Tegut

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tegut… gute Lebensmittel GmbH & Co. KG.
tegut… Logo
Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 1947[1]
Sitz Fulda
Leitung Vorstandsvorsitzender: Thomas Gutberlet[2]
Mitarbeiter 6200 (31. Dez. 2011)[3]
Umsatz 1,17 Mrd. € (2011)[3]
Branche Einzelhandel
Website www.tegut.com

Tegut (Eigenschreibweise: tegut…) ist Firma sowie Marke der anthroposophisch orientierten[4] tegut… Gutberlet Stiftung & Co. KG mit Hauptsitz in Fulda. In über 300 Filialen[3] in Hessen, Bayern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Thüringen und Sachsen-Anhalt vertreiben 6200 Mitarbeiter[3] hauptsächlich Lebensmittel. Seit Januar 2013 ist Tegut im Besitz des schweizerischen Einzelhandelsunternehmens Genossenschaft Migros Zürich, eines Gesellschafters des Migros-Genossenschafts-Bundes.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Handelsunternehmen wurde 1947 von Theo Gutberlet unter dem Namen Thegu gegründet, der aus den Anfangsbuchstaben seines Vor- und Zunamens abgeleitet war. 1955 folgte die Umbenennung in Tegut.

Ab 1961 hießen die größeren Filialen HaWeGe als Akronym für „HandelsWarenGesellschaft“ und ab 1973 die kleineren Okay!. 1972 entstand eine eigene Wurst- und Fleischverarbeitung als Tochterunternehmen kff Kurhessische Fleischwaren GmbH. Im Jahr 1973 übernahm Wolfgang Gutberlet, der Sohn des Unternehmensgründers, die Führung des Unternehmens. 1989 wurde das Unternehmen in eine Stiftung überführt, deren Aufsichtsrat die Geschäftsführer einsetzt. Seit 30. August 2009 hat Thomas Gutberlet, der Enkel des Unternehmensgründers, den Vorsitz in dritter Generation inne.

Seit 1982 engagiert sich Tegut für den Anbau und die Vermarktung von Bio-Lebensmitteln.[5] Dazu trägt besonders die eigene Wurst- und Fleischverarbeitung sowie das 1996 als weiteres Tochterunternehmen gegründete Bio-Backwerk herzberger Bäckerei GmbH bei. Im Jahr 1997 war Tegut der erste Lebensmittelhändler in Deutschland, der Zahlungen per Kreditkarte akzeptierte.[6] 1998 wurde die Firma in tegut… umbenannt. Die Märkte firmieren nun ebenfalls unter diesem Namen.

Mit dem Konzept „Lädchen für alles“ hat Tegut die Idee des Tante-Emma-Ladens aufgegriffen und kleinere Märkte auf dem Land und in Stadtteilen eingerichtet, um eine ortsnahe Versorgung auch in kleineren Gemeinden zu erreichen.[7] [8]

Am 11. Oktober 2012 wurde die Übernahme der aus sechs Einzelfirmen bestehenden Handelssparte von Tegut durch das schweizerische Einzelhandelsunternehmen „Genossenschaft Migros Zürich“, einen Gesellschafter des Migros-Genossenschafts-Bundes, bekanntgegeben.[9][10][11][12]

Die Transaktion wurde nach Erhalt der kartellbehördlichen Genehmigung und der Zustimmung der Verwaltung des Migros-Genossenschafts-Bundes im Januar 2013 wirksam und die Genossenschaft Migros Zürich (GMZ) übernahm die Handelssparte der ehemaligen „tegut… Gutberlet Stiftung & Co. KG“. Mit der Übernahme verbunden ist, dass die Migros Zürich einen zweistelligen Millionenbetrag in die Aufwertung und Ausweitung des Filialnetzes der „OKAY GmbH & Co. – tegut… Einzelhandelsunternehmen KG“ investieren wird. Sie sieht außerdem die Chance, in den Tegut-Märkten auch Migros-Eigenmarken zu verkaufen. Die Migros Zürich übernimmt die rund 280 Tegut-Märkte in Hessen, Nordbayern, Thüringen sowie in Göttingen und Mainz, die Tegut-Logistik sowie die -Zentrale in Fulda mit insgesamt über 5000 Mitarbeitenden unter der Geschäftsleitung von Thomas Gutberlet.

