechnung [Bearbeiten]
Schon aus der Altsteinzeit finden sich Spuren, die auf Menschen im Tecklenburger Land hinweisen. In Westerkappeln-Westerbeck wurden behauene Feuersteine gefunden, die aus dieser Zeit stammen. Im Teutoburger Wald wurden mehrere Lagerstätten von Steinzeitmenschen gefunden.
In der Jungsteinzeit wurde im Tecklenburger Land erst später als im restlichen Westfalen mit dem Ackerbau begonnen, dieses scheint vor allem aufgrund der wenig ertragreichen Böden geschehen zu sein. Ab Beginn des dritten Jahrtausends vor Chr. wurde von der Trichterbecherkultur der Ackerbau und die Viehhaltung eingeführt. Von dieser Kultur zeugen heute noch zahlreiche Großsteingräber wie die Sloopsteine in Wersen oder die Hünengräber in Lengerich Wechte.
In der Bronzezeit wurden in der ganzen Region Grabhügel angelegt, die einst in der Gegend noch zu Tausenden vorkamen, heute nur noch wenige erkennbar. Einige Funde von Bronzeschmuck und Werkgegenständen wurden in der Vergangenheit belegt.
In der vorrömischen Eisenzeit gelang es den Menschen Eisen zu schmelzen und auch erstmals Glas herzustellen. Glasperlen wurden in Gräbern gefunden, die dieses belegen. Die Zeugnisse aus dieser Zeit sind eher dünn gestreut, was für eine Abnahme der Bevölkerungsdichte sprechen könnte oder für eine Sittenänderung. Dieses ist jedoch noch nicht archäologisch belegt.
Von der Zeitenwende bis zum frühen Mittelalter [Bearbeiten]
Das zu Beginn der Zeitrechnung aufkommende Expansionsbestreben der Römer ist auch am Tecklenburger Land nicht spurlos vorbeigegangen. So wurden 1920 ein Tongefäß in Westerkappeln gefunden, das Kontakte zum Römischen Reich vermuten lässt, da diese aus der besagten Zeit stammen. Vermutlich hauste in der Gegend um das Teutoburger Land der Stamm der Brukterer. Nur wenige Kilometer hinter der Grenze des Tecklenburger Landes finden sich zahlreiche Zeugnisse aus dieser Zeit. Im Jahr 9 n. Chr. versuchte der Römische Feldherr Varus die Germanen zu unterwerfen, was ihm bekanntlich nicht gelang. In Bramsche-Kalkriese wurde er von dem germanischen Feldherrn Arminius in der Varusschlacht vernichtend geschlagen.
Aus der Zeit der Völkerwanderung sind im Tecklenburger Land kaum Funde vorzuweisen, was für eine relativ geringe Bevölkerungsdichte sprechen könnte. Siedlungen deuten darauf hin, dass sich dieses zum Beginn des frühen Mittelalters änderte. Aus der Sachsenzeit, in der es zu häufigen Kämpfen gekommen sein soll, zeugen einige Siedlungsplätze. Hinterlassenschaften von kriegerischen Auseinandersetzungen fehlen anders als in anderen Regionen völlig.
Mittelalter [Bearbeiten]
Um 1100 tauchten erstmals in schriftlichen Quellen die Grafen von Tecklenburg auf. Der erste Graf war Egbert, der mit einer Tochter des Grafen Otto von Zünften verheiratet war. Ihr Machtbereich reichte von Ibbenbüren im Süden bis nach Cloppenburg im Norden. Im Jahr 1189, als die Edelherren von Ibbenbüren ausstarben und sie einen Teil dieses Besitzes erlangten, reichte ihr Machtbereich bis ins Münsterland hinein. Ein Überbleibsel dieser ehemaligen Edelherren ist die Ruine des „Heidenturmes“ am Aasee in Ibbenbüren. Hier stand ihr Schloss Ibbenbüren.
Graf Otto von Tecklenburg kämpfe 1214 auf Seite Kaiser Ottos IV. gegen die Franzosen. Dort ist er in Gefangenschaft geraten und drei Jahre in einer Festung eingesperrt worden, bis er ausgelöst wurde. In Schwierigkeiten geriet er 1225, als er den Mörder des Bischofs Engelbert I. von Köln, Graf Friedrich von Isenberg in der Tecklenburg Unterschlupf gewährte. Nach einer elfjährigen Auseinandersetzung musste der Graf von Tecklenburg seine Vogteirechte über Osnabrück und die Burg Iburg an den Bischof von Osnabrück abgeben. Zur Sühne stiftete er 1240 das Zisterzienserkloster Leeden. Sein Vasall Konrad von Brochterbeck stifte 1256 das Kloster Gravenhorst. Graf Otto starb 1262. Mit dem Tod Ottos wendete sich das Schicksal der Grafen von Tecklenburg.
Ottos Sohn starb früh und kinderlos 1248. Seine Tochter Heilwigis heiratete Otto von Bentheim. So fiel ihm die Grafschaft Tecklenburg zu. Er ordnete die Verhältnisse in dem schwer von Kriegen heimgesuchten Tecklenburger Land. Auch gründete er 1278 das Kloster Schale. Mit seinem Tod 1284 fiel die Grafschaft seinem Bruder Egbert von Bentheim zu.
Im 14. Jahrhundert schenkte der erkrankte Graf Otto der IV., nach schweren Fehden mit den Bischofen von Münster und Osnabrück und als Nacherben von Otto V., seinem Schwager Gunzlin von Schwerin. Unter der Regie der Schweriner zerfiel die Grafschaft durch Kriege, die durch untaktische Verhaltensweisen hervorgingen, zunehmend. Am 25. Oktober 1400 musste der Graf Nikolaus II. die Hälfte seiner Grafschaft mit der Burg Bevergern und zahlreichen Gebieten darunter den Hümmling und Cloppenburg, Löningen und Schwagstorf, an die Bischofe von Münster und Osnabrück abtreten.
Von diesem Zeitpunkt an bestand von der Grafschaft nur noch ein Rest um Lingen, Ibbenbüren, Brochterbeck und Tecklenburg selbst. Auch die Gebiete im Münsterland – unter ihnen Saerbeck und Hembergen – sowie die Fischereirechte in der Ems mussten abgetreten werden. Die Grafschaft versank in die Bedeutungslosigkeit. Die Gebiete des Tecklenburger Landes, die an den Bischof von Münster fielen, waren Bevergern, Riesenbeck, Hörstel und Hopsten.
Reformation [Bearbeiten]
Die Reformation wurde im Tecklenburger Land vor allem in den Gebieten des Grafen von Tecklenburg vorangetrieben. Graf Konrad von Tecklenburg war in den Dienst des Landgrafen Philipps von Hessen getreten, an dessen Seite er den Schmalkaldischen Krieg bestritt. Seit 1541 setzte er systematisch reformierte Prediger in den Kirchengemeinden ein. Die Klöster Leeden und Schale wurden 1538 beziehungsweise 1535 von ihm aufgelöst. Das Kloster bei Osterberg (Lotte) wurde aufgelöst, jedoch mit der Niederlage der Protestanten im Schmalkaldischen Krieg 1552 wieder besetzt, ehe es 1633 endgültig aufgelöst wurde. Die Orte des Tecklenburger Landes, die zum Fürstbistum Münster gehörten, blieben katholisch.
Der zweite Weltkrieg [Bearbeiten]
Der Luftkrieg [Bearbeiten]
Trotz seiner ländlichen Lage ist das Tecklenburger Land häufig das Ziel Alliierter Bomebenangriffen geworden[3]. So wurde der Düker des Mühlenbaches unter dem Dortmund-Ems-Kanal und der Düker der Hörsteler Aa unter dem Mittellandkanal mehrmals zerstört und wieder aufgebaut. Ziel war es durch die Zerstörung der Düker die Kanäle für Schiffe Unpassierbar zu machen und den Transportweg so abzuschneiden.
