Teistungen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Teistungen
Teistungen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Teistungen hervorgehoben
51.46972222222210.265833333333200Koordinaten: 51° 28′ N, 10° 16′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Eichsfeld
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Lindenberg/Eichsfeld
Höhe: 200 m ü. NHN
Fläche: 25,94 km²
Einwohner: 2469 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 95 Einwohner je km²
Postleitzahl: 37339
Vorwahl: 036071
Kfz-Kennzeichen: EIC, HIG, WBS
Gemeindeschlüssel: 16 0 61 114
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 17
37339 Teistungen
Webpräsenz: www.lindenberg-eichsfeld.de
Bürgermeister: Andreas Schütze (CDU)
Lage der Gemeinde Teistungen im Landkreis Eichsfeld
Niedersachsen Hessen Kyffhäuserkreis Landkreis Nordhausen Unstrut-Hainich-Kreis Am Ohmberg Am Ohmberg Am Ohmberg Arenshausen Asbach-Sickenberg Berlingerode Bernterode (bei Heilbad Heiligenstadt) Birkenfelde Bodenrode-Westhausen Bornhagen Brehme Breitenworbis Büttstedt Buhla Burgwalde Deuna Dieterode Dietzenrode-Vatterode Dingelstädt Ecklingerode Effelder Eichstruth Ferna Freienhagen (Eichsfeld) Fretterode Geisleden Geismar Gerbershausen Gernrode (Eichsfeld) Gerterode Glasehausen Großbartloff Hausen (Eichsfeld) Haynrode Heilbad Heiligenstadt Helmsdorf (Eichsfeld) Heuthen Hohengandern Hohes Kreuz Hundeshagen Kallmerode Kefferhausen Kella Kella Kirchgandern Kirchworbis Kleinbartloff Kreuzebra Krombach (Eichsfeld) Küllstedt Leinefelde-Worbis Lenterode Lindewerra Lutter (Eichsfeld) Mackenrode (Landkreis Eichsfeld) Marth Niederorschel Pfaffschwende Reinholterode Röhrig Rohrberg (Eichsfeld) Rustenfelde Schachtebich Schimberg Schönhagen (Eichsfeld) Schwobfeld Steinbach (Eichsfeld) Sonnenstein (Gemeinde) Steinheuterode Tastungen Teistungen Thalwenden Uder Volkerode Deuna Wachstedt Wahlhausen Wehnde Wiesenfeld (Eichsfeld) Wingerode WüstheuterodeKarte
Über dieses Bild

Teistungen ist eine Gemeinde im thüringischen Landkreis Eichsfeld. Sie ist Sitz der Verwaltungsgemeinschaft Lindenberg/Eichsfeld. Seit 1997 ist der Ort Staatlich anerkannter Erholungsort des Freistaates Thüringen.

Geographie[Bearbeiten]

Teistungen liegt im Nordwesten des Freistaates Thüringen, nahe der Landesgrenze zu Niedersachsen. Etwa 5 km entfernt liegt die niedersächsische Stadt Duderstadt.

Gewässer[Bearbeiten]

Durch Teistungen fließen die "Hahle" und die "Eiche".

Die Hahle durchquert den Ort von Südost nach Nordwest und teilt die Gemeinde in zwei Hälften. Dieses Gewässer ist auch durch seinen Forellenreichtum bekannt.

Die Eiche, mitunter auch Eichbach, durchquert den Ort von Südwest nach Nord und mündet an der nördlichen Bebauungsgrenze in die Hahle.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zu Teistungen gehören die Ortsteile Böseckendorf mit Bleckenrode und Neuendorf.

Geschichte[Bearbeiten]

Ersterwähnung, Mittelalter und Neuzeit[Bearbeiten]

Teistungen wurde 1090 erstmals urkundlich erwähnt. Die Geschichte Teistungens war eng mit dem 1260 als Tochterkloster des Klosters Beuren gegründeten Klosters Teistungenburg verbunden. Die Klostergebäude wurden 1975 abgerissen.

