Teknolust

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel Teknolust
Originaltitel Teknolust
Produktionsland USA, GB, Deutschland
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2002
Länge 79 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Lynn Hershman-Leeson
Drehbuch Lynn Hershman-Leeson
Produktion Oscar Gubernati
Lynn Hershman-Leeson
John Bradford King
Youssef Vahabzadeh
Musik Klaus Badelt
Mark Tschanz
Kamera Hiro Narita
Schnitt Michelle Born
Lisa Fruchtman
Claudia Tronnier
Besetzung

Teknolust ist ein US-amerikanisch-britisch-deutsches Science-Fiction-Filmdrama aus dem Jahr 2002. Regie führte Lynn Hershman-Leeson, die auch das Drehbuch schrieb und den Film mitproduzierte.

Handlung[Bearbeiten]

Die Wissenschaftlerin Rosetta Stone arbeitet an der künstlichen Herstellung der Körperorgane und experimentiert mit der eigenen Desoxyribonukleinsäure. Sie erzeugt durch das Klonen drei Kopien von sich selbst: Ruby, Olive und Marinne. Sie leben in einem Cyber-Space. Marinne und Olive führen eine sehr liebevolle Beziehung und suchen den Körperkontakt zueinander. Ruby erscheint selbstständiger. Die Klone tragen ausschließlich eine Farbe. Ruby rot, Olivia grün und Marinne blau. Rosetta bezeichnet die drei Klone, als „ihre Familie“. Im Laufe des Films erfährt man, dass ihre Familie auf mysteriöse Weise an einem Virus verstarb, nur sie überlebte. Es stellt sich heraus, dass die Klone die ständige Zufuhr des Chromosoms Y benötigen. Eine der Frauen, Ruby, besorgt genetisches Material für die anderen. Dieses genetische Material ist Sperma. Ruby hat eine eigene Homepage, von der aus, sie die Männer anlockt. Ruby geht Nachts aus, um mit Männern zu schlafen. Sie besteht dabei auf Safer Sex, weil sie das Ejakulat in Wasser kocht und mit ihren „Schwestern“ trinkt und pur in den Handrücken spritzt. So können die Klone überleben. Bevor Ruby losziehen kann, muss sie ein Movieupdate machen. Dabei schläft sie und „lernt“ aus Liebesfilm-Klassikern, wie Männer und Frauen „funktionieren“. Da die Männer aufgrund des Geschlechtsverkehrs mit der Unbekannten impotent werden und eine Art allergische Reaktion auf der Stirn in Form von einem Strichcode bekommen, wird bald das FBI aufmerksam. Der FBI-Agent Edward Hopper ermittelt fortan. Phantombilder werden von den unter Quarantäne stehenden Männern gemacht, eindeutig ist Ruby zu erkennen. Bei den Ermittlungen erfährt Hopper, dass sie alle Sex mit ein und derselben Frau hatten und dass tags darauf ihr PC abgestürzt sei. Theorien von Viren, die zwischen Mensch und Computer umgehen, kommen auf. Der wunderliche Nachbarsjunge Sandy ist unzufrieden mit seinem Job als Kopierer. Er hat keine Freundin, lebt bei seiner Mutter und verbringt die Zeit auf der Arbeit lieber damit, Dirigent vor diversen Maschinen zu spielen. Die Situation spitzt sich zu, denn unter dem Druck der Ermittlungen verrät sich Rosetta zunehmend (sie will natürlich verhindern, dass herauskommt, dass sie illegal geklont hat). Sie vernachlässigt dabei auch ihre Klone, von denen besonders Marinne gereizt und unzufrieden reagiert. Sie fühlt sich isoliert und verlangt nach Freiheit und Selbstbestimmung. Um das zu kompensieren, kauft sie im Internet ein, um sich mehr an die anderen „draußen“ anzupassen. Rosetta verbietet Ruby, sich aus dem Cyber-Space zu bewegen. Es sei nun zu gefährlich. Sie verabreicht ihnen Synthetisches Sperma, um sie am Leben zu erhalten. Marinne verweigert die Aufnahme, da es eklig schmeckt. Dies führt zu einer Mangelerscheinung und sie erleidet einen Schock. Aufgrund der akuten Situation entschließt sich Ruby trotz des Verbotes, rauszugehen. Überall in der Stadt hängen die Phantombilder (deren Kopien Sandy gemacht und sich dabei in die Unbekannte Schönheit verliebt hat). Rosetta bemerkt am Tag darauf den Ungehorsam und ist verärgert. Sie vertraut sich in ihrer Verzweiflung Dirty Dick an, einer undurchsichtige Person. Hopper und sie hatten in der Vergangenheit eine Affäre. Auf die Frage hin, warum sie überhaupt Klone hergestellt habe, erklärt sie, dass sie nicht geahnt hätte, dass es so schwierig werden würde, sie zu kontrollieren. Sie wollte sie trainieren, für niedere Arbeiten und einfach als Gesellschaft haben. Das hören Marinne und Olive, die sich unbefugt aus dem Cyber-Space entfernt haben. Hopper zeigt Rosetta das Phantombild der Verdächtigen, sie behauptet, sie sei es selbst. Ein Fetisch, sie verkleide sich gerne so, um in eine andere Rolle zu schlüpfen. Schweren Herzens verhaftet er sie. Marinne und Olive gehen nach dem belauschten Gespräch von Rosetta und Dirty Dick aus, zum Friseur und in eine Bar. Weil die beiden noch nicht immun gegen die Außenwelt sind, werden beide krank. Ihr System führt nach ihrem Heimkommen einen Virusscan durch und entdeckt einen. Nachdem der Scan erfolgreich beendet wurde, sind die Klone, aber auch die zuvor infizierten Männer wieder „clean“. Am selben Abend will Ruby „saftiges Protein“ kaufen (sie hat gesehen, was Rosetta isst). Sie geht in einen Doughnut-Laden und bestellt einen ruby (roten), olive (grünen) und marinne (blauen) Doughnut. Als sie mit Kondomen statt Geld bezahlen will, verweigert sich die verwunderte Verkäuferin. Da tritt Sandy hinzu. Er bezahlt die Doughnuts und setzt sich mit ihr an einen Tisch. Er bietet ihr den Doughnut an, den sie freudig beginnt zu essen. Es schmeckt scheußlich, nach dem ersten Bissen schiebt sie den Teller zurück. Doch aus Freundlichkeit isst sie ihn weiter, als Sandy ihn ihr nochmal anbietet. Beide verbringen den Abend ohne Sex miteinander. Sie verlieben sich. Dirty Dick verrät Hopper, dass Rosetta es nicht gewesen sein kann. Sie sei noch Jungfrau. Hopper ist erleichtert, denn er hat sich im Laufe der Ermittlungen in die unscheinbare Wissenschaftlerin verliebt. Er bringt sie nach Hause, dort schlafen sie miteinander. Während der Abwesenheit Rosettas hat Marinne den Code geknackt, der das System schützt. Sie fertigt selbst neue Klone an, die ihr Cyber-Space bevölkern sollen. Im Abspann ist zu sehen, dass Ruby von Sandy schwanger ist.

