Teilersumme
Unter der Teilersumme σ einer natürlichen Zahl versteht man die Summe aller Teiler dieser Zahl einschließlich der Zahl selbst.
Beispiel:
- Die Zahl 6 hat die Teiler 1, 2, 3 und 6. Die Teilersumme für 6 lautet also 1+2+3+6 = 12.
Bei vielen Problemstellungen der Zahlentheorie spielen Teilersummen eine Rolle, z. B. bei den vollkommenen Zahlen und den befreundeten Zahlen.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Definitionen
[Bearbeiten] Definition 1: Summe aller Teiler
Seien
alle Teiler der natürlichen Zahl n, dann nennt man
die Teilersumme von n. Dabei sind 1 und n selbst Teiler, also in der Menge der Teiler enthalten. Die Funktion σ heißt Teilersummenfunktion und ist eine zahlentheoretische Funktion.
Das Beispiel oben kann man nun so schreiben:
[Bearbeiten] Definition 2: Summe der echten Teiler
Die Summe der echten Teiler der natürlichen Zahl n ist die Summe der Teiler von n ohne die Zahl n selbst und wir bezeichnen diese Summe mit
.
Beispiel:
Offensichtlich gilt die Beziehung:
[Bearbeiten] Definition 3: defizient, abundant, vollkommen
Eine natürliche Zahl n > 1 heißt
- defizient oder teilerarm, wenn
, - abundant oder teilerreich, wenn
, - vollkommen, wenn
.
Beispiele:
, d. h. 6 ist eine vollkommene Zahl.
, d. h. 12 ist abundant.
, d. h. 10 ist defizient.
[Bearbeiten] Eigenschaften der Teilersumme
[Bearbeiten] Satz 1: Teilersumme einer Primzahl
Sei n eine Primzahl. Dann gilt:
Beweis: Da n eine Primzahl ist, sind 1 und n die einzigen Teiler. Daraus folgt die Behauptung.
[Bearbeiten] Satz 2: Teilersumme der Potenz einer Primzahl
Sei n eine Primzahl. Dann gilt:
Beweis: Da n eine Primzahl ist, lauten die Teiler von nk: n0, n1, …, nk. Die Summe ist eine geometrische Reihe. Aus der Summenformel für eine geometrische Reihe folgt sofort die Behauptung.
Beispiel:
[Bearbeiten] Satz 3: Teilersumme des Produktes von zwei Primzahlen
Seien a und b verschiedene Primzahlen. Dann gilt:
Beweis: Die Zahl ab besitzt die vier verschiedenen Teiler 1, a, b und ab. Daraus folgt:
Beispiel:
[Bearbeiten] Satz 4: Verallgemeinerung von Satz 2 und Satz 3
Seien
verschiedene Primzahlen und
natürliche Zahlen. Ferner sei
. Dann gilt:
[Bearbeiten] Satz von Thabit
Mit Hilfe von Satz 4 kann man den Satz von Thabit aus dem Gebiet der befreundeten Zahlen beweisen. Der Satz lautet:
Für eine feste natürliche Zahl n seien x = 3·2n-1, y = 3·2n-1-1 und z = 9·22n-1-1.
Wenn x, y und z Primzahlen größer als 2 sind, dann sind die beiden Zahlen a = 2n·x·y und b = 2n·z befreundet, d. h.
und
.
Beweis:
- σ*(a) = σ(a) - a
- = σ(2n·x·y) - a
- = (2n+1-1)(x+1)(y+1) - a (Satz 4)
- = (2n+1-1)(3·2n)(3·2n-1) - 2n(3·2n-1)(3·2n-1-1)
- = (2n+1-1)·9·22n-1 - 2n(9·22n-1-6·2n-1-3·2n-1+1)
- = 2·2n·9·22n-1-9·2n·2n-1-2n(9·22n-1-9·2n-1+1)
- = 2n(18·22n-1-9·2n-1-9·22n-1+9·2n-1-1)
- = 2n(9·22n-1-1)
- = 2n·z
- = b
Analog zeigt man
.
[Bearbeiten] Teilersumme als endliche Reihe
Für jede natürliche Zahl
kann die Teilerfunktion als Reihe dargestellt werden, ohne dass auf die Teilbarkeitseigenschaften von
explizit Bezug genommen wird:
Beweis: Die Funktion
wird 1, wenn
ein Teiler von
ist, ansonsten bleibt sie Null. Zunächst gilt
Der Zähler im letzten Ausdruck wird stets Null, wenn
geht. Der Nenner kann nur dann Null werden, wenn
ein Teiler von
ist. Dann ist aber
Nur in diesem Fall wird
, wie oben behauptet.
Multipliziert man jetzt
mit
und summiert das Produkt über alle Werte
bis
, so entsteht nur dann ein Beitrag
zur Summe, wenn
ein Teiler von
ist. Das ist aber genau die Definition der allgemeinen Divisorfunktion
deren Spezialfall
die einfache Teilersumme
ist.



,
,
.
, d. h. 12 ist abundant.
, d. h. 10 ist defizient.