Auch auf Ibbenbüren mit der Nike und aud den Flughafen Hopsten wurden mehrere Bombenangriffe geflogen.
Kämpfe zu Kriegsende im Tecklenburger Land [Bearbeiten]
Nach der Überschreitung des Rheins (Operation Plunder) durch britische Truppen am 23. März bei Wesel rückte das Tecklenburger Land bald in das Geschehen der Kampfhandlungen. Am 31. März erreichten Spitzen des 3. Royal Tank Regiment und die 4. King´s Shropshire Light Infantry von Emsdetten und Mesum nach Riesenbeck ohne auf Wiederstand zu stoßen. In der Nacht sollten da die Brücken von der Wehrmacht gesprengt wurden der ausgelaufene Dortmund-Ems-Kanal überquert werden.
Inzwischen waren aus Hannover und Celle Unteroffiziersschüler der Heeres-Unteroffiziers-Schule für Infanterie 11 (Hannover) und der Heeres-Unteroffiziersschule für Nebeltruppen Celle waren die ersten Truppen der 471. Division die sich im Teutoburger Wald am Dörenther Berg und Birgter Berg einfanden. Unterstützt wurden sie von einigen Volkssturmeinheiten.
In der Nacht zum 1. April wurde in Birgte der Kanal von den britischen Truppen überquert. Es entwickelten sich starke Kämpfe am Birgter Berg, Lagerberg sowie an der Straße von Dörenthe nach Ibbenbüren wo auf der heutigen B 219 ein Komandopanzer durch einen Volkssturmmann abgeschossen wurde.
Neuere Vergangenheit [Bearbeiten]
Am 25. und 26. November 2005 blieb auch das Tecklenburger Land nicht von den Schneemassen verschont, die das südliche Emsland, Münsterland und Teile des Osnabrücker Landes erfassten. In zahlreichen Orten kam es zu langwierigen Stromausfällen. Während dieser beiden Tage fielen bis zu 50 cm Schnee. Dieses Ereignis ging als Schneechaos in die Deutsche Nachkriegsgeschichte ein.
Streitfrage Münsterland [Bearbeiten]
Die Frage, ob das Tecklenburger Land ein Teil des Münsterlandes ist, kann nicht eindeutig beantwortet werden. Je nach Betrachtungswinkel ergeben sich unterschiedliche Schlussfolgerungen.
Historisch [Bearbeiten]
Das Tecklenburger Land gehörte mehrheitlich zur Grafschaft Tecklenburg und zur Obergrafschaft Lingen. Ausnahmen bilden die Stadt Hörstel und das Amt Hopsten (ohne Halverde und Schale), die der Graf von Tecklenburg im Jahre 1400 an den Bischof von Münster abtreten musste. Diese kehrten mit der Auflösung des Fürstbistums Münster durch den Reichsdeputationshauptschluss im Jahre 1803 zum Kreis Tecklenburg zurück. Die Obergrafschaft Lingen und die Grafschaft Tecklenburg gehörten bereits seit 1702 bzw. 1707 zu Preußen. Nach der Zeit der französischen Besetzung wurde das Gebiet des Tecklenburger Landes zur Provinz Westfalen gegliedert. Diese wurde aus Münster verwaltet. Mit der Auflösung des Kreises Tecklenburg im Jahre 1975 durch das Münster/Hamm-Gesetz verlor durch die Gebietsreform das Tecklenburger Land seine politische Eigenständigkeit. Historisch gehört das Tecklenburger Land nicht zum Münsterland.
Religion [Bearbeiten]
Das ehemals mehrheitlich evangelisch-reformiert geprägte Tecklenburger Land steht im Gegensatz zum fast ausschließlich katholisch geprägten Münsterland. Dies hat seine Ursache darin, dass die Region bis zum Jahre 1803 überwiegend der protestantisch geprägten Grafschaft Tecklenburg angehörte. Die Trennlinie verläuft aber auch im Tecklenburger Land selbst, da die dem Münsterland zugewandten Teile insbesondere um das Kloster Gravenhorst stets katholisch geprägt waren. Grund hierfür war die Abtretung von Bevergern, Riesenbeck, Hörstel und Hopsten aus dem Tecklenburger Land vor Beginn der Reformation an den Bischof von Münster in der Zeit von 1400 bis 1803. Weitere Diskussion zur Religionsfrage siehe unten.
Sprachlich [Bearbeiten]
Der im Tecklenburger Land gesprochene niederdeutsche Dialekt wird als Tecklenburger Platt bezeichnet und stellt neben dem im Münsterland gesprochenen Münsterländer Platt eine eigene Mundartregionen dar.[4] Das Tecklenburger Platt hat sich durch Beeinflussung der Teutonen entwickelt und weißt die sog. Westfälische Brechung des Münsterländer Platt nicht auf.[5]
Politisch [Bearbeiten]
Mit der Gründung des neuen Kreises Steinfurt verlor am 1. Januar 1975 das Tecklenburger Land die politische und verwaltungstechnische Selbstständigkeit. Durch die Zugehörigkeit des Altkreises Steinfurt zum Münsterland wird die Region mitunter nicht mehr als eigene regionale Einheit angesehen. Bis heute betreibt die Kreisverwaltung Steinfurt eine Niederlassung im Kreishaus Tecklenburg, die den unmittelbaren Bürgerkontakt von publikumsintensiven Sachbearbeitungsaufgabe (z.B. Bauamt oder Jugendamt) gewährleistet. Die Abgrenzung der regionalen Zuständigkeiten orientiert sich dabei an der früheren Kreisgrenze. Damit hat das Kreishaus Tecklenburg für den direkten Bürgerkontakt einen nach wie vor hohen Stellwert im Tecklenburger Land.
Die Politik spricht im Wahlkampf hingegen selten vom Bundestagswahlkreis Steinfurt III, sondern häufig vom Wahlkreis Tecklenburger Land.[6][7] In dem von der Europäischen Union initiierten Förderinstrument LEADER stellt sich das Tecklenburger Land beispielsweise als eigene Wettbewerbsregion mit eigenem Entwicklungskonzept im Kreis Steinfurt dar.[8]
Gesellschaftlich [Bearbeiten]
Im täglichen Leben ist das Tecklenburger Land als Organisationseinheit häufig anzutreffen. Dabei richten sich die regionalen Strukturen an den ehemaligen Kreisgrenzen, wobei gelegentlich die Gemeinde Saerbeck inbegriffen ist. Beispiele hiefür sind in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens zu finden. Im Sport gibt es im Fußball die Kreisliga Tecklenburg [9] und im Basketball spielt der VCB Tecklenburger Land in der Bundesliga. Öffentliche Einrichtungen wie das Deutsches Rotes Kreuz haben sich im Kreisverband Tecklenburger Land [10] organisiert, ebenso wie die Bürgerstiftung Tecklenburger Land [11] sich in der Region engagiert. Versorgungsunternehmen wie der WTL wurden zur Versorgung des Tecklenburger Landes gegründet. Bis heute gibt es noch zahlreiche weitere Einrichtungen, die auf dieser Grundlage organisiert sind. Einige dieser Einrichtungen bestanden bereits vor der Gebietsreform und haben sich dieser nicht angeschlossen.