Im Jahr 1283 kauften die Ritter von Hagen Güter in Teistungen. Deshalb befanden sich zwei befestigte Herrensitze derer von Westernhagen im Ort. Es gab den Ober- und Unterhof mit jeweils einem Wohnturm. Befestigungsanlagen sind nicht mehr vorhanden.[2] Der Oberhof wurde nach der Deutschen Wiedervereinigung von der Familie von Westernhagen zurückerworben.

Landesherr war bis 1802 Kurmainz. Von 1802 bis 1807 war der Ort preußisch und kam dann zum Königreich Westphalen, von 1815 bis 1945 war er Teil der preußischen Provinz Sachsen.

20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Während es Zweiten Weltkrieges mussten seit 1940 mehr als 60 Frauen und Männer aus Polen und der Ukraine bei Bauern und auf dem Gut der Baronin von der Borardt Zwangsarbeit leisten.[3]

1945 bis 1949 war der Ort Teil der sowjetischen Besatzungszone und ab 1949 Teil der DDR. Von 1961 bis zur Wende und Wiedervereinigung 1989/1990 wurde Teistungen von der Sperrung der nahen innerdeutschen Grenze beeinträchtigt. Die Grenzübergangsstelle an der F 247 bzw. B 247 zwischen Duderstadt (Niedersachsen) – Worbis war auch als „Grenzübergang Teistungen“ bekannt. Am 10. November 1989 wurde um 0:35 Uhr der Schlagbaum nach Westen geöffnet.

Seit 1990 gehört der Ort zum wieder gegründeten Bundesland Thüringen.

Böseckendorf

Der Ort wurde 1250 erstmals in einer von Ulrich von Regenstein ausgestellten Schenkungsurkunde erwähnt.

Neuendorf

Neuendorf wurde 1274 erstmals als „villa nova“ urkundlich erwähnt. Von 1512 bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts war Neuendorf eine Wüstung.

Beide ehemaligen Gemeinden wurden am 1. April 1999 in die Gemeinde Teistungen eingegliedert.[4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):

  • 1999: 2521
  • 2000: 2528
  • 2001: 2561
  • 2002: 2569
  • 2003: 2568
  • 2004: 2563
  • 2005: 2588
  • 2006: 2510
  • 2007: 2504
  • 2008: 2497
  • 2009: 2510
  • 2010: 2487
  • 2011: 2484
  • 2012: 2486
  • 2013: 2469
  • 2014:
Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2009[5][6]
Wbt.: 52,8 % (2004: 56,1 %)
 %
80
70
60
50
40
30
20
10
0
70,5 %
21,6 %
7,9 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   2
   0
  -2
  -4
-0,1 %p
+2,0 %p
-1,9 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
c 2004: PDS

Der Gemeinderat von Teistungen setzt sich aus 14 Gemeinderatsmitgliedern zusammen.

(Stand: Kommunalwahl am 7. Juni 2009)

Bürgermeister[Bearbeiten]

Am 6. Juni 2010 wurde Horst Dornieden (CDU) mit 82,1 % der Stimmen zum ehrenamtlichen Bürgermeister gewählt.[7] Dieser war gleichzeitig beamteter Vorsitzender der Verwaltungsgemeinschaft. Diese Konstellation verbietet die Thüringer Kommunalordnung.[8] Deshalb wurden für den 10. Oktober 2010 Neuwahlen angeordnet, bei denen Andreas Schütze (CDU) als einziger Kandidat mit 83,8 % der Stimmen zum neuen Bürgermeister gewählt wurde.[9]

Partnerschaften[Bearbeiten]

Eine Ortspartnerschaft besteht zu Dobšiná in der Slowakei.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

Direkt an der ehemaligen innerdeutschen Grenze liegt das 1995 eröffnete Grenzlandmuseum, das über die Geschichte der innerdeutschen Grenze und ihre Auswirkung auf die Bevölkerung im Grenzgebiet informiert.

