Teilerfremdheit

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Zwei natürliche Zahlen a und b sind teilerfremd oder relativ prim (a \perp b), wenn es keine natürliche Zahl außer der Eins gibt, die beide Zahlen teilt. Aus der Definition folgt, dass jede natürliche Zahl teilerfremd zu 1 ist, auch die Zahl 1 selbst. Ein Bruch zweier teilerfremden Zahlen kann nicht gekürzt werden.

Zum Nachweis der Teilerfremdheit berechnet man gewöhnlich den größten gemeinsamen Teiler: Zwei Zahlen sind genau dann teilerfremd, wenn 1 ihr größter gemeinsamer Teiler ist. Das ist gleichbedeutend damit, dass die beiden Zahlen keinen gemeinsamen Primfaktor besitzen.

Mehr als zwei natürliche Zahlen bezeichnet man als paarweise teilerfremd, wenn je zwei beliebige davon zueinander teilerfremd sind, und als teilerfremd, wenn es keinen Primfaktor gibt, den sämtliche der Zahlen gemeinsam haben. Zahlen, die paarweise teilerfremd sind, sind auch teilerfremd. Die umgekehrte Schlussrichtung ist falsch, denn beispielsweise sind 6, 10, 15 teilerfremd, aber nicht paarweise teilerfremd.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Beispiele

  • Die Zahlen 12 und 77 sind teilerfremd, denn ihre Primfaktorzerlegungen 12 = 2 · 2 · 3 und 77 = 7 · 11 enthalten keine gemeinsamen Primfaktoren.
  • Die Zahlen 15 und 25 sind nicht teilerfremd, denn in ihren Primfaktorzerlegungen 15 = 3 · 5 und 25 = 5 · 5 kommt jeweils die 5 vor, die zugleich ggT(15, 25) ist.
  • Die Zahlen 9, 17, 64 sind paarweise teilerfremd, denn alle drei Paare 9 und 17, 17 und 64, 9 und 64 sind teilerfremd.

Offensichtlich sind zwei unterschiedliche Primzahlen immer teilerfremd. Andere Beispiele teilerfremder Zahlen sind zwei Zahlen, deren Differenz 1 ist, oder zwei ungerade Zahlen, deren Differenz 2 ist.

Teilerfremdheit kommt, häufig als Bedingung, in vielen zahlentheoretischen Problemen vor. Zum Beispiel ist eine Voraussetzung für den Chinesischen Restsatz, dass die Moduln teilerfremd sind. Die Eulersche φ-Funktion ordnet jeder natürlichen Zahl n die Anzahl der zu n teilerfremden Zahlen in \{1, ..., n\} zu.

[Bearbeiten] Eigenschaften

Teilerfremdheit ist eine binäre Relation

\mbox{Teilerfremdheit} = \left\{ \left(a,b\right)\in\mathbb{N}\times\mathbb{N}\ \vert\ \operatorname{ggT}(a, b) = 1 \right\}

Diese Relation ist nicht transitiv, denn beispielsweise sind 2 und 3 teilerfremd sowie 3 und 4, aber nicht 2 und 4.

Die asymptotische Wahrscheinlichkeit, dass zwei zufällig gewählte ganze Zahlen a und b teilerfremd sind, ist

P(\operatorname{ggT}(a, b) = 1) = \frac{1}{\zeta(2)} = \frac{6}{\pi^2} \approx 61\,%,

wobei \zeta die Riemannsche ζ-Funktion und \pi die Kreiszahl ist. Dieser Satz wurde erstmals 1881 von Ernesto Cesàro bewiesen.[1]

Allgemein ist 1 / (r^n\text{ }\zeta(n)) die asymptotische Dichte von n-Tupeln mit größtem gemeinsamen Teiler r.[2]

[Bearbeiten] Teilerfremdheit in Ringen

Das Konzept der Teilerfremdheit lässt sich von den natürlichen Zahlen auf kommutative Ringe mit Einselement übertragen. In einem solchen Ring sind die Einheiten Teiler aller Elemente. Zwei Elemente des Rings heißen teilerfremd, wenn die Einheiten ihre einzigen gemeinsamen Teiler sind.

Im Ring der ganzen Zahlen sind beispielsweise die Zahlen 2 und −3 teilerfremd, da ihre einzigen gemeinsamen Teiler die Einheiten 1 und −1 sind.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Quellen

  1. Peter Bundschuh: Einführung in die Zahlentheorie. 6. Auflage. Springer-Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-540-76490-8, S. 19f., S. 51f.
  2. Eckford Cohen: Arithmetical functions associated with arbitrary sets of integers (PDF-Datei, 2,1 MB), Acta Arithmetica 5, 1959, S. 407–415 (englisch; Errata, PDF-Datei, 327 kB; Aussage ist „Corollary 3.3“ auf S. 413)
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