Gegenwart [Bearbeiten]
Heute wird das Tecklenburger Land häufig zum Münsterland gezählt, da es 1975 Teil des neuen Kreises Steinfurt wurde. Auch die Zugehörigkeit zum Regierungsbezirk Münster hat zu diesem Bild beigetragen, oft wird dieser fälschlicherweise mit dem Münsterland gleichgestellt. Durch das Regionalmarketing wird das Tecklenburger Land heute als Teil des Münsterlandes dargestellt, was dem regionalen Bewusstsein der Einwohner häufig widerspricht. In diesem Zusammenhang wird es auch als Balkon des Münsterlandes bezeichnet.
Im Gegensatz zum Münsterland, bei dem Münster den geografischen, wirtschaftlichen, kulturellen und geistigen Mittelpunkt darstellt (siehe auch Oberzentrum), ist es im Tecklenburger Land zum größten Teil Osnabrück. Dies ist auch bedingt durch die gefühlte Ortslage hinter dem Teutoburger Wald. Die Bevölkerung sieht sich häufig als Tecklenburger oder dem Wohnort Zugehöriger. In den lokalen Medien wird vom Tecklenburger Land ausschließlich als eigenständiger Region im Dreieck Münster, Osnabrück und Rheine gesprochen.
Eine Wiedereinführung des bis zur Gebietsreform 1975 gültigen Kfz-Kennzeichens TE wird durch Beschluss des Kreistages des Kreises Steinfurt vom April 2013 angestrebt. Im Gegensatz der ursprünglichen Bedeutung des Kürzels TE für den Kreis Tecklenburg, wird es heute als Kürzel für die Region Tecklenburger Land angesehen. Dabei soll die Wiedereinführung in zwei Schritten geschehen: Reservierung von Kennzeichen ab Mitte Mai 2013 und die Vergabe von Kennzeichen ab Anfang Juni 2013.
Wirtschaft [Bearbeiten]
Das Tecklenburger Land ist vor allem durch den Bergbau geprägt. Dies ist in der Wirtschaftsstruktur bis heute deutlich sichtbar. Dadurch resultiert auch der Kraftwerkstandort. Auffallend ist die niedrigste Arbeitslosenquote in ganz NRW. Sie beträgt im Arbeitsamtsbezirk Ibbenbüren 4,0 % und im Bezirk Lengerich 4,1 %.
Auch spielt die Landwirtschaft eine große Rolle. Die Weiterverarbeitung der landwirtschaftlichen Produkte übernehmen Unternehmen wie die Teutoburger Ölmühle oder die Stärkefabriken Crespel&Deiters und Krönerstärke, allesamt in Ibbenbüren.
In Ibbenbüren-Uffeln gibt es zudem einige Chemiefabriken, die hauptsächlich Chlorproduktion und -Weiterverarbeitung betreiben. Der Stamm dieser Chemiefirmen entstand durch die Elektrochemie Ibbenbüren (ECI). Diese trägt heute den Namen Akzo Nobel Ibbenbüren. Die Weiterverarbeitung des produzierten Chlors und des Wasserstoffs übernehmen Firmen wie die Angus Chemie, eine Tochter der Dow Chemical, oder Wibarco, eine Tochtergesellschaft der Hansa Chemie. Sidra Chemie und Ekomie Tochter der Sachtleben Chemie nutzen ebenfalls die Infrastruktur des Uffelner Gewerbegebietes um Wasseraufbereitungschemikalien herzustellen. Das Unternehmen Westfalen AG betreibt in diesem Gewerbegiet Hörsteler Anteil des Gewerbegebiets eine Luftzerlegungsanlage. So werden mit Hilfe des Lindeverfahrens Sauerstoff, Stickstoff und Spezialgase aus der Luft gewonnen.
In Ibbenbüren und Lengerich gibt es je ein Pharmaunternehmen. Das ist in Ibbenbüren die Wiewelhove GmbH, die feste orale Arzneiformen herstellt. Die Wagener & Co. GmbH in Lengerich ist Lohnhersteller unterschiedlichster Pharmaprodukte.
In Laggenbeck befindet sich neben dem Sitz des Wasserversorgungsverband Tecklenburger Land das Musikkaufhaus Musik Produktiv (nach eigener Aussage Europas größtes Kaufhaus für den Musiker-Bedarf). Das Bauunternehmen Schäfer (war unter anderem im Berliner Regierungsviertel tätig) ist bekannt für große Brückenbauprojekte. Die Ibbenbürener Vereinsdruckerei ist ein regional und überregional tätiges Medienhaus.
In Mettingen befinden sich die Wurzel des Textilhauses C&A Brenninkmeyer. Auch die Konditoren Coppenrath & Wiese (Tiefkühltorten und Brötchen) und Kuchenmeister haben hier ihren Produktionsstandort. Die Brennerei Langemeyer produziert und vertreibt von Mettingen Bruch aus den in der Gegend bekannten Wacholderschnaps.
In Hopsten sind neben dem Kesselbau Jasper, der Stahlkessel für verschiedenste Anwendungen liefert, auch die Kerzenfabrik G&W Jaspers ansässig, die vor allem hochwertige Altarkerzen und Alltagskerzen herstellt.
Bergbau im Tecklenburger Land [Bearbeiten]
Der Bergbau nimmt im Tecklenburger Land eine besondere Stellung ein. Ähnlich dem Ruhrgebiet war und ist das Tecklenburger Land wirtschaftlich von Bergbau abhängig. Das Revier wird auch als Ibbenbürener Steinkohlenrevier bezeichnet. Bedeutend ist das Ostfeld mit dem dort gelegenen und noch heute in Betrieb befindlichen Bergwerk Ibbenbüren. Das Westfeld und die Grube Mieke sind 1979 bzw. 1964 stillgelegt worden. Der Nordschacht in Mettingen war lange Zeit der tiefste Kohleschacht der Welt.[12]
Um die Jahrhundertwende war auch der Erzbergbau bei Ibbenbüren für die Region bedeutend. Aufgrund der Konkurrenzunfähigkeit zu schwedischen Erzen mussten die Gruben 1921 stillgelegt werden.
Raseneisenerzbergbau gab es vor allem im Bereich der Gemeinden Hopsten und Hörstel. Die letzten Abbaubetriebe stellten in den 1940er Jahren die Förderung ein.
Auch Steinbruchbetrieb waren und sind im Tecklenburger Land von Bedeutung. Zahlreiche Steinbrüche haben in den vergangenen Jahrhunderten vornehmlich Sandstein und Kalkstein in den Hängen des Teutoburger Waldes und der Ibbenbürener Bergplatte gegraben. Das in Brochterbeck befindliche Kalkwerk Wallmeyer und das Lengericher Zementwerk der Dyckerhoff sind Zeugnisse der lange währenden Tradition des Kalkbrennens.
Überregional bekannt ist vor allem der Ibbenbürener Sandstein, der aufgrund seiner gelb gemusterten Farbe sehr gefragt ist. Zahlreiche Steinbruchbetrieb brechen ihn heute noch vornehmlich im Westteil der Ibbenbürener Bergplatte. Der Osning-Sandstein aus dem Teutoburger Wald ist heute nicht mehr sehr bekannt, weil er seit Jahren nicht mehr gebrochen wird, häufig wird er auch Tecklenburger Sandstein genannt.
Kalkstein wird heute vor allem in und um Lengerich und Lienen abgebaut. Das Zementwerk in Lengerich verarbeitet diesen zu Portlandzement. Die ehemaligen Abbaugebiete in Riesenbeck und Dörenthe sind seit einigen Jahren nicht mehr aktiv. Hier wurde der Kalk in kleinen Gruben gebrochen und direkt am Rand der Gruben in kleinen Kalköfen gebrannt. Zahlreiche Ruinen der ehemaligen Kalköfen sind am Südhang des Teutoburger Waldes in diesen Orten zu finden. Auch in Ibbenbüren/Uffeln und Steinbeck gab es jeweils einen solchen kleinen Kalkofen. In Uffeln wird der Rest dieses Ofens als Tribüne für den Fußballplatz genutzt, in Steinbeck ist ein kleines Freilichtmuseum daraus geworden.