Grenzlandmuseum Teistungen / Eichsfeld (2013)

Bauwerke[Bearbeiten]

Kirche St. Andreas
  • Die moderne katholische St.-Andreas-Kirche wurde 1933–1934 von dem Düsseldorfer Architekten Thiethmann an der Stelle eines Vorgängerbaus errichtet. Der barocke Hochaltar stammt aus dem nahen ehemaligen Kloster Teistungenburg.

Weitere Ausflugsziele[Bearbeiten]

Durch ein Renaturierungsprojekt wurde rund um den Stausee Glockengraben ein Wanderweg angelegt und Bäume und Sträucher gepflanzt. Der See wurde mit Karpfen, Hechten, Aalen, Zander, Schleien und Barschen besetzt. Das Gewässer eignet sich in den Herbstmonaten zum Hechtangeln.

Sportanlage Am Klosterholz[Bearbeiten]

Eine neue Sportanlage des FC Wacker 1914 Teistungen e.V. liegt am angrenzenden Wald Am Klosterholz. Zu der Anlage gehören ein Kunstrasen- und Rasenplatz sowie ein Sporthaus. Für Volleyball und Basketball stehen Geräte zur Verfügung. Seit der Fertigstellung der Anlage 2003 waren dort eine Reihe von bekannten Fußballmannschaften im Trainingslager, z.B. Eintracht Frankfurt, Fortuna Düsseldorf, Hansa Rostock, 1. FSV Mainz 05, VfL Bochum, 1. FC Magdeburg, VfL Wolfsburg, 1. FC Lok Leipzig, SC Paderborn 07 und Arminia Bielefeld.

Sportverein FC Wacker 1914 Teistungen e.V.[Bearbeiten]

Der Verein wurde im Jahr 2014 Kreispokalsieger des Landkreis Eichsfeld.

Verkehr[Bearbeiten]

Straße[Bearbeiten]

Durch Teistungen verläuft die B 247 und die Landesstraßen 1009 und 2016.

Schiene[Bearbeiten]

Teistungen liegt an der inzwischen stillgelegten Bahnstrecke Leinefelde–Wulften.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Thüringer Landesamt für Statistik – Bevölkerung der Gemeinden, erfüllenden Gemeinden und Verwaltungsgemeinschaften nach Geschlecht in Thüringen (Hilfe dazu)
  2. Michael Köhler:,Thüringer Burgen und befestigte vor- und frühgeschichtliche Wohnplätze,Jenzig-Verla,2001, ISBN 3-910141-43-9,S.245
  3. Thüringer Verband der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten und Studienkreis deutscher Widerstand 1933-1945 (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der Verfolgung 1933-1945, Reihe: Heimatgeschichtliche Wegweiser Band 8 Thüringen, Erfurt 2003, S. 44, ISBN 3-88864-343-0
  4. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 1999
  5. http://www.wahlen.thueringen.de/datenbank/wahl1/wahl.asp?wahlart=GW&wJahr=2009&zeigeErg=GEM&wknr=061&gemnr=61114
  6. http://www.wahlen.thueringen.de/datenbank/wahl1/wahl.asp?wahlart=GW&wJahr=2004&zeigeErg=GEM&wknr=061&gemnr=61114
  7. http://www.wahlen.thueringen.de/datenbank/wahl1/wahl.asp?wahlart=BM&wJahr=2010&zeigeErg=GEM&wknr=061&gemnr=61114
  8. http://www.thueringer-allgemeine.de/startseite/detail/-/specific/Teistungen-muss-Buergermeister-neu-waehlen-1530523816
  9. http://eichsfeld.thueringer-allgemeine.de/web/lokal/politik/detail/-/specific/Andreas-Schuetze-CDU-ist-neuer-Buergermeister-in-Teistungen-715519223

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Teistungen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien