Teichoskopie

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Als Teichoskopie (griechisch τειχοσκοπία, teichoskopia, von τεῖχος, Stadtmauer und σκοπεῖν, beobachten) oder Mauerschau wird im Epos und Schauspiel der mündliche Bericht einer Figur bezeichnet, welche von erhöhter Position aus Vorgänge schildert, die aus künstlerischen oder (auf der Bühne) aus praktischen Gründen nicht dargestellt werden können.

Formal ist die Teichoskopie ein Monolog, der aber durch Fragen unterbrochen sein kann, oder auch ein Dialog von Personen, die auf der „Mauer“ stehen und das, was sie sehen, miteinander besprechen. Im Gegensatz zum Botenbericht, der vergangene Vorgänge in die Handlung einbaut, erlaubt die Teichoskopie, gleichzeitig ablaufende Ereignisse auch zugleich zu behandeln.

Inhaltlich können dies Zweikämpfe oder Unglücksfälle, aufmarschierende Armeen oder ganze Schlachten sein, aber auch Naturphänomene, wie die Schilderung des Sternenfirmaments oder des Sonnenaufgangs.

Das Wort „Mauerschau“ leitet sich von einem berühmten Kunstgriff in Homers Ilias her, wo im Dritten Gesang, Verse 121–244, Helena – auf der trojanischen Stadtmauer stehend – König Priamos die anrückenden griechischen Helden kundig beschreibt, die gerade sie besonders gut kennt, da sie ehedem alle um sie geworben haben.

Klassische Teichoskopie ist auch der Bericht des Türmers Lynkeus von der Ermordung Philemons und Baucis' im V. Akt von Goethes Faust II.

In Asterix auf Korsika wird eine Prügelei zwischen Korsen und römischen Soldaten im teichoskopischen Gespräch einiger alter Männer wiedergegeben, die, anders als der Leser, das Geschehen beobachten.

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