Lehm und Ton wird in zahlreichen Orten des Tecklenburger Landes gewonnen. In den Ziegelein Recke, Hörstel und Westerkappeln-Velpe wird dieser zu Ziegeln gebrannt.
Torf wurde im Recker/Mettinger Moor von Anfang der 50er Jahre bis 1991 gewonnen.
Kraftwerksstandort [Bearbeiten]
Das Tecklenburger Land ist seit 1912 Kraftwerksstandort. Die Nike eröffnete 1912 das Nike-Kraftwerk Ibbenbüren nördlich des Bahnhofes in Ibbenbüren. Die Außerbetriebstellung erfolgte 1958. Als Ersatz war schon 1954 das Preussag Ballastkraftwerk Ibbenbüren gebaut worden. Es leistete 92 MW und befand sich auf dem Gelände des Oeyenhausenschachtes. Das Kraftwerk Ibbenbüren Block A ist unmittelbar neben dem Ballastkraftwerk 1967 errichtet worden. Die elektrische Leistung betrug 150 MW. Das Ballastkraftwerk wurde 1985 vom neuen Block B ersetzt. Aufgrund geringer Umweltfreundlichkeit wurde der Block A 1987 stillgelegt. Der heutige Block B, der seit der kompletten Übernahme des Kraftwerks durch die RWE nur noch Kraftwerk Ibbenbüren genannt wird, hat eine Leistung von 770 MW.
Medien [Bearbeiten]
Die täglich erscheinende Ibbenbürener Volkszeitung (IVZ) ist die lokale Tageszeitung für den westlichen Teil des Tecklenburger Landes. Im östlichsten Teil sind die Westfälischen Nachrichten (WN) und die Neue Osnabrücker Zeitung (NOZ) die Tageszeitungen für die Gemeinden Lotte und Westerkappeln und in Teilen auch für Tecklenburg und Mettingen.
Ihre Ibbenbürener Lokalausgabe haben die Westfälischen Nachrichten indes Ende 2002 aufgegeben und den einstigen Konkurrenten, die Ibbenbürener Volkszeitung, zum Kooperationspartner gewonnen. Seit Anfang 2003 bezieht die IVZ daher die überregionale Berichterstattung (Mantelseiten) von den WN und lässt ihre Ausgabe im Aschendorff Druckzentrum in Münster drucken.[13]
Die Wochenzeitungen sind der Ibbenbürener Anzeiger sowie die Wir in Ibbenbüren beziehungsweise Wir in Lengerich.
Verkehr [Bearbeiten]
Straße [Bearbeiten]
Autobahn [Bearbeiten]
Das Tecklenburger Land wird in Nord-Süd-Richtung von der A 1 im östlichen Randbereich durchschnitten. An ihr liegt auch bei Leeden die vom Teutoburger Wald umschlossene Raststätte Tecklenburger Land, die auf beiden Autobahnrichtungen zum Verweilen einlädt. Bei Lotte kreuzt die Bundesautobahn 1 die A 30 im Lotter Kreuz die das Tecklenburger Land in der Mitte in Ost-West-Richtung durchkreuzt. Die Autobahnrichtungen verbindet das Tecklenburger Land mit Hamburg, Rhein/Ruhrregion und die (A 1) Amsterdam, Berlin (A 30) über Autobahn.
Zwischen Lengerich und Ladbergen war die A 1 als Autobahn-Behelfsflugplatz angelegt, um im Falle eines Krieges für die Luftwaffe einen Ausweichplatz bieten zu können.
Bundesstraßen [Bearbeiten]
Das Tecklenburger Land verfügt über eine Bundesstraße, diese ist die B 219. Sie verbindet Ibbenbüren, ab der Anschlussstelle Ibbenbüren der A30 über Saerbeck und Greven mit Münster.
Des Weiteren befand sich nördlich von Ibbenbüren ein ehemaliges Teilstück der B 65. Diese wurde auf eine Landstraße zurückgestuft, weil die A30 parallel zu dieser läuft.
Eisenbahn [Bearbeiten]
Das Tecklenburger Land ist eisenbahnverkehrstechnisch sehr dicht erschlossen. Kaum ein Ort lag vor der Stilllegung von Eisenbahnstrecken weit davon entfernt. Folgende Eisenbahnstrecken laufen durch das Tecklenburger Land:
Mit Personenverkehr [Bearbeiten]
Bahnstrecke Wanne-Eickel–Hamburg
Sie verläuft im Südwesten durch die Stadt Lengerich und den Ort Kattenvenne der Gemeinde Lienen. Sie ist einer der wichtigsten Eisenbahnstrecken in Deutschland. Hier im Tecklenburger Land befindet sich ihr einziger Tunnel. Diese als Lengericher Tunnel bekannte Unterführung des Teutoburger Waldes ist der nördlichste Mittelgebirgstunnel Deutschlands. Sie ist zweigleisig und mit einer Oberleitung elektrifiziert. Ihr gesamter Verlauf ist:
Das Tecklenburger Land besitzt an ihr folgende Bahnhöfe:
- Kattenvenne und Lengerich
Sie wird als Teilstück der Strecke Amsterdam–Berlin gesehen. Es ist eine zweigleisige, elektrifizierte Strecke. Auch sie ist eine wichtige Bahnstrecke im deutschen Bahnnetz. An ihr befinden sich viele Anschlüsse für Firmen oder Abzweigungen. Dies sind der Hafen Uffeln, die Werkseisenbahnstrecke der DSK Anthrazit Ibbenbüren (Bergwerk Ibbenbüren) oder die Teutoburger Wald-Eisenbahn, die am Bahnhof Ibbenbüren abzweigt.
- Bahnhofe in Betrieb: Hörstel, Ibbenbüren-Esch, Ibbenbüren, Ibbenbüren-Laggenbeck
Bahnstrecke Oldenburg–Osnabrück
Diese Bahnstrecke führt vom Osnabrück Hauptbahnhof nach Wilhelmshaven über Oldenburg. Im Bereich der Gemeinde Lotte streift sie das Tecklenburger Land. Die Bahnstrecke gehört zum Besitz der Deutschen Bahn. Die Personenbeförderung übernimmt seit einigen Jahren die NordWestBahn. Sie ist eingleisig und nicht elektrifiziert. Der einzige Bahnhof im Tecklenburger Land ist der Bahnhof Halen.
Güterverkehr und Museumseisenbahn [Bearbeiten]
Sie verläuft über Ibbenbüren – Tecklenburg – Lengerich – Bad Iburg – Gütersloh. Die Strecke ist seit 2010 abschnittsweise und seit 2012 komplett für den Verkehr gesperrt.[14][15] Schuld waren mehrere Abrutschungen der Strecke infolge des Hochwassers im August 2010. Die Strecke ist momentan akut von der Stilllegung bedroht. Der Güterverkehr ruht genauso wie der Betrieb der Museumseisenbahnfahrten mit Dampfloks komplett. Die eingleisige Strecke ist nicht elektrifiziert.
- Bahnhöfe: Ibbenbüren, Ibbenbüren Aasee, Brochterbeck, Tecklenburg, Lengerich Stadt, Lengerich Personenbahnhof, Lienen.
Abzweig in Brochterbeck zum Kanalhafen Saerbeck in Dörenthe.