Die weiteren Betriebe der ehemaligen „tegut… Gutberlet Stiftung & Co. KG“, insbesondere die Produktionsbetriebe Herzberger Bäckerei und KFF (Kurhessische Fleischwaren Fulda), sowie die landwirtschaftlichen Betriebe verbleiben bei der neuen „W–E–G Stiftung & Co. KG“. Die Produktionsbetriebe und Lieferanten arbeiten weiterhin mit Tegut zusammen.

Entwicklung[Bearbeiten]

Geschäftslokal in Bad Kissingen
Tegut in Tann (Rhön)
Jahr Filialen Mitarbeiter Umsatz
2011 309 6353 1,17 Mrd. €
2010 309 6301 1,15 Mrd. €
2009 301 6058 1,117 Mrd. €
2008 305 6247 1,112 Mrd. €
2007 305 6181 1,100 Mrd. €
2006 303 5847 1,064 Mrd. €
2005 301 5412 1,030 Mrd. €
2004 301 5146 1,000 Mrd. €
2003 300 5065 972 Mio. €
2002 308 6951 948 Mio. €
2001 316 7671 1,010 Mrd. €
2000 331 7482 971 Mio. €
1997 360 8000 971 Mio. €
1993 294 6700 869 Mio. €
1988 141 3200 368 Mio. €
1983 197 2400 286 Mio. €
1978 67 1400 179 Mio. €
1973 53 1000 105 Mio. €
1968 45 500 38,3 Mio. €
1953 7 35 562.400 €
1947 2 2 12.700 €

Märkte[Bearbeiten]

Die über 300 Filialen[3] befinden sich in relativer Nähe zum Firmensitz im osthessischen Fulda. Diese werden vom Zentrallager in Fulda sowie von dem im thüringischen Seebergen beliefert.

Diese Märkte werden in vier Kategorien unterteilt:

tegut… gute Lebensmittel
Die 141 Lebensmittelfachmärkte gute Lebensmittel (auch als T2 bezeichnet) haben meist eine Verkaufsfläche von über 1200 m² und vertreiben rund 20.000 Produkte.
tegut… nah & gut
Die 128 Lebensmittelmärkte nah & gut (auch als T3 bezeichnet) haben meist eine Verkaufsfläche zwischen 600 und 1200 m² und vertreiben rund 6000 bis 7500 Produkte. Diese Filialen sind rechtlich eigenständige Unternehmen und werden von Franchisenehmern betrieben.
tegut… City
Die 20 Citymärkte (auch als T4 bezeichnet) befinden sich meist in größeren Orten und Städten wie Darmstadt, Frankfurt am Main (unter anderem auch im Terminal 1 des Frankfurter Flughafens), Oberursel, Wiesbaden und Fulda. Sie haben meist eine Verkaufsfläche von etwa 600 m² und vertreiben rund 6500 bis 8000 Produkte.
tegut… Lädchen für alles
Die inzwischen ca. 20 Lädchen für alles sichern die Nahversorgung im ländlichen Raum. Sie haben meist eine Verkaufsfläche von 150 bis 300 m² und vertreiben rund 2500 bis 4000 verschiedene Produkte.

Im größten Teil Hessens und Thüringens sowie in Unterfranken ist Tegut flächendeckend vertreten. Dazu kommen einige Filialen im rheinland-pfälzischen Mainz, im Raum Göttingen in Südniedersachsen, im Westen Oberfrankens sowie eine Filiale im sachsen-anhaltischen Eckartsberga.

Marktcafé

In einigen Märkten bestanden im Vorkassenbereich Bäckereitheken der Tegut-Tochterfirma herzberger. Im Jahr 2012 gab Tegut bekannt, diese selbst betriebenen Marktcafés aufzugeben und die Flächen mit regionalen Bäckereien zu besetzen. Die Herzberger-Backwaren sind in Backstationen und/oder in Brot- und Backwarenregalen im SB-Bereich der Märkte weiter erhältlich.[13]

Sortiment[Bearbeiten]

Schon seit den 1980er Jahren gehören neben dem herkömmlichen Supermarkt-Sortiment Bio-Lebensmittel zur Produktpalette und machten 2011 mit über 3000 Produkten rund 22 %[14] des Sortiments aus. Tegut setzt sich nach eigenen Angaben auch besonders für innovative und moderne Fertigungsmethoden bei der Produktion von Bio-Produkten ein. Die über 3000 verschiedenen Bio-Produkte stammen teilweise aus den eigenen Tochterunternehmen kff und herzberger Bäckerei, die auch eng mit Landwirten der Region Osthessen zusammenarbeiten, wichtiger Bio-Partner ist auch das ebenfalls anthroposophisch geführte Unternehmen Alnatura. Im Jahr 2011 entfielen von den 1,17 Mrd. € Umsatz ca. 22,22 % auf Bioprodukte.[3][15]

Neben der Naturkost bietet Tegut auch diätische Lebensmittel an, etwa glutenfreie Lebensmittel zur Ernährung bei Zöliakie.