Kritiken[Bearbeiten]

David Rooney vermutete in der Zeitschrift Variety vom 17. März 2002, der Film sei als eine Parodie konzipiert – sein Humor komme jedoch nicht durch. Tilda Swinton habe ihren „Schauspielerei-Modus“ abgeschaltet. Der Film wirke wie futuristische Visionen von Gestern.[1]

Das Lexikon des internationalen Films schrieb, der Film sei eine „erotisch aufgeladene weibliche Cyber-Fantasie, die einen spielerischen Beitrag zur Klondebatte liefern möchte, deren Geschichte jedoch nur wenig pointiert entwickelt“ sei. Die Hauptdarstellerin könne „den Untiefen des Buchs nicht entkommen“.[2]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Lynn Hershman-Leeson gewann im Jahr 2002 einen Preis des Hamptons International Film Festivals und wurde 2004 für den International Fantasy Film Award des portugiesischen Festival Internacional de Cinema do Porto nominiert.

Hintergründe[Bearbeiten]

Der Film wurde in San Francisco gedreht.[3] Die Weltpremiere fand im Januar 2002 auf dem Sundance Film Festival statt. Am 12. September 2002 folgte eine Vorführung auf dem Toronto International Film Festival, der eine weitere am 15. Mai 2003 auf den Internationalen Filmfestspielen von Cannes sowie weitere Festivalteilnahmen folgten.[4] Der Film wurde im Jahr 2003 in einzelnen Kinos der USA gezeigt, in denen er ca. 29 Tsd. US-Dollar einspielte.[5]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Filmkritik von David Rooney, abgerufen am 11. Februar 2008
  2. Teknolust im Lexikon des Internationalen Films, abgerufen am 11. Februar 2008
  3. Drehorte für Teknolust, abgerufen am 11. Februar 2008
  4. Premierendaten für Teknolust, abgerufen am 11. Februar 2008
  5. Einspielergebnisse für Teknolust, abgerufen am 11. Februar 2008