Sie erschließt mit ihrem Verlauf über Osnabrück – Westerkappeln – Mettingen – Recke – Rheine das nördliche Tecklenburger Land. Eine Reaktivierung des Streckenabschnittes Recke – Osnabrück für den Personenverkehr ist derzeit im Gespräch. Auch sie ist eingleisig und nicht elektrifiziert. So wie auf der Teutoburger Wald-Eisenbahn finden auch hier regelmäßig Museumsfahrten statt. Der Gütervehrkehr ist seit Dezember 2012 größtenteils eingestellt worden. Die Strecke befindet sich nun im Auslaufbetrieb ohne Nutzung.[16]
- Bahnhöfe: Uthuisen, Ostenwalde, Uffeln, Zumwalde (Obersteinbeck), Bad Steinbeck, Recke, Schlickelde, Mettingen, Westerkappeln, Wersen, Osnabrück-Eversburg
Stillegelgte Eisenbahnstrecken [Bearbeiten]
Sie verband den Permer Stollen mit dem Bahnhof Hasbergen. Von 1885 bis 1921 transportierte sie Erze der Erzgruben Zeche Perm nach Hasbergen und von dort weiter nach Georgsmarienhütte. Von 1944 bis 1949 diente sie als Umgehungsbahn für das durch Bomben zerstörte Osnabrück.
Schleppbahn Sie verband die einzelnen Erzgruben in Ibbenbüren und Laggenbeck mit der Perm-Bahn über den Permer Stollen.
Wasser [Bearbeiten]
Durch das Tecklenburger Land führen zwei künstliche Wasserstraßen, der Dortmund-Ems-Kanal und der Mittellandkanal. Der Dortmund-Ems-Kanal durchzieht das Tecklenburger Land vom Ibbenbürener Stadtteil Dörenthe, in dem sich auch ein Hafen befindet, über Riesenbeck nach Bevergern. In Bevergern befindet sich eine Schleuse, in der die Schiffe die Richtung Rheine fahren talwärts geschleust werden.
In Bergeshövede zwischen Riesenbeck und Bevergern zweigt der Mittellandkanal am sogenannten Nassen Dreieck vom Dortmund-Ems-Kanal ab. Er durchquert das Tecklenburger Land Richtung Osnabrück durch die Orte Uffeln, Obersteinbeck, Steinbeck, Recke, Mettingen und Westerkappeln. Häfen befinden sich in Uffeln und Recke.
Der Düker des Mittellandkanals über die Ibbenbürener Aa bei Uffeln wurde im Zweiten Weltkrieg wiederholt von den Briten bombardiert. Das entsprechende Teilstück wurde inzwischen durch eine neue Fahrt ersetzt. Der Stichkanal Ibbenbüren ist ein Rest des ersetzten Teilstücks, der „alten Fahrt“, die wegen zweier zu enger Kurven und den Problemen mit Bombenblindgängern zwischen 1985 und 1987 beim Ausbau des Kanals ersetzt wurde.
Luft [Bearbeiten]
Bei Greven, an der südlichen Grenze des Tecklenburger Landes, liegt der Flughafen Münster/Osnabrück, dessen Flugplan viele nationale und internationale Linien- und Charterverbindungen enthält.
Verkehrslandeplätze für den zivilen Luftverkehr gibt es im Tecklenburger Land nicht.
Religion [Bearbeiten]
Das Tecklenburger Land ist konfessionell nicht einheitlich strukturiert. Bedingt durch die Zugehörigkeit zur Grafschaft Tecklenburg (Schale und östlich der Stadt Tecklenburg) herrscht der evangelische Glauben vor. Im Bereich der ehemaligen Obergrafschaft Lingen, also in Ibbenbüren, Brochterbeck, Recke und Mettingen, sind beide Konfessionen etwa gleich stark vertreten. Im Westen im Bereich der Gemeinden Hopsten und Hörstel herrschte bis 1945 fast ausschließlich die katholische Konfession vor, da diese Gebiete bis zum Reichsdeputationshauptschluss 1803 dem Hochstift Münster angehörten. Erst mit der Ankunft von Flüchtlingen und Vertriebenen aus den ehemaligen Ostgebieten des Deutschen Reiches erhöhte sich die Zahl der Evangelischen dort und gleichzeitig die der Katholiken in den vormals rein evangelischen Orten.
Bis Anfang der 1940er Jahre gab es in Ibbenbüren, Westerkappeln, Lengerich und Hopsten jüdische Gemeinden. Besonders hervorzuheben ist die Jüdische Gemeinde Hopsten, die die einzige ehemalige orthodoxe jüdische Gemeinde in Westfalen war. Die Synagogen wurden in der Reichspogromnacht am 9. November 1938 zerstört. Die jüdischen Friedhöfe werden heute von der Jüdischen Gemeinde in Osnabrück betreut. Heute leben vereinzelt wieder Juden im Tecklenburger Land.
Sport [Bearbeiten]
So gut wie jeder Ort im Tecklenburger Land besitzt seinen eigenen Sportverein. Bedeutende Sportvereine sind die Volleyballmannschaft VCB Tecklenburger Land (Tebu Volleys) und der Fußballverein Sportfreunde Lotte (Regionalliga). In der 1. Bundesliga Kegeln spielt die KSG Tecklenburger Land. Der Boule-Verein Ibbenbüren spielt in der Deutschen Pétanque-Bundesliga. Ein bedeutender Golfclub ist der Golfclub Tecklenburger Land e. V. Der Reitsport erfreut sich im Tecklenburger Land besonderer Beliebtheit, was sich an den Teilnahmen einiger bekannter Reiter bei Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen zeigt.
Kultur und Veranstaltungen [Bearbeiten]
Schützenfeste [Bearbeiten]
Besonderer Beliebtheit erfreut sich im Tecklenburger Land das Schützenwesen. In jeder Gemeinde, teilweise auch in jeder Bauernschaft, gibt es mindestens einen Schützenverein. Im Sommer finden so an fast jedem Wochenende in verschiedenen Orten Schützenfeste statt. Der Kreisheimatschützenbund Tecklenburger Land ist die Dachorganisation der meisten Schützenvereine des Tecklenburger Landes. Dieser Dachverband richtet im Sommer alle zwei Jahre das Kreisheimatschützenfest des Tecklenburger Landes aus. Ein Großteil der über 100 im Kreisheimatschützenbund organisierten Vereine nimmt daran Teil.
Ibbenbürener Kirmes [Bearbeiten]
Die Ibbenbürener Innenstadt-Kirmes ist die größte Kirmes im Tecklenburger Land und eine der größten in ganz Nordrhein-Westfalen. Zahlreiche Schausteller kommen dafür am ersten Septemberwochenende nach Ibbenbüren. Besondere Fahrgeschäfte sind unter anderem Freifallturm, Frisbee und Riesenrad.
Schnaufler- und Motorradveteranentreffen [Bearbeiten]
In Ibbenbüren treffen sich im Sommer Liebhaber und Besitzer alter Autos und LKWs bis Baujahr 1917. Dieses Treffen fand 2010 zum 20. Mal statt. Es wird gekrönt von einer Rundreise durch das Tecklenburger Land. An Pfingsten treffen sich in Ibbenbüren die Liebhaber alter Motorrad-Veteranen zur Veteranen-Rallye. Dieses an drei Tagen stattfindende Ereignis ist wie auch das Schnauflertreffen nicht für alle Veteranen zugelassen, lediglich bis Baujahr 1939 dürfen „aktiv“ an der Rallye teilnehmen. Jüngere Veteranen sind aber als Gäste gern gesehen. In Westerkappeln-Velpe findet seit über 25 Jahren stets am 1. Mai ein Oldtimertreffen mit ca. 100 Fahrzeugen verschiedener Klassen statt, dabei wird auch eine Tour durch das Tecklenburger Land gefahren.