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Tegut führt seit 1999 Produkte unter Eigenmarken mit der Ansicht, den Geschmack "vergleichbare[r] Markenprodukt“ mindestens zu erreichen.[16] Heute umfasst das Sortiment über 750 Artikel, für die ein Reinheitsversprechen abgegeben wird, der generelle Verzicht auf viele Zusatzstoffe.[17] Seit 2007 werden die Eigenmarken-Produkte nach Herstellerangaben ohne Farbstoffe, ohne Geschmacksverstärker, ohne gehärtete Fette und ohne Süßstoffe hergestellt. Der Lieferant der Eigenmarken-Produkte ist auf der Verpackung angegeben. Mittlerweile gibt es eine zweite Hausmarke mit dem Namen Okay, bei dieser wird der Hersteller nicht mehr genannt.

Seit 2011 bietet das Unternehmen Frischfisch nur noch aus nachhaltiger Fischerei und Aquakultur an (Bio-Qualität nach MSC- oder GlobalGAP-Richtlinie). Im Sortiment befindet sich außerdem ein hoher Anteil an Fairtrade-Produkten, unter anderem unter dem Siegel „tegut… FAIRbindet“. In größeren Märkten unterhält Tegut eine Naturkosmetik-Boutique.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 2011/2012: Die Herzberger Bäckerei erhält für ihr Bio-Weizenbrot Demeter-Doppelspitz die Auszeichnung „Biomarke des Jahres 2012“
  • 2011: Tegut mit Fischtheken-Preis 2011 ausgezeichnet: Tegut-Markt Kassel erreicht 2. Platz im Wettbewerb „Deutschlands beste Fischtheke“
  • 2011: Tegut erhält Tierschutzpreis „Goldenes Ei“: Auszeichnung für konsequente Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele
  • 2011: Tegut erhält den Preis „Grünen Einkaufskorb“: Naturschutzbund Deutschland e. V. (NABU) zeichnet Tegut für Umweltengagement aus
  • 2011: Tegut Fulda-Kaiserwiesen – Deutschlands beste Wursttheke 2011: Auszeichnung bei großer deutschlandweiter Verbraucherwahl im Lebensmitteleinzelhandel
  • 2011: „Preis der Besten“ in Gold für Herzberger Bäckerei aus Fulda: Siegerehrung auf den „DLG-Lebensmitteltagen“ in Darmstadt – Qualitätszertifikat für nachhaltige Qualitätspolitik
  • 2011: Tegut ist Nr. 1 in Kundenbefragung „Kundenmonitor“ und damit kundenorientiertester Super- und Verbrauchermarkt in Deutschland
  • 2011: Tegut erhält Goldmedaille für Nachhaltigkeit: Verbraucher Initiative zeichnet Handelskette mit Nachhaltigkeitspreis aus
  • 2011: Tegut-Lernender Arne Schäfer erreicht fünften Platz beim Nachwuchswettbewerb Grips & Co in Köln
  • 2011: Ausbilder des Jahres in der Kategorie Super- und Verbrauchermärkte (Filial-Geschäftsführer in Gemünden/Burgsinn, Torsten Hack)
  • 2011: Kreativ Cup 2011 für außergewöhnliche und nachhaltige Ausbildungsprojekte (Fachzeitschrift Lebensmittel-Praxis)
  • 2011: Tegut erhält Auszeichnung Bio-Marke des Jahres 2011
  • 2011: Tegut Marburg-Wehrda gehört zu den drei besten Supermärkten Deutschlands (Auszeichnung der Lebensmittel-Praxis)
  • 2011: Tegut wird mit dem Utopia Preis 2011 ausgezeichnet
  • 2011: Ecocare-Preis 2011: Erster Platz in der Kategorie „Produkt“ für LandPrimus
  • 2010: Ausbilder des Jahres in der Kategorie Super- und Verbrauchermärkte (Filial-Geschäftsführer in Bebra, Dietrich Darscht)
  • 2009: Ausbilder des Jahres in der Kategorie Super- und Verbrauchermärkte (Filial-Geschäftsführer in Bad Kissingen-Garitz, Günter Ledermann)
  • 2009: „Deutschlands beste Wursttheke 2009“ (Leser der Zeitschrift „essen & trinken Für jeden Tag“)
  • 2008: Deutscher Nachhaltigkeitspreis: „Sonderpreis nachhaltigste Strategie“[18]
  • 2008: Bundesverdienstkreuz am Bande für Wolfgang Gutberlet für die hohe Ausbildungsquote, Schaffung neuer Arbeitsplätze und seinen Einsatz für hohe Lebensmittelqualität durch den hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch[5]
  • 2007: Entrepreneur des Jahres 2007 (Kategorie Handel)
  • 2006: Auszeichnung mit dem Branchen-Oscar Goldener Zuckerhut
  • 2005: Bio-Markt des Jahres in Gold und Silber
  • 2005: Wolfgang Gutberlet (Vorstandsvorsitzender der Tegut): Ökomanager des Jahres 2005, verliehen durch Capital und WWF
  • 2003: BestPersAward – 1. Platz – Sparte: Personalführung
  • 2003: Tegut-Tochter Rhöngut: Innovationspreis für Technologie und Verfahren
  • 2003: Tegut-Tochter Tegutbankett bekommt vom Party Service Bund Deutschland e. V. „Drei Sterne“ für vorbildliche Event- und Veranstaltungsausrichtung in den Kategorien Planung, Dekoration, Menü- und Speisenaufbau, Service und Geschmack.
  • 2001: Deutscher Frucht-Preis-Sieger