Ibbenbüren on Ice [Bearbeiten]
Das Festival ist das größte seiner Art in der Region. Eine extra auf dem Neumarkt aufgebaute Eisfläche ist Zentrum dieser Veranstaltung. Erstmals wurde es 2007 um eine Eisrutsche an der Tiefgarage am Posthof erweitert. 2007 fand es zum vierten Mal statt. Von Anfang Dezember bis in die erste Januarwoche ist das Spektakel täglich geöffnet. Täglich finden Sonderveranstaltungen am und auf dem Eis statt. So kann man sich beim Eisstockschießen oder im Bratpfannenwettrutschen messen.
Theater [Bearbeiten]
Im Ibbenbürener Bürgerhaus finden regelmäßig Theatergastspiele bedeutender deutscher Tourneetheater sowie zahlreiche Auftritte von Künstlern aus den Bereichen Kabarett und Comedy statt. In dem seit 2005 bestehenden Theater im ehemaligen Kino „Schauburg“ werden vom „Quasi-So-Theater der VHS“ mehrere Amateur-Theaterproduktionen im Jahr inszeniert. Das Freilichttheater Tecklenburg in der Ruine der alten Burg Tecklenburg bietet für Alt und Jung Veranstaltungen.
Karneval [Bearbeiten]
Jedes Jahr finden zahlreiche Karnevalsveranstaltungen statt. Neben den einstigen Pionieren der närrischen Saison in Recke, Obersteinbeck und Bevergern und kleineren Veranstaltungen wie in Ibbenbüren-Langewiese gesellten sich Orte wie Püsselbüren und Hörstel, so dass heute in vielen Orten des Tecklenburger Ortes Karnevalsumzüge gefeiert werden.
Sonstige [Bearbeiten]
Überregional bekannt ist auch der Politischer Aschermittwoch der CDU in Recke. In der Gempthalle in Lengerich finden regelmäßig Konzerte und Großveranstaltungen jeglicher Art statt. Die bekannte Punkrockband Donots stammt aus Ibbenbüren, wo noch regelmäßig Konzerte in dem Jugendkulturzentrum gegeben werden.
In der Vergangenheit fanden große Bergfeste des Bergwerkes statt. Es gab einen Umzug mit Abschluss in der ebenfalls als Festhalle nicht mehr existierenden Tecklenburger Landhalle in Ibbenbüren. Diese wurden aufgrund der Kosten, die für das Bergwerk nicht mehr tragbar waren abgeschafft. Eine kleine Neuauflage dieses Festes machte in den letzten Jahren der Knappenverein Tecklenburger Land.
Sehenswürdigkeiten und Tourismus [Bearbeiten]
Das Tecklenburger Land ist durch seine abwechslungsreiche Landschaft und seiner historischen Bausubstanz reich an allerlei Sehenswürdigkeiten und daher weit über die Grenzen Westfalens als Ferienregion bekannt. Vor allem der staatlich anerkannte Luft- und Kneipp-Kurort Tecklenburg zieht viele Gäste aus nah und fern ins Tecklenburger Land. Sehr häufig sind dies niederländische Touristen, die in Tecklenburg als nördlichste Bergstadt Deutschlands etwas Besonderes sehen. Hierzu kommt auch die Nähe zur niederländischen Grenze. Andere staatlich anerkannte Erholungsorte im Tecklenburger Land sind Brochterbeck, Lienen und Mettingen.
Heilbäder im Tecklenburger Land sind das Bad Steinbeck als staatlich anerkannte Schwefel Heilquelle. Oder das Bad Holthausen in Brochterbeck. Die ehemals vorhandenen Bäder Mettingen und Ledde sowie ungenutzte Quellen in Ibbenbüren zeugen von der schon lange währenden Kurtradition.
Natur [Bearbeiten]
Die zahlreichen natürlichen Sehenswürdigkeiten des Tecklenburger Landes sind zum einen der Teutoburger Wald mit seinen zahlreichen Bergen und Felsen wie den Dörenther Klippen mit der Felsformation Hockendes Weib. Der Hermannsweg erschließt diese mit dem berühmten Wanderweg.
Die Naturschutzgebiete Heiliges Meer und das Recker Moor sind besondere Naturreservate. In ihnen finden sich seltene Tier und Pflanzenarten, die sonst weitgehend ausgestorben sind. Die biologische Station am Heiligen Meer bietet Exkursionen durch diese Tier- und Pflanzenwelt an.
Zahlreiche Wanderwege erschließen die Natur für den Wanderer und den Radfahrer. Diese sind die 100-Schlösser-Route, die Dortmund-Ems-Kanal-Route, die Friedensroute und viele weitere.
Gebäude und Orte [Bearbeiten]
Das Tecklenburger Land ist reich an historisch sehenswerten Orten. Diese sind zum Beispiel Tecklenburg, Ibbenbüren, Bevergern und Hopsten. Besondere Gebäude sind zum Beispiel das ehemalige Kloster Gravenhorst, dort wird das Leben der Nonnen vor langer Zeit wieder lebendig. Vielfach finden dort auch Kunstausstellungen statt. Das Wasserschloss Haus Marck[17] und die Surenburg zeugen von der einstigen Pracht der Herrensitze. Von ihnen ist noch etwas erhalten im Gegensatz zur Ruine der Burg Tecklenburg oder der gänzlich geschleiften Burg Bevergern. Die malerisch gelegene Öl- und Kornmühle Halverde bringt einen Einblick in die Technik vergangener Jahrhunderte im Mühlenwesen.
Museen [Bearbeiten]
Das Bergbaumuseum und das Motorradmuseum befinden sich in Ibbenbüren. Das Postmuseum und das Schulmuseum in Mettingen zeigen Exponate aus der Geschichte. Fast jeder Ort hat ein eigenes Heimatmuseum, das nach vorheriger Absprache besichtigt werden kann.
Kulinarische Spezialitäten [Bearbeiten]
Kulinarisch ist das Tecklenburger Land an die westfälische Küche angelehnt, jedoch schon mit leichten niedersächsischen Einschlag. So sind westfälische Speisen wie Pumpernickel und Westfälische Schinken typisch für das Tecklenburger Land. Eher zur niedersächsischen Küche zählen hingegen Grünkohl mit Pinkel sowie der Buchweizenpfannkuchen und Kilmerstuten.
Eine nur hier und in Teilen des Landkreises Osnabrück anzutreffende Spezialität ist das Klaushähnchen.
Beliebt ist auch der Kartoffelpuffer der im Tecklenburger Land meistens Kartoffelpfannekuchen genannt wird. So wird in Ibbenbüren Alljährlich die Veranstalltung „Tolle Knolle“ mit diesen als Hauptgericht ausgerichtet.
Überregional ist der Wacholderschnaps und Korn der in Mettingen befindlichen Brennerei Langemeyer bekannt.
Regionaler Dialekt [Bearbeiten]
Im Tecklenburger Land werden vornehmlich ostwestfälische Dialekte gesprochen, die den osnabrückischen Dialekten ähnlich sind. Ostwestfälisch ist eine niederdeutsche Sprache, die umgangssprachlich Plattdeutsch genannt wird. Je nach Ort sind Einflüsse der in den Nachbarregionen gesprochenen Mundarten des Müsterländischen Platt oder des Emsländischen Platt festzustellen. Diese sind aber im Ganzen sehr gering, weil sich die Mundarten untereinander sehr ähneln. Leider wird die die plattdeutsche Sprache − im Gegensatz zu vielen süddeutschen Dialekten − häufig nur noch von der älteren Generation beherrscht.
Relevante Personen aus dem Tecklenburger Land [Bearbeiten]
Geboren im Tecklenburger Land [Bearbeiten]
- Politiker
- Bernhard Bergmeyer (* 22. Juni 1897; † 2. März 1987) Politiker
- Gregor Determann (* 5. März 1911 in Mettingen; † 14. Januar 1993 in Montabaur), Politiker
- Wolfgang Kölker (* 29. Juli 1959): Der Steinbecker war in der Legislaturperiode 2000-2005 *NRW-Landtagsabgeordneter der CDU.
- Karl-Josef Laumann (* 11. Juli 1957 in Riesenbeck), ab 2005 Arbeits- und Sozialminister, danach Oppositionsführer in NRW
- Viktor Lutze (* 28. Dezember 1890 in Bevergern ; † 2. Mai 1943 bei Potsdam) war als Nachfolger Ernst Röhms Stabschef der SA
- Bernd Saxe (* 30. März 1954 in Ibbenbüren) Bürgermeister der Hansestadt Lübeck
- Frank Sundermann (* 16. Dezember 1965 in Mettingen), SPD-Politiker und nordrhein-westfälischer Landtagsabgeordneter
- Religion
- Josef Averesch (CSSR), (* 1. April 1902 in Hörstel; † 20. Juni 1949 ebenda), Volksmissionar und Opfer des Nationalsozialismus
- Friedrich von Bodelschwingh (* 6. März 1831 in Tecklenburg; † 2. April 1910 in Bielefeld-Bethel) war Pastor und Theologe in Deutschland (Innere Mission)
- Albert Freude (* 28. September 1877 in Mettingen; † 12. August 1956 in Bevergern, Pfarrer und langjähriger Dechant des Dekanats Ibbenbüren, Ehrenbürger der damaligen Stadt Bevergern
- Georg Hermes (* 22. April 1775 in Dreierwalde; † 26. Mai 1831 in Bonn), Theologe und Philosoph
- Werner Heukamp (* 20. Mai 1929 in Hörstel): Der Pfarrer lebt seit 1994 in Recke und hat sich seither dort als Heimatforscher verdient gemacht.
- Josef Homeyer (* 1. August 1929 in Harsewinkel; † 2010), der spätere Bischof von Hildesheim, war Kaplan in der Pfarrgemeinde St. Agatha
- Friedrich Adolf Krummacher (* 13. Juli 1767 in Tecklenburg; † 4. April 1845 in Bremen) war reformierter Theologe.
- August Konermann (* 24. Mai 1881 in Steinbeck; † 15. April 1950 in Münster), katholischer Pfarrer und als Diözesanpräses der Katholischen Arbeiter Bewegung (KAB) des Bistums Münster bekannter „Arbeiterpriester“. Papst Pius XII. ernannte ihn 1943 zum Prälaten.
- Hermann Kriege, (* 25. Juli 1820 in Lienen; † 31. Dezember 1850 in New York), Revolutionär aus reichem Elternhaus, u. a. bekannt mit Karl Marx
- Georg Langemeyer (Pater Bernhard Langemeyer; * 28. Mai 1929 in Mettingen), Franziskaner-Pater und katholischer Theologe
- Reinhild von Westerkappeln, heiliggesprochen 13. Jahrhundert, ziert das Wappen Westerkappelns
- Schwester Maria Euthymia Üffing, am 7. Oktober 2001 seliggesprochene Clemensschwester
- Siegfried Schneider (* 21. März 1894 in Mettingen; † 5. Januar 1935 in Ostercappeln), Franziskaner-Pater und Verfasser christlicher Literatur, wegen seiner Verdienste um die Erneuerung und Pflege der religiösen Krippenkunst und die Entstehung der modernen Krippenbewegung im deutschen Sprachraum als „Krippenpater“ bekannt
- Missionar Heinrich Sundermann (1849–1919). Er übersetzte das neue Testament in die niassische Sprache.
- Norbert Klemens Strotmann (* 14. August 1946 in Riesenbeck), katholischer Bischof 1992 Weihbischof in Lima/Peru, 1997 Bischof der neu gegründeten Diözese von Chosica (Lima-Ost)
- Sportler
- Werner Beckemeyer (* 16. Oktober 1959 in Mettingen), Schachspieler und -trainer, trägt seit 1992 den Titel eines Internationalen Meisters
- Kerstin Garefrekes (* 4. September 1979) Fußballspielerin
- Hermann Gösmann (* 9. Januar 1904; † 21. Januar 1979) sechster DFB-Präsident
- Peter Niemeyer (* 22. November 1983 in Riesenbeck), Profifußballer bei Hertha BSC und ehemaliger U-21-Nationalspieler
- Simon Rolfes (* 21. Januar 1982) Fußballspieler
- Erich Rutemöller (* 8. Februar 1945 in Recke), deutscher Fußballtrainer.
- Katharina Schallenberg (geb. 1980 in Lengerich), Golfspielerin
- Christel Schulz, Leichtathletin, sprang 1939 im Weitsprung als erste Frau der Welt über 6 m
- Annika Suthe (* 15. Oktober 1985), deutsche Speerwerferin, Olympiateilnehmerin 2004 und Junioren-Europameisterin, derzeit aktiv für Bayer 04 Leverkusen
- Hans-Dieter Tippenhauer (* 16. Oktober 1943) war in den 1970er und 1980er Jahren ein erfolgreicher deutscher Fußballtrainer.
- Sonstige
- Wolfgang Arenhövel (* 7. November 1946) Vorsitzender des deutschen Richterbundes
- August Brenninkmeijer (* 1819; † 1892), Gründer C&A
- Clemens Brenninkmeijer (* 1818; † 1902), Gründer C&A
- Thomas Bühner (* 13. April 1962 in Riesenbeck), Koch
- Alfred Hause (*8. August 1920; † 14. Januar 2005 in Hamburg) Violinist, Dirigent und Kapellmeister
- Anton Hilckman (* 4. März 1900 in Bevergern; † 25. Januar 1970 in Mainz), Volkskundler und Hochschullehrer
- Friedrich Ernst Hunsche (* 1. September 1905 in Lienen; † 13. August 1994 in Isernhagen), Schriftsteller, Dichter, Heimatforscher, Plattdeutsche Sprache und Geschichten, Archivar, Ahnenforscher, Forschung zur Auswanderung
- Ingo Knollmann (* 13. August 1976) ist ein deutscher Sänger aus Münster (Nordrhein-Westfalen), bekannt wurde er als Frontmann der Band Donots
- Kasper König (* 1943 in Mettingen), Direktor des Museums Ludwig, Kunstprofessor und Kurator
- Albrecht Dietrich Hermann Lenhartz (1854–1910) machte sich vor Allem durch zahlreiche medizinische Schriften, sowie zum Teil bis heute praktizierte Behandlungsmethoden und Diäten, einen Namen
- Hubert Rickelmann (* 20. April 1883 in Mettingen; † 30. Juni 1961 in Ibbenbüren), Heimatforscher und Autor, der die Geschichte Mettingens und des hiesigen Bergbaus sowie das Tüöttenwesen erforscht hat
- Alexander von Stahl, ehem. Generalbundesanwalt
- Martin A. Voß, deutscher Industrie- und Werbefilmer, er erhielt diverse internationale Auszeichnungen und Filmpreise
- Josef Wiese (* 21. Mai 1932 in Mettingen; † 16. September 2009 ebenda), Bäcker und Konditor sowie Unternehmer und Erfinder, Mitgründer der Conditorei Coppenrath & Wiese
Gewirkt oder gelebt haben [Bearbeiten]
- Politik
- Constantin Freiherr Heereman von Zuydtwyck (* 17. Dezember 1931 in Münster), wohnt in Haus Surenburg in Riesenbeck
- Wilhelm Vershofen (* 25. Dezember 1878 in Bonn; † 30. April 1960 in Tiefenbach) war ein deutscher Wirtschaftswissenschaftler, Politiker (DDP) und Schriftsteller.