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Entwicklung von tegut…
  2.  Thomas Gutberlet übernimmt Führung. In: FAZ. 31. August 2009 (faz.net).
  3. a b c d e f Fakten in Zahlen bei tegut.com (25. Mai 2012)
  4. openpr.de vom 10. Dezember 2008, dort unter: „Trend geht zum gesunden Fast Food“, im Abschnitt „Supermarkt als Ernährungsberater“: „… Georg Sedlmaier (Gutberlet Stiftung & Co.) stellt den anthroposophischen Ansatz des Unternehmens vor“
  5. a b „Großes für das Land geleistet“. Fuldaer Zeitung, 8. März 2008, abgerufen am 14. Oktober 2012.
  6. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatTegut-Kunden zahlen mit Visa. In: Lebensmittelzeitung. 18.12.1997, abgerufen am 11. Oktober 2014 (Paywall).
  7.  Jörn Perske, dpa: Tegut expandiert mit Tante-Emma-Läden. In: Frankfurter Rundschau. 8. Juli 2011 (fr-online.de, abgerufen am 13. Juli 2011).
  8.  Lädchen für das Land. In: die tageszeitung. S. 22 (15./16. September 2012, taz.de).
  9. Christian Weber: Live-Ticker aus Zürich: Migros kauft Tegut. Fuldaer Zeitung, 11. Oktober 2012, abgerufen am 14. Oktober 2012.
  10. Migros schluckt Supermarktkette Tegut. Handelsblatt, 11. Oktober 2012, abgerufen am 14. Oktober 2012.
  11. Migros Zürich übernimmt Handelsgeschäft der tegut… Gutberlet Stiftung & Co. KG - Expansion von Tegut geplant. tegut.com, abgerufen am 11. Oktober 2012 (Medienmitteilung auf der Tegut-Homepage ohne Datumsangabe).
  12. Migros/Tegut: Die Pressemitteilung im Wortlaut. Fuldaer Zeitung, 11. Oktober 2012, abgerufen am 14. Oktober 2012.
  13. Tegut: Kein Verkauf von Herzberger oder KFF - Marktcafés schließen. In: Eichenzell Aktuell. 7. August 2012, abgerufen am 11. Juli 2013.
  14. Tegut legt bei Bio-Sortiment zu - Anteil der Bio-Lebensmittel bei 20 Prozent. osthessen-news.de, 16. Februar 2011, abgerufen am 14. Oktober 2012.
  15. Entwicklung des Bio-Umsatzes im Mehrjahresvergleich. tegut.com, 14. Februar 2011, abgerufen am 14. Oktober 2012 (pdf; 17 kB).
  16. Neuer frischer Auftritt für die Tegut-Eigenmarken! In: utopia.de. Abgerufen am 6. Januar 2013.
  17. tegut... Eigenmarken – Qualität, die man schmeckt. tegut…, abgerufen am 6. Januar 2013.
  18. Preistraeger 2008. Deutscher Nachhaltigkeitspreis, 5. Dezember 2008, abgerufen am 19. November 2012.