- Religion
- Wilhelm Emmanuel von Ketteler (* 25. Dezember 1811 in Münster (Westfalen); † 13. Juli 1877 in Burghausen, Landkreis Altötting), der spätere „Sozialbischof“ und deutsche Politiker (Zentrumspartei) war von 1846 bis 1848 Pfarrer in Hopsten.
- Sport
- Ludger Beerbaum (* 26. August 1963 in Detmold), erfolgreicher Springreiter und Olympiagewinner, wohnt und trainiert in Riesenbeck
- Silke Spiegelburg (geb. 1986 in Georgsmarienhütte), Stabhochspringerin
- Richard Spiegelburg (geb. 1977 in Georgsmarienhütte), Stabhochspringer
- Sonstige
- Klaus Johannes Behrendt (* 7. Februar 1960) deutscher Schauspieler und bekannter Tatort-Kommissar
- Edmund Löns (* 1880 - 1964) war der jüngere Bruder des Heidedichters Hermann Löns. Bekannt ist er vor allem durch die Zucht der kleinen Münsterländer.
- Johann Weyer (auch: Weier, Wier, Wierus, Piscinarius; * zwischen 24. Februar 1515 und 24. Februar 1516 in Grave an der Maas, im Norden von Brabant; † 24. Februar 1588 in Tecklenburg) war ein Arzt und Gegner der Hexenverfolgung.
- Josef Winckler (* 7. Juli 1881 in Bentlage bei Rheine; † 29. Januar 1966 in Bensberg) war ein westfälischer Schriftsteller
Siehe auch [Bearbeiten]
Fernsehsendung [Bearbeiten]
In der Fernsehserie Bilderbuch Deutschland wird dem Tecklenburger Land eine Sendung gewidmet.
Literatur [Bearbeiten]
- Westfälischer Städteatlas; Band: IV; 1 Teilband. Im Auftrage der Historischen Kommission für Westfalen und mit Unterstützung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, hrsg. von Heinz Stoob † und Wilfried Ehbrecht. Stadtmappe Ibbenbüren, Autor: Ellen Widder. Dortmund-Altenbeken 1994, ISBN 3-89115-132-2.
- Hubert Rickelmann, Hans Röhrs: Der Ibbenbürener Steinkohlenbergbau von den Anfängen bis zur Gegenwart. Schöningh, Paderborn, München, Wien und Zürich 1983, ISBN 3-506-77223-6.
- Hans Röhrs: Der Ibbenbürener Bergbau des 20. Jahrhunderts in Bildern. Ibbenbürener Vereinsdruckerei, Ibbenbüren 1998, ISBN 3-921290-94-5.
- Hans Röhrs: Der Ibbenbürener Steinkohlen- und Erzbergbau und seine Mineralien. Haltern in Westfalen : Bode 1991.
- Hans Röhrs: Der frühe Erzbergbau und die Hüttenindustrie im Tecklenburger Land. Ibbenbürener Vereinsdruckerei, Ibbenbüren 1987, ISBN 3-921290-23-6.
- Hugo Strothmann: Wasserversorgung im Tecklenburger Land einst und heute. Ibbenbürener Vereinsdruckerei, Ibbenbüren 2001.
- Werner Suer: Ibbenbüren wie es früher war. Verlag Wartberg, 2000, ISBN 978-3-86134-865-8.
- Friedrich Ernst Hunsche: 250 Jahre Landkreis Tecklenburg. 1707–1957. Kleins Druck- und Verlagsanstalt, Lengerich 1957.
- Friedrich Ernst Hunsche, Friedrich Schmedt: Beiträge zur Volkskunde des Tecklenburger Landes, Tecklenburg 1974.
- Friedrich Ernst Hunsche, Herausgeber: Sagen und Geschichten aus dem Tecklenburger Land. Verlag Ibbenbürener Vereinsdruckerei, 1964, 1980, 1982, 2005.
- Friedrich Ernst Hunsche, Bernhard Holwitt: Alt-Ibbenbüren. Bilder, Berichte, Geschichten. ISBN 978-3-921290-03-3.
- Das alte Ibbenbüren aus der Luft. Verlag Wartberg, 2001, ISBN 978-3-8313-1042-5.
Weblinks [Bearbeiten]
- Tourismus im Tecklenburger Land
- Panoramen aus dem Tecklenburger Land
- Informationen zum Bergbau im Tecklenburger Land
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Landschaftsverband Westfalen-Lippe: http://www.lwl.org/geko-download/SuG/Steinfurt/Übersichtskarte.pdf Übersichtskarte Kreis Steinfurt,abgerufen am 16. Mai 2013
- ↑ Amtliche Bevölkerungszahlen. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 4. Juli 2012.
- ↑ "Heimat unter Bomben. Der Luftkrieg om Raum Steinfurt und Münster und Osnabrück. 1939-1945" Willi Riegert, Steinfurt 2003. ISBN 3-89960-235-8
- ↑ Landschaftsverband Westfalen-Lippe: Karte: Mundartregionen Westfalens (PDF; 1,2MB), abgerufen am 10. Mai 2013
- ↑ Münsterländer-Platt.de: Münsterländer Platt/Mönsterlänner Plattt, abgerufen am 9. Mai 2013
- ↑ Neue Osnabrücker Zeitung: Für die Interessen des ländlichen Raumes, abgerufen am 10. Mai 2012
- ↑ Hellweger Anzeiger: SPD-Kandidat Frank Sundermann düpiert CDU, abgerufen am 10. Mai 2010
- ↑ Kreis Steinfurt-Agenda 21: Die Region Tecklenburger Land, abgerufen am 9. Mai 2013
- ↑ Fussballkreis Tecklenburg: [Wir über uns], abgerufen am 12. Mai 2013
- ↑ DRK Kreisverband TE: [Überblick DRK TE], abgerufen am 12. Mai 2013
- ↑ Bürgerstiftung Tecklenburger Land: [Die Stiftung], abgerufen am 12. Mai 2013
- ↑ Knappenverein Tecklenburger Land e.V.: Historisches-Der Ibbenbürener Bergbau, abgerufen am 10. Mai 2013
- ↑ Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen: Informationen zu den Westfälischen Nachrichten im Medienatlas NRW, abgerufen am 17. Juli 2010
- ↑ Neue Osnabrücker Zeitung: Mit dem Zug zur Landesgartenschau in Bad Iburg?, abgerufen am 7. Februar 2013
- ↑ Westfälische Nachrichten: TWE Gebäude sollen unter Denkmalschutz-Bedeutsames Kulturgut, abgerufen am 2. Februar 2013
- ↑ Westfälische Nachrichten: Trick heißt "Auslaufbetrieb ohne Nutzung", abgerufen am 15. November 2012
- ↑ NRW-Stiftung Naturschutz,Heimat- und Kulturpflege: NRW-Stiftung: Wasserschloss Haus Marck bei Tecklenburg, abgerufen am 17. Dezember 2010
Bevergern | Brochterbeck | Dreierwalde | Halverde | Hopsten (vor 1975) | Hörstel (vor 1975) | Ibbenbüren (vor 1975) | Ladbergen | Ledde | Leeden | Lienen | Lengerich | Lotte (vor 1975) | Mettingen | Recke | Riesenbeck | Schale | Tecklenburg (vor 1975) | Wersen | Westerkappeln